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Lyrik & Dramen

Antigone. Griechisch/Deutsch

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Über das Buch

Die Zuneigung zum Bruder wird ihr zum Verhängnis: Antigone wird auf Befehl Kreons bei lebendigem Leib eingemauert. Sie hatte es gewagt ihren Bruder Polyneikes zu bestatten, der gegen die Heimatstadt Theben ins Feld gezogen war. Damit handelte sie dem Verbot des Königs zuwider. Das »Recht der Götter« und das »Recht des Staats« stehen sich in diesem Konflikt unversöhnlich gegenüber. Sophokles’ Tragödie aus dem Jahr 442 v. Chr. bringt damit zeitlose Fragen auf die Bühne: Wo sind die Grenzen der Selbstbestimmung des Einzelnen – und wo sind die Grenzen der Verfügungsgewalt des Staates?

Editionen (27)

ISBN9783150076828
VerlagReclam, Philipp
Erscheinungsdatum31.01.86
Seitenzahl144

Rezensionen & Bewertungen

180 Bewertungen

17 Rezensionen

3,2

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  • 12drue
    12drue

    110 Follower

    4,0

    In der Schulzeit habe ich "Antigone" das letzte Mal gelesen. Nun dachte ich mir, bei einem Kykladenhopping unter griechischer Sonne ist es Zeit für eine erneute Lektüre... Mir gefällt es immer noch überaus gut. Nicht nur die starke Sprache, sondern vor allem die Problemstellung finde ich faszinierend, weil sie immer noch aktuell ist. Was tun, wenn gültiges Gesetz im offensichtlichem Widerspruch zur Moral steht? Toll finde ich, wie sich Kreon, aufgrund seines Beharrens auf dem Recht, immer tiefer und tiefer ins Verderben reitet und nach und nach alle seine Liebsten verliert. Auch wenn Kreon durchaus Argumente auf seiner Seite hat, stehe ich dennoch zu Antigone, der streitbaren Rebellin, die allerdings auch etwas von einer Fanatikerin hat. Wer ist eurer Meinung nach im Recht?

    19. Sept. 2024

  • missyliest
    missyliest

    312 Follower

    4,0

    Die beiden Brüder von Antigone und Ismene kämpfen miteinander, weil der eine sein Versprechen bricht, jährlich mit dem Herrschen abzuwechseln. Beide töten sich gegenseitig. Derjenige, der von außen angegriffen hat, wird vom neuen Herrscher Kreon verdammt, weshalb er nicht begraben werden darf. Antigone kann es nicht ertragen, dass ihr Bruder dieses Schicksal erleiden soll. Sie wendet sich gegen Kreons Urteil und begräbt ihren Bruder. Ich finde es ungeheuer spannend, wie viele Fragen in diesem Drama aufgeworfen werden. Antigone ist eine starke und autonome Frau, die sich um ihrer Familie und Ideale willen gegen den Herrscher auflehnt. Kreon entscheidet sich meiner Meinung nach am Anfang falsch und stellt sich gegen alle anderen Figuren, weil es ihm nicht gelingt, sich umzuentscheiden bzw. einen Fehler zuzugeben. Es ist für mich immer wieder faszinierend, dass viele Probleme und Verhaltensweisen von heute in so alten Texten vorkommen.

    5. Okt. 2024

  • withloveliane
    withloveliane

    76 Follower

    3,5

    "Dem Nächsten vom Geschlecht der Gefallenen"

    "Vieles Gewalt'ge lebt, und nichts Ist gewaltiger als der Mensch, (...)" "Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." "Des schlimmsten Todes sterbe für die schönste Tat." "Am ersprießlichsten ist, um glücklich zu sein, Der besonnene Sinn: nie frevle darum An der Götter Gesetz! Der Vermessene büßt Das vermessene Wort mit schwerem Gericht; Und der Trotzige lernt Noch weise zu werden im Alter."

    3. Dez. 2024

3 von 17 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Sophokles

Sophokles (496/496 v. Chr. in Kolonos – 406 v. Chr. in Athen) gehört neben Aischylos und Euripides zu den bedeutendsten Tragödiendichtern der Antike. Der Sohn eines Fabrikanten schrieb über 120 Stücke – von denen bis heute nur noch sieben vollständig erhalten sind – und ging im Wettstreit der Dramatiker 24 Mal als Sieger hervor. Aristoteles skizziert Sophokles in seiner »Poetik« als einen Erneuerer des Theaters: Er führte den dritten Schauspieler ein, erweiterte den 12-köpfigen Chor auf 15 und nutzte als Erster gemalte Bühnenkulissen. Sophokles’ berühmtes analytisches Drama »König Ödipus« zeigt den im Dialog vollzogenen Erkenntnisprozess des gleichnamigen thebanischen Königs, der im Wissen über den selbst verübten Vatermord und die Heirat der eigenen Mutter endet. In »Antigone« stürzt der Konflikt zwischen weltlichem und religiösem Recht die Protagonistin in ein Dilemma, das sie letzten Endes das Leben kostet. Einige heutige Interpreten erkennen in ihrem Widerstand gegen Kreon einen mutigen Akt zivilen Ungehorsams.

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