Blick ins Buch

Lyrik & Dramen

Das Schloss der Schriftsteller

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Über das Buch

Wohl nie waren so viele berühmte Schriftsteller und Reporterinnen aus aller Welt unter einem Dach versammelt wie in Nürnberg 1946. Sie kamen, um zu berichten – von den Gräueln des Krieges und des Holocaust, die dort vor Gericht verhandelt wurden. Sie wohnten und schrieben auf Schloss Faber-Castell, diskutierten, tanzten, verzweifelten, tranken. Uwe Neumahr erzählt ihre Geschichte in seinem aufregenden und bewegenden Buch. Erich Kästner war in Nürnberg und Erika Mann, John Dos Passos und Martha Gellhorn. Augusto Roa Bastos kam aus Paraguay, Xiao Qian aus China. Im Gerichtssaal blickten sie den Verbrechern ins Angesicht, im Press Camp auf dem Schloss versuchten sie, das Unfassbare in Worte zu fassen. Dabei trafen im Mikrokosmos des Faber-Schlosses Exil-Rückkehrer auf Überlebende des Holocaust, Kommunisten auf Vertreter westlicher Medienkonzerne, Frontberichterstatter auf extravagante Starreporter. Man schlief auf Feldbetten und begegnete sich in der Bar, im Salon, im Spielzimmer und im Kino, die die Alliierten in der globalen Herberge eingerichtet hatten. Und während die Schlossbewohner in den Abgrund der Geschichte sahen, während sie über Schuld, Sühne und Gerechtigkeit nachdachten, veränderten sich nicht nur sie, sondern auch die Art, wie sie schrieben.

Editionen (3)

ISBN9783406802836
VerlagC.H.Beck
Erscheinungsdatum16.02.23

Rezensionen & Bewertungen

46 Bewertungen

10 Rezensionen

4,0

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  • meldi
    meldi

    7 Follower

    5,0

    Auch nach all den Jahren immer noch ein wichtiges Thema. Die verschiedenen Persepktiven machen das Buch noch interessanter. Keine leichte kost.

    29. März 2025

  • 5,0

    Dem komplexen Thema geschuldet etwas kursorisch, aber erhellend und höchst interessant. Die Frage nach der Kollektivschuld einer Nation ist heute so aktuell wie vor 80 Jahren. Bislang mein Sachbuch des Jahres.

    23. Sept. 2025

  • johann
    johann

    15 Follower

    3,5

    Ein interessanter Einblick in die intellektuelle Welt des Nachkriegsdeutschland

    Das Buch ist eine Sammlung von Portraits verschiedener Schriftsteller*innen, wobei der Aufhänger jeweils die Anwesenheit als Journalist*in beim Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess ist. Dabei wird durchaus elegant auch die Geschichte von diesem mit erzählt. Es geht aber im größeren Rahmen stets um Fragen rund um die Schuld der Deutschen und um die Frage wie man die Grauen des zweiten Weltkrieges in Worte fassen kann. Für Geschichts- und Literaturinteressierte ist das Buch definitiv eine Empfehlung. Für mich war es aber an vielen Stellen ein bisschen Fad, da ich zu den vorgestellten Schriftsteller*innen keinen wirklichen Zugang habe, weil ich kaum klassische Literatur gelesen habe.

    2. März 2025

3 von 10 Rezensionen

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