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Wuhan Diary

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Über das Buch

Das Tagebuch der berühmten chinesischen Schriftstellerin Fang Fang aus einer abgeriegelten Stadt ist ein einzigartiges, ergreifendes Zeitdokument über den Kampf gegen einen unsichtbaren Feind, den die Menschen in Wuhan weltweit als erste führten.

Wuhan: Am 25. Januar, zwei Tage nachdem erstmals in der Geschichte eine 9-Millionen-Einwohner-Stadt komplett von der Außenwelt abgeriegelt wurde, beginnt Fang Fang, online Tagebuch zu schreiben. Eingeschlossen in ihrer Wohnung berichtet sie vom Hereinbrechen und dem Verlauf einer Katastrophe, von der Panik während der ersten Tage der Covid-19-Epidemie bis zu ihrer erfolgreichen Eindämmung. Sie erzählt von der Einsamkeit, dem heroischen Kampf des Personals in den Krankenhäusern, vom Leid der Erkrankten, dem Schmerz der Angehörigen von Verstorbenen und der Solidarität unter Nachbarn.

Millionen Chinesen folgen ihren Gedanken und ihren Geschichten aus dem unmöglichen Alltag – vom Zorn über die Untätigkeit und Vertuschungsmanöver der Behörden während der Anfangsphase der Epidemie und der Unterdrückung warnender Stimmen, bis zur Anerkennung der wirkungsvollen Maßnahmen der Regierung in den Wochen danach.

Fang Fang liefert einen unverstellten Blick auf die Katastrophe “von unten”, ganz nah an den Menschen, ihren Ängsten und Nöten, aber auch ihren kleinen Freuden und dem speziellen Wuhaner Humor selbst in dunkelsten Stunden. Zugleich wurde ihr Wuhan Diary in China zum Gegenstand erbitterter Auseinandersetzung über den Umgang mit kritischen Stimmen und Verantwortung – und somit über Chinas künftigen Weg.

„Als Zeugen, die wir die tragischen Tage von Wuhan miterlebt haben, sind wir verpflichtet, für diejenigen Gerechtigkeit einzufordern, die gestorben sind.“

- Fang Fang

Editionen (4)

ISBN9783455010404
VerlagHoffmann und Campe
Erscheinungsdatum03.08.21
Seitenzahl352

Rezensionen & Bewertungen

28 Bewertungen

8 Rezensionen

3,0

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  • fraumarsupilami
    fraumarsupilami

