Sehr stark, aber auch sehr kompliziert. Bewegende Geschichte mit unerwartetem Ende. Hat mir wirklich gut gefallen.
Richtig tolle Geschichte mit viel Tiefgang. Eine echt bewegende Geschichte, die harte Themen beinhaltet. Die Geschichte war jetzt nicht unbedingt richtig spannend, aber trotzdem echt fesselnd. Man erlebt so viele Emotionen während der Geschichte - Freude, Trauer, Glück, Hoffnung und viele mehr. Das wurde richtig gut rübergebracht. Wir begleiten Robin über einen sehr langen Zeitraum und er muss wirklich einiges aushalten. Der Fantasyanteil war eher gering, fand ich aber trotzdem echt einzigartig. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf Sprachen und das hat es für mich etwas kompliziert gemacht zum lesen. Es war teilweise sehr fachlich, sodass man etwas mühe hatte es zu verstehen. Robin ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich mochte ihn total gerne. Aber auch die anderen aus der Clique fand ich echt toll. Robin macht eine richtig tolle Entwicklung durch und ich muss ehrlich sagen, mit dem Ende hatte ich überhaupt nicht gerechnet.
Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen. Trotz der vielen fachlichen Aspekte ist man sehr gut in die Geschichte reingekommen und konnte total eintauchen.
Es ist ein Buch was nicht einfach mal so „weg gesnackt“ werden kann. Was ich auch in Ordnung finde. Ich habe bei diesem Buch gemischte Gefühle. Einerseits war ich so fasziniert davon wie sehr mich das Buch für Übersetzung und Sprachen allgemein begeistern konnte. Andererseits fand ich die Story etwas zu „flach“. Die Themen die besprochen wurden sind absolut wichtig, aber ich hätte mir gerade ab 70% etwas mehr Komplexität bzw. Tiefe gewünscht. Dafür das der Anfang sich (für mich gut) gezogen hat, war das Ende einfach zu schnell rum. Und gerade in diesem Ende hätte ich mich gerne gefühlsmäßig verloren. Auch in die Komplexität der Gedanken, die bei so einer Action stattgefunden haben mussten.
Mir hat das Buch hervorragend gut gefallen. Es liest sich sehr flüssig und ich mochte auch die vielen Informationen, die R. F. Kuang dem Leser über die Sprachen mitgibt. Zu Teilen ist es so schwer zu ertragen und doch so wichtig, sich mit diesen Themen auseinandersetzen. Tiefe Charaktere, eine spannende Geschichte. Ein tolles Buch!
Okay, okay, okay... I went through this book in very distinct phases.
Contains soft spoilers
☝️First, I kept forgetting that this was supposed to be a phantasy. Robins' story feels more like a rough histological coming off age story. All the while we get intel about the development and origins of languages which felt a little stale at this stage 🤔 It didn't feel relevant at this point...
🤓 then he is sent to Bable, and briefly, I was met with Harry Potter vibes. A young boy who gets swept away into a different world where he can finally belong, hone his powers, and is surrounded by like-minded people. And yet, there is an unspoken rule that he will never truly belong...
🥷 Then he meets Griffin, and with that, Robin experiences the first true rupture from the life he thought he was living and the reality he might need to wake up to.
The next turning point was the little "incident" on his way back from Canton 😭😭😭😭😭😭😭😭 LOVELL you piece of ****!!! Good f**king RIDDANCE 🥳🥳🥳 Got what you deserved!! Now all of them are really in it. There is only one way out, and it's straight through. I loved how Robin and his friends stuck together here.
And then, after they had taken the tower ... what Letty did when she came back 😔 oh man, that hit right in the feels 🥺 Everything after that was really just about enduring, wasn't it? It was painful to see how everything fell apart, but it also felt right.
My conclusion: this book has me feeling quite ambivalent. I was contemplating dnf-ing this a couple of times because I didn't understand what the story was trying to be. Not other worldly enough to be a phantasy, a lot of history lessons about language, a rough upbringing of a "foreign" boy, political schemes and a rebellion in the end. but it was worth sticking with it, the latter parts and ending made up for it and tied everything together...
Bin zufällig zu diesem Buch gekommen und habe erst relativ spät im Lesen bemerkt, dass es Fiction ist. Das ganze Magical Realism Genre hat sich mir dann erst eröffnet und mich begeistert.
Dieses Buch lohnt sich, aufgrund der Geschichte, der Sprache und der emotionalen und bewegenden Handlungsgewalt.
Tiefgründige Themen mit dark academia aesthetic und die Frage ob man Gewalt braucht, um wirklich die Welt zu verändern.
Dieses Buch hat mir noch einmal besonders vor Augen geführt wie magisch Sprache und wie machtvoll Worte sein können. Ich habe gelernt, dass eine Übersetzung niemals die gesamte Essenz der zu übersetzenden Sprache in sich einfangen kann und dass immer ein Teil verloren geht.
Aus dem Augen von Robin Swift, einem Waisenjungen aus dem chinesischen Kanton, der vom geheimnisvollen Professor Lovell nach London gebracht wird, lernt man Großbritannien als Stadt des Silbers kennen. Als Stadt, die die größte und mächtigste der Welt zu werden droht und sich damit auch das Anrecht nimmt, andere Städte auszubeuten. Weil sie etwas erreicht hat, was andere Städte nicht erreicht haben: die Macht des „Silver working“. Doch in der glänzenden Stadt und mit der Möglichkeit in Oxford studieren zu dürfen, rücken für Robin all diese Probleme erstmal in den Hintergrund. Denn was ist schöner und besonderer als in der Elite-Universität in Oxford studieren zu dürfen?
Es werden so viele interessante Fragestellungen aufgeworfen, die einen selbst dazu bringen darüber nachzudenken.
Ebenfalls hat mir die Freundschaftsdynamik zwischen Robin, Rami, Letti und Victoire, weil alle von ihnen unterschiedliche Probleme in der Gesellshaft des 19. Jahrhunderts bewältigen müssen. Denn im Kern haben sie immernoch eins gemeinsam, was sie auf eine besonders interessante Weise miteinander verbindet, sich aber auch gut untereinander ergänzen.
Victoire ist bemerkenswert widerstandsfähig und moralisch und schlichtet oft hitzige Diskussionen.
Letti ist die Tochter eines ehemaligen britischen Admirals. Sie erlebt die Ungerechtigkeit und den Frauenhass im England der 1830er-Jahre und kann sich daher gut in ihre Freundinnen hineinversetzen. Doch den offenen Rassismus, dem ihre beste Freundin Victoire ausgesetzt ist, bekommt sie nicht mit.
Rami ist ein muslimischer indischer Student aus Kalkutta und Robins bester Freund. In Oxford erregt Ramy viel Aufsehen und nutzt dies, um zu glänzen. Er ist laut, brillant und unglaublich charmant.
Einfach ein tolles, inspirierendes Werk, das trotz der Fantasie-Elemente trotzdem noch historisch korrekt genug bleibt :)
Zugegeben, ich hatte lange sehr großen Respekt davor dieses Buch zu lesen. Ich glaube das geht vielen so, aber ich kann nur sagen: Bitte. Lest. Dieses. Buch.
R. F. Kuang hat mit diesem Buch ein Meisterwerk geschaffen.
Die Sprache reißt einen völlig in den Bann und man kann es nicht mehr zur Seite legen.
Es ist eine Geschichte, in der jede*r seinen/ ihren eigenen Kampf führt, manchmal zusammen, aber viel zu oft auch alleine. Die Charaktere sind nicht bloß „gut“ oder „böse“ sondern kompliziert und manchmal auch unsympathisch. Oft in einer sehr dunklen Grauzone und dennoch kann man ihr Handeln nachvollziehen.
Das Buch hat mich mehrmals verzweifeln und sprachlos in die Gegend schauen lassen. Es hat mich gebrochen und beim Zusammensetzen an den Scherben schneiden lassen. Und das alles ohne dabei belehrend, trocken oder „zu anspruchsvoll“ zu sein.
