Lichtspiel Roman | "Ein Geniestreich von einem Roman, ein Buch, das bleiben wird." ARD Druckfrisch

Lichtspiel Roman | "Ein Geniestreich von einem Roman, ein Buch, das bleiben wird." ARD Druckfrisch

E-Book
4.2421

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Beschreibung

Einer der Größten des Kinos, vielleicht der größte Regisseur seiner Epoche: Zur Machtergreifung dreht G. W. Pabst in Frankreich; vor den Gräueln des neuen Deutschlands flieht er nach Hollywood. Aber unter der blendenden Sonne Kaliforniens sieht der weltberühmte Regisseur mit einem Mal aus wie ein Zwerg. Nicht einmal Greta Garbo, die er unsterblich gemacht hat, kann ihm helfen. Und so findet Pabst sich, fast wie ohne eigenes Zutun, in seiner Heimat Österreich wieder, die nun Ostmark heißt. Die barbarische Natur des Regimes spürt die heimgekehrte Familie mit aller Deutlichkeit. Doch der Propagandaminister in Berlin will das Filmgenie haben, er kennt keinen Widerspruch, und er verspricht viel. Während Pabst noch glaubt, dass er dem Werben widerstehen, dass er sich keiner Diktatur als der der Kunst fügen wird, ist er schon den ersten Schritt in die rettungslose Verstrickung gegangen.

Daniel Kehlmanns Roman über Kunst und Macht, Schönheit und Barbarei ist ein Triumph. Lichtspiel zeigt, was Literatur vermag: durch Erfindung die Wahrheit hervortreten zu lassen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
N/A
Sub-Genre
N/A
Format
E-Book
Seitenzahl
17
Preis
N/A

Beiträge

82
Alle
5

🎞️🎞️🎞️

Leise und kraftvoll erzählt Kehlmann von den Schrecken des Krieges . Nicht an vorderster Front, nicht im Widerstand und nicht im KZ, sondern in der Kunst. G.W. Pabst, Filmregisseur, einst gefeiert als der „rote Pabst“, kehrt ohne Erfolg mit seiner Familie aus Hollywood zurück nach Deutschland. Und kommt dann nicht mehr raus. Hier erhält er wieder die Möglichkeit Filme zu machen. Welche Kompromisse ist er bereit einzugehen, um das nächste Meisterwerk fertigzustellen? Wen lässt er dafür auf der Strecke? Wie sehr treibt der Ehrgeiz Menschen an? Aus verschiedenen Perspektiven folgen wir als Leser:innen Pabst in dieser Zeit und dürfen dabei auch den Nebenfiguren nah kommen und mit ihnen Abscheu, Angst, Stolz, Macht und Manipulation, Ekel, Wut und Schrecken erleben. Und die Liebe, die Leidenschaft zum Film.

4.5

Eine Romanbiografie über den Regisseur G.W. Pabst, der vor dem 2. Weltkrieg politisch links stand, dann jedoch mit den Nazis kooperierte, um weiter Filme zu drehen. Wie immer bei Daniel Kehlmann bekommt man ein großartig geschriebenes Werk, eine interessante Geschichte und eine differenzierte Perspektive auf die Personen. Und dabei vermittelt er schwere Kost auch noch sehr zugänglich. Kehlmann ist immer eine Empfehlung!

5

Hörbuch. Erzählt wird die Geschichte des deutschen Regisseurs Georg Wilhelm Pabst zur NS-Zeit.

4

Ein außergewöhnlicher Roman.Bildhaft geschrieben bedrückend und beängstigend.Das Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht

Ein außergewöhnlicher Roman.Bildhaft geschrieben bedrückend und beängstigend.Das Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht
3.5

Mein erster Kehlmann brachte mir mit G.W. Pabst eine künstlerische Person näher, die mir vorher so nicht bekannt war und beleuchtete sie unter dem Brennglas der Naziideologie. Doch erstmal, worum es geht in diesem Buch. Der Anfang spielt in den 1930er Jahren und beginnt in Amerika, wohin G. W. Pabst und seine Familie ausgewandert sind, genauer nach Hollywood. Fort will der Regisseur, der in Deutschland schon gefeierte Werke in die Kinos gebracht hatte, ebenfalls Fuß fassen. Doch die sprachliche Barriere verhindert, dass Pabst in den Verhandlungen bessere Angebote bekommt und so werden ihm Filme auferlegt, die ihn nicht herausfordern und die finanziell keinen Erfolg bringen. In dieser Situation erreicht ihn die Nachricht, dass seine Mutter vermeintlich dem Tod entgegen sieht und so geht es für die Familie zurück ins ländliche Österreich. Aber wir Pabst es selbst sagt, nur um die Familienangelegenheiten zu regeln. Doch dann bricht der Krieg aus und Pabst muss sich mit seiner Familie zusammen der neuen Situation stellen, indem der nun in Deutschland Filme dreht. Anfangs ist er nicht gewillt, doch nach ind nach arrangiert er sich mit dieser Situation und sieht auch über Dinge hinweg, die die Naziherrschaft und ihre Ideologie mit sich bringen. Ich bin an dieses Buch recht unvoreingenommen heran gegangen. Aufmerksam bin ich auf diesen Roman eigentlich nur geworden, weil er zusammen mit Nachts ist es leise in Teheran auf der Shortlist für den International Booker Prize gelandet ist. Bisher habe ich noch keinen Roman von Daniel Kehlmann gelesen, also wusste ich nicht, was nicht sprachlich erwartet. Der Roman ist sehr nüchtern geschrieben, folgt voll und ganz dem Weg von Pabst, wobei die Kapitel nicht immer stringent aus seiner Sicht erzählt werden. Mal wird auch der Blickwinkel seiner Frau dargestellt oder von seinem Sohn. Dabei schwebt aber immer der Fortlauf der Geschichte und die Entwicklung von Pabst in seinem gewählten Umfeld mit. Insgesamt wird keine Effekthascherei betrieben und auch nicht der Moralapostel heraushängen gelassen. Vielmehr versteht es Kehlmann die menschliche Seite der Figur Pabst zu beschreiben, was ihn dazu getrieben haben könnte, das Leben so zu leben, wie er es nachweislich getan hat und wie das sein engsten Umfeld beeinflusst. Es ist unter dem Gesichtspunkt, wie man versucht in einer faschistischen Umgebung klarzukommen, nicht immer in schwarz und weiß zu halten, denn viele Grautöne werden ebenfalls mit eingezeichnet. Man kann Pabst nach der Lektüre vielleicht als blind bezeichnen, als Mitläufer. Aber er war vielmehr Perfektionist auf seinem Gebiet und nur dort und dem hat er alles untergeordert. Die Überlegung, ob das nun gut oder schlecht ist, wird den Lesenden überlassen. Das will einem der Autor nicht abnehmen und das ist auch gut so. Letztendlich habe ich ein gut geschriebenes und gefälliges Buch gelesen, dass mir einen Kunstschaffenden näher gebracht hat, den ich vorher nicht kannte. In meinen Augen ist es aber kein großartiger Roman geworden, sondern eher so oberes Mittelmaß. Es hat mir zwar gut gefallen beim Lesen, aber so richtig nachdrückliche Erinnerungen hat es leider nicht hinterlassen. Es ist eine gute Empfehlung, aber leider keine nachhaltige. Zumindest bei mir persönlich.

