5 Sterne. Man kann das Buch einfach nicht weg legen. Sehr tolle Erzählstimme. Und überraschendes Ende
Eine rohe, ruhige und rührende Geschichte (enthält Spoiler)
„Die Farbe von Milch“ von Nell Leyshon war für mich ein absolutes Jahreshighlight und bekommt ganz klar 5/5 Sterne. Dieses Buch hat mich überrascht, verstört und am Ende komplett sprachlos zurückgelassen. Am Anfang musste ich erstmal in den Schreibstil hineinfinden. Die langen Sätze ohne richtige Zeichensetzung wirken zunächst ungewohnt, ergeben aber schnell vollkommen Sinn, weil Mary ihre Geschichte selbst erzählt. Gerade dadurch wirkt alles unglaublich direkt und authentisch. Ihre Stimme ist roh, ehrlich und gleichzeitig voller Beobachtungen, die oft viel tiefer gehen, als es auf den ersten Blick scheint. Besonders erschreckend fand ich, wie selbstverständlich Gewalt in dieser Welt behandelt wird. Vor allem Marys Vater hat mich immer wieder wütend gemacht – die Brutalität innerhalb der Familie wird so nüchtern erzählt, dass sie dadurch fast noch bedrückender wirkt. Gleichzeitig schafft Mary es trotzdem, ihre Umwelt mit einer gewissen Leichtigkeit und sogar Humor zu betrachten. Ich mochte ihre Art unglaublich gerne, gerade weil sie Menschen zum Lachen bringen kann, obwohl ihr eigenes Leben so hart ist. Die Geschichte entwickelt sich insgesamt eher ruhig, aber genau das hat für mich funktioniert. Vieles wirkt zunächst unspektakulär, bis man merkt, wie sich die Atmosphäre immer weiter verdichtet. Besonders ab dem Herbst hatte ich ständig dieses ungute Gefühl im Hintergrund. Ralph war mir beispielsweise die ganze Zeit suspekt, und obwohl nicht permanent große Ereignisse passieren, liegt über allem eine unterschwellige Bedrohung. Das Ende hat mich dann komplett getroffen. Ich musste danach erstmal alles sacken lassen. Dass etwas Schlimmes passieren würde, war irgendwann klar, aber ich hätte trotzdem nicht gedacht, wie schwer und beklemmend die letzten Seiten werden. Gerade weil Mary alles so sachlich und nachvollziehbar schildert, entfaltet die Geschichte ihre volle Wucht erst nach und nach. Außerdem finde ich es spannend, wie viele Leser:innen den Schreibstil kritisieren, obwohl genau darin doch einer der wichtigsten Aspekte des Romans liegt. Mary hat gerade erst lesen und schreiben gelernt und versucht, möglichst schnell von ihrem letzten Jahr zu erzählen. Dass die Sprache schlicht bleibt und andere Figuren nicht bis ins kleinste Detail ausgearbeitet werden, ist kein Schwachpunkt, sondern Teil der gesamten Erzählweise. Für mich macht genau das das Buch so besonders. Rückblickend ist mir auch aufgefallen, wie wichtig das Thema Zeit in diesem Roman ist. Die Jahreszeiten strukturieren nicht nur die Handlung, sondern verstärken auch dieses Gefühl von Vergänglichkeit und Unausweichlichkeit. „Die Farbe von Milch“ ist traurig, aber nicht auf eine künstlich schockierende Weise. Vielmehr erzählt das Buch leise, nachvollziehbar und erschreckend glaubwürdig von den Lebensrealitäten einer jungen Frau in einer historischen Gesellschaft mit festen Rollenbildern. Gerade weil Mary ihre Geschichte selbst erzählt, wirken ihre Gedanken und Handlungen jederzeit verständlich – und genau das macht dieses Buch so eindringlich und wichtig.
Eine berührende Geschichte mit angenehmen Schreibstil.
So schön!
Eine starke Protagonistin die sich nicht den Mund verbieten lässt aber im späteren Verlauf des Buchs verstummt… Das Buch hat mich an - Ich, Ellyn- erinnert das mir auch sehr gut gefallen hat.
Es ist das Jahr 1831. Die junge Mary lebt mit ihrer Mutter, ihrem Vater und ihren Schwestern auf einem Bauernhof und muss täglich schwere und harte Arbeit leisten und das bereits in sehr jungen Jahren. Wir lesen das Buch aus Marys Sicht, wie ein Tagebuch in Jahreszeiten eingeteilt und sehr schlicht geschrieben, eben genauso wie Marys Charakter einem am Anfang vorkommt. Die Art zu schreiben erklärt sich im Laufe der Geschichte, was ich erst befremdlich fand, empfand ich gegen Ende des Buches als Teil von Marys Persönlichkeitsentwicklung. Wir begleiten das junge Mädchen auf einem Jahr ihres Lebenswegs und mit jeder Seite mehr ist mein Mitleid zu ihr gewachsen. Wahrscheinlich sprechen wir hier von einem Lebensweg, der vielen Mädchen in der Zeit, in dem Alter gar nicht so fremd ist. Ein strenger Vater, der keinen Sohn bekommen hat und die Mädchen dafür doppelt so hart arbeiten müssen. Eine kurzweilige Geschichte mit einem Ende was bewegt und mitnimmt. 3,5 Sterne von 5 für ein ruhig erzähltes Buch.