Ich glaube dieses Buch wird mich noch sehr lange begleiten.
Die Idee des Buches ist wirklich grandios. Ich hatte mich sehr darauf gefreut endlich mal ein Buch über Kolonialismus und Sprache zu lesen. Leider war dieses Buch ein echter Flop. Kuangs Storytelling ist katastrophal. Eigentlich war alles an dem Buch oberflächlich. Robin, den ich von Anfang an als eine sehr interessante Figur empfand und dessen Geschichte ich wirklich gerne verfolgt hätte, bekam durch das ganze Buch hinweg keinerlei Tiefe, genauso wie der Rest der Charaktere und dessen Beziehungen. Auch das Thema Kolonialismus und die Verbreitung von Sprache wurde nur oberflächlich angekrazt und letztendlich wurde nur wiederholt was eigentlich jeder, der etwas Allgemeinbildung beherrscht, bereits über Kolonialismus weiß. Zudem gab es auch einige Dinge die völlig unrealistisch sind und damals so einfach nicht passiert sind, was ich sehr erschreckend fand. Denn wenn man so ein wichtiges Thema in einem Roman abarbeitet dann sollte es auch gut recherchiert sein. Ebenfalls wurden so viele banale Dinge bis ins kleinste Detail erklärt, dass ich mich irgendwann wirklich gefragt habe ob Kuang denkt ihre Leser seien dumm.
Die Fußnoten...Der Inhalt mal wirklich interessant, mal völlig unnötig. Ich weiß viele meinen Kuangs Fußnoten wirken intellektuell, für mich bedeutet dass aber einfach nur dass sie es nicht beherrscht sachliche Informationen flüssig in eine Story zu verpacken. Ich kann leider überhaupt nicht verstehen warum dieses Buch so hochgelobt wird und von vielen als Standard für intellektuelle und anspruchsvolle Literatur angesehen wird. Sehr schade, es hätte wirklich extrem gut werden können.
Ich habe nach der Hälfte dieses Buches aufgegeben. Wieder ein Beispiel dafür, das zu stark gehypte Bücher oft die Mühe nicht wert sind. Der Hintergrund zu dieser Story ist toll recherchiert und die Hälfte des Buches besteht nahezu aus Fußnoten, was zeigt, wie sehr die Autorin sich in die Hintergründe des 19.Jahrhunderts eingearbeitet hat. Aber ganz ehrlich, da hätte ich mir auch ein Geschichtsbuch zum Thema Industrialisierung in Großbritannien kaufen können.
Die Story um die es eigentlich gehen soll geht zwischen den ganzen Erklärungen völlig unter. Dazu kommt, dass die Story unglaublich zäh und stellenweise langweilig daherkommt. Irgendwer hat dieses Buch mit dem Spannungsbogen eines Harry Potter Bandes verglichen. Den Vergleich muss man mir mal bitte erklären.
"Babel“ ist ein absolutes Meisterwerk und eines der klügsten Bücher, die ich je gelesen habe.
R.F. Kuang hat hier etwas Unglaubliches geschaffen: Eine Mischung aus Dark Academia, historischem Roman und packender Fantasy, die gleichzeitig eine messerscharfe Kritik an Kolonialismus und Sprachgewalt ist.
Das Magiesystem, das auf der Kunst der Übersetzung und silbernen Barren basiert, ist absolut einzigartig und faszinierend tiefgründig. Man merkt auf jeder Seite Kuangs Liebe zur Etymologie. Doch das Herz der Geschichte sind die Charaktere – allen voran Robin Swift.
Seine Reise von der Dankbarkeit gegenüber dem britischen Empire bis hin zum schmerzhaften Erwachen über dessen Grausamkeit ist emotional erschütternd.
Warum man es lesen muss:
Atmosphäre:
Oxford im 19. Jahrhundert wird so lebendig und düster beschrieben, dass man den Regen förmlich spüren kann.
Relevanz:
Es ist kein „leichtes“ Buch; es fordert den Leser heraus, über Privilegien, Opfer und die Macht von Worten nachzudenken.
Schreibstil:
Anspruchsvoll, elegant und unglaublich atmosphärisch.
Ein monumentales Werk, das mich noch lange nach dem Zuklappen der letzten Seite verfolgt hat. Wer The Secret History mochte, aber mehr politische Tiefe und ein magisches Element sucht, wird Babel lieben.
„Babel“ von R. F. Kuang ist für mich ein sprachlich beeindruckender und thematisch wichtiger Roman über Kolonialismus, Übersetzung und Macht, der mich über weite Strecken gepackt hat – bis zur Schlussphase, in der die Figuren für mich leider zunehmend infantil und in ihrer Selbstinszenierung als Rächer und Retter der Welt nicht mehr überzeugend wirkten.
…
Im Zentrum steht Robin Swift, ein aus China stammender Waisenjunge, der in Oxford an das Übersetzungsinstitut Babel kommt und dort lernen soll, wie Sprache durch Silbermagie in Macht verwandelt wird. Kuang baut daraus ein kluges, alternatives 19. Jahrhundert, in dem Sprachwissenschaft, Empire-Kritik, Rassismus und akademische Eliten eng miteinander verknüpft sind. Das hat mich anfangs sehr überzeugt, weil der Roman die Gewalt des Kolonialismus nicht nur behauptet, sondern über das ganze System von Sprache, Handel und Wissen sichtbar macht.
Besonders stark fand ich die Atmosphäre: das dunkle Oxford, die strenge Institution Babel, die vielen Fachbegriffe und Fußnoten, die den Text fast wie eine gelehrte, zugleich aber sehr erzählerische Debatte über Übersetzen und Verstehen wirken lassen. Die Idee, dass Übersetzung nie neutral ist, sondern immer auch Macht verteilt, ist enorm interessant und wird von Kuang sehr konsequent ausgearbeitet. Auch die Figurenkonstellation am Anfang ist stark: Robin zwischen Zugehörigkeit und Entfremdung, seine Freundschaften, das Gefühl, gleichzeitig privilegiert und ausgenutzt zu sein, und die Wut über die koloniale Ordnung tragen den Roman lange Zeit sehr gut.
Je weiter das Buch jedoch in Richtung Finale geht, desto mehr hat es mich verloren. Ab dem Punkt, an dem die Protagonisten sich immer stärker als Rächer und Retter der Welt sehen, kippt für mich die frühere Komplexität in eine sehr vereinfachte, fast kindliche Haltung. Die Entwicklung wirkt dann weniger wie eine glaubwürdige Zuspitzung als wie eine moralische Selbstüberhöhung, bei der die Figuren ihre eigene Rolle stark romantisieren. Gerade weil der Roman zuvor so klug und differenziert über Macht und Unterdrückung nachgedacht hat, empfand ich diese Schlussphase als enttäuschend, zu eindeutig und in der Selbstgewissheit deutlich zu platt.
Trotzdem bleibt „Babel“ für mich ein wichtiges und oft beeindruckendes Buch. Die Kritik am Kolonialismus, die Reflexion über Sprache und das akademische Umfeld sind stark, und viele Passagen sind wirklich brillant geschrieben. Ich würde den Roman daher klar empfehlen – aber mit dem Hinweis, dass man im letzten Drittel bereit sein sollte, über eine Entwicklung hinwegzusehen, die aus meiner Sicht zu sehr ins Infantile abrutscht und dem Buch etwas von seiner anfänglichen Stärke nimmt.
1828. Robin Swift, den ein Cholera-Ausbruch im chinesischen Kanton als Waisenjungen zurücklässt, wird von dem geheimnisvollen Professor Lovell nach London gebracht. Dort lernt er jahrelang Latein, Altgriechisch und Chinesisch, um sich auf den Tag vorzubereiten, an dem er in das Königliche Institut für Übersetzung der Universität Oxford - auch bekannt als Babel - aufgenommen werden soll.
Oxford ist das Zentrum allen Wissens und Fortschritts in der Welt. Für Robin erfüllt sich ein Traum, an dem Ort zu studieren, der die ganze Macht des britischen Empire verkörpert.
