Ich hab mich mit dem Buch sehr schwer getan. Es war eine Ansammlung von Fakten über viel zu viele SchriftstellerInnen. Der rote Faden, die eigentliche Geschichte, war kaum vorhanden bzw wurde sehr vernachlässigt. Auch wirklich gute Ansätze hinsichtlich eines solidarischen, rücksichtsvollen, umsichtigen Miteinanders wurden davon überlagert. Ich habe das Buch nur zu Ende gelesen, weil ich darauf gewartet habe, dass in der Freundinnen-Geschichte doch noch „etwas passiert“.

Eine toll geschriebene Geschichte über Freundschaft und unsere Gesellschaft während der Pandemie.
Ich habe dieses Buch durch ein Gewinnspiel bekommen, bei dem Überraschungspakete verlost wurden und hatte daher überhaupt keine Erwartungen an diesen Roman. Ich war tendenziell eher skeptisch, weil mich der Klappentext eher weniger angesprochen hat - die Protagonistin viel älter als ich, der Roman spielt in Paris während der Pandemie. Und dann bin ich sehr positiv überrascht worden: Der Text liest sich sehr einfach und unterhaltsam, die Ich-Erzählerin blickt in Briefen an ihre verstorbene Freundin auf ihr bisheriges Leben, die Fehler, die sie in der Freundschaft, aber auch in der Beziehung zu ihrem Sohn und in ihren Liebesbeziehungen gemacht hat, zurück. Gleichzeitig hinterfragt sie kritisch unsere Gesellschaft, den Umgang mit der Pandemie, aber auch Themen wie soziale Gerechtigkeit, Feminismus und Rassismus werden kritisch - aus einer eher linken Perspektive - beleuchtet und geschickt in diese Geschichte von Freundschaft eingewoben. Keine leichte Kost, aber auf jeden Fall eine Herzensempfehlung, wenn man mal etwas anderes als auf BookTok-gehypte Romane lesen möchte.

