Zwischen ewig und jetzt; oder auch: was für zwischendurch
Nach dem letzten Buch brauchte es hier etwas seichtes und leichtes. Angezogen vor allem von dem wunderschönen Buchcover hab ich da genau zum richtigen Buch gegriffen. Die 16jährige Julia kommt, nachdem ihr Leben für sie in viele Einzelteile zerbrochen ist, auf eine neue Schule. Dort fällt ihr sofort der Außenseiter Niki auf. So schnell sich dieser mit nur einem Blick in ihr Herz geschlichen hat, so schnell verbannt sie ihn auch wieder aus selbigen. Sie möchte für sich ein Stück Normalität ohne Komplikationen wieder herstellen - in dieses Leben passt kein absoluter Außenseiter. Schon viel eher passend erscheint ihr die Clique um den schönen Felix herum. Ihr Leben mit Lügen aufgepeppt, sieht sie sich bald mitten drin in dieser Clique der Reichen und drüber hinaus an der Hand und damit in einer Beziehung mit Felix. Nachdem ihr Großvater stirbt, führt ihr Weg sie jedoch wieder zu Niki und nun wird auch klar, warum dieser von seinen Mitschülern gemieden wird: Niki kann mit Toten reden ... Man ahnt es schon, mal wieder ein Buch mit einer an den Nerven zerrenden Dreiecksgeschichte. Und die nervt hier wirklich, denn bis zum Schluss hat man das Gefühl, Julia könnte jeden Moment wieder mit ihrer Entscheidung umschwenken. Ich fand den Schreibstil anfangs etwas anstrengend, er liest sich durch kurze knappe, aneinander gereihte Sätze gehetzt und abgehackt. Das lässt entweder im Verlauf des Buches nach oder ich hab es dann irgendwann einfach nur nicht mehr so wahrgenommen, weil ich mich dran gewöhnt habe. Auch finde ich nachwievor die gewählte Zeitform des Präsens eher ... gewöhnungsbedürftig. Ebenso nervig wie die Dreiecksgeschichte war dann noch der Umstand, dass der Autorin offensichtlich nicht bewusst ist, dass zwischen Halbbruder und Stiefbruder ein himmelweiter Unterschied liegt. Justin, der Halbbruder (!) von Julia wird nämlich ständig anders bezeichnet. Aber wenn man nicht so kleinkariert ist wie ich, kann man vielleicht auch darüber hinweg sehen. ^^ Alles in allem, wenn man sich mit diesen Kleinigkeiten arrangieren kann, ist das Buch gar nicht mal so schlecht. Ein Hauch Spannung ist über das ganze Buch enthalten, sie hält einen am Buch, reizt aber nicht unnötig auf. Eben genau das richtige für einen langweiligen Nachmittag, an dem man etwas einfach verdauliches braucht.