Denn in Babel wird nicht nur Übersetzung gelehrt, sondern auch Magie. Das Silberwerk - die Kunst, die in der Übersetzung verloren gegangene Bedeutung mithilfe von verzauberten Silberbarren zu manifestieren - hat die Briten zu unvergleichlichem Einfluss gebracht. Dank dieser besonderen Magie hat das Empire große Teile der Welt kolonisiert.
Für Robin ist Oxford eine Utopie, die dem Streben nach Wissen gewidmet ist. Doch Wissen gehorcht Macht und als chinesischer Junge, der in Großbritannien aufgewachsen ist, erkennt Robin, dass es Verrat an seinem Mutterland bedeutet, Babel zu dienen. Im Laufe seines Studiums gerät Robin zwischen Babel und den zwielichtigen Hermes-Bund, eine Organisation, die die imperiale Expansion stoppen will. Als Großbritannien einen ungerechten Krieg mit China um Silber und Opium führt, muss Robin sich für eine Seite entscheiden... Aber kann ein Student gegen ein Imperium bestehen?
Ich war am Anfang alles andere als begeistert. Im Gegenteil. Die erste Hälfte war für mich größtenteils richtig anstrengend. Sehr trocken, sehr sprachlastig, überladen mit linguistischen Erklärungen und Details, die sich eher wie ein Fachtext als wie ein Roman gelesen haben. Wenn man für Sprache und Übersetzung nichts übrig hat, wird das hier ziemlich schnell zäh, langweilig und möglicherweise auch unverständlich. Bei mir war all das definitiv der Fall. Dazu kam, dass sich die Handlung lange seltsam distanziert angefühlt hat. Es passiert zwar etwas, aber man ist oft nicht wirklich dabei. Vieles wird eher berichtet als erlebt. Dadurch fehlt ein Stück weit die emotionale Nähe, die man eigentlich bräuchte, um komplett reinzukommen. Genau das hat es mir am Anfang schwer gemacht.
Gleichzeitig gab es einen Grund, warum ich trotzdem weitergelesen habe: Robin. Robin ist eine dieser Figuren, die ein Buch tragen können, selbst wenn drumherum noch nicht alles funktioniert. Man lernt ihn als Kind kennen und begleitet ihn über Jahre hinweg. Man sieht, wie er geprägt wird, wie er lernt, wie er sich verändert. Und vor allem, wie er langsam begreift, in was für einem System er sich eigentlich bewegt. Was dabei besonders stark ist: Diese Entwicklung ist nicht geradlinig. Robin ist kein Charakter, der irgendwann „aufwacht“ und dann genau weiß, was richtig ist. Er schwankt. Er zweifelt. Er entscheidet sich um und wieder zurück. Und genau das macht ihn so glaubwürdig. Weil seine Situation eben keine einfache ist. Er steht zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite das System, das ihm Bildung, Sicherheit und Möglichkeiten gibt. Auf der anderen Seite das Wissen darum, dass genau dieses System auf Ausbeutung, Rassismus und Ungleichheit basiert. Und egal, wie er sich entscheidet, es ist immer auch ein Verrat, entweder an sich selbst oder an anderen. Dieses Spannungsfeld zieht sich durch das ganze Buch und wird immer intensiver. Auch die Dynamik mit seinen Freunden trägt viel dazu bei. Ihre Beziehungen entwickeln sich über die Zeit, verändern sich, werden komplizierter. Es ist keine perfekte Freundschaft, sondern eine, die von unterschiedlichen Perspektiven und Hintergründen geprägt ist. Gerade das macht sie interessant und später auch emotional wirkungsvoll.
Lange Zeit wird das alles eher ruhig erzählt. Fast schon zu ruhig, bis dann der Punkt kommt, an dem das Buch plötzlich anzieht.
So ab der zweiten Hälfte oder dem letzten Drittel verändert sich die Wirkung komplett. Die Handlung wird greifbarer, die Konflikte konkreter, die Entscheidungen härter. Und alles, was vorher vielleicht zu theoretisch oder zu distanziert gewirkt hat, bekommt plötzlich Gewicht. Weil man jetzt versteht, worauf es hinausläuft. Was dann folgt, ist kein klassischer Spannungsaufbau mit schnellen Wendungen oder großen Überraschungen. Stattdessen entwickelt sich eine zunehmende Unausweichlichkeit. Man merkt, dass die Figuren auf etwas zusteuern, das sich nicht mehr verhindern lässt. Und genau das macht es so intensiv.
Das Ende ist definitiv der stärkste Teil des Buches. Nicht, weil es spektakulär inszeniert wäre, sondern weil es konsequent ist. Es führt die Themen des Buches (Rassismus, Kolonialismus, Machtstrukturen, Klassenunterschiede) logisch zusammen und zwingt die Figuren zu Entscheidungen, die sich richtig anfühlen, auch wenn sie schmerzhaft sind. Es ist kein bequemes Ende. Es ist keines, das alles auflöst oder glattzieht. Aber genau deshalb wirkt es so stark. Man merkt, dass hier nichts zufällig passiert. Dass alles darauf hingearbeitet hat.
Ein Kritikpunkt bleibt für mich trotzdem bestehen: das Magiesystem. Für einen Fantasyroman bleibt es überraschend vage. Die Idee, Sprache und Übersetzung als Grundlage von Magie zu nutzen, ist extrem spannend, wird aber nicht wirklich greifbar erklärt. Vieles bleibt abstrakt, sodass man eher akzeptiert, dass es funktioniert, als dass man versteht, wie oder warum. Das ist schade, weil gerade hier viel Potenzial gewesen wäre. Trotzdem hat mich das am Ende kaum noch gestört. Weil das Buch seine Stärke nicht aus der Magie zieht, sondern aus seinen Figuren und seinen Themen.
Es ist kein Buch, das sofort begeistert. Es fordert Geduld und ein gewisses Interesse an den Themen, die es behandelt. Aber wenn man sich darauf einlässt, entwickelt es eine enorme Wirkung. Und vor allem bleibt es hängen. Nicht wegen einzelner Szenen, sondern wegen dem, was es insgesamt auslöst.
Hat sich wie ein Buch aus meinem Studium gelesen. Fand ich ganz furchtbar, überheblich und belehrend. Die Fußnoten fand ich auch sehr irritierend und auf dem Kindle leider schlecht zu lesen. (Das hin und her springen hat nicht immer funktioniert.) Der Fantasyanteil war für mich zu klein um weiter am Ball zu bleiben. Und das Buch ist mir zu dick um mich durch zu quälen 😂😂
Tolles Konzept, schwache zweite Hälfte: Babel erklärt zu viel, vertraut zu wenig – und berührt trotzdem am Ende.
In Babel steckt ein wirklich großartiges Buch. Es zu finden erfordert jedoch Geduld – und eine hohe Toleranz für (be)lehrende Worte - mehr als man von einem Fantasy-Roman eigentlich erwarten würde.
Beginnen wir mit dem, was funktioniert: Das Dark-Academia-Setting ist atmosphärisch und einnehmend, die Prämisse ist echt originell, und die erste Hälfte hält, was sie verspricht: eine detailreich ausgearbeitete Welt, ein Magiesystem das auf dem Verlust beim Übersetzen basiert, und ein Campusroman mit echtem intellektuellem Anspruch. Diese frühen Kapitel haben einen unwiderstehlichen Sog. Robins Weg in das geheimnisvolle Übersetzungsinstitut von Oxford fühlt sich frisch und lebendig an – die Welt gemeinsam mit ihm zu entdecken ist macht wirklich Spaß.
Dann kommt die zweite Hälfte – und es ist beinahe ein anderes Buch.
Das zentrale Problem: Kuang hat Setting und Magiesystem nicht danach gebaut, was Sinn ergeben würde, sondern danach, welche Themen sie erkunden wollte. Das Ergebnis ist ein viktorianisches England, das genau wie das echte funktioniert – obwohl seine Magie eigentlich alles hätte verändern müssen. Die Idee, dass allein die Silberübersetzung für Britanniens industrielle und imperiale Dominanz verantwortlich ist, hält keiner ernsthaften Betrachtung stand. Für einen Roman, der so besessen von sprachlicher Präzision ist, ist die Worldbuilding-Logik überraschend löchrig.
