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Romane

Becks letzter Sommer

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Über das Buch

»But I was so much older then, I’m younger than that now.« (Bob Dylan). Robert Beck wollte einst Musiker werden, doch stattdessen setzte er auf Sicherheit und wurde Lehrer. Nun ist er Ende dreißig und angeödet von seinem Leben. Bis er in seiner Klasse den Außenseiter Rauli Kantas aus Litauen entdeckt. Ein Musikgenie, das singt und E-Gitarre spielt wie ein junger Gott. Beck will ihn als Manager groß ausbringen, allerdings nicht nur aus Selbstlosigkeit: Der Junge ist gleichzeitig seine letzte Chance, um sich seine Träume von der Musikkarriere doch noch zu erfüllen. Aber wie Beck hat auch der rätselhafte Rauli seine Geheimnisse… Der Beginn eines Sommers, in dem noch einmal alles möglich scheint – und alles auf dem Spiel steht. Denn die Suche nach einem Label gestaltet sich für Beck schwieriger als gedacht, seine Beziehung zur Studentin Lara hängt am seidenen Faden, und sein bester Freund, der Deutschafrikaner Charlie, zieht den Ärger magisch an. Alle Figuren sind auf einem langen Weg zu sich selbst, und sie werden ankommen – wenn auch nicht immer da, wo man es erwartet. Denn am Ende muss Beck sich entscheiden, wie viel er für seine Freiheit wirklich zu opfern bereit ist. Becks letzter Sommer ist Künstlerroman, Roadmovie und eine universelle Geschichte über die Musik, die Liebe und das Leben. Schräg, witzig, weise und berührend.

Editionen (3)

ISBN9783257803662
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum26.08.15

Rezensionen & Bewertungen

842 Bewertungen

105 Rezensionen

3,8

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  • beajayy
    beajayy

    433 Follower

    4,0

    Ein melancholisch-humorvoller Roman über einen Musiklehrer in der Midlife-Crisis, der durch die Entdeckung eines Ausnahmetalents noch einmal die Chance bekommt, seinen eigenen Träumen nachzujagen. Benedict Wells’ Debüt überzeugt mit authentischen Charakteren und einer Geschichte über verpasste Chancen, die zeigt, dass es nie zu spät für einen Neuanfang ist.

