Ich fand das Buch ziemlich gut...
Tolstoi stellt die zeitlose Frage nach Gier und Genügsamkeit. Die Parabel zeigt sehr eindringlich, wohin das Streben nach "immer mehr" führen kann. Das Ende ist so simpel wie genial und hallt definitiv nach.
Man kann das Buch wunderbar in einem Rutsch durchlesen. Der Schreibstil ist klar und flüssig, ohne unnötig kompliziert zu sein.
Nicht alles an der Weltanschauung entsprach meinem persönlichen Denken oder meiner Lebensrealität. Aber: Die Kernbotschaften dahinter – die Kritik an der Maßlosigkeit und die Besinnung auf das Wesentliche – sind universell und haben mich absolut überzeugt.
Fazit: Ein kleines Buch mit einer großen Wirkung. Perfekt für alle, die über das Leben nachdenken wollen, ohne sich durch einen 1000-Seiten-Wälzer zu quälen.
Man merkt stark wie die jeweiligen Geschichten (mit Ausnahme von der „Wieviel Erde braucht der Mensch) grundlegende christliche Prinzipien einem versuchen näher zu bringen. Tolstois Sprache und Erzählweise ist wie so oft sehr angenehm zu lesen und beschreibt das wesentliche der Handlung.
Wovon die Menschen leben (3.5/5)
In der Geschichte nimmt ein Schuster einen frierenden Mann bei sich auf. Dieser Mann ist in Wahrheit ein Engel, der drei Fragen beantworten soll:
1. Was wohnt im Menschen?
2. Was ist dem Menschen nicht gegeben?
3. Wovon leben die Menschen?
Die Antworten diese Fragen sind 1. Liebe 2. Zu wissen, was er braucht und 3. Liebe.
Schön geschrieben und interessante Geschichte, lässt wie bei Tolstoi so oft jedoch wenig Interpretationsspielraum, da Tolstoi immer klar auf die Message verweist.
Die beiden Alten (4/5)
Auch eine sehr nette Geschichte - 2 Männer wollen nach Jerusalem pilgern. Einer der beiden möchte nach Wasser in einem Bauernhaus fragen in welchem er die ausgehungerten Hausherren antrifft während der andere vorausgeht. Dies führt dazu das der erste mehrere Tage bei den Bauern zuhause bleibt und sie wieder aufrichtet und anschließend die Reise abbricht und nachhause geht da er sein ganzes Geld ausgegeben hat. Der andere Mann hingegen ist nach Jerusalem gegangen und sieht dort den Geist seines Pulgerpartners wodurch er später realisiert das die Seele des ersten Mannes in Jerusalem (also bei Gott) sei und das dies wichtiger ist als die physische Präsenz im heiligen Ort.
Wieviel Erde braucht der Mensch? (5/5)
Habe ich schonmal Bewertet. Grandios.
Die Drei Greise (3/5)
Dies ist eine sehr kurze Volkssage welche von einem Bischoff handelt, welcher realisiert das der Glaube dieser Drei Greise reiner ist als der der aller meisten Menschen auch wenn sie diesen niemals artikulieren könnten und das die persönliche Reinheit des Glaubens im Vordergrund steht.
Jede dieser Geschichten ist stark von Tolstois christlich-humanistischer Weltanschauung durchzogen. Es geht um christliche Werte und das Menschsein, (Nächsten-)Liebe und Demut und kritisiert Egoismus, Gier und vor allem Materialismus.
Die Kernaussage ist jedoch, das nicht jede Sünde und jedes Vergehen einen Ausmacht sondern die Liebe und Aufopferung der Menschen. Ein nichtsnutziger Trinker der jemandem seinen letzten cent geben würde ist näher an Gott als jeder gierige Reiche der noch so Kirchenkonform leben mag aber andere ihren Umständen überlässt.
Kurzes kleines Buch , welches man in einem Rutsch lesen kann. Es ist recht christlich angehaucht und soweit ein ganz gutes Buch. Geschmackssache wie es bei Klassikern eben meistens der Fall ist
Tolstoi eben. Klassiker sind nicht ohne Grund Klassiker.
Meine Lieblingsgeschichte in dem kurzweiligem Buch ist die Geschichte der zwei Alten, die auf Pilgerreise gehen.
Verständlich geschrieben, Schreibstil gut, aber etwas anderes erwartet man nicht von einem Klassiker. Fabelangehaucht.