
Was würdest du tun?
Der Roman trifft einen wie ein eiskalter Sturm – klar, hart und völlig ungeschönt. Aus einem vermeintlichen Abenteuer wird schnell ein existenzieller Albtraum: Nach einem Schiffbruch strandet ein junges Paar auf einer einsamen Insel und ist plötzlich auf sich selbst gestellt – ohne Schutz, ohne Hilfe, ohne Regeln. Die Natur zeigt sich dabei ebenso faszinierend wie gnadenlos, doch der wahre Abgrund öffnet sich zwischen den beiden Menschen. Autissier schildert mit beklemmender Intensität, wie Hunger, Angst und Isolation nicht nur den Körper, sondern auch die Moral zersetzen. Liebe kippt in Abhängigkeit, Vertrauen in Misstrauen – und irgendwann scheint alles erlaubt, was das eigene Überleben sichert. Gerade diese psychologische Tiefe macht das Buch so eindringlich: Man ertappt sich ständig bei der Frage, wie man selbst gehandelt hätte. Welche Grenze hätte ich überschritten? Welche Entscheidung getroffen? Die Geschichte zwingt einen, hinzusehen – und sich selbst nicht aus der Verantwortung zu lassen. Schonungslos und spannend erzählt, hält „Herz auf Eis“ den Atem bis zur letzten Seite an – und hallt lange nach.




















































