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Biografien

... trotzdem Ja zum Leben sagen

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Über das Buch

»Leben heißt letztlich eben nichts anderes als: Verantwortung tragen [...] für die Erfüllung der Aufgaben, die jedem einzelnen das Leben stellt.« (Viktor E. Frankl)

Mit 35 Jahren kam der österreichische Psychiater Viktor E. Frankl in ein Konzentrationslager. In den Jahren der Gefangenschaft lernte er, wie Menschen mit unvorstellbarem Leid umgehen und wie es selbst an Orten größter Unmenschlichkeit möglich ist, einen Sinn im Leben zu sehen.

Nach der Befreiung verfasste er in nur neun Tagen diesen bewegenden Erfahrungsbericht über seine Erlebnisse in den Konzentrationslagern Theresienstadt, Auschwitz und Türkheim.

In den folgenden Jahrzehnten wurde das Buch zum Klassiker der Überlebensliteratur, Generationen von Leserinnen und Lesern finden darin Trost und Orientierung. In über fünfzig Sprachen übersetzt, bietet es eine faszinierende und auch heute noch tief bewegende Erkundung der menschlichen Willenskraft.

Editionen (7)

ISBN9783328102779
VerlagPenguin
Erscheinungsdatum09.07.18
Seitenzahl192

Merkmale

3 Bewertungen

GlaubwürdigNachdenklichTraurigInformativHerzerwärmendVerstörend

Rezensionen & Bewertungen

376 Bewertungen

43 Rezensionen

4,2

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  • 5,0

    Hoffnung zwischen den Trümmern der Menschlichkeit

    Dieses Buch ist kein gewöhnliches Werk der Psychologie. Es ist ein Zeugnis des Überlebens – nicht nur des Körpers, sondern vor allem der Seele. Viktor E. Frankl schreibt in „…trotzdem Ja zum Leben sagen“ nicht mit Pathos, sondern mit einer stillen, beinahe nüchternen Klarheit über das Unvorstellbare: seine Zeit in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten. Und gerade diese Klarheit trifft mitten ins Herz. Was mich tief bewegt hat, ist das radikale Menschsein, das Frankl selbst im Angesicht des Entsetzlichsten nicht aufgibt. Inmitten von Hunger, Gewalt, Entmenschlichung, wo alles Sinnlose überhandnimmt, stellt er die vielleicht größte Frage: Wofür lebe ich? Seine Antwort ist keine billige Hoffnung, sondern eine philosophische Überzeugung, geboren aus dem Leiden selbst: Der Mensch ist frei, sogar im Leiden, eine Haltung einzunehmen. Diese Erkenntnis ist nicht abstrakt, sondern wurde in Baracken, bei Zwangsarbeit, im Angesicht des Todes geboren. Frankls Logotherapie, seine psychologische Antwort auf existenziellen Schmerz, ist mehr als Theorie. Sie ist gelebte Philosophie. Das Zusammenspiel von Psychologie und Philosophie in diesem Buch fühlt sich nicht konstruiert an, sondern wie eine einzige, dringliche Suche nach Sinn. Nicht trotz, sondern wegen des Grauens, das er erlebt hat. Dabei vermeidet Frankl jegliches moralische Urteil oder emotionale Überhöhung. Er beschreibt beobachtend, mitfühlend, fast medizinisch, was es heißt, Mensch zu bleiben in einer Welt, die alles Menschliche vernichten will. Das macht dieses Buch so kraftvoll: Es schreit nicht, es flüstert. Und doch hallt es lange nach. „…trotzdem Ja zum Leben sagen“ ist ein zutiefst menschliches Buch über Unmenschlichkeit. Es verbindet die dunkle Realität der NS-Konzentrationslager mit einer psychologischen und philosophischen Tiefe, die tröstet, ohne zu beschönigen. Wer begreifen will, wie der Mensch selbst im Abgrund noch Sinn finden kann, wird hier nicht nur Antworten finden – sondern auch Demut. „Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.“ ~ Nietzsche

    22. Apr. 2025

  • buecherbunzel
    buecherbunzel

    516 Follower

    2,0

    Erwartungsgemäß erschreckend und berührend, jedoch sehr anspruchsvoll.

