Blick ins Buch

Thriller

Märchenwald

4,2(13)
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Über das Buch

Zwei verlassene Kinder. Eine verängstigte Frau. Eine furchtbare Enthüllung. Mitten in der Nacht wird Max von seiner Mutter geweckt. "Seid still", sagt sie weinend, als sie den Zehnjährigen und seine vier Jahre alte Schwester Ellie in einen Wandschrank sperrt. "Geht zu Opa ...", hören die Kinder sie noch flüstern, dann fliegt krachend die Haustür auf. Ihre Mutter schreit. Ellie weint. Um sie zu beruhigen, erzählt Max ihr die Geschichte vom Märchenwald. Während Max und Ellie auf dem Weg zu ihrem Großvater sind, erwacht auf dem Alexanderplatz eine junge Frau blutüberströmt und ohne Gedächtnis. Im Wedding steht Kommissar Kalkbrenner vor dem rätselhaftesten Fall seiner Karriere. Und der Märchenwald birgt nichts Gutes.

Editionen (2)

ISBN4064066256951
VerlagMiss Motte Audio
Erscheinungsdatum26.04.20

Rezensionen & Bewertungen

13 Bewertungen

4 Rezensionen

4,2

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  • zeilenwerft
    zeilenwerft

    142 Follower

    4,0

    Vorab: 1. Bei diesem Titel handelt es sich um eine Wiederauflage. Das Buch ist bereits 2016 im Ullstein Verlag mit einem anderen Cover erschienen. Damit niemand sagen kann, ich bzw. wir hätten das nicht erwähnt. 2. Märchenwald ist der 5 Fall von Paul Kalkbrenner. Jedoch war es mein erstes Buch aus der Reihe und das ist mir nicht aufgefallen. Märchenwald lässt sich komplett unabhängig von dem Rest lesen. Das Buch hat einen rasanten Einstieg in die Geschichte. Ohne langes BlaBla wird der Leser mitten in das geschehen geworfen und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch Berlin und durch den Märchenwald. Denn ja, das Thema Märchenwald zieht sich von Anfang bis Ende durch. Aber vielleicht auf eine Art, die nicht jeder Leser erwarten würde. Der Autor stellt uns unterschiedliche Protagonisten vor und führt uns an die unterschiedlichsten Schauplätze der deutschen Hauptstadt. Ich persönlich kenne mich wenig aus in Berlin aber das macht absolut gar nichts. Mister Krist beschreibt genau gerade so viel von den unterschiedlichen Schauplätze, dass man das Gefühl bekommt genauso viel zu wisssen und vor dem inneren Augen wahrnehmen zu können, wie es nötig ist. Der Autor schweift nicht unnötig ab und so bleibt die Geschichte durchgehend rasant und hat ein stetes anwachsendes Tempo. Die verschiedenen Handlungsstränge scheinen zu erst nicht viel miteinander zu tun zu haben und auch die vorgestellten Figuren scheinen auf den ersten Blick nicht viel zu haben was sie verbinden könnte. Aber wer Martin und seine Geschichte schon etwas kennt, weiß das er sich was dabei denkt. Und das ist das spannende und das was mich als Leser aufmerksam, gespannt und angespannt durch die Seiten fliegen läßt. Die Suche nach der Verbindung. Was verbindet die Menschen? Warum geschieht, was geschieht? Beinahe Atemlos verfolgte die Geschichte und hatte zwischendurch tatsächlich das Atmen vergessen. Die Geschichte nimmt ungeahnte Wendungen. Hält sich nicht zurück mit einer gewissen Anzahl von Schreckensmomente und dem einen oder anderen Ekelmoment. Nicht nur einmal dachte ich: Ürgs. *ggg* Aber ich bin nicht besonders zart besaitet und deswegen war das genau nach meinem Geschmack. Am Ende fügt sich alles zusammen und da treffen wir auch auf den einzigen Kritikpunkt den ich habe: Plötzlich war es vorbei. Und das ging dann mal wirklich viel zu schnell. Ein wenig mehr Erklärung hätte es dann doch gerne sein dürfen. Mir war einfach nicht klar, wie die Personen am Ende darauf gekommen sind, worauf sie eben gekommen sind. Sorry für kryptisch aber ich will ja nicht spoilern. Aber ja das Buch hat mir echt gut gefallen. Und ich empfehle es gerne weiter. 4 Sterne.

