Aus unterschiedlichen Gründen gelangen die Niederländerin Griet und die Chinesin Qianqian nach Formosa und sehen sich dort mit dem Leben in der Fremde und politischen Unruhen konfrontiert. „Sturm über Formosa“ ist ein Buch, das konsequent ruhig und unaufgeregt erzählt wird. Und das ist Fluch und Segen zugleich, denn es gibt Teile im Buch, da ist das großartig und Teile, die das Buch sehr langatmig machen. Die Stärke des Buches liegt klar in den Charakteren. Man hat es mit zwei Protagonistinnen zu tun, die ein starkes, emanzipiertes Frauenbild vertreten und allen Widrigkeiten zum Trotz für das kämpfen und einstehen, was sie für richtig halten. Dadurch machen sie sich zwar auch Feinde, dennoch kämpfen sie immer weiter für Gerechtigkeit. Die Schwäche liegt jedoch in der Langatmigkeit. Während in der ersten Hälfte des Buches noch die Verarbeitung der neuen Umgebung und Kultur beschrieben wird, geht es in der zweiten Hälfte um den politischen Konflikt zwischen Niederländern, Chinesen und den Ureinwohnern Formosas. Und mehr ist es auch nicht. Die Exotik des fernen Ostens erlebt man somit quasi überhaupt nicht, das Ganze spielt sich eher auf einer soziologischen Ebene ab, Landschaftsbeschreibungen bekommt man nicht. Somit konnte mich „Sturm über Formosa“ nicht ganz überzeugen, dennoch hat man es hier mit einem durchschnittlichen, gut gemachten historischen Roman zu tun, bei dem man aber am Besten vorher wissen sollte, was man hinterher bekommt.
12. Sept.Sep 12, 2024
Sturm über Formosaby Tereza VanekBookspot Verlag
