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Romane

Zehnundeine Nacht

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Über das Buch

Im heruntergekommenen Hotel "Palace" besucht ein ordinärer Kiezganove Nacht für Nacht eine alternde Prostituierte, um sich gegen Geld, neben anderem, eine Geschichte erzählen zu lassen. Denn das kann sie hervorragend. Die Geschichten dieser modernen Scheherazade kreisen alle um die Frage der Identität: Was macht ein Menschenleben aus? Und warum ist die Erfindung oft realer als die Wirklichkeit? Der Schweizer Autor Charles Lewinsky sorgt mit seiner Sammlung aus bösen Märchen, raffinierten Short Storys und modernen Parabeln ein weiteres Mal für glanzvolle Überraschungen in der Gegenwartsliteratur.

Editionen (5)

ISBN9783312004348
VerlagNagel & Kimche
Erscheinungsdatum20.08.08
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

11 Bewertungen

3 Rezensionen

3,9

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  • fablisum
    fablisum

    37 Follower

    5,0

    Wer die Kurzgeschichten von Benedict Wells mag, wird diese lieben ✨

    Zehnundeine Nacht von Charles Lewinsky erzählt die Geschichte einer Prostituierten, nur „Prinzessin“ genannt, die unter ihren Kunden für ihre Erzählkunst bekannt ist. Ihr letzter Stammgast, der „König“, besucht sie jeden Abend, um eine ihrer Geschichten zu hören. Das Buch besteht aus zehn Kurzgeschichten, die auf ihre ganz eigene Weise spektakulär und ausgefallen sind. Sie regen stark zum Nachdenken an und ich merke immer wieder, wie eine dieser Geschichten in meinem Kopf nachklingt. Was dieses Buch jedoch so besonders macht, ist die kunstvoll eingefügte Rahmenhandlung, die uns Einblicke in die Beziehung zwischen König und Prinzessin gibt. Es sind die lebhaften Dialoge der beiden, die uns immer wieder aus der Erzählung reißen, aber gleichzeitig das Gefühl vermitteln, dass alles gerade live geschieht. So liebt es der König den Ausgang der Geschichten vorauszusagen, doch die Prinzessin durchkreuzt seine Pläne, indem sie den Verlauf der Erzählung spontan ändert. Der König hasst es nämlich, recht zu behalten. So entsteht der Eindruck, dass die Prinzessin ihre Geschichten wirklich in diesem Moment erfindet. Gerade diese Unterbrechungen machen die Geschichten so einzigartig. Sie schaffen Spannung, weil wir als Leser oft die gleichen Gedanken wie der König haben, aber wissen, dass jederzeit eine überraschende Wendung kommen wird. Jede Geschichte hat dadurch ihren eigenen Twist und auch die Rahmenhandlung selbst überrascht mit unerwarteten Momenten. Für mich ist Zehnundeine Nacht die beste Kurzgeschichtensammlung, die ich je gelesen habe. Durch die raffinierte Rahmenhandlung werden die einzelnen Geschichten nicht nur verbunden, sondern zu einem echten Meisterwerk gemacht.

    23. Dez. 2024

  • lichtengel
    lichtengel

    48 Follower

    5,0

    Ein wunderbarer, besonderer Roman voller fantastischer Geschichten. Ein kleines Kunstwerk!

    7. Aug. 2025

  • nanablumenthal
    nanablumenthal

    5 Follower

    3,0

    Interessant - etwas fehlt

    Vielleicht geht es nur mir so aber ich habe in jeder Geschichte versucht einen Sinn, einen Mehrwert oder eine parallele zum Verhalten des Königs zu finden. Meist blieben die Kurzgeschichten ohne Sinn, nicht eingebunden und ohne Anfang oder Ende. Zwar hatten sie immer beides vom Wortlaut: "es war einmal." "am Ende." Die Geschichten blieben ein kurzer Einblick in traurige Leben. Mal skuril mal nicht. Mitgefühl hatte man nicht dafür blieben sie zu leer und distanziert, zu kurz. Mir gefällt am Ende die Idee dass das genau der umgekehrte Spiegel ist zum echten Leben der Prinzessin. Sie trifft so viele Menschen an irgendeinem Punkt in deren Leben. Man bekommt Fetzen mit winzige Eindrücke. Viele haben bestimmt ein trauriges / tragisches Leben. Dann sind sie wieder weg. Der Rahmen fehlt. Die Geschichte ist vorbei auch wenn sie es nicht ist. Und eine Bedeutung für die Prinzessin wird es über das einmalige hören nicht haben. Sie wird diese Menschen nicht wieder sehen.

    22. Feb. 2026

Autorin / Autor

Über Charles Lewinsky

Charles Lewinsky wurde 1946 in Zürich geboren. Er arbeitete als Dramaturg, Regisseur und Redaktor. Er schreibt Hörspiele, Romane und Theaterstücke und verfasste über 1000 TV-Shows und Drehbücher, etwa für den Film Ein ganz gewöhnlicher Jude, (Hauptdarsteller Ben Becker, ARD 2005). Für den Roman Johannistag wurde er mit dem Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank ausgezeichnet. Sein Roman Melnitz wurde in zehn Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u.a. in China als Bester deutscher Roman 2006, in Frankreich als Bester ausländischer Roman 2008. Lewinskys jüngsten Romane wurden für die bedeutendsten deutschsprachigen Buchpreise nominiert: Gerron für den Schweizer Buchpreis 2011, Kastelau für den Deutschen Buchpreis 2014 und Andersen für den Schweizer Buchpreis 2016.

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