'Die Gebeine von Avalon' konnten mich Stunden über Stunden in ihren Bann ziehen. Der Einstieg ins Buch ist meiner Meinung nach im Vergleich zu den restlichen Kapiteln nicht so gut gelungen, doch es dauert nicht lange, da gewinnt die Geschichte an Fahrt. Rickman zeichnet die unterschiedlichen Charaktere klar und mit einer gewissen Detailverliebtheit, die mir sehr gut gefallen hat. In Glastonbury übersteigen sie sich gegenseitig in ihrer Skurrilität; ein einziger Jahrmarkt: Da ist zum einen ein fanatischer Ex-Mönch-jetzt-Grundherr, zum anderen ein irrer Knochensammler und eine einäugige, bettelarme Frau, die in Kontakt zur Feenwelt steht, etc. Außerdem schafft er es, die dunkle, mystische und (eisig) kalte Atmosphäre der Leserin/dem Leser äußerst intensiv zu vermitteln. Ich fühlte mich beim Lesen durchweg wie ganz natürlich in die Zeit zurückversetzt, unpassender Kitsch oder konkrete Hinweise auf die Lebensweise der Menschen fehlen glücklicherweise gänzlich. Die Geschichte ist spannend, das Blättern der Seiten geschieht fast von selbst, einzig war ich zwischendurch etwas verwirrt, ob es jetzt rein um eine Bedrohung der Königin, um Artus oder Merlin gehe. Zum Ende hin fügt sich aber alles zusammen und es ist ein rundes Buch, das ich kaum aus der Hand legen konnte.
31. MaiMay 31, 2024
Die Gebeine von Avalonby Phil RickmanROWOHLT Polaris
