Interessante Sci-Fi Novelle über eine unmögliche Liebe zwischen einer Leopardenfrau und einem Autor
Die Geschichte begleitet den Bestseller-Autor David, der sich trotz seiner Ablehnung der Unterdrückung der Morphs als Sklaven zu Beginn der Handlung eine Leoparden-Morphfrau, die sich später Ashari nennt, kauft. Die Darstellung der Figuren fand ich sehr gut gelungen. Sowohl Davids Abneigung gegen die Zucht-Konzerne als auch seine Unsicherheit im Umgang mit der Morph sind nachvollziehbar. Auch die Reaktionen von Ashari auf die neue Situation, ihre Aggressionen, Unsicherheiten und ihre Hoffnungen sind super dargestellt. Die Annäherung der beiden erfolgt entsprechend langsam und mit viel Feingefühl, aber auch mit Rückschlägen in Momenten, in denen die beiden erkennen, wie unterschiedlich ihre Lebensrealitäten aussehen. Die Handlung konzentriert sich auf zwei Themen: die Entwicklung einer eigentlich unmöglichen Liebe und der Kampf für die Freiheit aller Morphs. Trotz der Kürze der Novelle finden beide Themen ausreichend Raum, um sich zu entwickeln und zum Nachdenken anzuregen. Die Kombination der Themen in der Beziehung zwischen David und Ashari hat mir gut gefallen. Ein wenig befremdlich fand ich allerdings das Ende der Erzählung, als die bisher zurückhaltende, eher schüchterne Beziehung sich vertieft und der eher knappe Erzählstil die Lesenden über knapp 10 Seiten recht detailliert wissen lässt, wie die Protagonisten auch ihre körperliche Liebe erkunden. Mir hätte da als Abschluss eine Andeutung im Stil der vorhergehenden Kapitel besser gefallen, da ich auch den Mehrwert dieser expliziten Szene für die Gesamtaussage der besprochenen Themen nicht wirklich sehe. Empfehlen kann ich die Novelle vor allem für Lesende, die gerne kurze Sci-Fi Romanzen mögen und Texte, die vielleicht auch nachdenklich stimmen.