Was für ein ergreifendes Buch 🥺
Diese Geschichte wird mir auf jeden Fall im Kopf bleiben. Das Buch ist aus der Sicht einer Jugendlichen geschrieben, die erst vor kurzem lesen und schreiben gelernt hat, was man zum einen durch größtenteils fehlende Zeichensetzung bemerkt, und zum andern durch die Ausdrucksweise. Wir befinden uns um 1830 herum und viel mehr möchte ich auch nicht zu dem Buch sagen. Es hat mich komplett in seinen Bann gezogen. „Und wenn ich die Zeit anhalten könnte würde ich es tun und ich würde für immer und ewig in jener Minute bleiben. Doch eine Minute kann nicht ewig dauern.“
Eine einfache Stimme mit großer Wirkung
„Die Farbe von Milch“ von Nell Leyshon ist ein stilles, eindringliches Buch. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive der 14-jährigen Mary im Jahr 1831, tagebuchartig und direkt. Der Schreibstil ist extrem einfach gehalten: kurze Sätze, einfache Wörter, kaum Kommas, viele Bindewörter. Anfangs empfand ich das als befremdlich, doch sehr schnell wurde klar, wie bewusst diese Entscheidung getroffen wurde. Mary ist ein junges Mädchen, aufgewachsen auf einem Bauernhof, ohne echte Bildung, mit harter körperlicher Arbeit als Alltag. Genau deshalb wirkt diese Sprache so authentisch. Es fühlt sich nicht konstruiert an, sondern ehrlich, als würde Mary selbst zu uns sprechen. Mary ist eine Protagonistin, die mir unglaublich schnell ans Herz gewachsen ist. Sie hat eine direkte, klare, fast nüchterne Art und trotzdem etwas sehr Warmes. Trotz der harten Lebensumstände blickt sie erstaunlich positiv auf die Welt. Besonders ihre Beziehung zu ihrem Großvater ist berührend. Die Geschichte spielt über die Jahreszeiten hinweg, in vier (oder fünf) Kapitel unterteilt. Und dennoch liegt über allem eine konstante Kälte. Nicht unbedingt körperlich, sondern emotional. Man spürt früh, dass dies keine leichte Geschichte wird. Auch ohne einen klassischen Spannungsbogen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Die Atmosphäre ist so dicht, so bedrückend, dass man einfach weiterlesen möchte. Ich hatte relativ früh eine Ahnung, in welche Richtung sich die Geschichte bewegen könnte. Trotzdem hat mich das Buch sehr getroffen. Es ist eines dieser Bücher, die nicht laut sind, nicht schockieren müssen und gerade deshalb so heftig wirken. Es hat mich stumm zurückgelassen, nachdenklich, ruhig. Fazit: Die Farbe von Milch ist ein düsteres, intensives Buch, geschrieben in einer bewusst schlichten Sprache, die unglaublich viel transportiert. Mary ist eine großartige Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt. Trotz, oder gerade wegen, der Einfachheit ist diese Geschichte kraftvoll, traurig und wunderschön zugleich. Ein Buch, das man nicht einfach liest, sondern fühlt. Absolute Leseempfehlung.
Tragische Geschichte aber insgesamt leider eher langweilig und banal.
So ergreifend
Was für ein beeindruckendes Buch, wirklich. Das Leben der 15jährigen Bauerntochter Mary im Jahr 1830/31 wird von ihr selbst erzählt. Sie hat erst vor kurzem lesen und schreiben gelernt und so ist auch der Schreibstil, was ich eine unglaublich tolle Idee finde. Ich musste sich erst ein paar Seiten daran gewöhnen, aber dann hatte es mir keine Schwierigkeiten mehr gemacht (bin als Deutschlehrerin aber auch einiges gewöhnt 🤣) Es wirkt total authentisch und lässt einen noch mehr in die Geschichte eintauchen, es fühlt sich viel näher an. Mary selbst ist ein bezaubernder Charakter. Obwohl ihre Eltern sie konsequent von (Schul-)Bildung fernhalten und ihr Leben alles andere als schön und einfach ist, ist sie unglaublich lebensklug und optimistisch. Sie sagt was sie denkt und lässt sich nicht verbiegen. Dadurch entstanden einige Momente, in denen ich ein bisschen lachen musste, was auch nötig ist, denn eine schöne leichte Geschichte erzählt das Buch nicht. Nachdem ich es beendet hatte, musste ich es erst mal eine Weile sacken lassen. Hinten auf dem Buch steht, dass das Buch von allen, die denken, dass früher alles besser gewesen sei, gelesen werden müsste. Das kann ich nur voll unterschreiben.
„Es ist das Jahr des Herrn achtzehnhundertundeinunddreißig… Dies ist mein Buch und ich schreibe es eigenhändig“
Ein tolles Buch mit einer besonderen Sprache was mich fassungslos zurücklässt. Für mich war es ein besonderes Leseerlebnis und Mary mit ihrem Haar mit der Farbe von Milch wird mir noch lange in Erinnerung bleiben
Dieses Buch hat mich richtig abgeholt
1830 wird aus der Lebenslage von Mary geschrieben wie es damals war. Ohne Schnörkel, gerade heraus.
Eine eindrückliche Geschichte, die mich bedrückt zurücklässt. Mit viel Klarheit und starken Willen erzählt uns Mary, was sie im Jahre 1830 erlebt hat. Eine Geschichte, die gelesen werden soll.
Treibend, packend, berührend und grausam.
Die Farbe von Milch von Nell Leyshon ist ein leises zutiefst berührendes Buch. Durch Marys einfache ehrliche Sprache entsteht sofort Nähe. Man lacht mit ihr über kleine, oft sehr trockene und lustige Momente, die dem harten Alltag für kurze Zeit Leichtigkeit geben. Gleichzeitig liegt von Anfang an eine dunkle Vorahnung über der Geschichte. Das Ende kommt nicht überraschend, aber es trifft dennoch mit voller Wucht. Gerade weil man es kommen sieht und trotzdem nichts daran ändern kann, wirkt es tieftraurig und erschütternd. Ein wunderschönes, ehrliches Buch, das lange im Herzen bleibt. Für mich das erste Lesehighlight für dieses Jahr.
