
Was, wenn unser Wasser versiegt? - Ein Roman über die wichtigste Ressource der Welt
In Lüren wird das Wasser knapp – eine Situation, die wir bislang entspannt nur in Wüstenregionen oder Slums vermuten, wird in Tim Staffels Roman Wasserspiel zur Realität. Die Protagonisten Roberto und Humphry kommen der Sache auf die Spur und gründen eine Vereinigung, um die wichtigste Ressource der Welt zu bewahren. Dabei stehen sie dem scheinbar übermächtigen Konzern Nestlé (äh pardon: Dell’Acqua) gegenüber, dessen Machenschaften tief in die lokale Politik reichen. Das Thema ist hoch relevant: In Zeiten des Klimawandels und des Erstarkens von Konzernen, die mächtiger als viele Staaten sind, müssen wir uns immer häufiger fragen, wie sicher unsere Wasservorräte eigentlich sind. Staffel überzeugt durch fundiertes Wissen und zeigt eindrucksvoll, wie andere Staaten und Städte längst in der Hand großer Unternehmen sind. Allerdings schildert er diese realen Beispiele oft eindrücklicher als das fiktive Geschehen in Lüren. Dafür punktet der Roman mit seiner lebendigen Darstellung der Kleinstadt-Dynamik. Trotz der spannenden Thematik hat mich der Roman nicht vollständig abgeholt. Die Figuren wirken wenig authentisch – alle wissen bereits um die Machenschaften von Dell’Acqua, sodass zentrale Enthüllungen eher nacherzählt als erlebt werden. Besonders Humphry, an sich eine sympathische Figur, wirkt für mich einfach nicht wie ein 14-jähriger Junge. Auch mit dem Stil bin ich nicht richtig warm geworden: Die Aneinanderreihung von Hauptsätzen und häufigen Wiederholungen sind zwar bewusstes Stilmittel, haben mich aber oft irritiert. Dennoch lohnt sich die Lektüre – allein schon, um sich mit einem so drängenden Thema auseinanderzusetzen.

