Eine faszinierende, beklemmende KI-Dystopie – absolute Leseempfehlung!
Ich habe „Der Würfel“ von Bijan Moini wirklich sehr gern gelesen. Das Buch baut von Beginn an eine ganz skurrile, schwer greifbare Grundstimmung auf. Interessanterweise hat mich diese Atmosphäre stark an den Roman „Vaterland“ erinnert – dieses ständige, beklemmende Gefühl einer alternativen Realität (dort: was wäre, wenn die Nationalsozialisten an der Macht geblieben wären; hier: was passiert, wenn ein perfekter Algorithmus die absolute Kontrolle übernimmt). Die Welt, die Moini hier entwirft, und vor allem die Idee, wie künstliche Intelligenz konsequent weitergedacht funktionieren könnte, hat mich echt beeindruckt. Wir begleiten den Hauptdarsteller Taso, der mir als Figur unheimlich gut gefallen hat. Er navigiert durch diese Welt und versucht, sich dem deutschen System des sogenannten „Kubismus“ (und dem ständigen Wettstreit mit dem chinesischen „Harmonismus“) zu entziehen. Dieses Hin und Her zwischen den Ideologien ist spannend umgesetzt. Ein kleiner Kritikpunkt: Zwischendrin verliert sich das Buch für meinen Geschmack ein kleines bisschen. Es gab eine Phase im letzten Drittel, bei der ich das Gefühl hatte, nicht mehr genau zu wissen, wo die Geschichte eigentlich hin will. Aber – und das ist das Wichtigste – es hat sich danach wieder komplett gefangen! Der Schluss ist richtig rasant geworden und hat mich am Ende noch einmal richtig gecatcht. Im Großen und Ganzen eine absolute Leseempfehlung für alle, die smarte Zukunftsvisionen mögen. Ich werde definitiv noch weitere Bücher des Autors lesen!