Einst zählt er zu den Giganten des Kinos, Vielleicht ist er sogar der bedeutendste Regisseur seiner Zeit. Als in Deutschland die Nationalsozialisten an die Macht gelangen, arbeitet G. W. Pabst bereits in Frankreich. Entsetzt über die Entwicklungen in seiner Heimat, sucht er Zuflucht in Hollywood. Doch im gleißenden Licht Kaliforniens verliert selbst ein Künstler seines Formats plötzlich an Größe; die Traumfabrik lässt ihn fremd wirken, fast bedeutungslos. Nicht einmal Greta Garbo, deren Ruhm er mitgeprägt hat, vermag ihm dort den Weg zu ebnen. So kehrt Pabst, beinahe wider Willen, nach Österreich zurück. In ein Land, das inzwischen zur „Ostmark“ geworden ist. Die Härte und Brutalität des Regimes treffen ihn und seine Familie unmittelbar. Dennoch richtet sich der Blick aus Berlin auf ihn: Der Propagandaminister will den gefeierten Regisseur für seine Zwecke gewinnen, duldet keinen Widerspruch und lockt mit Versprechen. „Bedenken Sie, was ich Ihnen bieten kann”, unterbrach der Minister, „zum Beispiel KZ. Jederzeit. Kein Problem. Aber das meine ich ja gar nicht. Ich meine, bedenken Sie, was ich Ihnen auch bieten kann, nämlich: alles, was Sie wollen. Jedes Budget, jeden Schauspieler…….” Während Pabst noch glaubt, sich diesem Sog entziehen zu können, überzeugt davon, einzig der Kunst verpflichtet zu sein, hat er längst den ersten Schritt getan, hinein in eine Verstrickung, aus der es kein Entkommen mehr gibt. Daniel Kehlmann gelingt mit seinem Roman Lichtspiel ein großer Wurf: eine eindringliche Erkundung der Spannungen zwischen Kunst und Macht, zwischen betörender Schönheit und zerstörerischer Barbarei. Das Werk entfaltet seine Kraft gerade darin, dass es nicht bloß erzählt, sondern sichtbar macht, wozu Literatur fähig ist, nämlich durch die Kunst der Erfindung eine tiefere, vielleicht wahrhaftigere Wirklichkeit freizulegen. Lichtspiel entfaltet sich wie ein Film auf Papier, mit Momenten, die sich ein wenig dehnen, beinahe zögernd wirken, doch gerade daraus erwächst am Ende seine Größe. Was zunächst wie kleine Längen erscheint, fügt sich schließlich zu einem eindrucksvollen Ganzen, das lange nachwirkt und seine ganze Wucht erst im Rückblick offenbart. Eine nachdrückliche Empfehlung für diesen Roman, der es bis auf die Shortlist des Booker Prize geschafft hat!

5

Großer Roman mit Tiefgang

Ich habe diesen Roman als Hörbuch erlebt und er zog mich sofort in seinen Bann. Das liegt nicht nur an der Geschichte sondern auch daran wie der Sprecher ,ich könnte ihm ewig zuhören,diese Geschichte erzählt. Ich schreibe bewusst nicht "vorliest" denn er gibt diesem Roman mehr als ihn nur zu lesen. Es geht um den (mir bis dato unbekannten) Regisseur G.W.Papst. Vor den Nazis geflüchtet kehrt er in das von den Nazis besetzte Österreich zurück ,seine Mutter ist an Demenz erkrankt und er muss sich kümmern. Aber es ist nur ein Vorwand,denn letztendlich kümmert er sich mehr um seine Arbeit als dann tatsächlich um sie. Nach einem persönlichen Gespräch mit Goebbels ,der ihn erpresst bzw droht ,beginnt er wieder zu drehen und in wendet sich und seine Meinung in erschreckendem Tempo. Erst geflüchtet prahlt und schwärmt er plötzlich regelrecht das es keinen besseren Ort auf der Welt geben ,in dieser Zeit,geben würde um "frei" zu arbeiten . Er arrangiert sich mit denen vor denen er einst flüchtete. Mir gefielen die zahlreichen bekannten Zeitgenossen wie Greta Garbi,Heinz Rühmann, Leni Riefenstahl ,Fritz Lang usw die alle in diesem Roman auftauchen, der Autor schildert sie sehr lebendig ,das gibt dem Roman eine eigene Dynamik. Ich finde es schon erschreckend aber auch bezeichnend wie schnell Menschen sich und Ihre "Gesinnung" ändern nur um persönliche Vorteile zu erlangen. Für mich ein großer Roman mit Tiefgang .