Die Farbe von Milch
Oh Mary. Gerne hätte ich dich in den Arm genommen. Mehrere "Nein" und "Oh bitte nicht" sind beim Lesen aus mir raus gebrochen und ich konnte das Buch wirklich schwer aus der Hand legen. Auch wenn ich anfangs etwas gebraucht habe, um mich in den Schreibstil zu finden, ließ es mich dann doch nicht mehr los. So packend und schmerzhaft. Gerade mal 200 Seiten und doch so viel passiert...
Oh, Mary ❤️🩹
Mein Herz klopft noch, während ich das hier schreibe. So eine fesselnde und tieftraurige Geschichte. Ich liebe ohnehin dieses Genre, das ich so ad hoc mal als emanzipatorischen Entwicklungsroman bezeichnen würde, und Nell Leyshon hat mir nach „Ich, Ellyn“ wieder mal gezeigt, wie sehr sie dieses Genre beherrscht. Ich weiß, dass viele den Stil (sparsamer Umgang mit Satzzeichen) nicht mögen oder zumindest gewöhnungsbedürftig finden, mir geht es ganz anders. Ich finde sogar, dass die Geschichte stellenweise einen richtig schönen Rhythmus hat, das mich wirklich in den Bann zieht. An dieser Stelle natürlich auch Props an die tolle Übersetzung von Wibke Kuhn.
Mein Name ist Mary. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Und dies ist meine Geschichte.
"Ich konnte den Hügel hinter dem Haus sehen und ich dachte an unseren Hof auf der anderen Seite und an den Tag als wir uns alle dort oben hingelegt hatten und davon geträumt hatten was wir uns alle wünschten. Und wer hätte gedacht dass es mich in dieses Haus verschlagen würde und das hier tun würde. Und ich konnte mich nicht erinnern mir das gewünscht zu haben." Die 15jährige Mary lebt als jüngste von vier Schwestern 1831 auf dem elterlichen Hof und arbeitet unter der strengen Hand ihres Vaters hart. Die Familie führt ein karges, entbehrungsreiches Leben. Nur durch ihren Großvater, um den Mary sich liebevoll kümmert, erfährt sie etwas Zuneigung. Sie kann weder lesen noch schreiben und war noch nie weiter als eine Meile von ihrem Zuhause entfernt. Eines Tages wird sie in den Haushalt des Dorfpfarrers geschickt, um sich dort um dessen Frau zu kümmern. Diese leidet unter einer Krankheit und braucht Gesellschaft und Pflege. Plötzlich eröffnet sich für Mary eine neue Welt, in der sie nicht täglich bis zur Erschöpfung arbeiten muss, in der es Bücher gibt, in der sie gewertschätzt wird. Das Leben wird soviel leichter für Mary, die dennoch sehr unglücklich ist, da sie vor allem ihren Großvater, aber auch den Rest ihrer Familie vermisst. Mary lernt dazu, bleibt sich dabei aber treu. Sie äußert immer ungefiltert ihre Meinung, sei sie vielleicht noch so unpassend. Sie ist ehrlich, scharfsinnig und klug und lässt sich nicht verbiegen. In ihrer einfachen Sprache schildert Mary die Geschehnisse in einer Art Tagebucheintrag. Das Buch kommt ohne Anführungszeichen bei wörtlicher Rede und mit sehr wenig Interpunktion aus, was anfangs sehr gewöhnungsbedürftig war. Aber durch diese Erzählweise fühlt man sich Mary noch näher und wird regelrecht in die Geschichte hineingezogen. Ihre Handlungsweise wirkt dadurch auch authentischer. Das Buch führt stark vor Augen, wie wenig Einfluss Frauen zu dieser Zeit auf ihr eigenes Leben hatten. Männer, in diesem Fall der Vater und der Pfarrer, bestimmten darüber, ohne Mitspracherecht der Frau. Tolles Buch mit einer starken, sympathischen Protagonistin und einer berührenden Geschichte.

Ein kleines Buch, das schwer im Herzen liegt
Am Anfang war ich vom Schreibstil erst etwas irritiert. Die Sprache ist sehr einfach gehalten, es gibt keine Anführungszeichen, alles wirkt fast roh. Aber genau das ergibt schnell Sinn, denn die Geschichte soll so klingen, als hätte die Protagonistin Mary sie selbst aufgeschrieben. Mary ist ein junges Bauernmädchen, aufgewachsen auf einem Hof, und noch keine 14 Jahre alt. Als der Pfarrer im Dorf Hilfe braucht, weil seine Frau krank ist, wird Mary zu ihnen geschickt und lebt fortan dort. Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht verraten. Wichtig ist nur: Mary lernt dort lesen und schreiben und erzählt uns so ihre eigene Geschichte. Gerade dieser besondere Stil macht das Buch so intensiv. Man hört Marys Stimme in jedem Satz: aufmüpfig, direkt, ehrlich und kindlich, aber auch klug. Die Geschichte spielt 1830 und zeigt sehr deutlich, wie hart und eingeschränkt das Leben damals war, vor allem für Frauen. Mich hat das Buch sehr gefesselt und emotional richtig mitgenommen. Das Ende ist traurig, bedrückend und bleibt lange im Kopf. Ein kleines, stilles Buch, das viel Wirkung entfaltet.
Immer wieder begeistert von diesem originellen Schreibstil 😍
4 ⭐️; was für eine besondere, anarchische, gesellschaftliche Geschichte. Ganz ruhig geschrieben und trotzdem mit einem sehr guten Ende!

