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Romane

Billard um halb zehn

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Über das Buch

Eine deutsche Familie

Drei Generationen einer rheinischen Architektenfamilie werden sich an diesem 6. September 1958 versammeln, um den achtzigsten Geburtstag ihres Oberhauptes zu feiern. Heinrich Fähmel hatte 1907 den Auftrag erhalten, die Abtei St. Anton zu erbauen. Sein Sohn Robert - er spielt täglich von halb zehn bis elf im Hotel Prinz Heinrich Billard - hat als Sprengmeister der Wehrmacht diese Abtei in den letzten Kriegstagen zerstört. Der Enkel Joseph wird am Wiederaufbau beteiligt. In den Gesprächen Roberts mit dem Hotelboy, in Rückblenden und Erinnerungen seines Vaters verknüpfen sich Vergangenheit und Gegenwart, werden die Situationen der einzelnen Zeitabschnitte deutlich.

Der Grundkonflikt, den Böll dabei mit der Symbolik vom »Lamm« und vom »Büffel« thematisiert, ist der Konflikt zwischen den selbständig denkenden und handelnden einzelnen und der opportunistischen Mehrheit.

Editionen (7)

ISBN9783423146074
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum13.10.17
Seitenzahl336

Rezensionen & Bewertungen

16 Bewertungen

2 Rezensionen

3,7

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  • astroeva
    astroeva

    117 Follower

    2,0

    3. Versuch Fazit Langweiler

    28. Feb. 2026

  • chris68
    chris68

    2 Follower

    5,0

    Eineinhalb Stunden Ruhe. 90 Minuten exakt eingefügt im Takt der täglichen Routine des Statikers Robert Fähmel, exakt ausgerichtet am Naturgesetz der Zeit, zwischen halb zehn und elf, jeden Vormittag, ohne Ausnahme, zum „Billiard um halb zehn“ im separierten Hotelzimmer, welch ein Luxus, sich diese Auszeit zu nehmen, nicht erreichbar zu sein und nur einem eng gezirkelten Kreis von Personen zu erlauben, die Statik dieses Korsetts einem dynamischen Belastungstest zu unterziehen. Er, Robert Fähmel, ist DIE Person zwischen den Generationen, zwischen seinem Vater Heinrich, einem Architekten, und seinem Sohn Joseph, der Architekt werden möchte. ER erlebte, dass seine Eltern zuließen, ihn und seinen Bruder in den Krieg ziehen lassen zu müssen. ER erlebte Drangsalierung und Flucht nach Amsterdam, ER konnte, nein, ER musste zurückkehren, ER musste in den Krieg, ER erlebte den Tod seiner Ehefrau und seines Bruders im Krieg, ER verlor seine Mutter an den Wahnsinn, ER ward gewahr, dass sein Vater seinen Bruder und ihn nicht vor dem Krieg schützte und genau dieser Wahnsinn seine Mutter in den Wahnsinn trieb, ER war in unmenschlichen Zeiten allein. Für dieses Verbrechen, dass ihm die Gesellschaft samt seines Vaters zufügte, nahm ER Rache: Vater Heinrich begann seine Laufbahn als unbekannter Architekt mit einem prominenten Großprojekt: einer Abtei, deren Bau und weiterer Unterhalt die wirtschaftliche Existenz der gesamten Familie Fähmel sicherte. Mit dem Auftrag zum Bau der Abtei schuf sich Vater Heinrich sein eigenes Denkmal. Zum Sprengmeister ausgebildet blies ER, Robert, die gesamte Abtei, blies er dieses Denkmal für ein freies Schussfeld in die Luft. Vorgeblich. Dass Robert Fähmel auf Rache sann, dass ER die Sprengung befahl und leitete, erfuhr niemand. Nach dieser Sprengung war für Robert Fähmel Ruhe, kein Gefühl verließ in mehr nach außen in seinem exakt ausgerichteten Tagesablauf, und so ließ ER seine beiden Kinder allein. Nur beim Billiard um halb zehn erzählt ER dem diskreten Hotelboy, was geschah. Bis sein Sohn im Trümmerfeld die Markierungszeichen für die Sprengung fand und als die seines Vaters Robert erkannte - und ratlos war, weil er nicht verstand. Der Rest der Erzählung ist Beiwerk, detailverliebt beschrieben, mit Worten richtiggehend ausgemalt, Vorstellung erlaubend, um den Beweggrund von Robert Fähmel mit einer verbalen Taschenlampe auszuleuchten. Und endet mit einem furiosen Knall zum 80. Geburtstag des alten Heinrich.

    2. Juli 2026

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Seitenbasierte Kommentare

Seite 336100%
astroeva
astroeva28. Feb. 2026

Grass Der Butt Grotesk

Autorin / Autor

Über Heinrich Böll

Heinrich Böll, geboren am 21. Dezember 1917 in Köln, nahm nach dem Abitur eine Lehre im Buchhandel auf, die er bald abbrach. Nach einem gerade begonnenen Studium der Germanistik und klassischen Philosophie wurde Böll 1939 zur Wehrmacht eingezogen.1945 kehrte er aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft nach Köln zurück, wo er sein Studium wieder aufnahm und in der Schreinerei seines Bruders arbeitete. Ab 1947 publizierte er in Zeitschriften und wurde 1951 für die Satire ›Die schwarzen Schafe‹ mit dem Preis der Gruppe 47 ausgezeichnet. Fortan war er als freier Schriftsteller tätig und veröffentlichte Romane, Erzählungen, Hör- und Fernsehspiele sowie Theaterstücke. Außerdem übersetzte er, gemeinsam mit seiner Frau Annemarie, englische und amerikanische Literatur (u. a. George Bernard Shaw und Jerome D. Salinger). Als Publizist und Autor führte Heinrich Böll Klage gegen die Grauen des Krieges und seine Folgen, polemisierte gegen die Restauration der Nachkriegszeit und wandte sich gegen den Klerikalismus der katholischen Kirche, aus der er 1976 austrat. In den sechziger und siebziger Jahren unterstützte er die Außerparlamentarische Opposition. 1983 protestierte er gegen die atomare Nachrüstung. Insbesondere engagierte sich Böll für verfolgte Schriftsteller im Ostblock. Der 1974 aus der UdSSR ausgewiesene Alexander Solschenizyn war zunächst Bölls Gast. Ab 1976 gab er, gemeinsam mit Günter Grass und Carola Stern, die Zeitschrift ›L’76. Demokratie und Sozialismus‹ heraus. Der Verband deutscher Schriftsteller wurde 1969 von ihm mitbegründet, und er war Präsident des Internationalen PEN-Clubs (1971 bis 1974). Böll erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Georg-Büchner-Preis (1967), den Nobelpreis für Literatur (1972) und die Carl-von-Ossietzky-Medaille (1974). Heinrich Böll starb am 16. Juli 1985 in Langenbroich/Eifel. Sein gesamtes Werk liegt im Taschenbuch bei dtv vor.

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