5

Die beinahe filmisch perfekt inszenierte Geschichte um den Regisseur G.W. Pabst beschreibt kein einfaches Thema der dunklen Zeit des 2. Weltkriegs in Österreich und Deutschland. Pabst, bereits vor den Nazis nach Amerika geflohen, kehrt mit Ehefrau und Sohn auf Drängen seiner Mutter, die noch in Österreich lebt, zurück und kann bei Ausbruch des Krieges das Land nicht mehr verlassen. Zunächst dem Regime gegenüber ablehnend beginnt er eher aus der Not heraus wieder Filme zu drehen und somit auch indirekt dem Land und seinem Propaganda-Apparat dienlich zu sein. Es ist neben Pabst des Filmen selbst, der hier die Hauptrolle spielt. Neben der genauen Beleuchtung der Arbeit und Leidenschaft des Regisseurs wird immer wieder deutlich, welchen Stellenwert der Film zu dieser Zeit für das Nazi-Regime hatte. Die vordergründige Passion von Pabst erlaubt ihm das Eintauchen in seine Kunst und gleichzeitig aus der Realität zu fliehen, obwohl die Ereignisse ihre Beachtung einfordern und sich mehr und mehr aufdrängen. Daniel Kehlmann versteht es meisterhaft, Fakten und Fiktion zusammenzuführen und eine nahezu perfekte Geschichte daraus zu weben. Zwar wird im Anhang betont, sie sei fiktiv gestaltet, aber es muss klar sein; dass es eine nahe Anlehnung an die zumeist real existierten Personen gibt zumal das Filmmaterial zum grossen Teil heute noch zugänglich ist. Die Hörbuch-Version, meisterhaft gelesen von Ulrich Noethen ist sehr zu empfehlen.

5

Ein Meisterwerk

In vielen kleinen Geschichten lässt Daniel Kehlmann mit gewohnt eindringlicher Sprache die Schrecken der NS-Zeit auferstehen. Handlungsort ist hier eher ungewöhnlich: die Filmbranche. All die Situationen, die aufgezeigt werden und von Bedrohlichkeit erfüllt sind, gleichen einem Film - sicherlich nicht ohne Grund.

4

Ganz großes Kino...

Es gab ein paar Stellen im Buch, die ich als etwas langatmig empfand, aber insgesamt ist es einfach richtig gut geschrieben. Es las sich wie ein Film, man konnte sich die einzelnen Szenen immer lebhaft vorstellen. Ich fand es gut, dass nicht alles erklärt wurde, an einigen Stellen hätte ich mir sogar noch gewünscht, dass er eine Szene offen gelassen und nicht erklärt hätte. Es ging vielschichtig um Moral und künstlerisches Schaffen, ohne wirklich mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Das Ende fand ich perfekt: Es hat sehr gut den Rahmen der Geschichte wieder geschlossen.

4.5

Ein hochinteressanter Roman über Filme und Menschen in einer düsteren historischen Epoche

"Lichtspiel" von Daniel Kehlmann handelt vom berühmten Regisseur G.W. Pabst. Auch wenn die Dialoge und teilweise die Personen fiktiv sind, bedient sich Kehlmann auch Ereignissen die (lose) auch in der Wirklichkeit stattgefunden haben. Die Handlung ist dicht und spannend, vorallem für jeden der sich für Filmgeschichte und/oder die Zeit des Nationalsozialismus interessiert. Der Schreibstil ist flüssig und konstant, die unterschiedlichen POVs sind gut umgesetzt. Das Buch enthält einige richtig starke Kapitel, die gleichzeitig ein Reminder an die Leute sind, die behaupten, dass sie damals viel mutiger als alle anderen gewesen wären. Es war eben damals aus unterschiedlichen Gründen nicht so einfach, zumal man damals nicht wusste, dass die Zeit irgendwann vorbei sein wird. Auch die Darstellung unterschiedlicher Charaktere (seien es Einzelpersonen, oder Personengruppen) ist sehr gut gestaltet und erlaubt viel Raum für Interpretationen. Für mich ist "Lichtspiel" mein erstes Jahreshighlight 2026 und ich werde sicherlich noch einige Zeit darüber nachdenken.

5

Ein thematisch nicht ganz einfaches, aber dennoch sehr ergreifendes Buch. Sehr bewegend und avanciert auf Anhieb einem meiner absoluten Favoriten!

4

4,5 Sterne, spannend, informativ, gut erzählt. Empfehlung. Manche Erzählstränge hätten ausführlicher sein können, aber durch die kurzen Einblicke in Situationen und Lebensläufe hat der Text zum Nachdenken angeregt. Die Angst und Unsicherheit der Menschen dieser Zeit im deutschen Reich waren greifbar und glaubhaft. Auch wenn einige Szenen überspitzt dargestellt waren, so hat gerade dies die Bedrohungen und Furcht glaubhaft gemacht. Wertvolle Beschreibung einer schlimmen Zeit und deren Auswirkungen auf eine Familie, die Kunst und das Leben.