    Der österreichische Psychologe Viktor E. Frankl musste mehrere Jahre in unterschiedlichen deutschen Konzentrationslagern verbringen. In seinem Buch „…Trotzdem Ja zum Leben sagen“ beschreibt Frankl die unterschiedlichen Phasen der Gefangenschaft und beschreibt diese aus psychologischer Sicht. Neben dem notwendigen „Mindset“, welches nötig war, um die unfassbar grausame Zeit überleben zu können, geht Frankl auch auf Themen wie Sexualität, Religion oder Kunst im KZ ein. Ich muss hier in meiner Bewertung differenzieren. Inhaltlich ist dieses Buch wichtig und lehrreich. Es berührt und erschreckt immer wieder aufs Neue, auch wenn vieles bekannt ist. Wäre dies mein erstes Buch zu dieser schrecklichen Thematik, hätte ich ggf. zusätzlich anders bewertet, für mich persönlich gab es wenig Neues. Etwas unfair vielleicht, denn ich habe deutlich spätere Werke eben früher gelesen. Neu war für mich die psychologische Kurzbetrachtung nach der Befreiung und die Beschreibung der Depersonalisation und deren Folgen. Dies wiederspricht mM hingegen dem Klappentext, in dem es heißt „Die Erinnerungen sollen Kraft zum Leben geben“. Was ich ebenfalls schwer bewerten kann, ist der Schreibstil. Dieser hat sich seit Ersterscheinung 1946 scheinbar nicht anpassen lassen und ist entsprechend anspruchsvoll. Selbst bei Verzicht oder Abänderung einiger sehr alter -und mir teilweise nicht bekannter Wörter, würde dies am Stil nur bedingt etwas ändern. Flüssiges Lesen war mir nicht möglich, mehrfach musste ich Seiten mehrmals lesen und war danach trotzdem nicht schlauer. Zugegeben, wird auch an mir liegen😅 Als „neutraler“ Leser ohne engere Verbindung zur Psychologie, würde ich zur Aufarbeitung und zum Lehren andere Bücher empfehlen. Ob es sich um ein Werk handelt, welches bei der Selbstfindung hilft oder zum Mut machen anregt, möchte ich nicht beurteilen.

    Erwartungsgemäß erschreckend und berührend, jedoch sehr anspruchsvoll.

    27. Juli 2025

  • daniela2606
    daniela2606

    143 Follower

    5,0

    Ein etwas anderer Bericht über das „Leben“ im KZ. Wie macht ein Mensch anderen Menschen Hoffnung in einer Zeit und an einem Ort an dem kaum Hoffnung besteht den nächsten Tag zu überleben. Frankl ist Psychologe und genau so betrachtet er die Zeit. Mit viel Überlebenskampf macht er anderen Mut, um vielleicht nicht selbst die Hoffnung und den Verstand zu verlieren, mit dem täglichem Gewalt, Terror und Tod umzugehen.

    8. Apr. 2026

3 von 43 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Viktor E. Frankl

Viktor E. Frankl, geboren 1905, war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien. Seine Eltern und sein Bruder starben im Konzentrationslager, nur er und seine Schwester überlebten. Trotzdem verlor er nie seinen Lebensmut. Nach dem Krieg stellte er die Sinnfrage in den Mittelpunkt seiner Arbeit als Psychologe und begründete die Logopädie als neue Therapieform. Er lehrte u.a. in Harvard, Stanford und San Diego und wurde zu einem der renommiertesten Psychologen des 20. Jahrhunderts. Er war Inhaber von 29 Ehrendoktoraten, seine Bücher sind weltweite Bestseller, die in über zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Viktor E. Frankl starb 1997 in Wien.

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