Blick ins Buch

Fantasy

Anarchie Déco

3,6(41)
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Über das Buch

Babylon Berlin mit Magie: ein historischer Fantasy-Roman aus der Weimarer Republik. Das Leben im Berlin der Zwanzigerjahre gleicht einem Tanz auf dem Vulkan. Zumal sich die Magie auf der Straße und im Nachtleben breitmacht. Eine Frau verschwindet und taucht wenig später als Steinstatue wieder auf. Nazis machen mit einem aus dem Nichts beschworenen Adler Jagd auf politische Gegner, und selbst das Varieté fügt den ohnehin schon abgefahrenen Nummern ein paar übernatürliche hinzu. Sogar der Reichstag berät über die Möglichkeit einer Wiederbewaffnung mit magischen Mitteln. Die junge Physikerin Nike Wehner arbeitet nicht nur wissenschaftlich daran, das neue Phänomen zu verstehen, sondern hilft auch der Berliner Polizei bei der Aufklärung magischer Verbrechen. Zur Seite stehen ihr der Bildhauer Sandor Černý und der kurz vor der Pension stehende Kommissar Seidel. Zusammen bilden sie die erste Spezialeinheit einer neuen Magiepolizei. Für Leser*innen von Neil Gaiman, Ben Aaronovitch, Volker Kutscher und Fans der "Phantastischen Tierwesen".

Editionen (2)

ISBN9783104915142
VerlagFISCHER E-Books
Erscheinungsdatum25.08.21
Seitenzahl480

Rezensionen & Bewertungen

41 Bewertungen

12 Rezensionen

3,6

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  • doscho
    doscho

    21 Follower

    3,0

    Im Berlin des Jahres 1927 entdeckt die Physikerin Nike Wehner die Existenz von Magie. Zusammen mit dem tschechischen Künstler Sandor Černý geht sie daraufhin mysteriösen Mordfällen vor dem Hintergrund des politischen Spannungsfeldes der 20er-Jahre nach. Der Plan des Autorenpaars Judith und Christian Vogt für ihren Roman „Anarchie Déco“ klingt ambitioniert. Physik, Politik, historischer Hintergrund und mit der Existenz von Magie auch Phantastik – das alles unter einen Hut bringen wollen klingt nach einem starken Stück Arbeit. Zunächst liest sich das Ganze aber eher so, als wäre das Hauptziel, die persönlichen Interessen einzubringen. Die Handlung, die mehr Kriminalfall ist, der man eigentlich nur, weil Magie existiert, den Stempel „Fantasy“ aufdrücken dürfte, läuft mehr so nebenher. Dabei werden zahlreiche Themen angesprochen: Von Konferenzen renommierter PhysikerInnen, der Emanzipation der Frau, Feminismus, queere Themen, politische Themen und das historische Berlin – alles hat seine Daseinsberechtigung, ja, aber nicht alles bekommt den Raum, den es meiner Meinung nach verdient. Zudem wird man hier als Lesender nicht gefördert, sondern gefordert, heißt, man muss schon sehr viel mitbringen, um die ganzen Zusammenhänge und Hintergründe zu verstehen oder eben des öfteren mal nachschlagen. Hier wäre in meinen Augen weniger mehr gewesen, denn man wird von der Flut an angesprochenen Themen regelrecht erschlagen. Zudem leidet darunter die Handlung, die hauptsächlich mal im letzten Viertel passiert und dann leider auch nicht viel mehr als der in der Fantasy-Literatur so typische Endkampf ist. Zwar wird dieser durchaus spannend und mit viel Action und Drama erzählt, dennoch ist er nichts, was groß heraussticht. Ganz klar: In „Anarchie Déco“ wird von Judith und Christian Vogt ganz viel gewollt. Dass da dann nichts gekonnt wird, ist definitiv nicht der Fall, aber dennoch hatte ich den Eindruck, hier zählten die persönlichen Interessen wesentlich mehr als die doch recht einfach gestrickte Handlung. Das Engagement in allen Ehren, aber dem Roman hätte etwas mehr Entschlackung gut getan. So bleibt aufgrund der spannenden Erzählweise und der wichtigen angesprochenen Themen eine gute Durschnittsbewertung.