5

Ganz großes Kino

Bei einem Buch von Daniel Kehlmann kann man in der Regel, bereits ohne eine einzige Seite gelesen zu haben, selbstbewusst behaupten, es mit einem großartigen Stück Literatur zu tun zu haben. Dass er zu den besten deutschsprachigen Literaten der Gegenwart gehört, demonstriert Kehlmann auch in "Lichtspiel" wieder einmal mit Bravur. Die Komposition selbst liest sich dem Thema entsprechend wie ein epochaler Film, was beweist, wie viel technisches und cinematographisches Know-how der Autor sich bei der Recherche angeeignet hat. Ganz besonders zeigt sich diese Meisterschaft, wenn Pabst am Ende des monumentalen Mollander-Kapitels nur noch in Kameraeinstellungen denkt und darauf basierend handelt. Der grausame Horror der NS-Zeit wird mit gebührendem Respekt und ebenso gebührend drastisch geschildert, wobei oft die subtilen Implikationen dessen, was nicht ausgesprochen wird, das größte Schaudern erzeugen. Ein Meisterwerk mit heutzutage leider wieder dringend nottuendem mahnendem Impetus gegen Faschismus und Opportunismus.

5

Großartiger Kehlmann, wieder einmal. Wer anspruchsvolle und zugleich gute Unterhaltung sucht, ist mit diesem Roman bestens bedient. Erzählt wird die Geschichte eines Filmemachers, der sich und seine Familie ins Nazireich zurückführt, obwohl er den Absprung schon geschafft hatte. Doch unzufrieden mit den begrenzten Möglichkeiten im Ausland kehrt er zurück und opfert seine Überzeugungen und seine Familie dem zweifelhaften Ruhm und einer Kunst, die unmenschliche Wege geht. Absolut lesenswert!

4.5

Sehr komplexe und spannende Geschichte, über einen Menschen, der eigentlich mit dem Politischen Machtapparat nichts zu tun haben möchte, jedoch stark von ihm profitiert.

Mein erster Kehlmann und ich wurde nicht enttäuscht. Vorsicht Spoiler: Die Entstehung der Filme und die innere Zerrissenheit der Familie, ist sehr ausführlich beschreiben und man will immer wissen wie es weitergeht. Die Fülle der Personen ist manchmal etwas verwirrend, man kommt dennoch gut mit. Man spürt außerdem die bedrückende Atmosphäre der damaligen Zeit, beispielsweise als er zurück gekehrt ist, oder beim Gespräch mit Goebbels. Interessant ist natürlich der Umstand, das die Geschichte nicht komplett fiktiv ist. Die Charaktere gab es, auch wenn die Geschichte nicht unbedingt immer der Wahrheit entspricht. (Auf YouTube existiert ein Interview mit Kehlmann auf der Frankfurter Buchmesse 2023, welches sehr interessant diesbezüglich ist) Interessante Geschichte und gut beschriebene Charaktere. Es wird nicht mein letzter Kehlmann bleiben.

3.5

Ein intensives Buch über den österreichischen Filmregisseur G.W. Pabst. Durch die vielen unterschiedlichen Perspektiven sehr interessant, aber nicht sehr leicht zu lesen.

5

Das sprachlich grandios verfasstes Portrait über das berufliche und „moralische“ Scheitern Georg Wilhelm Pabst - fiktiv aber absolut greifbar und nachhaltig Gedanken anregend.

5

Eine ganz wunderbare Sprache

Wer Freude an schöner Sprache hat - unbedingt lesen. Wer einen neuen Aspekt über das dritte Reich erfahren will- unbedingt lesen. Wen die Schergen alles mobil gemacht und in den Tod geschickt haben und dabei aber noch „Durchhaltefilme“ bis kurz vor Kriegsende gedreht haben. Drehbuchautoren, die zwar eigentlich Berufsverbote hatten, aber unter falschem Namen der Sache dienen sollten. Wirklich interessant, da ist es echt egal, ob man sich für die Stars und Sternchen aus der Zeit interessiert oder deren Namen nicht kennt!! Viel Freude damit! Sehr lustig: der Verlag macht gerade Werbung für die besten Bücher des Jahres. Kategorien u.a. Fantasy, Sachbuch, Romane etc. dieses Buch ist unter „Literatur“ zu finden- beste Kategorie!!!

5

Hat mir sehr gefallen und ich möchte jetzt Pabsts Filme sehen.