Die Charaktere leiden leider unter einem ähnlichen Problem. Robin ist gut ausgearbeitet und durchgehend überzeugend. Der Rest der Kerngruppe wirkt jedoch weniger wie Menschen und mehr wie Positionen in einer Debatte. Ramy ist die antikoloniale Stimme. Lettie verkörpert das weiße Privileg. Jeder britische Mann ist ausnahmslos ein Bösewicht ohne Nuancen. Das sind Allegorien in Menschengestalt – und wenn die zweite Hälfte stark auf ihre Beziehungen und Entscheidungen setzt, fehlt die emotionale Bindung, die das tragen könnte.
Erschwerend kommen die Fußnoten hinzu. Zu oft erklären sie Dinge, die jeder aufmerksame Leser längst verstanden hat: dass rassistische Charaktere tatsächlich rassistisch sind, zum Beispiel. Das wirkt herablassend und reißt einen immer wieder aus dem Bann, den der Roman so mühsam aufgebaut hat.
Und dennoch: Die letzten zehn Prozent sind ziehen dann nochmal richtig an. Kuang streift all den Ballast ab, verzichtet auf die Fußnoten und schreibt mit einer rohen Aufrichtigkeit, die dem Rest des Buches weitgehend gefehlt hat. Diese Seiten sind kraftvoll, emotional mitreißend– und dann leider aber auch eine Erinnerung daran, wozu dieser Roman eigentlich fähig gewesen wäre.
Fazit: Babel ist ein faszinierendes, fehlerhaftes, ambitioniertes Buch. Lesenswert – aber sei bereit, selbst zu denken, auch wenn die Autorin dir das manchmal nicht zutraut.
Hat mich leider echt nicht überzeugt 😐. Ich habe bereits in der Vergangenheit ein Buch von der Autorin gelesen und auch das fande ich nicht so toll. Ich bin überhaupt nicht in die Geschichte reingekommen und fande es total langatmig.
Babel ist ein Meisterwerk!
Es verbindet tiefgründige Themen wie Kolonialismus, Rassismus und Sexismus mit einer herzzerreißenden Story
Die wahre Kunst liegt aber darin, Charaktere zu schaffen die so menschlich und greifbar sind, dass sie nicht einfach einem typischen Fantasy-Schema folgen und nicht handeln wie man es vllt erwartet hätte
Das Ende hat mich völlig zerstört, aber gleichzeitig war es so aufwühlend und realistisch, dass es sich ins Herzen brennt💔💔💔
Babel ist ein Buch, wie es kein zweites gibt. Eine ganz eigene Erfahrung und ein besonderes Erlebnis voller Höhen und Tiefen. Bisweilen ist es etwas langatmig und dann wieder wirkt es etwas übereilt, aber alles in allem ist es einfach sehr besonders.
Wenn Worte Macht sind, dann ist Schweigen nichts anderes als Gewalt
Es gibt Bücher, die erzählen eine Geschichte. Und es gibt Bücher, die etwas sagen wollen. Und dann gibt es dieses hier, das beides gleichzeitig versucht und genau daraus seine größte Stärke und seine größte Schwäche zieht.
Was mich durch das gesamte Buch getragen hat, war nicht die Handlung, sondern die Botschaft. Und die trifft mit voller Wucht. Der Blick auf koloniale Machtstrukturen, auf Ausbeutung und auf ein System, das sich selbst erhält, egal wen es dafür zerstört, ist nicht subtil. Und das ist auch gut so. Dieses Buch will nicht leise sein. Es will verstanden werden.
Gerade am Anfang hatte ich oft das Gefühl, eher in einem Seminar zu sitzen als in einem Roman. Eine „Unterrichtseinheit“ reiht sich an die nächste. Das hat mich genervt. Ich war mehr als einmal kurz davor, das Buch zur Seite zu legen. Und trotzdem bin ich drangeblieben, weil schnell klar wird, wie zentral das alles ist. Es geht nicht nur um Menschen und Kulturen, die ausgebeutet werden, sondern auch um Sprache selbst. Und das in einer Konsequenz, die ich so selten gelesen habe.
Das Magiesystem ist für mich eines der stärksten Elemente. Die Idee, dass Bedeutung und Nuancen reale Auswirkungen haben, ist nicht nur kreativ, sondern fühlt sich fast selbstverständlich an. Sprache ist ja auch im echten Leben eine Form von Macht. Ein Wort kann Nähe schaffen oder Konflikte eskalieren lassen. Das Buch macht das sichtbar und greifbar.
Mit den Figuren hatte ich keine klassische Verbindung. Ich habe mich in ihnen nicht wiedergefunden, aber ich habe sie verstanden. Ihre Wut, ihre Entwicklung und ihre Radikalisierung waren nachvollziehbar. Gerade Robin ist dabei gleichzeitig anstrengend und logisch in seiner Entwicklung. Ramy und Victoire stehen ihm in nichts nach, während Letty für mich den spannendsten Gegenpol bildet. Nicht, weil sie „böse“ ist, sondern weil sie genau das verkörpert, was das System braucht, um weiter zu funktionieren.
Der Aufbau ist nicht ganz rund. Der Anfang ist langsam und teilweise zäh, die zweite Hälfte zieht deutlich an, und das Ende kommt fast schon erschreckend schnell. Aber genau dieses Ende hat mich überzeugt. Es ist radikal, konsequent und wirkt unvermeidbar. Kein künstliches Drama, kein plötzliches Happy End, sondern ein offenes Danach ohne klare Auflösung. Genau wie in der Realität, in der nach solchen Umbrüchen auch niemand sofort weiß, was als Nächstes kommt.
Was für mich besonders hängen bleibt, ist die Art, wie das Buch mit seiner eigenen Unsubtilität umgeht. Es ist offensichtlich, direkt und manchmal fast belehrend. Und trotzdem würde ich genau das nicht ändern wollen. Weil die Themen, die hier verhandelt werden, genau diese Klarheit brauchen.
Am Ende ist es für mich weder einfach ein Roman noch einfach ein politisches Statement. Es funktioniert nur, weil es beides gleichzeitig ist. Würde man eines davon wegnehmen, würde etwas Entscheidendes fehlen.
Empfehlen würde ich es allen, die sich mit Themen wie Kolonialismus, Machtstrukturen und Sprache auseinandersetzen und Lust auf ein Buch haben, das fordert und nachwirkt. Wer einfach nur unterhalten werden will, wird hier wahrscheinlich nicht glücklich.
Im ersten Drittel in meinen Augen etwas viel Sprachtheorie aber dann nimmt die Handlung gut Fahrt auf und hat ein sehr starkes Finale.
Das regelmäßige Foreshadowing nimmt den Twists teilweise etwas Wind aus den Segeln, die Figurendynamiken gleichen das aber wieder aus.
Vor allem das Gefühl der Heimatlosigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und sensibilisiert, wie sich viele Kinder von Migranten in Europa fühlen müssen.
Die Dark-Academia-Atmosphäre ist wirklich wunderschön und das Buch ist ohne Frage klug, komplex und ungewöhnlich. Es setzt sich intensiv mit Themen wie Kolonialismus, Macht und moralischer Verantwortung auseinander und regt definitiv zum Nachdenken an.
Gleichzeitig hat es sich für mich oft eher wie ein Sachbuch angefühlt. Gerade die erste Hälfte besteht aus sehr viel Theorie - als müsste man sich erst selbst in Sprachwissenschaft einarbeiten, bevor die Handlung richtig beginnt. Später nimmt die Geschichte zwar Fahrt auf, aber lange passiert wenig und dann auf einmal sehr viel.
