Blick ins Buch

Romane

Hund, Wolf, Schakal

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Über das Buch

Nach der Hinrichtung der Mutter im Tumult der Iranischen Revolution fliehen der elfjährige Saam und sein kleiner Bruder Nima mit ihrem Vater nach Deutschland. Doppelt fremd im arabisch dominierten Neukölln, fristet der Vater ein Leben zwischen Taxifahren, Backgammon und Scham, während Saam versucht, die Rolle des Familienoberhaupts auszufüllen. Mit allen Mitteln erkämpft er sich Respekt unter den brutalen Straßengangs, um seinen Bruder Nima zu beschützen. Bis er eines Tages zu weit geht. In seinem spektakulären Debüt schreibt Behzad Karim Khani über die komplizierten Schicksale von Revolutionären, Kleindealern und Messerstechern und entwickelt dabei einen ganz eigenen Sound, in dem sowohl die Melancholie iranischer Prosa als auch die Härte afroamerikanischen Raps anklingen.

Editionen (3)

ISBN4066339278677
VerlagThe AOS
Erscheinungsdatum25.11.22

Rezensionen & Bewertungen

205 Bewertungen

28 Rezensionen

4,2

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  • seitenoscar
    seitenoscar

    134 Follower

    4,5

    📝 „Es ist nicht einfach, Geschenke anzunehmen, wenn man nichts hat. Armut macht jedes Geschenk zu Almosen, jede Großzügigkeit zu Mitleid. Macht den Beschenkten zum Bedürftigen, den Schenkenden zum Gönner.“ (S. 37) 📝 „Wenn man aus einer Welt kommt, die einen nicht will, ist man ihr auch nichts schuldig.“ (S. 112) 📖 In jungen Jahren verlieren die aus dem Iran geflüchteten Brüder Nima und Saam ihre Mutter durch eine Hinrichtung ehrend der iranischen Revolution. Gemeinsam mit ihrem Vater Jamshid hoffen sie auf ein besseres Leben in Berlin Neukölln. 💭 Ein schöner Kontrast zu dem Schreibstil von Heinrich Mann, den ich zuvor gelesen habe. Dieser ermöglichte es mir, sehr schnell in das Geschehen einzusteigen, auch weil die Handlung Anfang der 90er spielt. Khani schafft es meisterhaft die Sprach- den Perspektivenwechsel anzupassen. Saam’s Sprache der Straße, Jamshid’s Sprache der Trauer und des Respekts sowie Nima’s Sprache der Unbekümmertheit und Hoffnung. Das macht sein Werk sehr authentisch. Das Buch sensibilisiert für die Schicksale von Mitmenschen aus anderen Kulturen. Die Gedanken, die Behzad Karim Khani beispielsweise über die Schrebergartenkolonie zu Papier bringt, eröffneten mir einen neuen Blickwinkel. Außerdem finde ich den Prozess, den der Vater durchläuft, interessant. Der Autor fasst diesen in wenigen Worten präzise zusammen: 📝 „Damals war er noch wütend gewesen, später resigniert und schließlich verbittert. Jetzt machte sich eine verbotene Erleichterung schüchtern breit.“ (S.164) Das Buch ist sehr bereichernd für mich und daher kann ich es euch nur empfehlen.

    14. Feb. 2025

  • psicho45
    psicho45

    72 Follower

    3,5

    Hat mir insgesamt schon gefallen, vor allem weil das Buch sehr authentisch und roh wirkt. Man merkt, dass viel Persönliches und Gesellschaftskritik darin steckt, besonders was Gewalt, Männlichkeit und Herkunft angeht. Gleichzeitig hatte ich mir emotional und inhaltlich irgendwie noch etwas mehr Tiefe erhofft. Trotzdem war es ein gutes Buch, das stellenweise wirklich intensiv geschrieben ist. Vor allem die düstere Atmosphäre und die ehrliche Art machen es lesenswert.

    20. Mai 2026

  • hansdampf
    hansdampf

    200 Follower

    5,0

    Ein iranischer Vater flüchtet mit seinen zwei Söhnen nach Berlin-Neukölln. Sie wachsen hier auf und kommen mehr oder weniger mit der Logik der Gewalt zurecht. Beeindruckendes Debüt. Lesenswert!

    3. Juli 2024

3 von 28 Rezensionen

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