    Als ich “Becks letzter Sommer”, Benedict Wells’ Debütroman, in die Hand nahm, war ich neugierig, ob mich diese Geschichte ähnlich packen würde wie “Hard Land”, dass ich zuvor gelesen hatte. Das Buch hat zwar nicht ganz die emotionale Tiefe von “Hard Land” erreicht, aber dennoch ist es ein Roman, der mich mit seiner authentischen Mischung aus Humor und Melancholie begeistert hat. Robert Beck, dieser charismatische Deutsch- und Musiklehrer Ende 30, hat etwas unglaublich Authentisches an sich. Wells zeichnet ihn nicht als strahlenden Pädagogen-Helden, sondern als Mann in der Midlife-Crisis, der zwischen Resignation und Aufbruchsstimmung schwankt. Als Lehrer an einem Münchner Gymnasium hat er sich mit seinem Leben arrangiert, bis er in seinem Schüler Rauli ein musikalisches Wunderkind entdeckt, das sein eigenes verlorenes Talent widerspiegelt. Diese Entdeckung wird zum Katalysator für eine Reise, die weit mehr ist als nur ein Roadtrip durch Osteuropa. Wells zeichnet Beck als sympathischen Antihelden – manchmal zynisch, oft selbstzweiflerisch, aber immer menschlich. Besonders die Szenen im Schulalltag, in denen Beck zwischen Resignation und plötzlicher Begeisterung schwankt, fand ich unglaublich authentisch dargestellt. Die Dynamik zwischen Beck und seinem hypochondrischen Freund Charlie sorgt für humorvolle Momente, während die Beziehung zu Rauli von einer komplexen Mischung aus Mentor-Schüler-Verhältnis und aufkeimender Rivalität geprägt ist. Wells gelingt es meisterhaft, diese Beziehungen mit all ihren Widersprüchen und unausgesprochenen Spannungen einzufangen. Obwohl der Roadtrip durch Osteuropa nach Istanbul nur einen Teil des Romans ausmacht, bildet er einen intensiven Höhepunkt der Geschichte. Die Reise wird zur Metapher für Becks innere Reise. Mit seinem hypochondrischen Freund Charlie und dem jungen Rauli im Schlepptau, erlebt Beck Abenteuer, die zwischen Komik und Tragik pendeln. Wells gelingt es meisterhaft, die Dynamik zwischen diesen drei so unterschiedlichen Charakteren einzufangen – ihre Gespräche über Musik, Lebensziele und verpasste Chancen haben mich oft zum Nachdenken und manchmal zum Lachen gebracht. Besonders die nächtlichen Fahrten durch unbekannte Landschaften, bei denen Beck über sein Leben sinniert, haben mich berührt und an eigene Momente des Zweifelns erinnert. Doch die eigentliche Stärke des Romans liegt in den Münchner Szenen – in Becks Auseinandersetzung mit seinem Alltag, seinen gescheiterten Beziehungen und der langsamen Erkenntnis, dass er sein Leben neu ausrichten muss. Wells’ Beschreibungen der Musikszenen, in denen Beck und Rauli gemeinsam spielen, vermitteln die transformative Kraft der Musik auf eine Weise, die unter die Haut geht. Was mich besonders berührt hat, ist die ehrliche Darstellung einer Midlife-Crisis ohne die üblichen Klischees. Beck ist kein selbstmitleidiger Jammerlappen, sondern ein Mann, der erkennt, dass er sich selbst im Weg steht. Die Enthüllung, dass Rauli hinter seinem Rücken bereits einen Vertrag mit Sony BMG abgeschlossen hat, wird zum Katalysator für Becks eigene Befreiung. Im Vergleich zu “Hard Land” fehlt diesem früheren Werk von Wells vielleicht noch etwas von der emotionalen Tiefe und erzählerischen Raffinesse. Dennoch beeindruckt “Becks letzter Sommer” durch authentische Charaktere und eine Geschichte, die von verpassten Chancen und unerwarteten Neuanfängen erzählt. Manchmal hätte ich mir zwar gewünscht, dass Wells einige Nebenhandlungen gestrafft hätte, aber die ruhigeren Passagen gaben den Figuren Raum zum Atmen und mit als Leser Zeit zum Nachdenken. Auch wirken die weiblichen Figuren im Roman etwas eindimensional – sie dienen oft hauptsächlich als Spiegel für Becks Entwicklung. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Auch das Ende kam für mich etwas abrupt, obwohl es emotional stimmig war. Ich habe die Zeit mit Robert Beck genossen – in seinen Unterrichtsstunden, bei seinen musikalischen Experimenten und auf seiner kurzen, aber intensiven Reise. Wells hat mit seinem Debüt einen Roman geschaffen, der mich zum Nachdenken über eigene unerfüllte Träume angeregt hat und der zeigt, dass es nie zu spät ist, einen neuen Weg einzuschlagen. Vier Sterne für einen Roman, der mit Witz und Wehmut vom Erwachsenwerden erzählt – auch wenn man dafür fast 40 Jahre braucht.

    26. Feb. 2025

  • drwar5ong
    drwar5ong

    8 Follower

    4,5

    ❤️ Lange nicht mehr so gefesselt gewesen von einem Roman. Dachte schon dieses Ich-muss-in-jeder -freien-Minute-weiterlesen-Gefühl gibt es gar nicht mehr für mich, aber hier hat es mich seit langer, langer Zeit mal wieder voll erwischt.

    4. Dez. 2023

  • nicoleko
    nicoleko

    13 Follower

    3,5

    Hat mich leider nicht so gepackt wie andere Bücher von Benedict Wells.

    12. Juli 2024

3 von 105 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 5011%
piawo
piawo6. Aug. 2025

Finde Beck bisher echt furchtbar unsympathisch...

Seite 5113%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Benedict Wells

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren, zog nach dem Abitur nach Berlin und entschied sich gegen ein Studium, um zu schreiben. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Nebenjobs. Sein vierter Roman, ›Vom Ende der Einsamkeit‹, stand mehr als anderthalb Jahre auf der Bestsellerliste, er wurde u.a. mit dem European Union Prize for Literature (EUPL) 2016 ausgezeichnet. Benedict Wells’ Bücher sind in 40 Sprachen erschienen, sein neuester Roman ›Hard Land‹ wurde 2022 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Preis der Jugendjury ausgezeichnet. Benedict Wells lebt in Zürich.

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