
So, das letzte Buch für dieses Jahr – und natürlich auch noch mein Leseeindruck für euch. Lottie Sprigg und Mord in der alten Bibliothek ist ein ganz klassischer Gothic-Crime, angesiedelt im England der 1920er-Jahre. Genau dieses Setting war es auch, das mich zunächst sehr angesprochen hat: alte Gemäuer, eine geheimnisvolle Bibliothek und eine Atmosphäre, die viel Raum für Spannung verspricht. Der Einstieg fiel mir allerdings etwas schwer. Woran das genau lag, kann ich rückblickend gar nicht eindeutig festmachen. Vielleicht war es die Erzählweise oder das langsame Heranführen an Figuren und Handlung – jedenfalls brauchte ich eine gewisse Zeit, um wirklich in der Geschichte anzukommen. Hat man diese Hürde jedoch überwunden, liest sich das Buch deutlich flüssiger. Insgesamt ist es ein sehr solider Krimi. Die Figuren wirken authentisch und glaubwürdig, die Charaktere sind stimmig in das historische Umfeld eingebettet. Auch die Hintergrundgeschichte ist interessant angelegt, wird jedoch nicht besonders tief ausgearbeitet. Das empfand ich in diesem Fall aber nicht als negativ, da ich bei einem Cozy-Crime-Roman ohnehin keine komplexen historischen Abhandlungen erwarte. Trotz aller positiven Aspekte hat mich das Buch emotional nicht vollständig abgeholt. Es ist eine nette, kurzweilige Lektüre und eignet sich gut als Krimi für zwischendurch, doch der letzte Funke ist bei mir leider nicht übergesprungen. Spannung und Atmosphäre sind vorhanden, aber eben nicht in einer Intensität, die mich dauerhaft fesseln konnte. Ein stimmungsvoller Cozy-Crime mit klassischem Setting, der gut unterhält, mich persönlich jedoch nicht ganz gepackt hat. ⭐️⭐️⭐️⭐️/5 #cozycrime #gothiccrime #krimiliebe #HistorischerKrimi #jahresabschluss

