Poetisch und tieftraurig
Dieses Buch ist wahnsinnig intensiv, vielleicht sogar stellenweise ein wenig zu sehr. Durch die poetische Sprache der Autorin bekommt die Handlung mehr Tiefe, mehr Emotion und jeder Moment, vielleicht auf den ersten Blick kaum bedeutend, wird zum Gegenteil, fast analytisch auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt. Die (Liebes-)Geschichte ist gar nicht unbedingt außergewöhnlich, eigentlich fast banal, möchte ich sagen. Gräfens Sprachgewalt macht sie erst aussergewöhnlich und dadurch so monumental und eindringlich. Jedem, der eine schnelle intensive Liebe erlebt hat, wird dieses Buch nahe gehen, einfach, weil es Gräfen hier gelingt, die Leichtigkeit des Anfangs und die Schwere des Schlusses so gut einzufangen und abzubilden. Die Dunkelheit lässt sich von Anfang an erahnen, man erwartet sie schon, wie die regelmäßigen Gewitter im Buch. Und dann ist sie da, man könnte erleichtert sein, aber was zurückbleibt ist nur Trauer über das längst zum Scheitern Verurteilte, die sich wie ein Felsbrocken auf der Brust anfühlt. Das Buch ist speziell und sicher nicht für jeden geeignet und von Interesse. Dennoch kann ich es denjenigen, die poetische und intensive Sprache mögen und mit einer gewissen Melancholie beim und nach dem Lesen zurechtkommen, sehr empfehlen.