    25. Mai 2024

  • 5,0

    Auch dieser Band der Kalkbrenner-Reihe hat mich wieder vollkommen überzeugt. Martin Krist verwebt mehrere Handlungsstränge zu einem faszinierenden Gesamtbild. Es wird düster, beklemmend und stellenweise richtig eklig. Von der ersten Seite an nimmt die Geschichte Fahrt auf und lässt einen nicht mehr los. Da sind zwei Kinder, die sich durch Berlin kämpfen. Eine Frau, die durch die Stadt gejagt wird. Und Kommissar Kalkbrenner, der gemeinsam mit seiner Partnerin Sera Muth zu einem Tatort gerufen wird. Zunächst scheint nichts davon zusammenzupassen - und genau das macht den Reiz aus. Nach und nach beginnt die Puzzlearbeit, bei der sich immer neue Fragen auftun. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, die Kapitel sind kurz und treiben die Handlung rasant voran. Verschnaufpausen gibt es dabei kaum. Die Spannung zieht sich durch das gesamte Buch und geht stellenweise so sehr unter die Haut, dass man einfach weiterlesen muss. Besonders gefallen haben mir die vielschichtigen Figuren und die atmosphärische Darstellung des Berliner Settings. Zum Ende hin greifen die einzelnen Handlungsstränge perfekt ineinander und entladen sich in einem emotionalen, intelligent konstruierten Finale, das mich mit einem großen "WOW" zurückgelassen hat. ...und wenn sie nicht gestorben sind...

    20. Juni 2026

  • tintenwelten
    tintenwelten

    152 Follower

    4,0

    Die Geschwister Max und Ellie werden von ihrer Mutter mit den Worten "Geht zu Opa" in einem Wandschrank versteckt. Dann ist sie verschwunden und hinterlässt lediglich einen Blutfleck. Max kümmert sich rührend um seine kleine Schwester und begibt sich auf den weiten Weg durch Berlin zu ihrem Großvater. Dabei führt er die Bewältigungsstrategie der Mutter weiter und erzählt seiner Schwester Geschichten aus dem Märchenwald, in welchem alles gut wird. Doch zwei Kinder alleine und orientierungslos in der Großstadt ziehen Probleme wie magisch an. Dies ist nur einer von drei Handlungssträngen, die uns der Autor zu Anfang des Thrillers vorstellt. Schnell lernt der Leser auch Zoe kennen, welche ohne jede Erinnerung in einer dunklen und zugemüllten Gasse erwacht. Als sie sie auf Gee trifft und dieser sie zu kennen scheint, weiß die jedoch instinktiv, dass er nicht gut für sie ist. Auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit und auf der Suche nach der Wahrheit irrt auch sie orientierungslos und verängstigt, ja grade zu panisch, durch Berlin. Dabei führt ihr Unterbewusstsein sie an gefährliche Orte. Was diese beiden Teile der Story mit Mordermittler Paul Kalkbrenner zu tun haben erschließt sich dem Leser erst nach und nach. Dieser wird zunächst zu einem Einbruch mit Todesfolge gerufen und dann zu dem Senioren Dieppe, der offensichtlich einem Herzinfarkt erlegen ist. Obwohl er damit allein nicht Teil einer Mordermittlung werden würde, so wird er es durch den Inhalt seiner Kühltruhe umso mehr. Anfangs scheint es so, dass diese drei Handlungsstränge vollkommen unabhängig voneinander stehen, doch dem Leser wird schnell klar, dass einige zeitliche Abläufe und Schauplätze sich überschneiden. So deckt Paul Kalkbrenner im Verlauf das ganze verstörende und schockierende Geflecht um Dieppe auf. Durch kurze, aber knackige Kapitel wird die sowieso schon sehr spannende Handlung nochmals zusätzlich angeheizt, so dass das Buch ein wahrer Pageturner ist. Dabei schwankt der Leser zwischen Sympathie für die beiden Kinder, Mitleid mit der jungen Frau und Ekel und Schock bezüglich Dieppes Taten. Es ist ein wahrhaft gelungener Thriller, der ein besonders grausames Thema behandelt und niemanden kalt lassen wird.

    22. Sept. 2022

3 von 4 Rezensionen

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