Ich fand es interessant und gut geschrieben, aber auch anstrengend und nicht wirklich spannend für mich. Es ist definitiv kein schlechtes Buch, nur einfach nicht ganz mein Geschmack. Ich würde es vor allem Leuten empfehlen, die sich für Geschichte und politische Themen interessieren.
Ich bin mit 0% Erwartungen in das Buch gegangen und es hat mich mehr als nur übertroffen und überrascht, wie gut es in Wirklichkeit ist.
Für mich persönlich ist es wirklich ein literarisches Meisterwerk und ich habe die Befürchtung, dass ich nie wieder so ein Buch mit so einem Vibe lesen werde. Dieser akademische Vibe verbunden mit den Forschungen über Sprachen, dass hat bei mir wirklich einen Nerv getroffen, genauso wie der Hauptcharakter Robin Chinese ist (ich bin halb Chinesin). Auch das es den Ort in Realität gibt, vermischt mit Fantasy, ICH LIEBS!
Ich bin die ersten 100 Seiten erstmal nicht ganz warm geworden, aber ab ca. 150 Seiten habe ich das Buch wirklich in mich aufgesogen! Es war wirklich zu gut und hat mich in den Bann gezogen. Ich muss aber auch sagen, man muss sich wirklich auf das Buch einlassen. Sprachlich ist es herausfordernd zu lesen, aber genau aus dem Grund hat es mir auch viel Spaß gemacht.
Zur Weiterempfehlung: Ich empfehle es tatsächlich niemanden weiter auch wenn ich sehr überzeugt bin. Ich empfehle es aus dem Grund nicht, da sich jeder eigenständig und im Voraus ein Bild von dem Buch machen sollte, bevor man anfängt zu lesen. Es ist wirklich anspruchsvoll geschrieben und man sollte sich zuvor schon Gedanken machen, ob es einem persönlich taugt.
Mich hat das Buch insgesamt sehr beeindruckt hat. Besonders hervorzuheben ist die außergewöhnliche Atmosphäre: Die Mischung aus historischer Kulisse, Magie und sprachwissenschaftlichen Elementen wirkt originell und durchdacht. Die Welt, die Kuang erschafft, fühlt sich lebendig und zugleich beklemmend an.
Die Figuren sind vielschichtig und entwickeln sich im Laufe der Geschichte glaubwürdig weiter. Vor allem die inneren Konflikte der Hauptfigur haben mich gefesselt, da sie moralisch komplex und emotional nachvollziehbar dargestellt werden. Auch die Themen des Buches – Kolonialismus, Machtstrukturen und die Bedeutung von Sprache – sind tiefgründig und regen zum Nachdenken an.
Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass sich manche Passagen etwas in die Länge ziehen und der Erzählfluss dadurch gelegentlich gebremst wird. Dennoch überwiegen für mich ganz klar die Stärken des Buches.
Insgesamt ist Babel ein anspruchsvolles, kluges und atmosphärisch dichtes Werk, das ich definitiv weiterempfehlen kann – besonders für Leserinnen und Leser, die gerne tief in komplexe Themen eintauchen.
Babel ist innerhalb von 5 Tagen zu meinem Lieblingsbuch geworden. Der Schreibstil von R.F. Kuang zieh einen in einen unglaublichen Bann. Jede*r mit politischem Interesse sollte Babel lesen.
Fantasy mit mehr als aktueller Gesellschaftskritik. Und das, obwohl es in den 1830ern spielt.
Ich bin beeindruckt, erschüttert und habe größten Respekt vor der Autorin, weil ich mir kaum vorstellen kann, wie ein Mensch so einen heftigen Roman schreibt.
Die Ereignisse erinnern so sehr an vieles, das gerade in der Welt passiert. Erdrückend, aber gleichzeitig ermutigend, etwas bewegen zu können.
Wann Revolution?
Faszinierendes Konzept, aber für mich leider zu viele etymologischen Details
Puh, geschafft. Die Grundidee und das Magiesystem sind richtig cool und der schonungslose Blick auf Kolonialismus und Rassismus ist thematisch absolut wichtig und packend. Aber ganz ehrlich: Es hat sich unfassbar gezogen. Diese ganzen sprachwissenschaftlichen Exkurse und etymologischen Details haben für mich die Spannung komplett gekillt. Ohne diesen Zusatz wäre es ein top Roman, aber so war es einfach nur zäh und ich bin leider auch mit den Figuren nicht warm geworden. Ich wollte es wirklich mögen, aber am Ende war es für mich eher ein durchkämpfen.
Ich habe das Buch vor einer halben Stunde beendet und kann nicht mehr aufhören weiter über die Geschichten nachzudenken.
Dieses Buch ist ein absolutes Meisterwerk!
Es hat mich von Anfang an in einen Bann gezogen, welcher mich nie losgelassen hat.
Ich durfte zusehen wie Figuren gewachsen sind & wie sie sich verändert haben…
Eine absolute Empfehlung!!!
Leider hat sich für mich das Buch sehr stark gezogen und war auch echt zäh. So ca ab 60% des Buches wurde es dann interessanter, aber auch wenn es interessanter wurde, musste ich mich leider durch den Anfang etwas quälen.
Das hat Ende hat mir dann im Endeffekt einfach nicht gereicht um mehr Sterne geben zu können.
Anspruchsvoll, tiefgründig & unglaublich faszinierend 📚✨
Dieses Buch ist definitiv keine leichte Lektüre – und genau das macht es für mich so besonders. Ich finde, man muss sich wirklich darauf einlassen, denn die vielen literarischen Einschübe und sprachwissenschaftlichen Exkurse verlangen Aufmerksamkeit. Aber genau darin liegt auch der Reiz.
Besonders begeistert hat mich das Thema rund um die Herkunft von Sprache und Wörtern. Ich habe gemerkt, wie sehr mich das fasziniert – wie Bedeutungen entstehen, sich verändern und welche Macht Sprache eigentlich haben kann. Das war für mich eines der stärksten Elemente des Buches.
Gleichzeitig behandelt die Geschichte schwere Themen wie Kolonialismus, Diskriminierung und Machtstrukturen. Ich finde, das wird sehr eindringlich und klug umgesetzt, ohne dabei oberflächlich zu wirken. Es regt wirklich zum Nachdenken an und bleibt auch nach dem Lesen noch lange im Kopf.
Die Länge und Dichte der Geschichte sind nicht zu unterschätzen, aber für mich hat sich jede Seite gelohnt. Es ist ein Buch, das fordert – aber auch unglaublich viel zurückgibt.
Fazit:
Anspruchsvoll, intensiv und unglaublich gut. Kein Buch für zwischendurch, sondern eines, auf das man sich einlassen muss – dann entfaltet es aber seine volle Stärke 📖🔥✨
"Gewalt zeigt ihnen, zu welchen Opfern wir bereit sind, sagte Griffin. Gewalt ist die einzige Sprache, die sie sprechen, weil ihr Wirtschaftssystem durch und durch gewalttätig ist. Gewalt erschüttert das System. Und eine solche Erschütterung überlebt es nicht."
Was wäre, wenn Sprache nicht nur Kommunikation, sondern Macht selbst wäre?
In Babel entführt R. F. Kuang in ein alternatives Oxford des 19. Jahrhunderts, in dem Übersetzung zur Quelle magischer Energie wird – und damit zum Motor eines globalen Imperiums. Zwischen dunkler Academia-Atmosphäre, sprachlicher Präzision und scharfer Kritik am Kolonialismus entfaltet sich eine Geschichte über Wissen, Identität und die Frage, welchen Preis Macht wirklich hat.
Und Sie hat es wieder getan. Eine großartige, tiefgreifende, sprachgewaltige Geschichte, die so wunderbar erzählt wurde, dass ich wieder einmal in ihren Bann gezogen wurde. Ich liebe ihre Exkursion in die Bedeutung der Sprache und die tiefsinnige Auseinandersetzung von Sprachentwicklung.
Die Idee zum Magiesystem ist phänomenal und alles andere als eintönig. Ich bin ein großer Fan von R.F.Kuang und kann nur jedem empfehlen sich auf das Experiment einzulassen und in eine wunderbare Welt einzutauchen.
