Stark durchdachte Story
Ich muss sagen, ich bin von diesem Buch mehr als nur begeistert. Natürlich spielt dabei auch mein Geschmack für Dystopien eine Rolle, aber nichtsdestotrotz finde ich den Aufbau der Geschichte äußerst geschickt. Wir erleben einen Protagonisten in unserer heutigen Welt, der – abgesehen davon, dass er ein erfolgreicher und wohlhabender Komiker ist – im Grunde ein Leben führt wie viele andere auch. Bei ihm dreht sich vieles um eine Midlife-Crisis, die Frage nach dem Sinn des Lebens, eine gewisse Depressivität, aber auch der Drang, irgendwo dazuzugehören. Schließlich gerät er in eine Sekte, die durch Klonen eine Art Ewigkeit verspricht. Die andere Erzählebene zeigt genau diese sogenannte Unsterblichkeit: Klone, die die Erinnerungen des Originals immer wieder eingepflanzt bekommen, dessen Memoiren lesen und versuchen zu verstehen, wie die Menschheit einst war. Diese Klone sind weitgehend emotionslos. Sie haben nicht die menschlichen Bedürfnisse, wie wir sie kennen, sondern wirken fast roboterartig. Und dennoch gibt es immer wieder Ausreißer – Klone, deren Neugier zu groß ist. Sie wollen wissen, wie es sich anfühlt, ein echter Mensch zu sein: zu lieben, zu weinen, zu lachen, Emotionen zu empfinden. So schwer die Last von Gefühlen auch sein kann, sind sie doch das Wertvollste, was wir haben – und das, was uns letztendlich zu dem macht, was wir sind. Die Botschaft dieses Buches ist eindringlich und wunderbar umgesetzt. Wer nicht nur Fan von dystopischen Romanen ist, sondern sich auch für Philosophie interessiert, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.



