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3. Versuch Fazit Langweiler
28. Feb. 2026
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28. Feb. 2026
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Eineinhalb Stunden Ruhe. 90 Minuten exakt eingefügt im Takt der täglichen Routine des Statikers Robert Fähmel, exakt ausgerichtet am Naturgesetz der Zeit, zwischen halb zehn und elf, jeden Vormittag, ohne Ausnahme, zum „Billiard um halb zehn“ im separierten Hotelzimmer, welch ein Luxus, sich diese Auszeit zu nehmen, nicht erreichbar zu sein und nur einem eng gezirkelten Kreis von Personen zu erlauben, die Statik dieses Korsetts einem dynamischen Belastungstest zu unterziehen. Er, Robert Fähmel, ist DIE Person zwischen den Generationen, zwischen seinem Vater Heinrich, einem Architekten, und seinem Sohn Joseph, der Architekt werden möchte. ER erlebte, dass seine Eltern zuließen, ihn und seinen Bruder in den Krieg ziehen lassen zu müssen. ER erlebte Drangsalierung und Flucht nach Amsterdam, ER konnte, nein, ER musste zurückkehren, ER musste in den Krieg, ER erlebte den Tod seiner Ehefrau und seines Bruders im Krieg, ER verlor seine Mutter an den Wahnsinn, ER ward gewahr, dass sein Vater seinen Bruder und ihn nicht vor dem Krieg schützte und genau dieser Wahnsinn seine Mutter in den Wahnsinn trieb, ER war in unmenschlichen Zeiten allein. Für dieses Verbrechen, dass ihm die Gesellschaft samt seines Vaters zufügte, nahm ER Rache: Vater Heinrich begann seine Laufbahn als unbekannter Architekt mit einem prominenten Großprojekt: einer Abtei, deren Bau und weiterer Unterhalt die wirtschaftliche Existenz der gesamten Familie Fähmel sicherte. Mit dem Auftrag zum Bau der Abtei schuf sich Vater Heinrich sein eigenes Denkmal. Zum Sprengmeister ausgebildet blies ER, Robert, die gesamte Abtei, blies er dieses Denkmal für ein freies Schussfeld in die Luft. Vorgeblich. Dass Robert Fähmel auf Rache sann, dass ER die Sprengung befahl und leitete, erfuhr niemand. Nach dieser Sprengung war für Robert Fähmel Ruhe, kein Gefühl verließ in mehr nach außen in seinem exakt ausgerichteten Tagesablauf, und so ließ ER seine beiden Kinder allein. Nur beim Billiard um halb zehn erzählt ER dem diskreten Hotelboy, was geschah. Bis sein Sohn im Trümmerfeld die Markierungszeichen für die Sprengung fand und als die seines Vaters Robert erkannte - und ratlos war, weil er nicht verstand. Der Rest der Erzählung ist Beiwerk, detailverliebt beschrieben, mit Worten richtiggehend ausgemalt, Vorstellung erlaubend, um den Beweggrund von Robert Fähmel mit einer verbalen Taschenlampe auszuleuchten. Und endet mit einem furiosen Knall zum 80. Geburtstag des alten Heinrich.
2. Juli 2026
Eineinhalb Stunden Ruhe. 90 Minuten exakt eingefügt im Takt der täglichen Routine des Statikers Robert Fähmel, exakt ausgerichtet am Naturgesetz der Zeit, zwischen halb zehn und elf, jeden Vormittag, ohne Ausnahme, zum „Billiard um halb zehn“ im separierten Hotelzimmer, welch ein Luxus, sich diese Auszeit zu nehmen, nicht erreichbar zu sein und nur einem eng gezirkelten Kreis von Personen zu erlauben, die Statik dieses Korsetts einem dynamischen Belastungstest zu unterziehen. Er, Robert Fähmel, ist DIE Person zwischen den Generationen, zwischen seinem Vater Heinrich, einem Architekten, und seinem Sohn Joseph, der Architekt werden möchte. ER erlebte, dass seine Eltern zuließen, ihn und seinen Bruder in den Krieg ziehen lassen zu müssen. ER erlebte Drangsalierung und Flucht nach Amsterdam, ER konnte, nein, ER musste zurückkehren, ER musste in den Krieg, ER erlebte den Tod seiner Ehefrau und seines Bruders im Krieg, ER verlor seine Mutter an den Wahnsinn, ER ward gewahr, dass sein Vater seinen Bruder und ihn nicht vor dem Krieg schützte und genau dieser Wahnsinn seine Mutter in den Wahnsinn trieb, ER war in unmenschlichen Zeiten allein. Für dieses Verbrechen, dass ihm die Gesellschaft samt seines Vaters zufügte, nahm ER Rache: Vater Heinrich begann seine Laufbahn als unbekannter Architekt mit einem prominenten Großprojekt: einer Abtei, deren Bau und weiterer Unterhalt die wirtschaftliche Existenz der gesamten Familie Fähmel sicherte. Mit dem Auftrag zum Bau der Abtei schuf sich Vater Heinrich sein eigenes Denkmal. Zum Sprengmeister ausgebildet blies ER, Robert, die gesamte Abtei, blies er dieses Denkmal für ein freies Schussfeld in die Luft. Vorgeblich. Dass Robert Fähmel auf Rache sann, dass ER die Sprengung befahl und leitete, erfuhr niemand. Nach dieser Sprengung war für Robert Fähmel Ruhe, kein Gefühl verließ in mehr nach außen in seinem exakt ausgerichteten Tagesablauf, und so ließ ER seine beiden Kinder allein. Nur beim Billiard um halb zehn erzählt ER dem diskreten Hotelboy, was geschah. Bis sein Sohn im Trümmerfeld die Markierungszeichen für die Sprengung fand und als die seines Vaters Robert erkannte - und ratlos war, weil er nicht verstand. Der Rest der Erzählung ist Beiwerk, detailverliebt beschrieben, mit Worten richtiggehend ausgemalt, Vorstellung erlaubend, um den Beweggrund von Robert Fähmel mit einer verbalen Taschenlampe auszuleuchten. Und endet mit einem furiosen Knall zum 80. Geburtstag des alten Heinrich.
2. Juli 2026
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Grass Der Butt Grotesk
Autorin / Autor
Heinrich Böll, 1917 in Köln geboren, nach dem Abitur 1937 Lehrling im Buchhandel und Student der Germanistik. Mit Kriegsausbruch wurde er zur Wehrmacht eingezogen und war sechs Jahre lang Soldat. Seit 1947 veröffentlichte er Erzählungen, Romane, Hör- und Fernsehspiele, Theaterstücke und zahlreiche Essays. Zusammen mit seiner Frau Annemarie war er auch als Übersetzer englischsprachiger Literatur tätig. Heinrich Böll erhielt 1972 den Nobelpreis für Literatur. Er starb im Juli 1985 in Langenbroich/Eifel.
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