Und natürlich steckt hier wieder unglaublich viel historische Auseinandersetzung drin im Bezug auf Rassismus und Kolonialismus, und dem Universitärensystem, welcher sich aber auch ganz fantastisch in die heutige Zeit adaptieren lassen.
Wieder einmal eine Leseempfehlung.
Ich schließe mit einem abschließenden Zitat:
"Ich glaube, genau darum geht es beim Übersetzen. Darum geht es beim Sprechen. Einander zuhören und versuchen, an den eigenen Vorurteilen vorbeizugucken, um einen Blick auf das zu erhaschen, was der andere einem sagen will. Ein Stück von sich selbst preisgeben und hoffen, dass jemand anders es versteht."
War nicht meine Geschichte. Das Buch ist schön geschrieben und die Geschichte an sich ist auch sehr gut. Ich finde die Verknüpfungen der Sprachen auch faszinierend aber die Geschichte hat mich nicht gereizt. Vermutlich, weil es mir zu politisch war.
Babel war für mich ein Ausflug in ein neues Genre.
Der Roman mit Fantasy-Touch legt seinen Fokus stark auf Sprache, Übersetzung und deren Macht im Zusammenhang mit Silber. Ein ungewöhnlicher, aber gleichzeitig faszinierender Ansatz. Besonders interessant fand ich, wie viel Bedeutung einzelnen Wörtern und sprachlichen Nuancen zugeschrieben wird.
Allerdings hatte das Buch für mich auch einige Längen. An manchen Stellen hätte die Handlung gestrafft werden können, da sich Passagen etwas gezogen haben. Dadurch fiel es mir teilweise schwer, dranzubleiben, und ich habe öfter darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen. Auch den Sinn der Fußnoten habe ich nicht ganz verstanden, da das Lesen der Fußnoten einen manchmal aus dem Lesefluss gezogen haben.
Erst gegen Ende nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf und wird endlich spannender. Dieser Schluss hat vieles wieder wettgemacht und dafür gesorgt, dass sich das Durchhalten gelohnt hat.
Insgesamt ein interessanter Roman mit originellem Konzept, der Geduld verlangt, aber meiner Meinung nach am Ende belohnt.
Ich habe mir das Buch, nachdem ich das E-Book gelesen habe, nochmal als physische Ausgabe gekauft, mehr muss ich glaub’ ich nicht sagen. Oder?
Okay, ein paar mehr Worte habe ich trotzdem zu verlieren. Ich habe das Buch mit meiner lieben @pages_and_paths im Buddyread gelesen und passenderweise kurz nach meiner mündlichen Prüfung zum Thema amerikanische Geschichte, britische Geschichte und Geschichte der englischen Sprache. Also war ich sehr schnell im Thema. Denn Babel spielt im 19. Jahrhundert und handelt von Robin, einem Waisenjungen aus Kanton, erst von seinem “Gönner” auf ein Studium in Oxford an der Einrichtung Babel vorbereitet wird und von seinem Studium dort. In Babel wird Magie produziert - mithilfe von Silberbarren und nicht ganz passenden Übersetzungen. Weil aber immer mehr Lehnwörter aus anderen europäischen Sprachen in die englische Sprache Einzug halten, suchen einige Babel-Profs nach Muttersprachler:innen überall auf der Welt. Und so ist es kaum verwunderlich, dass drei von vier Mitgliedern von Robins Kohorte nicht aus England stammen. Neben Robin, der aus der chinesischen Provinz Kanton (heute: Guangdong) stammt, starten auch Victoire, die aus Haiti stammt und unter anderem Kreyòl (Haitianisch-Kreolisch) spricht, und Ramy, der aus Kalkutta stammt und unter anderem Urdu, Arabisch und Persisch spricht. Die reiche, weiße, aus England stammende Letty komplettiert das Quartett.
Eine Sache wird schnell klar: Kuang beschönigt die Geschichte rund um Robin kein bisschen, im Gegenteil. Das Thema Rassismus ist omnipräsent - durch aktive rassistische Anfeindungen, die Robin, Ramy und Victorie über sich ergehen lassen müssen bis zu Robin und seinen internalisierten Rassismen. Denn er hat scheinbar einen (weißen) britischen Vater und tut alles, um sich der Kultur und Gesellschaft um ihn herum anzupassen, zu denen er aber aufgrund seiner Herkunft nie gehören wird. Als sich den dreien die Möglichkeit bietet, sich zur Wehr zu setzen, nutzen sie diese. Erst teilweise etwas zurückhaltend, dann immer überzeugter.
Als weiße Frau hat mich die Figur von Letty ebenfalls sehr beschäftigt. Denn Letty scheint das äquivalent der Personen zu sein, die heute sagen: “Ich sehe keine Farben, ich sehe nur Menschen”, aber dabei das rassistische System nicht sehen, was all dem zu Grunde liegt. Damit konfrontiert werden ist unglaublich wichtig. Wie Anti-Rassismus-Expertin Tupoka Ogette so schön in “exit RACISM” beschreibt: Letty lebt in Happyland. Und damit möchte ich euch nicht nur Kuangs fantastische Low Fantasy “Babel” ans Herz legen, sondern auch die Bücher von Ogette.
Eine Hommage an Sprache, Übersetzung und moralische Verantwortung
Eine Geschichte und zugleich eine Hommage an die Arbeit von Übersetzern, verbunden mit einem Hauch Fantasy durch das Silberwirken. Im Mittelpunkt stehen vier Studenten, die sich kennenlernen, Freundschaften aufbauen und im Laufe der Zeit ihr Umfeld und das System, in dem sie leben, immer stärker hinterfragen.
Trotz der über 700 Seiten hat mich das Buch durchgehend in seinen Bann gezogen. Es ist keine klassische Geschichte mit klar erkennbarem Aufbau aus Anfang, Showdown und Ende – vielmehr fühlt sich das gesamte Buch wie ein großer, zusammenhängender Spannungsbogen an, der von Themen wie Sprache, Macht, Kolonialismus und Moral getragen wird.
Gerade diese ungewöhnliche Erzählweise und die inhaltliche Tiefe machen Babel zu etwas Besonderem. Für mich war es ein beeindruckendes und sehr lesenswertes Buch, und ich werde definitiv weitere Romane der Autorin lesen.
A fantasy rich novel, unique in its deep dive into linguistics and philosophy on translation as well as tragically depicting racism / sexism / colonialism /... .
A must read.
Die Idee, dass Magie in den Nuancen der Sprache und in Silberbarren existiert, ist intellektuell sehr fesselnd. Dazu die teils düstere Atmosphäre von Oxford in den 1800er Jahren und die „Lost and Found“-Gruppe rund um Robin Swift fand ich gut. Kuang seziert den Kolonialismus mit einer Präzision, die weh tut und zum Nachdenken anregt.
Leider hat mich das letzte Drittel verloren. Der Konflikt des Krieges fühlte sich seltsam belanglos an, nachdem zuvor so viel aufgebaut wurde. Zudem wurde mir die Magie, auf die ich mich so gefreut hatte, zu sehr in den Hintergrund gedrängt.
Mein größter Kritikpunkt: Die Autorin lässt einem kaum Raum für eine eigene Meinung. Durch die extrem detaillierten Fußnoten und den belehrenden Ton wirkte das Ganze streckenweise eher wie eine wissenschaftliche Facharbeit als ein Roman.
Fazit:
Ein atmosphärisches Meisterwerk für Fans von Sprache und Geschichte, das sich aber in seiner eigenen Komplexität und Didaktik ein wenig verrennt.
3,5/5 ⭐
Intelligent, vielschichtig und extrem lehrreich – eines der beeindruckendsten Bücher, die ich gelesen habe.
„Babel“ hat mich auf mehreren Ebenen begeistert. Man lernt unglaublich viel über Sprache – etwa über die Herkunft von Wörtern, sprachliche Zusammenhänge und darüber, dass sich viele Begriffe gar nicht eins zu eins übersetzen lassen. Gleichzeitig wirkt das alles nie trocken oder zu fachlich, sondern ist spannend und zugänglich erzählt.
