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Ich habe die Texte mit grosser Neugier gelesen - aber wegen der Fülle guter Gedanken nie mehr als zwei oder drei Nachrichten am Stück. Ich habe seitenweise Notizen gemacht und viele Zitate markiert. Ich werde weiter mit dem Buch arbeiten, es weitergeben und mit anderen darüber sprechen. Ich kann es sehr empfehlen - auch für Lesekreise - und habe es in die Liste meiner Highlights 2026 aufgenommen.
Passend zum Internationalen Frauentag möchte ich heute das Buch "Frauenprobleme" vorstellen, das vor wenigen Wochen erschienen ist. Dafür hat die Herausgeberin Lina Muzur 27 Frauen gebeten, Sprachnachrichten aufzunehmen und zu schildern, was sie in ihrer Lebensmitte bewegt. Die Frauen sind zwischen 1972 und 1988 geboren, haben keine, eins, zwei oder mehr Kinder und kommen aus Berlin oder von anderswo auf der Welt. Die meisten dieser Frauen bleiben anonym. Einige werden mit ihren wirklichen Vornamen genannt, mitunter lässt sich dann aus dem Kontext erschliessen, um welche Persönlichkeiten aus dem Kultur- oder Literaturbetrieb es sich handeln könnte. Herausgekommen ist ein vielschichtiger Statusüberblick, in dem die Reflektierenden Bilanz ziehen und von ihren Ideen für die Zukunft sprechen. Ein grosses Thema ist die Erschöpfung berufstätiger Mütter / Eltern. Antonia sagt: "An irgendeiner Front ist es immer zu wenig." Der Wunsch nach einem Leben im eigenen Tempo klingt mehrfach an. Auch Themen wie Angst vor Altersarmut, Perfektion, Einsamkeit sowie das Verhältnis zur eigenen Mutter oder zum Vater, die eng damit zusammenhängen, werden angesprochen. Daneben geht es auch um die Lage in der Welt - den Klimawandel, die Angriffe auf Frauenrechte, die immer grösser werdende Ungleichverteilung von Ressorcen und die wachsende Anzahl von kriegerischen Konflikten, die in Alltag der Frauen hineinstrahlen. Die Frauen sind sich dessen bewusst, etwas erreicht und Erfahrung gesammelt zu haben, die eine solide Basis für ihre Weiterentwicklung bilden. Sie haben Auswege entdeckt, wie weniger gefallen zu wollen, sich selbst mehr zu fühlen, die eigene Wut konstruktiv zu nutzen und das Altern anzunehmen. Sie feiern Schwesterlichkeit und füreinander einstehen. Julia fasst es mit diesen Worten gut zusammen: "Ich wünsche uns allen, dass wir weniger fertig sind und dass unsere Kinder mit den vielen Herausforderungen der Zukunft umgehen können, vielleicht auch, weil sie gesehen haben, wie doll ihre Eltern gestruggelt haben in diesem System..."
8. März 2026
Ich habe die Texte mit grosser Neugier gelesen - aber wegen der Fülle guter Gedanken nie mehr als zwei oder drei Nachrichten am Stück. Ich habe seitenweise Notizen gemacht und viele Zitate markiert. Ich werde weiter mit dem Buch arbeiten, es weitergeben und mit anderen darüber sprechen. Ich kann es sehr empfehlen - auch für Lesekreise - und habe es in die Liste meiner Highlights 2026 aufgenommen.
Passend zum Internationalen Frauentag möchte ich heute das Buch "Frauenprobleme" vorstellen, das vor wenigen Wochen erschienen ist. Dafür hat die Herausgeberin Lina Muzur 27 Frauen gebeten, Sprachnachrichten aufzunehmen und zu schildern, was sie in ihrer Lebensmitte bewegt. Die Frauen sind zwischen 1972 und 1988 geboren, haben keine, eins, zwei oder mehr Kinder und kommen aus Berlin oder von anderswo auf der Welt. Die meisten dieser Frauen bleiben anonym. Einige werden mit ihren wirklichen Vornamen genannt, mitunter lässt sich dann aus dem Kontext erschliessen, um welche Persönlichkeiten aus dem Kultur- oder Literaturbetrieb es sich handeln könnte. Herausgekommen ist ein vielschichtiger Statusüberblick, in dem die Reflektierenden Bilanz ziehen und von ihren Ideen für die Zukunft sprechen. Ein grosses Thema ist die Erschöpfung berufstätiger Mütter / Eltern. Antonia sagt: "An irgendeiner Front ist es immer zu wenig." Der Wunsch nach einem Leben im eigenen Tempo klingt mehrfach an. Auch Themen wie Angst vor Altersarmut, Perfektion, Einsamkeit sowie das Verhältnis zur eigenen Mutter oder zum Vater, die eng damit zusammenhängen, werden angesprochen. Daneben geht es auch um die Lage in der Welt - den Klimawandel, die Angriffe auf Frauenrechte, die immer grösser werdende Ungleichverteilung von Ressorcen und die wachsende Anzahl von kriegerischen Konflikten, die in Alltag der Frauen hineinstrahlen. Die Frauen sind sich dessen bewusst, etwas erreicht und Erfahrung gesammelt zu haben, die eine solide Basis für ihre Weiterentwicklung bilden. Sie haben Auswege entdeckt, wie weniger gefallen zu wollen, sich selbst mehr zu fühlen, die eigene Wut konstruktiv zu nutzen und das Altern anzunehmen. Sie feiern Schwesterlichkeit und füreinander einstehen. Julia fasst es mit diesen Worten gut zusammen: "Ich wünsche uns allen, dass wir weniger fertig sind und dass unsere Kinder mit den vielen Herausforderungen der Zukunft umgehen können, vielleicht auch, weil sie gesehen haben, wie doll ihre Eltern gestruggelt haben in diesem System..."
8. März 2026