5

Großes Kino, kunstfertig, atmosphärisch und packend 

Am liebsten würde ich diese Rezension mit der Fanfare von „20th Century Fox“ unterlegen. Bei diesem Buch weiß man nicht, ob es ein erstklassiger Film oder hohe Literatur ist. Irgendwie ist es beide! G.W. Pabst hat im Deutschland vor dem zweiten Weltkrieg als Regisseur große Erfolge gefeiert. Er hat die Garbo entdeckt und war über die Landesgrenzen hinaus für seine Nahaufnahmen und Schnitte bekannt. Mit der Machtergreifung setzt er sich nach Amerika ab, findet dort aber weder Anerkennung noch Glück. Er möchte weiterhin als großer Regisseur tätig sein und gibt sich nicht mit kleinen Jobs zufrieden. Also entscheidet er sich, entgegen der Strömung, zurück ins Reich zu fahren, genauer in die Ostmark, wo seine demenzkranke Mutter versorgt werden muss. Seine Frau Trude und sein Sohn Jakob müssen mit. Ein fataler Schritt in die falsche Richtung. Schon bei der Überfahrt an der Grenze wird der Fehler deutlich. Um Repressalien zu entgehen heult er mit den Wölfen, zwar widerwillig und leise, aber er heult. An alte Erfolge kann er nicht anknüpfen, und auch nach dem Krieg trauert er nicht nur der guten alten Zeit hinterher, sondern auch seinem letzten Film, der auf der Flucht aus Prag verloren ging. Daniel Kehlmann ist hier ein grandioser Pageturner gelungen. Mindestens genauso kunstfertig wie Pabst seine Filme, komponiert er das Buch szenisch. Jedes Kapitel wartet mit besonderer Atmosphäre auf. Und nicht nur einmal hat man das Gefühl, dass das Buch gefilmt, geschnitten, und auf die Leinwand geworfen wurde. Die einzelnen Figuren sind so intensiv in ihrem Ausdruck. Die ständige Angst vor Übergriffen durch die Nazis habe ich deutlich gespürt. Beklemmung macht sich breit und ich frage mich, wie es wohl für mich wäre, in solch einer Gesellschaft zu leben. Ein unüberlegtes Wort, ein Schweigen an falscher Stelle, und selbst das Anschneiden belangloser Themen kann einem zum Verhängnis werden. Alles hat eine doppelte bis dreifache Bedeutung - die Rezension eines Buches, die Zubereitung eines Essens, und das Gespräch nebenan. Nichts ist einfach alltäglich, alles ist gefährlich. Dass Leute verschwinden wird, hingenommen und nicht kommentiert, schon allein aus Angst nicht, dass man der nächste ist. Die Hausmeisterfamilie im Schloss Dreiturm ist grauslig, weil sie scheinbar normal zu dieser Zeit war. Die große Ignoranz der Machthabenden, zeigt sich besonders in der Szene mit Leni Riefenstahl. Eiskalt! Die Sichtweise und die Wandlung des Sohnes Jakob fand ich ebenfalls stark. Wie er während einer Zugfahrt das Landschaftspanorama, inklusive Stromleitungen, in seine Beobachtungen einfließen lässt ist großes Kino. Pabst scheitert nicht nur durch falsche Entscheidungen, sondern auch durch seine Besessenheit während der Arbeit. Diese macht ihn zwar zum besonderen Regisseur, der auch seinen Mitarbeitern viel abverlangt, lässt ihn aber privat falsche Prioritäten setzen. Der Roman erhebt keinen Anspruch auf Realitätsnähe. So manches Mal verschwimmt Realität mit Fiktion, und zwar aus der Feder des Autors und in der Wahrnehmung der Figuren. Besonders hervorheben möchte ich noch die Eingangs- und Abschlussszene mit Wilzek - für mich gehört sie mit zu dem Besten, was ich bisher in der deutscher Literatur gelesen habe. Ich könnte noch ewig weiter schwärmen von der Schreibkunst des großen Kehlmann - und ihr merkt, das ist ein Jahres Highlight für mich

Großes Kino, kunstfertig, atmosphärisch und packend 
5

Tolles Buch. Mein Highlight bisher in diesem Jahr.

5

Was für ein großartiges Buch - es gibt Szenen, die ich echt erstmal nicht vergessen werde.

5

Ganz großes Kino!

«Du hast recht», hat er schließlich gesagt. «Aber nur halb. Denn all das geht vorbei. Aber die Kunst bleibt.» «Selbst wenn das so ist. Selbst wenn sie bleibt, die ... Kunst. Bleibt sie nicht beschmutzt? Bleibt sie nicht blutig und verdreckt?» (D. Kehlmann - Lichtspiel - S. 303) Daniel Kehlmanns Roman „Lichtspiel“ erzählt die Geschichte des Regisseurs G.W. Pabst, der in der Weimarer Republik zu den erfolgreichen Filmpionieren gehörte und nach einem erfolglosen Gastspiel in den USA 1938/1939 in die „Ostmark“ zurückkehrt. Während er das ursprüngliche Anliegen, seine kränkliche Mutter zu versorgen, bewältigen kann, scheitert der zweite Teil seines Plans - die erneute Ausreise. Pabst wird vom Krieg überrascht und erhält eine Einladung nach Berlin, wo man ihm nahelegt, sich zu fügen und wieder Filme zu drehen. Gestützt durch Archivrecherchen untersucht Kehlmann, was dazu geführt haben könnte, dass ein Regisseur, der Stoffe von Brecht und Ehrenburg bearbeitet hatte und der als „der rote Pabst“ galt, begann, Filme in Nazideutschland zu machen. Episodenhaft und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet er Leben und Werdegang der Familie Pabst - zeigt schwindende Freiräume in Schule, Arbeit und gesellschaftlichem Leben. Bis etwa zur Hälfte des Romans entwickeln sich dabei immer wieder lustige, groteske Situationen - mit fortschreitender Lektüre blieb mir aber das Lachen im Halse stecken und wurde von Grauen abgelöst. Das Filmthema ist dabei nicht nur auf der Inhaltsebene präsent. Es spiegelt sich auch in der Erzählweise wider, die mit Zeitdehnung und -verkürzung, Schärfe und Unschärfe, Fokus und Schnitt arbeitet. In der wunderbaren Lesung im Potsdamer Waschhaus am 25.01.2024 sprach Kehlmann sinngemäß von einer „Romanisierung“ filmischer Stilmittel. So ist dieser Roman aus meiner Sicht großes Kino und ich spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus! Ich würde ihn am liebsten gleich nochmal lesen - auch weil mich die zugrundeliegende Frage, auf die das an den Beginn gestellte Zitat abzielt, so sehr beschäftigt…

Ganz großes Kino!
4.5

Kehlmann erzählt die Geschichte des deutschen Stummfilmregisseurs GW Pabst, der in Hollywood Karriere machte. Mit der Erfindung des Tonfilms sank sein Stern in Hollywood rapide und Pabst fällte eine fatale Entscheidung: entgegen dem Rat aller Menschen um ihn herum reist er am Vorabend des 2. WK zurück nach Europa und sogar nach Österreich, um seine alte Mutter zu besuchen und in Europa Karriere zu machen. Sein Sohn landet bei der Wehrmacht, Pabst wird dazu gebracht Propagandafilme für das Naziregime zu machen. Sehr interessante biographische Geschichte über Filme und Künstler*innen im dritten Reich. Hat mir sehr gut gefallen. Den halben Stern Abzug gab es wegen Längen im Mittelteil. Aber es lohnt sich definitiv durchzuhalten!