Schwierig..
Die Sprache ist zwar kraftvoll und ungewöhnlich, aber ich habe einfach keinen richtigen Zugang zur Geschichte gefunden. Einige Szenen haben mich eher auf Abstand gehalten, statt mich emotional mitzunehmen.
1830 auf einem ärmlichen Bauernhof, dort lebt die 15 jährige Mary mit ihren 3 Schwestern, dem Großvater und ihren Eltern. Es ist ein hartes Leben, wo die Mädchen alle mitarbeiten müssen. Sehr zum Leidwesen des Vaters, hat er nur Mädchen bekommen. Jungen würden viel härter arbeiten können. Und dann hat Mary auch noch eine Behinderung. Aber Mary ist nicht verbittert, trotz der Härte ihres Vaters, der auch mal zuschlägt. Sie liebt ihren Großvater, der in der Apfelkammer schlafen muß, da seine Beine ihn nicht mehr hoch in das Zimmer tragen. Keiner kümmert sich wirkich um ihm und er freut sich, wenn Mary ihm Gesellschaft leistet. Sie redet viel und genau das liebt der Großvater, ihren Geschichten zu lauschen. Der einzig schöne Moment am Tag. Mary ist zwar Analphabetin, aber nicht dumm, was das Leben an sich betrifft. Sie ist schlagfertig mit Antworten, sieht alles klar und einfach und wirkt dadurch auf andere oft frech und respektlos. Aber es ist ihre Unbekümmertheit, für die man sie einfach lieben muß. Mary wächst einem sofort ans Herz. Trotz diesem harten Leben, ist sie nicht begeistert, daß ihr Vater ihr eines Tages sagt, sie müsse den Hof verlassen, da der Pfarrer Hilfe für seine Kranke Frau braucht und sie nun dort arbeiten wird. Das Geld, daß der Pfarrer zahlt, bekommt natürlich er. Die Pfarrersfrau liebt an Mary genau auch diese Unbekümmertheit. Es gibt noch eine weitere Haushaltshilfe, die schon länger beim Pfarrer arbeitet und sie merkt schnell, daß Mary zum Liebling dort wird. Mary ist gewohnt hart und ständig zu arbeiten und so ist es Anfangs nicht leicht für sie, wenn die Pfarrersfrau sie einfach zu sich ruft, damit sie ihr Gesellschaft leistet. Doch sie kümmert sich um die Frau, spricht mit ihr, erzählt ihr Geschichten, immer im Austausch, daß die Pfarrersfrau eine Kleinigkeit ißt. Denn sie wird schwächer und schwächer. Und dann stirbt sie und für Mary ist nichts mehr wie vorher.... Ich konnte mich so in Mary hineinversetzen, hab sie einfach geliebt . Ich war mit ihr im jahr 1830 , war auf dem Bauernhof mit ihr und ihr Leben gefühlt. Ein tolles Buch...
Raffinierter Text über Patriarchale Gewalt
Von diesem Buch hatte ich Vorfeld nur Gutes gehört. Also war ich sehr gespannt, ob mich die Geschichte aus dem vorletzten Jahrhundert genauso begeistert wie viele hier. Mary wächst als eine von vier Schwestern auf einem kleinen Bauernhof im ländlichen England des 19. Jahrhunderts auf. Wie wir später erfahren, spielt die Geschichte 1831, denn Mary schreibt sie höchstpersönlich auf. Ein Jahr lang schildert sie das ärmliche Leben auf dem Hof, die Brutalität, mit der ihr Vater gegen jede noch so kleine Abweichung von der täglichen Arbeit vorgeht und die scheinbare Gleichgültigkeit der Mutter, die von morgens bis abends beschäftigt ist und für Gefühle keine Zeit zu haben scheint. Mary ist anders als ihre Schwestern. Sie versucht Wärme in den Alltag zu bringen. Als jüngstes Kind, das sich auch optisch von ihren Familienmitgliedern unterscheidet, wirkt sie etwas unbeschwerter, träumt von Sonnenaufgängen und bezahlt so manch hohen Preis für die ein oder andere Flucht vom Alltag. Sie hat ein großes Herz für ihren gelähmten Großvater, der ebenfalls von den Brutalitäten seines Sohnes nicht verschont bleibt. Als Mary von heute auf morgen ins Pfarrhaus ziehen muss. Um dort die schwerkranke Frau des Pastors zu betreuen, ändert sich ihr Leben schlagartig. Thematisch geht es im Buch stark um Machtmissbrauch, patriarchale Gewalt und soziale Hierarchien. Selbstermächtigung von Frauen findet hier nicht statt. So werden Mary und ihre Schwestern zu arbeiten gezwungen, die das Leben der Familie am laufen halten. Eine Wahl bleibt Ihnen nicht. Männer nehmen sich was sie brauchen, egal, ob Frauen bereit sind, zu geben oder sich gar wehren. Der Ortswechsel, den die Protagonistin vornehmen muss, ist fremdbestimmt , sie zu fragen, kommt niemandem in den Sinn. Das Geld dafür kassiert der Vater. Mary nimmt das bewusst war und stellt diese Form von sozialer Gewalt auch infrage doch kann sie sich dagegen nicht auflehnen. Wenn Sie dies trotz allem versucht, bekommt sie dies sofort physisch zu spüren. Dieses fremdbestimmte Leben stört sie trotzdem stark, und sie entdeckt für sich Bildung als Möglichkeit zur Flucht. Die Allgegenwärtigkeit von Vertrauensbrüchen durch Männer macht die Perspektivlosigkeit, der sich Frauen und Mädchen gegenüber sehen sehr deutlich. In diesem Fall spürt es aber auch nicht die Solidarität unter Frauen. Freundinnen- oder Schwesternschaft fällt Resignation zum Opfer. Leyshon bedient sich einer einfachen, oft pragmatischen Sprache, in der ein Hauch von Poesie mitschwingt. Dabei fügt sie kleine Wendungen ein, führt auf falsche Fährten und schenkt uns den ein oder anderen Twist, dessen Auflösung sie aber offen lässt. Ich finde diese Form der Textkonstruktion sehr gut gewählt. Sie baut Spannung auf, lässt uns Leser*innen mutmaßen und es bleibt trotzdem genug Raum für eigene Lösungen. Ich hatte schon die ganze Zeit eine Ahnung, wie die Geschichte ausgehen wird, und obwohl sich das bestätigt hat, habe ich aufgeregt dem Ende entgegen gefiebert, Das macht den Roman zu einer spannenden Erfahrung. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe es innerhalb eines Tages durchgesuchtet. Plot, Sprache, Setting und Konstruktion haben mich begeistert, und ich werde dieses Buch ab sofort zu meinen Highlights zählen Eine Empfehlung für alle, die besondere Frauenfiguren mögen und raffinierte Texte zu schätzen wissen.