Besonders stark ist auch der Fokus auf Themen wie Rassismus, Macht und Kolonialismus. Man merkt beim Lesen deutlich, wie gut die Autorin recherchiert hat – das Buch fühlt sich durchdacht, klug und inhaltlich sehr fundiert an.
Für mich ist es eines der intelligentesten Bücher, die ich je gelesen habe. Es verbindet Wissen, Geschichte und Emotion auf eine Weise, die nicht nur unterhält, sondern wirklich zum Nachdenken anregt.
Meine Kommentare während der ersten 2/3 waren: "Langweilig", "Puh", "soooo zäääääh" und "Das soll ein Meisterwerk sein???".
Es war wirklich super schlimm. So langatmig und eigentlich wurden hunderte Seiten lang nur Begriffe und deren Synonyme erklärt. Der Großteil des Buches gleicht einem trockenen Beitrag auf dem History Channel. Kaum Handlung, dann plötzlich ein wahnsinnig großer Zeitsprung in die Zukunft der Studienzeit der Protagonisten und es war sehr schwer, am Ball zu bleiben.
Ich verstand allerdings am Ende, welches absolut dramatisch war, die Tiefe und Botschaft dieser Geschichte.
Die Story ging im letzten Drittel plötzlich los und die hat mir tatsächlich sogar gut und einige Kapitel sogar sehr gut gefallen, aber leider gleicht dies die ersten beiden Teile überhaupt nicht aus, weshalb ich wirklich sagen muss " Schaaaaaade".
Auch wenn es oft als Urban Fantasy deklariert wird, muss man ganz klar sagen, dass es sich um einen historischen Roman handelt. Ja, es gibt Magie, aber das steht absolut nicht im Vordergrund, auch wenn es sehr wichtig für die Geschichte und auch deren Ausgang ist.
Die Idee ist wirklich toll und das Thema natürlich wichtig, aber das Buch hätte eindeutig kürzer sein müssen, damit ich mehr Sterne gebe. Ich kann mir vorstellen, dass das Buch von vielen Menschen abgebrochen wird, die es vielleicht unter falschen Vorstellungen, so wie ich, lesen.
Wer sich allerdings für Geschichte interessiert und Urban Fantasy mag, nennt es sicher wirklich ein Meisterwerk.
Am Ende muss ich, trotz meiner (nur) 2 Sterne trotzdem noch Credits an die Autorin für die krass umfängliche Recherche geben. Da steckt ne Menge Arbeit drin.
Gutes Buch über Kolonialismus und Rassismus gepaart mit Fantasy.
Im Großen und Ganzen hat mir das Buch gut gefallen. Die Story war ungewöhnlich und hatte ich zuvor noch nie auch nur ähnlich gelesen. Das Magiesystem war für mich auch völlig neu und hervorragend.
Allerdings hat sich das Buch in der ersten Hälfte durch die teilweise sehr ausführlichen Beschreibungen der Wortherkunft/Sprache für mich etwas gezogen. Dafür ging mir das Ende etwas zu schnell und abrupt und besonders die Charakterentwicklung des Protagonisten Robin konnte ich am Ende nur schwer nachvollziehen. Nichtsdestotrotz würde ich das Buch jedem der Fantasy und/oder Geschichte mag empfehlen.
Grandioses Buch zu Kolonialismus, Rassismus und Radikalisierung! ABER: Man muss in der richtigen Stimmung sein.
Sehr lehrreich, es könnte aber emotionaler und spannender sein. Ich verstehe, warum es Menschen lieben und andere frustrierend finden. Tolle Insights zu Oxford und der Sprachwissenschaften. Ich bin zwiegespalten und würde es nicht jedem Menschen weiterempfehlen. Aber es ist sowohl sprachlich als auch von der Recherche her meisterhaft!
Anspruchsvolles, anstrengendes und doch interessantes Buch mit Wendungen, die ich nicht immer gesehen habe.
Das Zusammenspiel von Übersetzung und Kolonialismus und die Macht daraus war sehr interessant. Hab viel für mich mitnehmen können.
Doch leider hat es sich an einigen Stellen sehr gezogen.
In between I really had to push through but towards the end it picket up speed. I’m so sad that I didn’t get to know more of the Hermes Society and the ending was very abrupt. I think the characters would have deserved a glimpse into the future of Babel and their legacies.
📚📚📚
Babel ist, genau wie Katabasis, ein Buch weit außerhalb meiner üblichen Komfortzone.
Und eines lässt sich nicht abstreiten: Mit über 700 Seiten ist es ein absoluter Klopper, der es wirklich in sich hat!🫣
Für mich ist es kein klassisches Fantasy, sondern etwas ganz Eigenes.
Der Schreibstil hat mir wahnsinnig gut gefallen, auch wenn ich ehrlich zugeben muss dass das Buch gelegentlich seine Längen hatte. Wenn man diese Art von Schreibstil nicht mag, kann die Story zwischendurch unglaublich zäh und langatmig wirken.
Wir begleiten Robin, Ramy, Letty und Victoire auf ihrem Weg durch Babel.
Ein Weg zwischen Gewohnheit und Moral, zwischen systemischem Rassismus und aufrichtiger Freundschaft.🤍
Es gibt Passagen, die mir wirklich ans Herz gegangen sind, weil sie für viele Menschen bittere Realität beschreiben. 💔
Auf emotionaler Ebene hat mich R.F. Kuang hier definitiv abgeholt und berührt. 🤍
》Ich glaube, genau darum geht es beim Übersetzen. Darum geht es beim Sprechen. Einander zuhören und versuchen, an den eigenen Vorurteilen vorbeizugucken, um einen Blick auf das zu erhaschen, was der andere einem sagen will. Ein Stück von sich selbst preiszugeben und hoffen, dass jemand anderes es versteht.《
Ramy hat einfach mein ganzes Herz! 🫶🏻
Eigentlich wollte ich abschließend sagen, dass mir Babel im Vergleich zu Katabasis nicht ganz so gut gefallen hat aber ich finde, diese Bücher kann und sollte man gar nicht vergleichen. Beide stehen für sich und lassen einen nachdenklich zurück.
Babel von R. F. Kuang (2⭐️)
Babel bietet ein wirklich interessantes und originelles Magiesystem, das auf Sprache und Übersetzung basiert – eine Idee, die sich deutlich von klassischen Fantasy-Ansätzen abhebt und neugierig macht. Gerade dieser Aspekt ist es, der das Buch besonders und in Teilen auch faszinierend macht.
Allerdings zieht sich die Handlung für meinen Geschmack oft zu sehr in die Länge. Viele Passagen wirken unnötig ausführlich und bremsen den Lesefluss deutlich aus. Dadurch entstehen immer wieder Momente, die sich eher langweilig anfühlen, obwohl die Grundidee eigentlich viel Potenzial hat.
Insgesamt ein spannendes Konzept mit starken Ansätzen, das jedoch durch die langatmige Erzählweise an Wirkung verliert. Für Leser, die sich gerne intensiv mit Themen und Details beschäftigen, sicher interessant – für mich persönlich aber stellenweise zu zäh.
Fazit: 2von 5 Sternen ⭐⭐
Ein intensives Buch über Kolonialismus, Freundschaft und die Schönheit von Sprache
🌃 Im Oxford des 19. Jahrhunderts sichert das Übersetzungsinstitut Babel die Vorherrschaft des britischen Imperiums. Was wie eine Einführung in die Linguistik beginnt, entwickelt sich schnell zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus und der Rolle jedes Einzelnen in diesem System: Wie viel Widerstand ist geboten? Zu welchem Preis gebe ich meine Privilegien auf? Folge ich einer moralisch richtigen Ideologie, auch wenn ein großer Teil der Bevölkerung darunter leidet?