5

Endlich wieder ein Kehlmann! Jede Szene wunderbar zu lesen!

5

Ganz großes Kino!

Die Geschichte des Regisseurs G. W. Pabst, der aus den USA nach Nazi-Deutschland zurückkehrt, um hier seinen - wie er findet - besten Film zu drehen. Leider vergeblich... Bereits das erste Kapitel ist grandios und setzt den Ton für den Rest des Romans: Es sind die 70er Jahre und Franz Wilzek, der ehemalige Assistent von Pabst, wird aus der Seniorenresidenz "Abendruh" abgeholt, um in einer Fernsehsendung über die gemeinsame Arbeit mit dem berühmten Regisseur zu berichten. Die Ich-Perspektive des mittlerweile dementen Wilzek versetzt uns mitten in das löchrige Gehirn des alten Mannes. Die Frage nach dem Film "Der Fall Molander" bringt ihn aus dem Konzept. Den Film hat es nie gegeben und doch tauchen Erinnerungen in seinem unzuverlässigen Hirn auf. Was es mit diesem Film auf sich hat und warum am Ende eine ganze Nation Erinnerungslücken hat, das erfahren wir im weiteren Verlauf dieses großartigen Romans. Die Geschichte von G. W. Pabst wird aus den wechselnden Perspektiven der Beteiligten erzählt. Die Frage, wie sehr man seinen Wahrnehmungen und Erinnerungen trauen kann, spielt dabei immer wieder eine Rolle. Ein Roman wie ein Film. Ganz großes Kino!

4.5

Inhaltlich und erzählerisch auf ganz hohem Niveau. Ein Roman, der noch lange nachwirkt und mir den Film der späten 20er und 30er Jahre ein bisschen näher gebracht habe. Sehr lesenswert.

4.5

Das Regime und die Kunst

»Lichtspiel« folgt der Biographie des Filmemachers Georg Wilhelm Pabst, einer der großen Regisseure der Weimarer Republik. In verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven, mal durch Pabst, mal durch seine Kollegen und Weggefährten, beleuchtet »Lichtspiel« den schmalen Grat und die Abgründe zwischen Kollaboration, Mitverantwortung, Integrität und Charakterstärke. Daniel Kehlmann lässt uns in seinem fiktionalen Roman erneut historische Persönlichkeiten in wunderbarer Sprache und einigen beeindruckenden Szenen begleiten. Das groteske Aufeinandertreffen zwischen Pabst und Goebbels im Berliner Ministerium oder der Konflikt am Set mit Leni Riefenstahl sind für mich absolute Highlights. Keine leichte Kost. Aber mir hat dieser bewusst enge Blickwinkel auf die Gräuel des Nazi-Regimes aus der Sicht von Kunst und Kultur gepackt. Ich hoffe, dass Kehlmann noch viele historische Personen zum Leben erwecken wird.

Das Regime und die Kunst
4.5

Unterhaltsam und Lehrreich.

Ein grossartiger Roman um den bekannten Regisseur Georg Willhelm Pabst. Daniel Kehlmann schreibt sehr eindringlich und lebhaft. Sehr lesenswert!

4

Gutes Buch mit kleinen Hindernisse

Die Geschichte vom Regisseur Georg W. Pabst vor und während des 2. Weltkrieges ist keine leichte Sommerlektüre. Mich hat die Sorache begeistert, manchmal hatte ich Probleme mit dem Wechsel der erzählenden Personen. Ansonsten kann ich dieses Buch empfehlen. Ob es dem wahren Leben von Pabst entspricht, müsst ihr selbst rausfinden.

5

Jahreshighlight 2023

Ich empfehle gerade einer Bekannten diesen großartigen Roman und sehe dass ich damals nicht gerade viel geschrieben habe. Ich hatte es am Erscheinungstag bekommen und sofort gelesen. Ich war begeistert. Die Szene mit Goebbels, einmalig. Es ist ein Buch das in Erinnerung bleibt.

5

Großartiges Buch! Vor dem Hintergrund der emigrierten deutschen Filmregisseure nach Hollywood kurz vor Ausbruch des 2. WK erzählt Kehlmann eine packende Geschichte über Kultur in Zeiten der Diktatur. Sprachlich brilliant, die Tiefe der Charaktere fein ausgearbeitet, ohne Längen und Langeweile. Wir erleben emotional sehr nah den moralischen Konflikt eines Starregisseurs, zerrissen zwischen der Unbedeutsamkeit in Hollywood und dem Anbiedern an die Nazis in der Heimat. Absolute Leseempfehlung.

4

Schöne Sprache. Leider stimmt die Biographie nicht unbedingt mit der historischen Wirklichkeit überein, daher bleibt fortwährend das Gefühl, ist das, was Kehlmann gekonnt bildhaft beschreibt, nun Fakt oder Fiktion? Stilistisch hervorragend

3.5

Ein gutes und beeindruckendes Buch. Mir persönlich war die Distanz zu den Figuren etwas zu groß. Deshalb hat es mich nicht so richtig mitgezogen.

