
Wie waren Paradies ist ein dystopischer Roman, der schockiert znd zum Nachdenken anregt. Die Geschichte spielt im Jahr 2035, also in nicht allzu ferner Zukunft. Beim Lesen begleitet man 7 junge Menschen, die in einem System leben, das von den Rechten regiert wird. Nachdem der letzte Ausländer abgeschoben wurde, soll für die 7 Freunde, die alle in der Vergangenheit ihre sozialen Päckchen zu tragen hatten, ein neues Leben beginnen. Doch alles entwickelt sich anders, als gehofft. Denn wie kann ein System funktionieren, in dem alle gleich sein wollen? Für die Protagonisten beginnt schnell ein Alptraum. Sozialschmarotzer und Kranke werden nicht mehr toleriert. Wenn man den Anforderungen nicht nachkommt, kein Geld verdient, erhält man weder Privilegien noch Leistungen. Im Gegenteil man wird bestraft, in dem man z.B. aus der Wohnung ausziehen und in ein kleineres Zimmer ziehen muss. Das wirkliche Ausmaß des Systems wird vielen erst bewusst, als es zu spät ist. Wir waren Paradies ist keine Wohlfühllektüre. Absolut nichts für schwache Nerven. Die Vorstellung, dass ein Szenario, wie im.Buch beschrieben, auch nur ansatzweise real werden könnte, ist nicht nur erschreckend, sondern ruft Übelkeit hervor. Ich habe das Buch innerhalb kurzer Zeit gelesen. Zu schreiben, dass ich es gern gelesen habe, klingt vielleicht um ersten Moment makaber. Doch es ist wichtig, auch die erschreckenden Themen zu lesen und sich damit auseinanderzusetzen. Der Autorin ist ein lesenswerter Roman gelungen, der durch seine Sprache auch für jugendliche Lese*innen geeignet ist. Die Sprache ist dem Alter und den Charakteren der Protagonisten angepasst. Hier wird nichts beschönigt. Für mich war lediglich der Wechsel zwischen auktorialem Erzähler und Ich Erzähler innerhalb eines Kapitels etwas holprig. Hier habe ich mich manchmal gefragt, ob das so beabsichtigt, oder ein Versehen war. Ich gebe für den Roman gerne eine Leseempfehlung. Wichtige Thematik, schockierend, aber interessant in eine Dystopie verpackt.





