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Katharina Fuchs zählt zu meinen Lieblingsautorinnen, auch mit Schwesternland, dem Auftakt ihrer neuen Reihe über vier Schwestern, konnte sie mich begeistern. Antonia, 27, studiert in Leipzig Geschichte. Zum 100. Geburtstag ihrer Großmutter Henrietta reist sie ins Havelland. Henrietta lebt in einem umgebauten Schulhaus, in dem die Familie ihrer Tochter Eva oft die Ferien verbringt. Vor dreizehn Monaten hat Evas Mann und der Vater ihrer vier Kinder Selbstmord begangen, seitdem liegt ein dunkler Schatten über der Familie. Zu Henriettas Geburtstag reist auch ihre Nichte Max an, als Geburtstagsgeschenk überreicht sie ein genealogisches Gutachten mit einem Familienstammbaum. Es stellt sich heraus, dass Henriettas Vorfahren aus Lyon stammende Hugenotten waren. Sie wurden im 17. Jahrhundert aus Frankreich vertrieben. Lyon, 1685: Pierre Beauvais ist ein hochangesehener Tuch- und Seidenhändler. Er hat zwei Söhne und zwei Töchter. Als König Ludwig XIV. nach der Aufhebung des Edikts von Nantes drastisch gegen die Hugenotten vorgeht und sie gezwungen werden, zum Katholizismus zu konvertieren, beschließen die Beauvais schweren Herzens, ihre geliebte Heimat zu verlassen und nach Preußen zu gehen. König Friedrich Wilhelm I. wirbt Hugenotten für die preußische Wirtschaft an, er bietet ihnen freie Ausübung ihrer Religion, Bürgerrechte, Steuerfreiheit und Unterkunft an. Bei der Ankunft werden ihnen auch mehrere Reichstaler ausgehändigt. Der Weg nach Brandenburg-Preußen ist weit. Die sechsköpfige Familie reist auf zwei Pferden über die Alpen, es ist kalt, und Hunger ist ihr ständiger Begleiter. Bis in die Schweiz schaffen es nur Jeanne, 18, und Etienne, 14. Dort legen sie einen längeren Zwischenstopp ein, um Kraft für die Weiterreise zu tanken, in der Zeit werden Jeanne vier abgefrorene Zehen amputiert. Nur wenig komfortabler ist die Weiterfahrt mit der Postkutsche. Der Neubeginn in Cölln an der Spree ist nicht einfach, doch Jeanne lernt Deutsch und hat dank ihres Fleißes und handwerklichen Geschicks bald ein gutes Auskommen. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, im 17. Jahrhundert und in der Gegenwart. Die beiden Zeitebenen wechseln sich kapitelweise ab und enden meist mit einem Cliffhanger. Ich habe sehr viel Neues erfahren: Über Hugenotten, Flucht und Verlust der Heimat, Lyon und vor allem die Genealogie. Niemals hätte ich gedacht, dass es möglich ist, seine familiäre Abstammung dreihundert Jahre zurück zu verfolgen. Ich habe Schwesternland sehr gern gelesen, wobei mich Jeannes Geschichte etwas mehr fesseln konnte als Antonias. Katharina Fuchs hat einen authentischen und bildhaften Schreibstil, und ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe und das Wiedersehen mit Antonia und ihren Schwestern.
13. Apr. 2026
Katharina Fuchs zählt zu meinen Lieblingsautorinnen, auch mit Schwesternland, dem Auftakt ihrer neuen Reihe über vier Schwestern, konnte sie mich begeistern. Antonia, 27, studiert in Leipzig Geschichte. Zum 100. Geburtstag ihrer Großmutter Henrietta reist sie ins Havelland. Henrietta lebt in einem umgebauten Schulhaus, in dem die Familie ihrer Tochter Eva oft die Ferien verbringt. Vor dreizehn Monaten hat Evas Mann und der Vater ihrer vier Kinder Selbstmord begangen, seitdem liegt ein dunkler Schatten über der Familie. Zu Henriettas Geburtstag reist auch ihre Nichte Max an, als Geburtstagsgeschenk überreicht sie ein genealogisches Gutachten mit einem Familienstammbaum. Es stellt sich heraus, dass Henriettas Vorfahren aus Lyon stammende Hugenotten waren. Sie wurden im 17. Jahrhundert aus Frankreich vertrieben. Lyon, 1685: Pierre Beauvais ist ein hochangesehener Tuch- und Seidenhändler. Er hat zwei Söhne und zwei Töchter. Als König Ludwig XIV. nach der Aufhebung des Edikts von Nantes drastisch gegen die Hugenotten vorgeht und sie gezwungen werden, zum Katholizismus zu konvertieren, beschließen die Beauvais schweren Herzens, ihre geliebte Heimat zu verlassen und nach Preußen zu gehen. König Friedrich Wilhelm I. wirbt Hugenotten für die preußische Wirtschaft an, er bietet ihnen freie Ausübung ihrer Religion, Bürgerrechte, Steuerfreiheit und Unterkunft an. Bei der Ankunft werden ihnen auch mehrere Reichstaler ausgehändigt. Der Weg nach Brandenburg-Preußen ist weit. Die sechsköpfige Familie reist auf zwei Pferden über die Alpen, es ist kalt, und Hunger ist ihr ständiger Begleiter. Bis in die Schweiz schaffen es nur Jeanne, 18, und Etienne, 14. Dort legen sie einen längeren Zwischenstopp ein, um Kraft für die Weiterreise zu tanken, in der Zeit werden Jeanne vier abgefrorene Zehen amputiert. Nur wenig komfortabler ist die Weiterfahrt mit der Postkutsche. Der Neubeginn in Cölln an der Spree ist nicht einfach, doch Jeanne lernt Deutsch und hat dank ihres Fleißes und handwerklichen Geschicks bald ein gutes Auskommen. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, im 17. Jahrhundert und in der Gegenwart. Die beiden Zeitebenen wechseln sich kapitelweise ab und enden meist mit einem Cliffhanger. Ich habe sehr viel Neues erfahren: Über Hugenotten, Flucht und Verlust der Heimat, Lyon und vor allem die Genealogie. Niemals hätte ich gedacht, dass es möglich ist, seine familiäre Abstammung dreihundert Jahre zurück zu verfolgen. Ich habe Schwesternland sehr gern gelesen, wobei mich Jeannes Geschichte etwas mehr fesseln konnte als Antonias. Katharina Fuchs hat einen authentischen und bildhaften Schreibstil, und ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe und das Wiedersehen mit Antonia und ihren Schwestern.
13. Apr. 2026