4.5

"Aber war er wirklich ein Nazi?", fragte Paul Levy

So ungewöhnlich eine Romanbiographie im 21. Jahrhundert anmutet, so hervorragend gelingt sie Daniel Kehlmann. Überzeugend sind insbesondere die wechselnden Erzählpersperspektiven, vor allem zu Beginn des Buchs, und der lebendige Schreibstil, der, gekoppelt mit den kurzen Blenden und den oftmals schnellen, hektischen Schnitten, die Rastlosigkeit der Figuren verdeutlicht. Tiefe Zweifel der Figuren sind eher randständig: In der Reihe an Widersprüchlichkeiten, die aus Opportunitätserwägungen oftmals hingenommen werden, hätte ich mir teilweise etwas mehr Tiefe gewünscht, mehr Zweifel und mehr Offenheit; dafür konnte ich nicht immer nachvollziehen, warum manche Passagen so in die Länge gezogen wurden - hier hätte wiederum zeitweise der kürzere Schnitt geholfen, um die hohe Geschwindigkeit, mit der Kehlmann so oft so sehr glänzt, noch öfter beibehalten zu können.

5

Ein großartiges Buch, dass ich jedem nur empfehlen kann. Dieses Buch war so gut, dass ich wünschte ich hätte es nicht gelesen, denn dann könnte ich es nochmal lesen. Schon das erste Kapitel war wundervoll und hat mich nachdenklich gemacht und Emotionen in mir ausgelöst. Die ganze Geschichte war mit so vielen kleinen Details ausgearbeitet, die Sprache die Kehlmann nutzt, ist voller Ästhetik. Das ganze Buch hat mich sehr aufgewühlt und mir Impulse gegeben mir über verschiedenes Gedanken zu machen. Lichtspiel bekommt von mir 5/5 Sternen und einen Platz bei meinen Lieblingsbüchern.

4

Kunst schaffen unter dem NS Regime

Dieser Roman handelt vom deutsch-österreichischen Regisseur G.W. Pabst. Er versucht in der Amerikanischen Filmbranche Fuß zu fassen, was deutlich schwerer ist als gedacht. Sein erster Film wird ein Flop. Daraufhin sieht er sich gezwungen zurück nach Europa zu gehen. Leider zur falschen Zeit… Pabst lehnt den Nationalsozialismus und seine Ideologien von Anfang an ab. Dennoch fügt er sich zunehmend dem Regime, um sich und seine Familie nicht in Gefahr zu bringen. Kehlmann zeigt, wie Kunstschaffende im Nationalsozialismus benutzt wurden, um die Propaganda des Staats zu verbreiten und auch welche moralischen Dilemma dabei entstehen können. Es zeigt wie viel Mut und Furchtlosigkeit es braucht sich gegen ein solches Regime aufzulehnen. gut geschrieben & sehr lesenswert, vor allem für Geschichts- und Filminteressierte.

3

Handwerklich fantastisch

Sehr sehr gut geschrieben, aber extrem wirr. Der Anfang ist extrem vielversprechend, so wie das Ende. Der eigentliche Teil der Geschichte ist jedoch anfangs zu verworren, man kommt schwer in die Geschichte rein. Später wird es fesselnd und gut gemacht, jedoch endet das schnell wieder, wenn sich die Perspektive ändert. Es fühlt sich an, als fehlen Teile.

4

Ein halbfiktionale Biographie über den bedeutenden Regisseur G.W. Pabst, der in der Weimarer Republik große Erfolge feiert und durch seinen Film „DIE FREUDLOSE GASSE“ Greta Garbo zum Star macht. Erschienen am 10.10.2023 bei Rowohlt - 480 Seiten. Zunächst unpolitisch, erhält Pabst schließlich den Beinamen „Der rote Pabst“, da seine Filme von politischen und gesellschaftskritischen Themen geprägt sind und er großen Wert auf künstlerische Darstellungen und eine von ihm entwickelte Kameraführung und einen besonderen Filmschnitt legt. Er verlässt 1933 NAZI-Deutschland und versucht seine Karriere in Hollywood. Er scheitert jedoch - da seine Arbeitsweise nicht mit der der amerikanischen Filmfirmen übereinstimmt - und kehrt nach Österreich zurück; eigentlich will er nur seine kranke Mutter besuchen, bleibt jedoch dort hängen, da plötzlich der Krieg ausbricht. Das Ministerium für Film und Propaganda spannt ihn - zunächst gegen seinen Widerstand - für ihre Zwecke ein. Erst auf eine sehr direkte Drohung des (im Buch namenlosen) Ministers, gibt er sich geschlagen und dreht Filme für die NAZIS. Hierbei bemüht er sich, unpolitisch zu bleiben. Zwischendurch trifft er auch auf Lena Riefenstahl, neben der er sich kaum behaupten kann. Sein letzter Film wird im bereits umkämpften Prag gedreht - er kann ihn gerade noch schneiden und verlässt dann Wien; auf der Flucht verliert er den Film und zerbricht daran. Buch und Wirklichkeit stimmen nur bedingt überein. Pabst ist beispielsweise nicht wegen seiner Mutter, sondern wegen seines Vaters nach Berlin zurückgekehrt. Auch hatte er keinen Sohn namens Jakob und vieles hat sich sicher anders abgespielt, als im Buch. Kehlmann hat es jedoch geschafft, hier eine so schöne Durchmischung von Wahrheit und Fantasie zu bewerkstelligen, durch den die Charaktere, ihre Sorgen, ihre Ängste - ihr Engagement mit der NAZI-Herrschaft in einer großartigen Satire dargestellt werden. Die Begegnung von Pabst mit dem Minister für Propaganda erscheint wie eine eigene Inszenierung im Buch. Die Figuren agieren zum Teil derart absurd, dass es zum Lachen und zum Weinen gleichzeitig ist; ohne aber eine Grenze zu überschreiten. Sehr schön ist auch eine Begegnung mit Heinz Rühmann, in der dieser unverblümt zugibt, dass er die Ehe mit seiner Frau hinter seiner Arbeit zurück gestellt hat. Ein großes Kino, ein herrliches Lichtspiel! Zum Ende hin wurde es etwas lang, weshalb ich persönlich einen Stern abziehen möchte. Eine ganz klare Empfehlung für jeden, der historisch interessiert ist, sich jedoch im Sinne einer wunderbar geschriebenen Geschichte damit anfreunden kann, dass der Autor sich hier und da auch schriftstellerische Freiheiten genommen hat. Mich hat es insbesondere angesprochen, da ich mich zurück erinnert habe an meine mündliche Abiturprüfung in Geschichte; Thema: Der Propagandafilm im Nationalsozialismus.

