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Romane

Wütendes Feuer

4,0(32)
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Über das Buch

Von der Autorin des Wuhan Diary: Ein großer, aufrüttelnder Roman über die Unfreiheit von Frauen im modernen China Nicht lang ist es her, da schien Yingzhi die Welt offen zu stehen: Aufgewachsen im ländlichen China hatte sie es geschafft, als Sängerin in einer kleinen Band bekannt zu werden. Ihr Traum von einem freien und selbstbestimmten Leben war zum Greifen nah, bis eine Affäre alles zum Einsturz bringt. Yingzhi wird schwanger und ist gezwungen, den Vater des Kindes zu heiraten und in sein Elternhaus einzuziehen – so will es die Tradition. Als die Schulden ihres spielsüchtigen Mannes zu hoch werden und Yingzhi Geld verdienen soll, öffnet sich ein kleines Fenster, das ihr einen kurzen Blick auf die Freiheit schenkt. Doch dann gerät ihr eine kleine Unbedachtheit zum Verhängnis und gipfelt in einer Katastrophe für sie und ihre ganze Familie.

Editionen (1)

ISBN9783455014228
VerlagHoffmann und Campe
Erscheinungsdatum03.05.22
Seitenzahl208

Rezensionen & Bewertungen

32 Bewertungen

13 Rezensionen

4,0

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  • julsico
    julsico

    77 Follower

    3,0

    „Eine verheiratete Tochter ist wie verschüttetes Wasser“

    Diese Redewendung bestimmt das Leben der jungen Yingzhi, welche in den 90er-Jahren im ländlichen China ihren Weg sucht. Auch wenn nach dem Ende der Kulturrevolution der finanzielle Aufschwung Einzug zu erhalten scheint, entwickeln sich die Geschlechterrollen rückwärts. Durch verschiedene Umstände muss Yingzhi nämlich einen Mann heiraten und damit auch dessen Familie - Und das ist der Anfang einer qualvollen Zeit. Denn von ihr wird vollkommene Aufopferung und Gehorsam erwartet, während ihr Mann das Geld verprasst und zu Hause nur machohaft die Hände aufmacht. Yingzhi dabei zu beobachten, wie aus einer fröhlichen und optimistischen jungen Frau eine gebrochene Ehe-Frau wird, war nur sehr schwer mit anzusehen. Das Verhalten insbesondere der Schwiegereltern, aber auch der Eltern von Yingzhi, hat mich so wütend gemacht wie lange nicht mehr. Nur umso verständlich, dass auch in der Protagonistin ein „wütendes Feuer“ entfacht - ein Motiv, das sich wunderbar durch den Roman zieht. Fang Fang scheute sich auch in diesem Roman nicht, klare Worte für die prekäre Situation von Frauen in dieser Zeit zu finden und Yingzhi war durch ihre selbstbewusste Art die perfekte Protagonistin dafür. Einzig die Beziehung zu ihrem Kind war mir insgesamt etwas zu blass und wenig nachvollziehbar gestaltet. Das letzte Drittel entwickelte dann durch seine erschreckende Plastizität und Radikalität einen richtigen Sog, wobei das absolut konsequent umgesetzt wurde. Leider hat es mir die Übersetzung ansonsten eher schwer gemacht in die Geschichte hineinzufinden und bestimmte Situationen als realistisch wahrzunehmen. Natürlich liegt das auch an der kulturellen und zeitlichen Distanz, jedoch waren mir viele Teile der Übersetzung viel zu sperrig und wenig einfühlsam in Bezug auf die Gefühlslage der Hauptfigur. Insgesamt ist „Wütendes Feuer“ ein ganz und gar nicht leiser Roman, der mich sprachlich leider nicht so ganz überzeugen konnte, sich jedoch definitiv ins Gedächtnis „brennt“.

    25. Juli 2024

  • finellibooks
    finellibooks

    92 Follower

    3,0

    Starke Zentrierung des Themas Wut, Habdlungsort im ländlichen China wirkt sehr authentisch und interessant! Aber es nervte mich irgendwann, diese Wut, ohne dass etwas sich ändert .. es brodelt immer nur. Bis dann am ende mit einem unerwarteten Knall alles endet..krass

    5. Sept. 2025

  • eden
    eden

    15 Follower

    5,0

    Gesellschaftliche Analyse des Umbruchs in China und sozialistischer Feminismus​Das „wütende Feuer“ in Fang Fangs Werk fühlt man beim Leser regelrecht im Inneren brennen - ja, das Werk hat mich sehr wütend gemacht und wütend zurückgelassen. Obwohl ich selbst unabhängig bin und keine eigene ähnlichen Erfahrungen habe, habe ich gekocht, beinahe das gesamte Buch. interessant ist auch, wie lange es noch nachhallt.Es liefert eine präzise Darstellung der sozialen Spannungen im China der 1980er Jahre - vor allem für Frauen. Der Roman dokumentiert eindrucksvoll den Zusammenprall zwischen traditionellen Werten und der rasanten Urbanisierung während der Reform- und Öffnungspolitik.​Besonders stark ist die Schilderung der prekären Lebensverhältnisse der Arbeiterklasse und die Korruption innerhalb der Bürokratie. Das Buch verzichtet auf geschönte Darstellungen und zeigt stattdessen sachlich die psychologischen Auswirkungen von Armut und sozialem Abstieg auf. Für Leser, die sich für die moderne Geschichte Chinas interessieren, bietet das Werk fundierte soziologische Einblicke.Darüber hinaus bietet der Roman eine starke feministische Perspektive, indem er die spezifischen Härten und die Resilienz von Frauen in einer von Männern dominierten Bürokratie und Arbeitswelt ungeschönt beleuchtet.Der Roman macht deutlich, dass Frauen in den Umbruchphasen Chinas oft zuerst unter die Räder kamen. Wenn Stellen gestrichen wurden oder die soziale Absicherung wegbrach, traf es sie besonders hart.Die „Wut“ bezieht sich beim Lesen oft auf eine innere Auflehnung gegen die passive Rolle, die der Gesellschaft Frauen zuschreibt. Dabei geht es um den Kampf um Selbstbehauptung in einem System, das Frauen wenig Raum für Individualität lässt.

    9. Mai 2026

3 von 13 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Fang Fang

Fang Fang ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen Chinas. Sie wurde 1955 geboren und lebt seit ihrem zweiten Lebensjahr in Wuhan. Ihr 2020 auf Deutsch erschienenes Wuhan Diary stand wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Zuletzt erschienen von ihr bei Hoffmann und Campe der vielfach gefeierte Roman Glänzende Aussicht (2024) sowie Blume Vollmond (2025).

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