    187 Follower

    3,0

    Ein Tagebuch aus der Stadt des ersten Lockdowns 🦠📓🚫

    In „Wuhan Diary“ dokumentiert die bekannte chinesische Autorin Fang Fang die ersten Wochen und Monate des harten Lockdowns in Wuhan – dem Epizentrum der Covid-19-Pandemie. Ab dem 25. Januar 2020, nur zwei Tage nach der historischen Abriegelung der 9-Millionen-Stadt, beginnt sie, online Tagebuch zu führen. In 60 sehr persönlichen Einträgen schreibt sie über ihre Gedanken, Ängste und Beobachtungen: über die Hilflosigkeit der Menschen, die panische Stimmung der ersten Tage, das Leid in den überfüllten Krankenhäusern und den Mut der freiwilligen Helfer. Gleichzeitig dokumentiert sie scharf, wie Behörden versuchten, Informationen zu vertuschen, wie warnende Stimmen zum Schweigen gebracht wurden – und wie ihre eigenen Texte ständig gelöscht oder zensiert wurden. Ihr Blog wurde so zu einer der wenigen unabhängigen Stimmen aus der abgeriegelten Stadt und erreichte Millionen Leser in China, bevor er mehrfach gesperrt wurde. Was mich an diesem Buch besonders fasziniert hat, ist der direkte Einblick in eine für mich völlig fremde Lebensrealität: Fang Fang beschreibt ein China, das voller Widersprüche steckt – zwischen Solidarität unter Nachbarn und brutal durchgesetzter Staatskontrolle, zwischen heldenhaften Ärzten und starren Parteistrukturen. Spannend fand ich auch, wie stark Fang Fang in ein soziales Netz eingebunden ist: Sie führt täglich zahlreiche Telefonate mit Freunden, Bekannten und ehemaligen Kollegen, bekommt Informationen direkt aus den Kliniken und berichtet von Ereignissen, die für den Durchschnittsbürger wahrscheinlich gar nicht sichtbar waren. Gleichzeitig macht das ihre Perspektive aber sehr speziell: Sie gehört eindeutig zur Oberschicht, ist gebildet, gut vernetzt, hat viele Kontakte – was ihr Tagebuch vielleicht weniger zu einem Spiegel des „Durchschnitts-Wuhaners“ als eher zu einem Einblick in ihre persönliche Bubble macht. Dabei fand ich manche ihrer Haltungen durchaus überraschend: Einerseits äußert sie scharfe Kritik an der chinesischen Staatsführung und fordert Aufklärung und Verantwortungsübernahme – für chinesische Verhältnisse sehr mutig. Andererseits bekennt sie sich immer wieder als Unterstützerin der staatlichen Maßnahmen, selbst wenn diese rigide ausfallen. Diese Ambivalenz ist interessant, erschwert es mir aber auch, ihre Position eindeutig einzuordnen. Am Ende des Tages ist sie eben doch in China sozialisiert worden und ich in Deutschland. Man kennt die eigene Kultur und ist mit ihr vertraut, während andere Kulturen (völlig wertfrei) erstmal als „anders“ wahrgenommen werden. Inhaltlich war das Buch für mich absolut bereichernd – aber stilistisch leider oft anstrengend. Fang Fang schreibt ohne großen literarischen Anspruch, sehr sprunghaft, häufig repetitiv (jeder einzelne Tag startet mit der Schilderung des Wetters). Das ist sicher der Authentizität eines Tagebuchs geschuldet, macht es aber schwer, über längere Passagen konzentriert dabei zu bleiben. Die holprige Übersetzung verstärkt diesen Eindruck zusätzlich: Viele chinesische Sprichwörter wirken im Deutschen eher befremdlich als stimmungsvoll („Berichte darüber sind so zahlreich wie die Haare an einem Kuhschwanz“; „Der Todesdämon eilt ständig zwischen uns her“) und bremsen den Lesefluss. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass die Emotionen Fang Fangs sehr nahbar sind, ihre Gedanken aber nicht immer strukturiert dargelegt werden. Manche Einträge wirken wie unzusammenhängende Gedankenschnipsel, die eher Momentaufnahmen als kohärente Erzählungen bieten. Trotz dieser Schwächen ist „Wuhan Diary“ ein wertvolles Dokument: Es zeigt ungeschönt, wie sich Menschen in einer Ausnahmesituation fühlen, gibt einen Einblick in chinesische Lebensrealitäten und erzählt vom Mut, in einem Land zu schreiben, in dem Kritik lebensgefährlich sein kann. Doch als Buch ist es kein Pageturner – eher eine Sammlung aufrüttelnder Einträge, die in ihrer Dichte und Direktheit erschlagen können. Fazit: Ein aufrüttelndes Zeitdokument voller Mut, Wut und Menschlichkeit, das den Blick auf die ersten Wochen der Pandemie erweitert. Gleichzeitig stilistisch sperrig, mit Wiederholungen und teils schwer zugänglicher Sprache – und gerade deshalb eher interessant für Leser, die sich intensiv mit China und den Anfängen der Pandemie auseinandersetzen wollen. Für mich ein wichtiges, aber nicht unbedingt packendes Buch. ⭐️⭐️⭐️

    Ein Tagebuch aus der Stadt des ersten Lockdowns 🦠📓🚫

    6. Juli 2025

  • kira.98
    kira.98

    21 Follower

    5,0

    Spannend & Erschreckend

    29. März 2025

  • aristipp_girl
    aristipp_girl

    69 Follower

    4,0

    Hinter den Kulissen Wuhans. Fang Fang schildert völlig unverblümt die Situation während des 60 tätigen Lockdowns der Stadt Wuhan. Da sie sehr viele Beziehungen zu verschiedenen sozialen Bereichen des Lebens hat, bekommen wir einen guten Eindruck davon was sich im medizinischen und Journalistischen Sektor abgespielt hat. Sie beschreibt viel Zwischenmenschliches, Banalitäten des Alltags und dann stellt die wirklich wichtigen und richtigen Fragen . Lobt und prangert an. Zwischenzeitlich ist das Buch etwas zäh und man dreht sich im Kreis - hat der Lockdown halt so an sich

    3. Sept. 2024

3 von 8 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Fang Fang

Fang Fang ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen Chinas. Sie wurde 1955 geboren und lebt seit ihrem zweiten Lebensjahr in Wuhan. Ihr 2020 auf Deutsch erschienenes Wuhan Diary stand wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Zuletzt erschienen von ihr bei Hoffmann und Campe der vielfach gefeierte Roman Glänzende Aussicht (2024) sowie Blume Vollmond (2025).

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