4

Sehr spannendes und interessantes Buch, wenn man sich für Stummfilme und die Zeit des zweiten Weltkriegs interessiert. Etwas surreal geschrieben, aber trotzdem einfach zu lesen - liest sich sehr schnell weg.

5

Für mich das beste Buch von Kehlmann. Wusste vorher nichts über Pabst und finde die Wahl des Regisseurs als Protagonist genial, weil er mit seiner ambivalenten Rolle im Dritten Reich auch irgendwie das sogenannte Mitläufertum der deutschen Gesellschaft repräsentiert. Lieblingssequenzen im Buch sind auf jeden Fall die aus der Sicht des Sohnes und alles über den absoluten Antihelden Jerzabek.

Für mich das beste Buch von Kehlmann. Wusste vorher nichts über Pabst und finde die Wahl des Regisseurs als Protagonist genial, weil er mit seiner ambivalenten Rolle im Dritten Reich auch irgendwie das sogenannte Mitläufertum der deutschen Gesellschaft repräsentiert. Lieblingssequenzen im Buch sind auf jeden Fall die aus der Sicht des Sohnes und alles über den absoluten Antihelden Jerzabek.
4

Tragisch und bisweilen komisch

Vor Jahren hatte ich schon einmal versucht, einen Kehlmann zu lesen. Die Vermessung der Welt war dann aber irgendwie gar nicht mein Fall. Auch in Lichtspiel wird eine historische Persönlichkeit zu einem fiktionalen Charakter - das scheint Kehlmanns Ding zu sein -, jedoch hat mich die Geschichte dieses Mal mehr gepackt. Wir lernen hier, dass man sich ziemlich verbiegen oder gar das Leid Anderer komplett ausblenden kann, wenn es das eigene Überleben oder auch nur Reüssieren sichert. Möglicherweise erklärt sich hieraus, warum die Story so aktuell ist und auch im englischen Sprachraum so gut ankommt. Mir haben besonders die tragikomischen Momente und die Auflösung des verschollenen Films gefallen.

4

Wirklich solide. Nicht „Vermessung der Welt“, aber sehr interessante Figur, meisterlich gebaut.

5

Ein sensationeller, extravaganter und dennoch todernster Roman! Großer Applaus für Kehlmann!

4

tolle perspektivenwechsel, die beherrscht kehlmann aus dem ff!

5

Ein grandioser Roman – für mich bisher der beste von Daniel Kehlmann. Die einzelnen Figuren sind wunderbar miteinander verwoben und Kehlmanns erzählerische Kraft ist beeindruckend.

5

Daniel Kehlmann erzählt die tragische Geschichte des Regisseurs Georg Wilhelm Pabst, der vor den Nazis flieht und in Österreich in die Falle des Krieges gerät. Um seines, und das Leben seiner Familie zu retten, wird er gegen seine Überzeugungen und wider Willen für das NS-Regime arbeiten. Ein eindrückliches, intensives Buch über ein Deutschland wie wir es hoffentlich nie wieder erleben müssen. _____

G.W. Pabst, der deutsche Regisseur, flieht mit seiner Frau und seinem Sohn vor den Nazis in die USA. Dort bekommt er leider keinen Fuß auf den Boden. Als ihn ein angebliches Telegramm seiner Mutter erreicht, kehrt er – wider jede Vernunft – mit seiner Familie nach Österreich zurück, um kurz nach seiner dementen Mutter zu sehen und sie in einem guten Altersheim unterzubringen. Doch er befindet sich zur falschen Zeit am falschen Ort: Der Zweite Weltkrieg bricht aus, Österreich wird zur „Ostmark“ – und für ihn und seine Familie zur Falle. Eine Ausreise ist nicht mehr möglich. Daniel Kehlmann erzählt Pabsts tragische Geschichte in atemberaubend und schmerzhaft intensiven Bildern. Um dem Konzentrationslager zu entgehen und sein Leben und das seiner Frau zu retten – wird er wider Willen und gegen jegliche Überzeugung Unterhaltungs- und Durchhaltefilme für das NS-Regime drehen. Kehlmanns Pabst entspricht nicht ganz dem historischen – das Ehepaar Pabst hatte zum Beispiel kein Kind – der Autor erlaubt die künstlerische Freiheit zu zeigen wie es hätte gewesen sein können. Und das macht er ausgesprochen gut.

4

Beeindruckender Roman über den Regisseur G. W. Pabst in der Nazi-Zeit. Sprachlich und stilistisch elegant und souverän, spannendes Spiel mit Erzählperspektiven, die das Filmische aufgreifen. Ein paar Längen, aber auch ein fesselnder Spannungsbogen mit ergreifenden Schlusskapiteln.

5

Einfach toll geschrieben!

Wunderbare Sprache. Man konnte direkt mit den Figuren fühlen!

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