
Ein schonungslos authentischer Roman über Sucht und Neubeginn
Fette Kois von Jens Kastner ist ein fiktionaler Roman, der dennoch erschreckend realistisch zeigt, wie Sucht funktioniert- mit Rückfällen, Beteuerungen, Lügen, Schuld und der ständigen Gefahr, wieder abzurutschen. Besonders stark ist die nüchterne Darstellung dessen, was Abhängigkeit Angehörigen abverlangt- an Kraft, Kosten, Vertrauen Hoffnung. Das Buch macht deutlich, wie schwer es ist, alte Muster zu durchbrechen, wie schnell man im gleichen Umfeld wieder im selben Sumpf steckt und dass es trotzdem etwas geben kann, wofür es sich lohnt, clean zu bleiben. Wenn man den Mut aufgebracht hat, wieder an sich zu glauben, ist alles möglich. Ein kleiner Kritikpunkt für mich: Eine Szene zu einem sehr schweren Thema wird nur sehr kurz abgehandelt, was auf mich etwas oberflächlich wirkte. Ein starkes, ehrliches, nüchternes und unbequemes Buch über Sucht und Überleben bzw. der Suche und dem Leben. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen- meine Meinung bleibt wie immer unbeeinflusst

