Anders als erwartet. Fiktive Geschichte mit Vorkommnissen, die an die reale Vergangenheit geknüpft sind
Ich hätte mir tatsächlich mit dem Titel und mit der Geschichte etwas anderes erwartet. Eingestellt war ich irgendwo zwischen Texas Chainsaw Massacre und krankem Psycho-Thriller. Am Ende war es eine nicht weniger entsetzliche Geschichte, die aus der schlimmen Vergangenheit von weiblichen Patienten einer Nervenheilanstalt in New Jersey durch die Hand von irrgeleiteten, hochmütigen und ahnungslosen weißer Männer stammen. Nur, dass diese Grausamkeiten und Fehlinterpretationen allesamt in diesem Roman auf eine Person projiziert werden. Der Akteur des "Schlächters" ist durch und durch medizinisch untauglich, inkompetent und stur. Seine weiblichen Gehilfinnen, trotz "mangelnder Bildung" ein vielfaches gewitzter und intelligenter, vor allem im medizinischen Bereich. Es ist erschreckend, wie die Autorin uns gespielt in diesem Roman in die Abgründe der psychologischen Medizin und Nervenheilkunde des 19. Jahrhunderts in Amerika führt. Sehr zu empfehlen, wenn man sich diesem Thema mehr näher möchte... Aber es ist, vor allem zum Schluss, wenn manche Dinge dann doch einmal namentlich genannt werden, schon harter Tobak, der sich dort präsentiert... Wobei sich vieles schon innerhalb des Buches immer wieder spiegelt und man einfach nur geschockt den Kopf und seinen ganzen Körper schüttelt, was für medizinische Fehleinschätzungen und "Ideen" zur Heilung damals als Standard galten und wie wenig ein Menschenleben (vor allem ein in deren Augen Verwirrtes) gezählt hat. Einizger Minuspunkt ist, dass es mir an manchen Stellen etwas zu lang gezogen war.









