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Mythos Bildung

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Über das Buch

In einer ungerechten Gesellschaft kann das Bildungssystem nicht gerecht sein.

In diesem grundlegenden Buch analysiert Aladin El-Mafaalani aus unterschiedlichen Perspektiven die Probleme und paradoxen Effekte des Bildungssystems, seine Dynamik und seine Trägheit. Eine umfassende Diagnose, ein Plädoyer dafür, soziale Ungleichheit im Bildungswesen endlich in den Fokus der Bildungspolitik und -praxis zu rücken, und zugleich eine Absage an Visionen und Revolutionen: Es geht darum, was jetzt wichtig und realistisch ist. »Mit Bildung löst man kein einziges der großen gesellschaftlichen Probleme, etwa die vielen offenen Fragen der Digitalisierung, den fortschreitenden Klimawandel oder den Umgang mit globaler Migration. Selbst die aufgeheizte gesellschaftliche Stimmung oder die Konzentration von Problemlagen in bestimmten Stadtteilen wird sich durch eine Ausweitung und Aufwertung von Bildungsinstitutionen nicht abschwächen. Es geht um eine Verringerung von Chancenungleichheit, um die Erweiterung von Erfahrungshorizonten und Zukunftsperspektiven für alle Kinder und um die Vorbereitung der nächsten Generationen auf die unbekannten Herausforderungen einer zunehmend komplexer werdenden Gesellschaft. Nur darum geht es. Nicht mehr und nicht weniger.« Aladin El-Mafaalani

Editionen (2)

ISBN9783462053685
VerlagKiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum13.02.20
Seitenzahl320

Rezensionen & Bewertungen

69 Bewertungen

10 Rezensionen

4,4

Tippen zum Filtern

  • weidenblume
    weidenblume

    451 Follower

    4,5

    Interessant und viel Input

    Bewertung: Highlight bis Must Read Aladin Al-Mafaalani gibt in seinem Buch einen sehr guten Überblick und Abriss über den Stand des deutschen Bildungssystems. Vieles hatte ich schon gehört, aber zu lesen, wie stark die Chancenungleichheit ist, wie das System an sich versagt und Menschen diskriminiert und ihnen dann noch suggeriert, es wäre ein individuelles Versagen und kein strukturelles. Das war für mich schon krass. Ich habe einiges gelernt, vor allem Habitus war für mich sehr spannend und was es Menschen kostet, sozial aufzusteigen. Ich kann das Sachbuch uneingeschränkt empfehlen, vor allem Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft so viele Privilegien genießen, dessen sie sich ggf. gar nicht bewusst sind.

    30. Okt. 2025

  • matilda.billerby
    matilda.billerby

    104 Follower

    4,0

    Bildung zwischen Anspruch und Realität

    In „Mythos Bildung“ analysiert Aladin El-Mafaalani die Beziehung zwischen Bildungssystem und gesellschaftlicher Ungleichheit. Das Buch versteht sich als kritischer Beitrag zur Bildungsdebatte in Deutschland und stellt dabei eine unbequeme, aber zentrale These in den Raum: Bildung allein führt nicht automatisch zu mehr Gerechtigkeit, sondern kann bestehende soziale Ungleichheiten sogar verfestigen. El-Mafaalani legt dar, dass das deutsche Bildungssystem trotz vieler Reformbemühungen noch immer stark von der sozialen Herkunft der Lernenden geprägt ist. Statt Bildung als „großen Gleichmacher“ zu feiern, entlarvt er diesen Anspruch als Mythos, ein Narrativ, das gesellschaftlich weit verbreitet ist, aber empirisch nicht standhält. Seine Argumentation basiert auf einem Mix aus Studien, historischen Rückblicken und persönlichen Reflexionen. Thematisch streift das Buch zentrale Aspekte wie Chancengleichheit, Integration und soziale Mobilität. Es bietet damit eine fundierte Grundlage für bildungspolitische Diskussionen. El-Mafaalani liefert nicht nur eine Systemkritik, sondern fordert auch neue Denkweisen, Bildung dürfe nicht isoliert betrachtet werden, sondern müsse im Zusammenspiel mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen analysiert werden.„Mythos Bildung“ zeigt auf, wie trügerisch die Vorstellung von Bildungsgerechtigkeit sein kann und wie notwendig es ist, das System grundlegend zu hinterfragen. Mit einer Bewertung von 4/5 ist es ein aufschlussreiches und gut lesbares Buch, das sich hervorragend als Grundlage für weiterführende Auseinandersetzungen eignet.

