Schöne Idee und tolle Gestaltung, aber oft zu knapp erzählt und mit fehlenden Details.
Empire of Blood ist eines dieser Bücher, die man schon liebt, bevor man überhaupt die erste Seite liest. Die wunderschöne Gestaltung – Farbschnitt, Umschlag, und selbst ohne Schutzumschlag ein echter Hingucker – macht sofort Lust, in diese Welt einzutauchen. Die farbige Landkarte am Anfang weckt dieses warme Gefühl von früheren Leseabenteuern, als man noch mit dem Finger über Karten gefahren ist und sich ausgemalt hat, was hinter jedem Ort steckt. Inhaltlich zeigt das Buch viel Potenzial. Die Grundidee ist spannend, die Welt wirkt interessant, und besonders die Rückblenden stechen positiv hervor. Sie sind atmosphärisch, gut geschrieben und geben der Geschichte genau die Tiefe, die man sich auch an anderen Stellen wünschen würde. Man merkt hier, wie gut die Autorin erzählen kann, wenn sie sich Zeit nimmt. Die Protagonistin wirkt manchmal naiv, aber auf eine nachvollziehbare, menschliche Art. Ihre Entscheidungen passen zu ihrem Charakter, auch wenn man sich gelegentlich etwas mehr Reife oder Reflexion wünschen würde. Dadurch bleibt sie aber authentisch und greifbar. Was das Leseerlebnis jedoch trübt, ist die Erzählweise in vielen zentralen Szenen. Sowohl spannende Momente als auch romantische Entwicklungen wirken oft wie im Schnelldurchlauf erzählt. Man hat das Gefühl, dass wichtige Details fehlen, Zusammenhänge nicht vollständig erklärt werden oder Hintergrundwissen vorausgesetzt wird, das im Buch gar nicht vermittelt wurde. Dadurch entsteht immer wieder der Eindruck, man hätte etwas verpasst – obwohl es schlicht nicht erzählt wurde. Diese Lücken sind schade, weil sie verhindern, dass man vollständig in die Welt eintaucht. Man spürt, dass die Geschichte mehr hergeben könnte, wenn sie an den richtigen Stellen mehr Raum bekäme. Trotzdem bleibt das Buch insgesamt angenehm zu lesen, mit schönen Ansätzen und einer Welt, die neugierig macht. Ob man zur Fortsetzung greift, hängt stark davon ab, ob Band 2 diese erzählerischen Schwächen ausgleicht und die Tiefe liefert, die hier oft fehlt.






























