Mary erzählt ihre Geschichte. Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen auf einem Bauernhof, wird sie mit Fünfzehn Jahren zum Dorfpfarrer geschickt um dort im Haushalt zu helfen und sich um die herzkranke Frau des Pfarrers zu kümmern . Hier erlebt sie Zuneigung und eine andere Welt, die nicht nur aus Arbeit besteht. Als die Pfarrersfrau stirbt bleibt Mary alleine mit dem Pfarrer im Haus …. Ich musste mich etwas an den Sprachstil gewöhnen, da er sehr einfach und pragmatisch klingt. Aber genau das passt zu Mary, die schlau aber ungebildet ist. Das Ende kam sehr überraschend, bleibt aber dem Stil treu, kurz und direkt auf den Punkt.
Puh, das Buch trifft einen auf eine ganz andere Art und hat mich nachdenklich und traurig zurückgelassen. Der Schreibstil ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, sehr einfach gehalten (keine Anführungszeichen - hat mich total irritiert). Allerdings passt der Schreibstil zur Protagonistin. Mary hat ein einfaches, schlichtes Gemüt, aber nicht dumm. Sie sagt was sie denkt, was nicht immer auf verständliche Ohren trifft. Sie tut das, was man ihr sagt und aufträgt, auch mal mit etwas Widerwillen. Die Geschichte hat mich sehr ergriffen.
Überraschend gut und kurzweilig.
Was für ein bildgewaltiges Buch. Ich hatte jede Person, jedes Haus und jedes Zimmer genau vor Augen und war quasi Marys Schatten. Intensiv, heiter, traurig, tragisch.... top!
Dieses Buch ist klein im Umfang, aber groß in seiner Wirkung. Deepe Themen und eine außergewöhnliche Protagonistin👌
Relevanz? Themen wie Armut, Machtmissbrauch, Ungerechtigkeit sind leider zeitlos. “Die Farbe von Milch” ist kein Buch, das man „mal eben“ liest..Aber Achtung: Wer sehr sensibel auf Themen wie Missbrauch, Gewalt oder Unterdrückung reagiert, sollte sich bewusst entscheiden, ob und wann er dieses Buch liest. Schreibstil: Es liest sich wie ein Tagebuch: Die Sprache ist einfach bis umgangssprachlich, weshalb ich mir direkt vorstellen konnte, wie die 15 jährige Mary diese Zeilen in eigenen Worten schrieb. Der Stil passt zu Marys Charakter, denn sowohl sie als auch ihr Schreibstil sind sehr direkt und ohne Umschweife. Plot: Die Handlung verhält sich wie die Ruhe vor dem Sturm, denn ich musste erst an “Der kleine Lord” denken, der seine Umgebung mit seinem Charakter bezaubert. Marys Charakter kommt auch hier gut an, doch die Story kippt zum Ende leider drastisch. Ich sage dazu nur: Ich habe von Anfang bis Ende an den Seiten geklebt! Charaktere: Mary war für mich eine außergewöhnliche Figur. Ihr ist der Schnabel gewachsen, wie es ihr passt, und sie sagt alles offen heraus, egal was ihr Gegenüber wohl davon halten mag. Sie hält sich nicht an Negativem fest und ist unglaublich tough. Mit ihren 15 Jahren strahlt sie eine unheimlcihe Kraft aus und zeigt trotzdem, wie verletzlich sie tief im Inneren eigentlich ist. Ich hätte noch so viel über sie zu erzählen, aber hier wird nichts vorweggenommen :). Die anderen Charaktere betrachten wir natürlich nur aus Marys Standpunkt aus, aber sie sind allesamt wirklich realistisch gezeichnet. Fazit: Dieses Buch ist klein im Umfang, aber groß in seiner Wirkung. Hier bekommt ihr eine außergewöhnliche Protagonistin in erfrischendem Schreibstil, deepe Themen und eine Gefühlsachterbahn vom Feinsten. Leseempfehlung ist raus!
Große Überraschung für mich! Habe nicht mit so einer Story gerechnet!
Dieses Buch hat mir äußerst gut gefallen, muss aber auch erst mal verdaut werden. Die Aufmachung und der Schreibstil waren klasse und die Story war krass, einen anderen Begriff finde ich dafür nicht. Das Ende kam unerwartet und hat mich mitgenommen. Ganz klare Leseempfehlung oder auch Hörempfehlung, da die Stimme super passt!