Erneut gelingt Kuang ein hervorragendes Worldbuilding mit magischem Kern: Auf Silberbarren (dem wichtigsten Rohstoff, für den andere Staaten ausgebeutet werden) werden fremdsprachige Begriffe und ihr (meist) englisches Pendant eingetragen. Der Bedeutungsgehalt, der durch die Übersetzung verloren geht, manifestiert sich im Silber und entfaltet eine magische Wirkung, die den technologischen Fortschritt des Imperiums vorantreibt. Eine kreative Idee und zugleich eine treffende Allegorie auf den Kolonialismus: Die Macht besteht darin, dass anderen Sprachen etwas genommen wird; die Vereinheitlichung in das Englische führt nur einseitig zu Wohlstand. Das erste Drittel des Buches handelt von vielfältigen sprachlichen Finessen, was jedoch etwas langatmig wird. Kuang zeigt, wie sehr sie Sprache liebt, jedoch wären weniger Beispiele für den Verlauf der Handlung zuträglicher gewesen.
Wir folgen vier Freund:innen, die unterschiedlich betroffen vom Rassismus der damaligen Zeit sind und unterschiedliche Privilegien genießen. Dies lernen wir vor allem aus der Perspektive des Protagonisten Robin kennen, in drei Interludien lernen wir auch die Sichtweisen und Geschichten von Letty, Ramy und Victoire kennen. Gerne hätten diese noch etwas länger sein dürfen. Zwischen den vier Charakteren entstehen aufgrund von Rassismus- und Sexismuserfahrungen Barrieren, da sie alle in unterschiedlichem Ausmaß Nutznießer des Ausbeutungssystems sind.
Nach einem Drittel nimmt die Handlung Fahrt auf und moralische Fragen treten stärker in den Vordergrund. So stellt sich die Frage, ob Forschung den Zweck verfolgen darf, Herrschaftsverhältnisse zu stabilisieren oder, inwiefern für globale Gerechtigkeit auch Gewalt ein legitimes Mittel darstellen darf. Kuang verwebt hier gesellschaftliche Entwicklungen sehr gekonnt und stellt Parallelen zur heutigen Zeit dar. Die Abhängigkeit von Babel aufgrund des Silberwerkens lässt an moderne Tech-Konzerne denken, die Macht über uns ausüben können.
[Ab hier große Spoiler zum Ende]
Die Geschichte mündet in ein furioses Finale, wo Babel schließlich zerstört wird. So wie in der Bibel der Turmbau eine Herausforderung der mächtigen Götter darstellte, so soll auch dessen Zerstörung im Buch eine Warnung an die Mächtigen sein. Anders als in der Bibel ist die Vielfalt an Sprachen jedoch keine Bestrafung, sondern ein Gewinn.
"Sprache war einfach Unterschied. Eintausend verschiedene Arten, die Welt zu betrachten und sich durch sie zu bewegen. Nein; eintausend Welten innerhalb der einen. (S. 721f.)"
Eine klare Leseempfehlung für ein hervorragend recherchiertes und konzipiertes Buch.
Bin durch TikTok auf das Buch aufmerksam geworden- und in Vergangenheit da teilweise was die Schreibart angeht eher negative Erfahrungen gemacht. Dieses Mal (soweit ich das auf Englisch bewerten kann) hatte das Buch endlich einen wirklich sehr guten Schreibstil, also wurde zurecht angepriesen.
Inhalt
Das Buch greift einige Themen auf, die ich schon im Englisch-LK gelernt habe (East-India-Company, Rassismus,…) und mit somit nicht ganz neu waren, und verbindet dies mit schönen Fantasy-Elementen. Man kann also ganz gemütlich in eine akademische, fantastische und magische Welt eintauchen.
Schreibstile
Abgesehen davon ist es auch so, dass es viele kleine Erklärungen nochmals unten auf den Seiten gibt. Anfangs mochte ich es, da man so mehr Infos bekommt und das Lesen interaktiver gestaltet ist. Nach einiger Zeit habe ich allerdings einiges an den Bemerkungen übersprungen, …
Lesefluss
Das Lesen war durch den Schreibtstile sehr angenehmen und schön nebenher zu lesen.
Mit der ersten Hälfte des Buches habe ich mir viel Zeit gelassen und es immer mal wieder nebenbei gelesen.
Den zweiten Teil habe ich jetzt in meinen Semesterferien gelesen mit dem Ziel auch mal fertig zu werden 😅 Dabei hat es sich aber sehr doll gezogen- keine Ahnung, ob das an dem zweiten Teil des Buches lag oder daran, das ich es endlich beenden wollte. Aber es hätte doch etwas gekürzt seien können 🙈 Aber das ist ja persönlicher Geschmack, je nachdem was man gerade möchte 🙈
Bewertung Inhalt (Spoiler bisschen)
-> Allgemein
Meistens habe ich in letzter Zeit Romantasy gelesen, deswegen musste ich erstmal dazu zurück finden, keine großartigen Romance Anteile zu haben.
Dennoch war es dafür endlich so, dass ich mich danach gefühlt habe, als hätte ich etwas aus dem Buch mitgenommen.
Manchmal brauch man ja das eine und manchmal das andere- mir hat es im Moment sehr gut getan, diese Art von Geschichte zu lesen.
Es tut gut, Unterhaltung mit neuen Wissen zu bekommen und vor Alldingen Perspektiven in denen die Hauptcharaktere Rassismus erleben habe ich noch nicht so häufig - wenn überhaupt mal- gelesen.
-> Ende
Ich fande es sehr schön, dass das Buch ein offenes Ende hatte. Meist hat mich so etwas in der Vergangenheit sehr doll genervt, aber dieses Mal hat es einfach gepasst.
—> Ingesamt ein sehr schönes, für mich etwas zu langes Buch. Das nächste Mal würde ich es allerdings auf deutsch lesen, da es sein kann das es sich auch aufgrund des Lesens auf Englisch für mich gezogen hat. Zudem denke ich, dass ich auf deutsch nochmal etwas mehr für mich persönlich hätte mitnehmen können, da ich so doch nicht alles so tief verstanden habe, wie es mir vielleicht auf deutsch möglich gewesen wäre.
Dieses Buch ist ein Werk, das nahezu unvergleichbar ist. Ich hab etwas gebraucht, um mich an den Erzählstil zu gewöhnen. Durch der Stil bestand jederzeit eine gewisse Distanz zu den Figuren. Deswegen war Robin mir nie nah, auch die anderen Figuren nicht.
Dieses Buch hat mich dennoch fasziniert. Die Art und Weise, wie über Sprache philosophiert wurde. Die Macht, die Sprache über das Silberwerken bekam. Es war so innovativ. So neu.
Es war ein Buch, von dem ich gelernt habe. Über Rassismus, Folgen und Auswirkungen von Kolonialismus. Denn auch wenn die Figuren kaum greifbar waren, diese Themen waren es. Und wie oft bin ich vermutlich wissentlich oder unwissentlich Letty war.
Während das Tempo am Anfang sehr langsam war - auch wenn teilweise Jahre vergingen - überschlugen sich dann die Ereignisse. Es war spannend, aber dennoch hat mich das Ende ernüchtert zurückgelassen. Vor allem, weil wir die Auswirkungen der letzten Szenen nicht sehen. Das Ende fühlt sich unfertig an. Und vermutlich fehlt mir da der Einblick, das Verständnis. Vermutlich ist es realistisch, so wie es ist, aber ... das mochte ich nicht.
Nicht einmal wegen der Tode, sondern wegen dem fehlender Wissen über die Konsequenzen der letzten Momente.
die wissenschaftlichen Exkurse zur Sprachherkunft waren extrem langatmig. Es fühlte sich oft nach Zwang an, weiterzulesen.
Mir persönlich war auch zu wenig Fantasy dabei.. Kata Basis war mein erstes Buch der Autorin und wow es war genial daher war ich si gespannt auf ihr älteres Buch Babel - das hat mich jetzt jedoch enttäuscht..
Eine brillante Idee, aber ich war am Ende heilfroh, als es vorbei war. Man braucht viel Sitzfleisch für die ganze Theorie!