Phytopia Plus ist Pflanzen Sci-Fi und allein deshalb schon absolut lesenswert. Die Handlung dreht sich um Aylin, die in einer nicht allzu fernen Zukunft im Hamburger "Drosera Werk" arbeitet. Sie ist Aushilfe im Gewächshaus, kümmert sich um die Pflanzen und versucht die Arbeitsaufträge der KI zu erledigen, die ihr vollautomatisiert zugestellt werden. Die Pflanzen sind allerdings keine herkömmlichen Gewächse, sondern Speichermedien, auf denen das Bewusstsein Verstorbener lagert. Das Geschäftsmodell der "Drosera AG": Ein Biochip speichert das Bewusstsein (oder doch eher die Erinnerung?) reicher Leute und wird nach deren Tod in die DNA einer selbst zu wählenden Pflanze implantiert. Kostet nur 350.000 Euro und Aylin spart bereits, um ihrem Großvater das Verfahren zu ermöglichen. Um an Geld zu kommen, klaut Aylin Pflanzenteile aus dem Werk und zieht Zuhause Ableger, die sie an reiche Yuppies auf der anderen (nördlichen) Elbseite verkauft oder gegen frische Lebensmittel tauscht. Doch damit vervielfältigt sie nicht nur die Pflanzen, sondern auch die darauf gespeicherten Biodaten. Es wird wild! Ich habe den Roman recht schnell und auch ganz gern gelesen. Insgesamt schien mir der Plot aber doch nicht ganz ausgereift und stellenweise hab ich mich ein bisschen gelangweilt, etwas kürzer, ein paar Redundanzen weniger und ich hätte vier Sterne gegeben. So sind es gute 3,5 und Vorfreude auf das, was Zara Zerbe sich als nächstes ausdenkt!
30. JuliJul 30, 2024
Phytopia Plusby Zara ZerbeVerbrecher Verlag