Harte Zeiten für Frauen im Jahr 1830. sehr eindrucksvoll beschrieben. Keine leichte Lektüre
Bin in Zwei Tagen durch das Buch geflogen. Mir hat der besondere Schreibstil gut gegangen.
Danke M.A.R.Y., dass du mich so lebendig an deinem Leben hast teilhaben lassen.
Innerhalb von zwei Abenden bin ich durch dieses Buch geflogen. Ich war mittendrin, ich bin völlig eingetaucht. Die Sprache war anfangs gewöhnungsbedürftig aber absolut authentisch! Als letzten Pluspunkt möchte ich noch das schöne Cover erwähnen. Und absolut 5 ⭐️, wenn ein Roman nicht nur optisch sondern auch inhaltlich überzeugt und bewegt.
Seltsam aber doch irgendwie lesenswert!
„Mein Name ist Mary. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Und dies ist meine Geschichte.“ So beginnt ihr Tagebucheintrag über ein Jahr in ihrem Leben, das alles verändert – und das sie selbst, schnell, einfach und ungeschönt in ein Tagebuch geschrieben hat. Was folgt, ist eine Geschichte, die roh, schnörkellos und direkt von der Leber weg erzählt wird. Die Sprache ist schlicht und ohne große Ausschmückungen. Genau das macht den Stil aber auch irgendwie besonders: Er ist seltsam, wie es der Klappentext treffend formuliert – „ein kompromissloses Werk von seltsamer, sprachlicher Schönheit.“ Anfangs musste ich mich wirklich an den Stil gewöhnen. Doch wenn man bedenkt, in welcher Zeit die Geschichte spielt – als es Frauen nicht erlaubt oder möglich war, zu lesen und zu schreiben – ist diese reduzierte Sprache durchaus authentisch und angebracht. Mary selbst ist Widerspenstig, klug, ehrlich – und doch gefangen in den Zwängen ihrer Zeit. Zuerst hatte ich noch den Eindruck, dass sie ein wenig "zurückgeblieben" wirkt. Es lag aber eher an der schlichtweg einfachen Sprache. Die Handlung selbst war für mich zum Teil vorhersehbar, auch wenn das Ende mich dann doch überrascht hat. Es ist kein Buch mit vielen Wendungen oder großem Drama, sondern eher ein leises, intensives Porträt einer jungen Frau, die ihren Weg auf die einzige Weise geht, die ihr möglich ist und das sie kennt. Die Farbe von Milch war für mich lesenswert und gut, aber kein echtes Highlight. So ganz wollte der Funke bei mir nicht übergespringen. Wer sich aber auf den Stil einlassen kann, wird hier ein ungewöhnliches und mutiges Werk finden.
Wenn man sich erst mal an den Sprachstil gewöhnt hat, liest man es flüssig in einem Zug durch. Obwohl die Geschichte traurig und bewegend war, fehlte mir eine Art Spannungsbogen. Leider war die Geschichte zum Ende hin ziemlich vorhersehbar. Hatte mir auf Grund der guten Rezensionen mehr versprochen

Bedrückend, aber absolut lesenswert!
Anfangs hab ich mich über den Schreibstil gewundert, doch er passte letztlich absolut gut zur Geschichte. Das meiste war irgendwie vorhersagbar und dennoch konnte ich es nicht aus der Hand legen und mochte es wirklich gern, auch wenn die Geschichte sehr bedrückend ist und ich immer wieder wütend und traurig darüber bin was Frauen früher, wie auch heute, alles ertragen müssen.
Hat mir gut gefallen.
📚 Inhalt Mary ist ein Bauernmädchen. Gemeinsam mit ihren Schwestern muss sie die harte Hofarbeit durchführen, ganz nach dem Motto: Wer nicht arbeitet, isst nicht. Viel Zeit zum Nachdenken, ob ihr dieses Leben gefällt, hat Mary nicht. Doch dann wird sie zum Pfarrer geschickt. Ihr Vater bekommt Geld dafür, dass Mary dort arbeitet, denn die Frau des Pfarrers ist krank und benötigt viel Unterstützung. Widerwillig ergibt sich Mary ihrem Schicksal und macht kein Geheimnis daraus, dass ihr ihr neues Leben nicht gefällt. Doch sie wird lesen und schreiben lernen und ihre Geschichte selbst erzählen. Und Marys Schicksal wird eine Wendung nehmen, die sie sich noch nicht vorstellen kann. 📖 Meinung Zu Beginn hatte ich wirklich Schwierigkeiten mit dem Schreibstil. Mary schreibt aus der Ich-Perspektive und es ist stilistisch gut gemacht, da sie lesen und schreiben noch nicht lange kann. Doch genau das, macht das Lesen enorm anstrengend. Die Sätze sind teilweise sehr lang und ohne Satzzeichen. Ich habe mir nach wenigen Seiten überlegt, ob ich das Buch abbrechen soll. Doch mit der Zeit habe ich mich an Marys Schreibstil gewöhnt und konnte flüssiger lesen. Das Buch gehört für mich zu den eher dünneren Büchern. Das bedeutet, dass die Geschichte ziemlich schnell auf den Punkt gebracht werden muss und es nicht viel Platz hat, für unnötige Nebengeschichten. Ich möchte gar nicht zu viel spoilern hier, aber für mich war Marys Geschichte teilweise nicht ganz rund. Es gab eine Nebenhandlung, die ich total interessant gefunden habe und gerne mehr darüber gelesen hätte. Auch fand ich auf diese Handlung bezogen, dass Mary sich nicht ihrem Charakter-typisch verhalten hat. Die Haupthandlung war lange irgendwie gar nicht da. Mary pflegt die Pfarrersfrau, putzt und kocht das Haus und möchte nach Hause. Irgendwann darf sie lesen und schreiben lernen. Und dann kommt die eigentliche Handlung erst auf den letzten maximal 50 Seiten. Das Buch war zu einem grossen Teil unaufgeregt und eher langsam. Das würde mich eigentlich gar nicht stören, aber Mary hat immer wieder durchblicken lassen, dass irgendetwas schlimmes passieren wird und sie die Wahrheit darüber erzählen wird. Das Buch behandelt schlimme Themen, darüber sollte man sich bewusst sein, bevor man es zu lesen beginnt. Ich finde es auch wirklich wichtig, dass diese Themen behandelt und besprochen werden. Das Buch war auch irgendwie gut, aber so ganz konnte es mich nicht überzeugen.
