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Ein wichtiges Buch, das zeigt, dass Frau sein in sich bereits ein Risiko für gewaltsamen Tod ist.
12. Juli 2025
Ein wichtiges Buch, das zeigt, dass Frau sein in sich bereits ein Risiko für gewaltsamen Tod ist.
12. Juli 2025
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69 Bewertungen
8 Rezensionen
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12. Juli 2025
12. Juli 2025

110 Follower
Lesekreisempfehlung und -ausleihe Mir wurde schon gesagt, dass es harter Lesestoff ist. Das stimmt so, für zarte Seelen ist das nichts, aber es ist die Realität für viele Frauen. „ manche kommen in Begleitung ihres Psychiaters ins Gericht und erklären, sie seien psychisch krank. Ich kann mich an nichts erinnern, behaupten sie. Haben Sie Mitleid mit uns, lautet ihr Argument. Wir sind Epileptiker. Wir sind hochgradig bipolar, gestört. Schizophren. In Wahrheit aber ist die Mehrheit vollkommen normal und gesund, ebenso wie sie vollkommen mörderisch ist. Kinder, elend, Arbeitslosigkeit, Suff, nichts von alledem ist das eigentliche Problem. Der Grund ist ein ganz anderer: sie töten, weil es ihnen Vergnügen bereitet, Frauen zu töten. So wie es ihnen Freude macht, angeln zu gehen oder Fußball zu spielen.“
24. Apr. 2025
Lesekreisempfehlung und -ausleihe Mir wurde schon gesagt, dass es harter Lesestoff ist. Das stimmt so, für zarte Seelen ist das nichts, aber es ist die Realität für viele Frauen. „ manche kommen in Begleitung ihres Psychiaters ins Gericht und erklären, sie seien psychisch krank. Ich kann mich an nichts erinnern, behaupten sie. Haben Sie Mitleid mit uns, lautet ihr Argument. Wir sind Epileptiker. Wir sind hochgradig bipolar, gestört. Schizophren. In Wahrheit aber ist die Mehrheit vollkommen normal und gesund, ebenso wie sie vollkommen mörderisch ist. Kinder, elend, Arbeitslosigkeit, Suff, nichts von alledem ist das eigentliche Problem. Der Grund ist ein ganz anderer: sie töten, weil es ihnen Vergnügen bereitet, Frauen zu töten. So wie es ihnen Freude macht, angeln zu gehen oder Fußball zu spielen.“
24. Apr. 2025

249 Follower
Als ihr Partner Amir ihr auf einer Party in der Kanzlei eine Ohrfeige gibt, nimmt sie eine Stelle im entlegenen Cruzeiro do Sul an. Sie soll als beobachtende Anwältin an Gerichtsprozessen zu Femiziden teilnehmen und diese für ihre Kanzlei dokumentieren. Einer der Fälle, der Mord an der 14-jährigen indigenen Txupira beschäftigt sie besonders. Die drei Täter, junge Männer aus reichen Elternhäusern, werden frei gesprochen. Sie setzt alles daran, doch noch eine Verurteilung zu erwirken, und tut sich mit einer lokalen Journalistin und der Rechtsanwältin zusammen. Als die Journalistin ermordet wird und Amir in Acre auftaucht, spitzen sich die Ereignisse zu. Die brasilianische Autorin Patrícia Melo schreibt in ihrem Roman "Gestapelte Frauen", übersetzt von Barbara Mesquita, über Femizide in ihrer Heimat, die von der vorwiegend männlichen Politik geduldet werden. Die brutalen Morde an Frauen, weil sie Frauen sind, werden gerichtlich kaum geahndet. Hier setzt Melo an und lässt ihre namenlose Ich-Erzählerin an Gerichtsprozessen teilnehmen, die Geschichten der ermordeten Frauen sammeln und dokumentieren. Von allen Seiten lauert in diesem Buch Gefahr: Amir, der gewalttätige Partner der Protagonistin, belästigt sie mit Telefonterror und lauert ihr in Acre, einer entlegenen Gegend Brasiliens, auf, der Vater der Protagonistin hat ihre Mutter ermordet, als diese gerade drei Jahre alt war, Männer aus dem Umfeld des Prozesses um die ermordete indigene Txupira bedrohen die Protagonistin und schrecken auch vor weiteren Morden nicht zurück. Trotz dieser schweren, gewaltvollen Thematik schafft Patrícia Melo einen spannenden, mit wechselnden Erzählstimmen ausgestatteten Roman, der im Kopf bleibt. Abgesehen von den an magischen Realismus grenzenden Kapiteln im Drogenrausch der Protagonistin habe ich "Gestapelte Frauen" mit Begeisterung gelesen, das Buch mutet fast wie ein Kriminalroman an, nur besser!

