Blick ins Buch

Romane

Das fünfte Kind

3,3(50)
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Über das Buch

Was macht den Menschen aus? Wo liegen seine naturgegebenen Grenzen? Und in welches tiefe moralische Dilemma kann konsequente Menschlichkeit führen? - Doris Lessings Roman ist der packende Psychothriller einer Durchschnittsfamilie, deren trautes Heim sich durch das fünfte Kind in die Hölle auf Erden verwandelt. Harriet und David Lovatt haben sich gegen den Zeitgeist ihrer Generation, der 68er, den Traum eines gutbürgerlichen Lebensstils erfüllt. Luke, Helen, Jane und Paul heißen ihre vier Sprösslinge. Als noch ein Nachzügler in ihr Leben tritt, wird alles anders. Durch Ben sehen sie sich plötzlich mit dem konfrontiert, was sie bislang von sich fernhalten konnten: familiärer Zwist, Irritation, Abscheu, Gewalt. Sowohl äußerlich als auch von seiner Wesensart erscheint ihnen das Kind als Eindringling aus einer anderen Welt. Nach heftigen inneren Kämpfen ist es schließlich die Mutter, die sich ganz bewusst dem Unergründlichen aussetzt und ihr Schicksal mit allen Konsequenzen in Kauf nimmt. Eine kluge Parabel auf den Einbruch des Schicksalhaft-Befremdlichen in ein rational geordnetes Dasein.

Editionen (12)

ISBN9783455812138
VerlagHoffmann und Campe
Erscheinungsdatum22.07.13
Seitenzahl224

Rezensionen & Bewertungen

50 Bewertungen

8 Rezensionen

3,3

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  • conny0104
    conny0104

    301 Follower

    4,0

    Auch im re-read fand ich die Geschichte noch toll.

    25. Juli 2025

  • buchliebe_peggy
    buchliebe_peggy

    7 Follower

    3,5

    Bedrückend und faszinierend zugleich

    Das fünfte Kind ist ein Buch, das bei mir vor allem durch seine bedrückende und teilweise sehr beklemmende Atmosphäre Eindruck hinterlassen hat. Die Geschichte beginnt zunächst recht ruhig und beinahe harmonisch, entwickelt sich jedoch nach und nach zu einem intensiven Familiendrama, das immer düsterer und belastender wird. Besonders die unterschwellige Spannung und das stetige Gefühl von Unbehagen waren beim Lesen deutlich spürbar. Doris Lessing schafft es, die Überforderung, Ängste und Konflikte innerhalb der Familie sehr greifbar darzustellen. Gerade Harriet als Mutterfigur wirkte auf mich authentisch und emotional nachvollziehbar. Auch das Verhalten von Ben und die Wirkung, die er auf seine Umgebung hat, fand ich gleichermaßen faszinierend wie verstörend. Das Buch wirft viele interessante Fragen auf, gibt jedoch nur wenige wirkliche Antworten – genau das macht die Geschichte einerseits spannend, andererseits aber auch etwas sperrig. Der Schreibstil ist ruhig, klar und stellenweise fast kühl, was zwar gut zur Atmosphäre passt. Insgesamt fand ich die Geschichte interessant und psychologisch spannend. Ein ungewöhnlicher und beklemmender Roman, der definitiv zum Nachdenken anregt, mich aber nicht komplett überzeugen konnte.

    25. Mai 2026

  • literaturmaus
    literaturmaus

    46 Follower

    4,0

    Das fünfte Kind 👦🌿 ~ Doris Lessing [unbezahlte Werbung/ Geburtstagsgeschenk🤍] David und Harriet verlieben sich, heiraten und haben ein gemeinsames Ziel: eine große Familie. Zunächst läuft alles perfekt: Sie bekommen ihr viel zu großes Traumhaus, vier wunderbare Kinder, immer viele Gäste und alle sind glücklich. Doch dann wird Harriet zum fünften Mal schwanger und es ist klar, dass diesmal alles anders ist... Wie geht man mit jemandem um, der so ganz anders ist? Den man überhaupt nicht versteht? Der scheinbar immer Wut in sich trägt und keine Nähe duldet? Der droht, die ganze Familie zu zerstören? Ein Buch, das nicht leicht zu lesen ist. Man ist hin- und hergerissen. Wie würde man sich verhalten? Weggeben oder behalten? Die anfängliche Idylle wird während des Lesens immer mehr aufgefressen, jede Gefühlslage wird angesprochen. Pausen sind kaum möglich, da das Buch nicht in Kapitel unterteilt ist. Man kann nicht nachdenken, sondern wird wie die Familie selbst in die Handlung hineingeworfen. Mal ein ganz anderes Buch, das einen beim Lesen nicht mehr loslässt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung☺️

    28. Okt. 2023

3 von 8 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Doris Lessing

Doris Lessing wurde 1919 in Persien geboren und wuchs auf einer Farm im damaligen Süd-Rhodesien auf. Mit dreißig Jahren kam sie nach London und veröffentlichte dort 1950 ihren ersten Roman. Ihr umfangreiches literarisches Werk macht sie zu einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autorinnen. Im Hoffmann und Campe Verlag erschienen seit 1988 zahlreiche Werke, zuletzt ihre Romane Die Kluft (2007) und Alfred und Emily (2008) sowie das Erzählungsbändchen Die Schmuckschatulle (2007). Sie wurde mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. 2013 wurde die fünfzehnbändige Werkauswahl abgeschlossen, in der u.a. Das goldene Notizbuch, Unter der Haut, Das fünfte Kind und zwei Erzählungsbände erschienen. Doris Lessing starb am 17. November 2013 in London.

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