eigenwillig aber sehr gut

Ein Buch, das unter die Haut geht
Die Farbe von Milch erzählt aus der Ich-Perspektive der gerade 15-jährigen Mary, eines Bauernmädchens in den Jahren 1830/31. Mary hat erst vor Kurzem lesen und schreiben gelernt – und genau das prägt ihren schlichten, direkten Stil. Anfangs ungewohnt, entwickelt die Sprache schnell eine Kraft, der man sich kaum entziehen kann. Die Geschichte ist roh und schonungslos. Sie erzählt von harter Arbeit, Schmerz, Einsamkeit, Hoffnung – und letztlich auch vom Tod. Ich habe das Buch verschlungen. Es hat mich aufgewühlt, erschüttert und berührt. Man ahnt was kommt und doch ist man entsetzt. Ein Zitat, das mir besonders nah geht: „Manchmal ist es gut wenn man ein Gedächtnis hat denn das ist die Geschichte des eigenen Lebens und ohne Gedächtnis hätte man gar nichts. Aber manchmal da bewahrt das Gedächtnis Dinge auf die man lieber nicht mehr wüsste und egal wie sehr man sich anstrengt sie aus dem Kopf zu kriegen sie kommen immer wieder zurück.“ Ich hatte Gänsehaut, als ich das Buch zuschlug – und spüre sie jetzt noch.

Wir schreiben das Jahr des Herrn achtzehnhunderteinundreißig...
...und begleiten die Ich-Erzählerin Mary im Wechsel der Jahreszeiten in einem kleinen Dorf. Mit ihren drei Schwestern, dem gewalttätigen Vater, der stillen nicht einschreitenden Mutter und dem kranken Großvater lebt sie in armen Verhältnissen auf einem Bauernhof. Das Leben besteht aus nichts anderem als Tiere füttern, melken, Ackerbau und Käserei bis sich mit einem Tag alles ändert. Der Vater beschließt Mary als Haushaltshilfe in die Pfarrerei zu bringen. Hier beginnt mit der Pflege der Pfarrersfrau ein neues Leben für Mary, dass neue Perspektiven eröffnet. Aber es zeigt auch Abgründe auf, die zu einem unerwarteten, aber auch konsequentem Ende führen. Das Buch ist berührend und in einem sehr besonderen, authentischen Stil geschrieben. Nell Leyshon hat mit Mary eine kluge und sehr ehrliche Protagonistin geschaffen, die sich in der Welt des Patriarchats nicht verbiegen lässt. Ich habe es gerne gelesen.
Sehr realistischer Roman, verfasst aus der Sicht von M.A.R.Y.
Der Roman regt zum Nachdenken an und zeigt einfach unglaublich realistisch das Leben eines Mädchens im Jahr 1830. Mir wurden die Augen geöffnet und es wird endlich mal nicht alles so romantisiert, wie in den meisten Filmen oder Büchern aus dieser Zeit.

interessante Geschichte
Ich musste mich am Anfang an den abgehackten Schreibstil gewöhnen, aber dann habe ich gemerkt, wie viel das zur Geschichte beiträgt – Marys Stimme fühlt sich so echt an. Das Buch ist ruhig erzählt, aber trotzdem intensiv, und je weiter man liest, desto bedrückender wird es. Das Ende hat mich komplett mitgenommen, weil ich gehofft habe, dass es irgendwie anders ausgeht. Es ist kein leichtes Buch, aber genau deshalb so eindrucksvoll.
Ich bin noch ganz erschüttert vom Verlauf des Buches. Hart, aber sehr gut geschrieben. Wer nicht gespoilert werden will, liest jetzt nicht weiter, dennoch liegt es mir am Herzen , da ich es selbst nicht erwartet habe : Triggerwarnung- sexueller Missbrauch! Trotzdem habe ich das Buch mit vier Sternen bewertet denn es schildert schonungslos hautnah und Schritt für Schritt aus der Sicht des Mädchens , wie alles geschehen konnte. Welche Umstände und Intentionen dazu geführt haben, dass das Mädchen überhaupt in diese Lage gekommen war. Man möchte aufschreien, aufstehen, das Mädchen befreien und aufhalten, fühlt sich mitten im Geschehen. Gut geschrieben, ein Aufschrei gegen Klassenunterschiede, Patriarchat, Heuchelei, Ausbeutung und bewusste Ausgrenzung von Bildung, um das System der Abhängigkeit aufrecht erhalten zu können. Ein Buch, das mir im Gedächtnis bleiben wird.

