
Interessanter Einblick in das Leben einer Schwurjungfrau und die innere Zerissenheit, da wieder rauszukommen
Albanien - ein Land über das ich wenig weiß und seine kulturellen Eigenheiten noch weniger. Umso mehr war ich auf dieses Buch gespannt, welches über das Leben einer Schwurjungfrau erzählt. Hana wird mit Anfang 20 zum "Mann". Sie lässt aus familiären Gründen ihre Weiblichkeit hinter sich und lebt fortan als Mann. Doch nach einem Jahrzehnt will sie wieder Hana sein. Leichter gesagt als getan... Der Einblick in einen Teil der albanischen Kultur war wirklich sehr interessant. Man erfährt hier im "Westen" viel zu wenig darüber, obwohl Albanien ja nicht so weit weg ist. Sicher hätte man das noch ein wenig intensivieren können, aber der Fokus liegt ja doch eher auf dem Thema "Schwurjungfrau". Ich kannte das vorher nicht und ich finde die Autorin hat das wirklich gut rübergebracht. Hanas Zerrissenheit wird wirklich sehr authentisch rübergebracht. Sowohl ihre Zerrissenheit als Frau/Mann, genauso wie als Albanerin/Neuamerikanerin und als Mensch der seine Freiheit will und sich doch für die Familie aufopfert. Sicher sind einige Passagen manchmal etwas aufgebläht und die "Liebesgeschichte" mit Patrick ganz zum Schluß wirkt etwas komisch, aber ingesamt ist das Buch doch sehr lesenswert. Einfach weil es ein interessantes und unbekanntes Thema aufgreift und man gut mit der Protagonistin mitfühlen kann. Mein Fazit: Wer gerne mal zu etwas anspruchsvollerer Literatur greift, ist hier genau richtig.
