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Romane

Petersburger Novellen

4,0(21)
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Über das Buch

Der Newskijprospekt. Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen. Die Nase. Der Mantel

Romantische Phantastik und sozialkritischer Realismus kennzeichnen jene berühmten vier Erzählungen Nikolaj Gogols, die als ›Petersburger Novellen‹ in die Literaturgeschichte eingegangen sind. Bereits der Titel zeigt an, daß man den Meister der Groteske an einem ungewohnten Schauplatz findet: seiner virtuosen Darstellung der bäuerlichen und provinziellen Welt in ›Die Toten Seelen‹ folgt jetzt die Beschreibung der Großstadt als Symbol der Moderne.

In der Novelle ›Der Newskijprospekt‹ (1835) schildert Gogol die sich im Lauf des Tages verändernde Physiognomie der legendären Prachtstraße Petersburgs und läßt die Diskrepanz zwischen mondän-glückversprechendem Schein und seelenloser Wirklichkeit offenkundig werden. Mag das Absurde in den tagebuchartigen ›Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen‹ (1935) noch durch den fortschreitenden Prozeß der geistigen Verwirrung des Titularrates Popristschin motiviert erscheinen, so ist es in der berühmten Novelle ›Die Nase‹ (1836/42) bereits zur inhumanen »Realität« geworden. Den Abschluß der ›Petersburger Novellen‹ bildet ›Der Mantel‹ (1842), Gogols reifstes Meisterwerk, »eine Groteske, in der sich die Mimik des Lachens mit der Mimik der Trauer abwechselt« (B. Ejchenbaum).

Editionen (2)

ISBN9783423129480
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum01.02.02
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

21 Bewertungen

4 Rezensionen

4,0

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  • _martin_kopp_
    _martin_kopp_

    285 Follower

    4,0

    Gogols 4 Novellen sind eindrucksvoll auf verschiedenen Ebenen.

    Neben der wunderbaren Komik vermittelt der Autor auch ein bitteres und realistisches Bild der russischen Gesellschaft des frühen 19. Jahrhunderts in der Großstadt. Tragik und Satire stehen sehr nah beieinander. Mit den Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen und Der Nase, hat Gogol einen Nerv bei mir getroffen. Der Humor des Autors ist urkomisch und der bildlich absurde Witz den der Autor hier darlegt, ist sehr unterhaltsam. Fast schon albern, wenn die Welt nicht so realistisch düster wäre. Die Sprache ist wie bei vielen russischen Autoren dieser Zeit unfassbar gut, teilweise schon lyrisch. Wie er Typen beschreibt und Gesichter zeichnet ist originell und urkomisch. Gogol ebnet den Weg für die gesellschaftskritischen Romane Tolstois und Dostojewskis. Nur um ein vielfaches leichter und ironischer.

    Gogols 4 Novellen sind eindrucksvoll auf verschiedenen Ebenen.

    21. Apr. 2026

  • benjamin.devitt
    benjamin.devitt

    30 Follower

    5,0

    Grotesk, fantasiereich, urkomisch

    Ich kann mich nicht erinnern, wann ich bei einem Buch so schmunzeln oder gar lachen musste. Gogol schreibt groteske Situationen mit so einer Ernsthaftigkeit wo ich sie noch nie erlebt habe. Zudem beinhalten diese amüsanten und fantasievollen Erzählungen sehr bewegende Geschichten, die zum Denken anregen. Dieser Mix aus verschiedenen Genre ist einfach nur herrlich.

    23. März 2026

  • karandi
    karandi

    244 Follower

    4,5

    Lohnt sich

    Wer noch keine Berührung mit russischer Literatur hatte, kann mit den Petersburger Novellen einen wunderbaren und erfolgreichen Start in diese wagen. In vier Erzählungen finden wir alles über Machtgefüge, absurdigkeit, den Rang des Geldes aber auch sozialer Ungerechtigkeit verpackt in einer Mixtur aus Komik, Dramatik und Satire. Hinzukommt, dass es ein kleines Buch ist, dass man wunderbar an einem Abend durchlesen kann.

    25. März 2026

3 von 4 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Nikolai Gogol

Nikolai W. Gogol wurde am 1. April 1809 in Welyki Sorotschynzi als Sohn eines ukrainischen Gutsbesitzers geboren. Nach dem Studium versuchte er sich kurze Zeit im Staatsdienst, danach als Geschichtslehrer an einer höheren Mädchenschule. Ab 1828 lebte er in St. Petersburg, wo er 1831 den großen Dichter Alexander Puschkin kennenlernte, der sein Freund und Förderer wurde und ihm auch eine Professorenstelle an der Universität verschaffte. Zwischen 1836 und 1848 folgten zahlreiche Reisen, die bis nach Rom und nach Palästina führten, überschattet von zunehmenden psychotischen Anfällen. Gogol starb am 4. März 1852 in Moskau. Bis heute gilt er als Meister der Groteske und Satire, als Sprachvirtuose, der die russische Literatur zwischen Romantik und Realismus im 19. Jahrhundert prägte. Zur Weltliteratur zählen seine Werke: Die ‚Petersburger Novellen‘, die Komödie ‚Der Revisior‘ und sein Roman ‚Tote Seelen‘.

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