18. Aug. 2024
Als ihr Partner Amir ihr auf einer Party in der Kanzlei eine Ohrfeige gibt, nimmt sie eine Stelle im entlegenen Cruzeiro do Sul an. Sie soll als beobachtende Anwältin an Gerichtsprozessen zu Femiziden teilnehmen und diese für ihre Kanzlei dokumentieren. Einer der Fälle, der Mord an der 14-jährigen indigenen Txupira beschäftigt sie besonders. Die drei Täter, junge Männer aus reichen Elternhäusern, werden frei gesprochen. Sie setzt alles daran, doch noch eine Verurteilung zu erwirken, und tut sich mit einer lokalen Journalistin und der Rechtsanwältin zusammen. Als die Journalistin ermordet wird und Amir in Acre auftaucht, spitzen sich die Ereignisse zu. Die brasilianische Autorin Patrícia Melo schreibt in ihrem Roman "Gestapelte Frauen", übersetzt von Barbara Mesquita, über Femizide in ihrer Heimat, die von der vorwiegend männlichen Politik geduldet werden. Die brutalen Morde an Frauen, weil sie Frauen sind, werden gerichtlich kaum geahndet. Hier setzt Melo an und lässt ihre namenlose Ich-Erzählerin an Gerichtsprozessen teilnehmen, die Geschichten der ermordeten Frauen sammeln und dokumentieren. Von allen Seiten lauert in diesem Buch Gefahr: Amir, der gewalttätige Partner der Protagonistin, belästigt sie mit Telefonterror und lauert ihr in Acre, einer entlegenen Gegend Brasiliens, auf, der Vater der Protagonistin hat ihre Mutter ermordet, als diese gerade drei Jahre alt war, Männer aus dem Umfeld des Prozesses um die ermordete indigene Txupira bedrohen die Protagonistin und schrecken auch vor weiteren Morden nicht zurück. Trotz dieser schweren, gewaltvollen Thematik schafft Patrícia Melo einen spannenden, mit wechselnden Erzählstimmen ausgestatteten Roman, der im Kopf bleibt. Abgesehen von den an magischen Realismus grenzenden Kapiteln im Drogenrausch der Protagonistin habe ich "Gestapelte Frauen" mit Begeisterung gelesen, das Buch mutet fast wie ein Kriminalroman an, nur besser!
18. Aug. 2024

3 von 8 Rezensionen
Autorin / Autor
Patrícia Melo (*1962 in São Paulo) zählt zu den wichtigsten Stimmen der brasilianischen Gegenwartsliteratur. Nach ihrem Studium in São Paulo arbeitete sie beim Fernsehen. In ihrem sozialkritischen Werk, bestehend aus Kriminalromanen, Hörspielen, Theaterstücken und Drehbüchern, beschäftigt sie sich mit der Gewalt und Kriminalität in Brasiliens Großstädten. Melo wurde u. a. mit dem Deutschen Krimipreis und dem LiBeraturpreis ausgezeichnet, die Times kürte sie zur »führenden Schriftstellerin des Millenniums« in Lateinamerika. Sie lebt in Lissabon.
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