Ich und dieses Buch hatten am Anfang wirklich unsere Probleme. Ich kam nur langsam rein und fand die Geschichte zu unspektakulär erzählt. Das legte sich dann aber von Seite zu Seite. . Wir haben hier eine starke Protagonistin. Teilweise ist sie schon sehr frech und vorlaut. Ob das authentisch ist, wir bewegen uns in der zeit um 1830, weiß ich nicht. Ich empfand es als etwas unpassend. Sie erlebt ein wirklich schweren Leben, zwischen Arbeit und ohne Bildung. Dennoch beißt sie sich durch. Auch erlebt sie Gewalt durch den Vater und keine Hilfe von der Mutter. Der einzige Lichtblick ist ihr Großvater. Das Buch ist in Jahreszeiten unterteilt. Ich mochte diese Art und die Erzählstimme richtig gerne. Auch die Atmosphäre mochte ich sehr. . Das Buch besticht durch Alltagssachen. Ein Leben mit Entbehrungen. Bis dann etwas schlimmes passiert. Leider haben ich diese Sache kommen sehen und war daher weniger überrascht. Ich wollte dennoch wissen was passiert und habe weitergelesen. Das Buch wirkt jedoch erst im Nachhinein so richtig. . Man liest hier die Seiten, die sehr ruhig erzählt werden, und wartet auf den großen Knall. Der jedoch sehr lange auf sich warten lässt. Es könnte daher, für einige Leser auch einfach langweilig sein. Immer wieder auch Wiederholungen von Tagesabläufen und Gesprächen. Ein sehr ruhiges Buch, das muss man auf jeden Fall mögen. Auch war mir die Protagonistin nicht sympathisch. Irgendwie konnte ich sie gar nicht richtig greifen. Im Ganzen betrachtet, verstehe ich den Hype nicht. Ein Buch was sicher die Meinungen spaltet. Bei mir hat es leider keine großen Emotionen freigesetzt. Dennoch habe ich es gerne gelesen.
Was kann man geben, wenn man eigentlich nichts hat? Diese kurze, stakkatoartige Geschichte handelt von der rauen Lebensrealität eines Mädchens im 19. Jahrhundert. Ich konnte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Protagonistin berichtet ohne viel literarischen Firlefanz von ihren Erfahrungen und mit jedem weiteren Wort wird klarer, wie wenig sie zu verlieren hat.

Ein literarisches Juwel
⭐ 5/5 😢 4/5 Tiefgründig, bewegend und bedrückend sind wohl die Worte, die dieses Buch am besten beschreiben. Ich habe zuvor noch nie ein Buch mit einem solchen Schreibstil gelesen. Es fiel mir daher auf den ersten paar Seiten etwas schwer, mich darauf einzulassen. Das Buch wird aus der Sicht der 15-Jährigen Mary geschrieben, die es im Jahr 1831 schreibt. Sie hat das Lesen und Schreiben jedoch gerade erst erlernt, weswegen man in der Geschichte korrekte Kommasetzung, wörtliche Rede oder Eloquenz vergeblich sucht. Die Sprache ist einfach - wie Mary eben. Ich bin absolut beeindruckt davon, dass die Autorin Nell Leyshon hier die Kunst des Schreibens als Stilmittel genutzt hat, um den Leser noch mehr in Mary's Geschichte eintauchen zu lassen. Diese Kombination gelingt wirklich fabelhaft. Und wenn man sich einmal an Mary's 'Sprech' gewöhnt hat, ist das Buch auch gut zu lesen. Leider ist ihre Geschichte dafür jedoch weniger gut. Mary hat als Bauernmädchen ein hartes Leben, ohne viel Liebe oder gar Mitgefühl. Die einzige freundliche, vielleicht sogar liebevolle Beziehung hat sie zu ihrem Großvater. Doch dann wird Mary ins Pfarrhaus geschickt, um dort als Magd zu arbeiten und so beginnt der Anfang vom Ende. Ich habe mit dem jungen Mädchen mitgefühlt, habe mich mit ihr geärgert und musste mich auch an ihre unverblümte Art gewöhnen. Es hat mich sehr beeindruckt, dass sie, obwohl sie kein schönes Leben hat und nicht viel, über dass sie sich freuen könnte, dennoch immer voranschaut und die Dinge nimmt, wie sie kommen. Sie behält einfach ihr frohes, klares Gemüt. Eine bemerkenswerte Eigenschaft, die Anerkennung abverlangt. Ich denke, Mary's Geschichte steht für viele ungeschriebene und ungekannte Leben unzähliger Mädchen aus der Zeit. Doch Mary konnte es sinnbildlich auf Papier bringen und so allen Ungehörten wenigstens eine kleine Stimme verleihen.
„Mein Name ist Mary. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Und dies ist meine Geschichte.“ – In klarer, unverblümter Sprache erzählt Mary von ihrem entbehrungsreichen Leben und einem Schicksal, das sich nach und nach entfaltet.
Nell Leyshon spielt meisterhaft mit der Perspektive: Ist Mary eine unzuverlässige Erzählerin? Ihre Worte wirken ehrlich, doch sie zeigen nur ihre Sicht – und lassen Raum für das Unausgesprochene. Der schlichte Schreibstil hat mich überrascht und bewegt. Ohne Vorwissen über den Inhalt wurde ich eiskalt erwischt. Am Ende stand ein emotionaler Schlag, der noch lange nachhallt. Fazit: Ein Roman, der mit seiner rohen Sprache berührt und unter die Haut geht – literarisch stark und tief bewegend.
Eine sehr bewegende Geschichte von einem beindruckenden Mädchen, die sehr traurig macht. Ein sehr ungewöhnlicher Schreibstil, in den man sich kurz einfinden muss. Absolut lesenswertes Buch!
Die Einfachheit der Sprache hat mir wirklich gefallen und das Ende hat mich berührt. Es lohnt sich das Buch zu lesen.

















