    14. Juni 2025

  • bethi
    bethi

    60 Follower

    5,0

    Verständlich, wichtig und sensibilisierend

    Ich hab das Buch Mythos Bildung von Aladin El-Mafaalani gelesen, weil ich mich im Rahmen eines Projekts intensiv mit unserem Schulsystem beschäftige, vor allem mit Blick auf Ableismus im schulischen Kontext. Für mich war es ein sehr bereicherndes Buch, das ich wirklich jeder Lehrkraft und allen pädagogisch tätigen Personen ans Herz legen würde. Das Buch ist gut verständlich geschrieben und gleichzeitig wissenschaftlich fundiert, was ich persönlich sehr gerne mag. Man merkt deutlich, auf welcher fachlichen Expertise und Erfahrung El-Mafaalanis Argumente beruhen. Besonders angesprochen hat mich seine Auseinandersetzung mit der habituellen Prägung und der Frage, wie sehr unser eigenes Aufwachsen und unsere Selbstverständlichkeiten unser pädagogisches Handeln beeinflussen. Ich finde, dass wir im schulischen Kontext viel stärker dazu aufgefordert sein sollten, unsere eigene habituelle Prägung zu reflektieren und ehrlich hinzuschauen, welche Vorstellungen von Normalität wir mitbringen. Gleichzeitig ist es für mich zentral zu fragen, woher die Kinder kommen, was sie prägt und trägt und wie sich das in unseren Interaktionen im Klassenzimmer widerspiegelt. An dieser Stelle konnte ich für mich direkt die Verbindung zum Thema Ableismus herstellen, denn die Definition dessen, was als normal gilt, entscheidet oft darüber, wer als passend und wer als defizitär wahrgenommen wird. Sehr berührt hat mich am Ende das mir bereits bekannte Bild vom Kuchentisch. Die Vorstellung, dass im Laufe der Zeit immer mehr Menschen vom Boden an diesen Tisch gerückt sind und damit Zugang zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe bekommen haben, fand ich stark und zugleich nachdenklich stimmend. Besonders eindrücklich war für mich der Gedanke, wie schmerzhaft es sein muss, wenn man selbst noch unten sitzt und einem dann vermittelt wird, man sei für die eigene Lage verantwortlich. Hier sehe ich eine deutliche Verbindung zur Therapeutisierung der Gesellschaft, mit der ich mich in meiner Masterarbeit intensiv beschäftigt habe. Für mich zeigt das Buch sehr klar, wie Bildung als Zugang zu diesem Tisch wirken kann und wie Teilhabechancen für Kinder aus benachteiligten Milieus real verbessert werden können.

    Verständlich, wichtig und sensibilisierend

    7. Feb. 2026

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Aladin El-Mafaalani

Aladin El-Mafaalani, 1978 im Ruhrgebiet geboren, ist Professor für Migrations- und Bildungssoziologie an der TU Dortmund. Zuvor war er u.a. Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Osnabrück, Professor für Politikwissenschaft an der Fachhochschule Münster und Abteilungsleiter im nordrhein-westfälischen Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in Düsseldorf. Für seine wissenschaftliche Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Preis für öffentliche Wirksamkeit der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und das Bundesverdienstkreuz.

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