    8. Juni 2025

  • 3,0

    3.5 ⭐ Unterhaltsam. Das Setting "Berlin" ist toll rübergekommen (wobei ich mich mit/in Berlin überhaupt nicht auskenne:D) und ich liebe die Verquickung verschiedener Themen miteinander, beispielsweise die Zusammenhänge von gender, class und race. Diese Verbindungen so prägnant aufzuzeigen passiert echt nicht oft, in Büchern sowie im realen Leben. Leider konnte der Plot mich emotional nicht wirklich mitreißen und das Magiesystem habe ich nicht gecheckt :D bin bei Fantasyeinzelbänden ja eh skeptisch was meinen Geschmack angeht, und das hat sich hier wieder etwas bestätigt. Ausführliche Rezi folgt!

    30. Dez. 2022

  • 3,0

    Anarchie Déco lässt mich tatsächlich mit einem gemischten Gefühl zurück und ich bin ehrlich hätte ich es nicht in einem Buchclub gelesen, dann hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen, aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall. Der Schreibstil und ich sind zwar bis zum Schluss nicht wirklich warm miteinander geworden, aber die Themenvielfalt hat mir unglaublich gut gefallen. Sie reicht von Magie, Kunst, Wissenschaft über Generationenkonflikte, Gender, LGBTQ+ Elemente, Sexualität bis hin zum Nationalsozialismus, Politik und Mordermittlungen. Doch genau hier liegt schon der casus knacksus. All diese Themen sind unglaublich wichtig, aber es war für einen Einzelband einfach zu viel, sodass die Charaktere, die Handlung, aber ganz besonders auch die Ermittlungen und die fantastischen Elemente darunter gelitten haben. Ich würde dieses Buch tatsächlich eher als historischen Krimi betiteln als eine fantastische Geschichte. Nike, Sandor, Georgette und Co. fallen auf jeden Fall aus dem Rahmen und ich bin dem Duo auf jeden Fall sehr dankbar, dass sie aus der Kategorie Normgeschichte ausgebrochen sind und gezeigt haben, was alles möglich ist, wenn sich die Autoren und Verlage einfach mehr trauen etwas auszuprobieren. Das rechne ich ihnen hoch an, trotzdem war die Geschichte die meiste Zeit leider sehr langatmig, sehr politisch, wenig magisch, die Ermittlungen drehen sich im Kreis, Nike und Sandor sind überwiegend kaum greifbar, etc., aber dann kamen wieder total tolle Formulierungen und spannende Ereignisse, bevor mich die Geschichte wieder verloren hat, ich die Zähne zusammenbeißen musste, um nicht auf meinem Reader einzuschlafen. Besonders das Ende hat einige Pluspunkte bei mir sammeln können, wäre es doch früher gekommen, denn Potential hat die Idee, die Hommage an die Wissenschaft und Kunst, die doch nicht so unterschiedlich zu sein scheinen als es auf den ersten Blick wirkt. Eventuell hatte ich auch ganz andere Erwartungen eher Richtung Lockwood & Co, mit dem Fokus auf Magie und den Ermittlungen. Besonders der Schreibstil war ziemlich anstrengend zu lesen und sehr anspruchsvoll. Trotzdem würde ich einen 2. Band definitiv lesen, weil es noch ziemlich Potential hat. Insgesamt eine interessante Geschichte mit vielen wichtigen Themen, die angesprochen werden, aber teils doch ein wenig die Spannung aus der Geschichte herausgenommen haben. Dennoch vergebe ich 3/5 Sterne und freue mich schon auf das nächste Buchclub Buch, denn der Austausch hat ziemlich viel Spaß gemacht.

    14. Sept. 2022

3 von 12 Rezensionen

Autorin / Autor

Über J. C. Vogt

Das Autorenduo Judith und Christian Vogt lebt in Aachen und teilt die Leidenschaft für die drei großen F: Fantastik, Fechten, Feminismus. Während Judith sich aufs Schreiben spezialisiert hat, versucht Christian als Physiker, ungelösten Mysterien auf den Grund zu gehen. Ihr erster gemeinsamer Roman, »Die zerbrochene Puppe«, erhielt 2013 den Deutschen Phantastik Preis, mit »Roma Nova« und »Wasteland« standen sie auf der Shortlist des SERAPH. Wenn sie nicht gerade Romane schreiben, designen sie Pen-&-Paper-Rollenspiele. Judith podcastet außerdem und gibt das quartalsmäßig erscheinende Zine »Queer*Welten« heraus. Website: www.jcvogt.de

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