Sehr gut
Teilweise etwas langatmig, insgesamt aber eine sehr sehr schöne Leseerfahrung. Mir haben die kurzen Episoden sehr gefallen, ich hätte noch hunderte davon hören können.
Sehr gut
Teilweise etwas langatmig, insgesamt aber eine sehr sehr schöne Leseerfahrung. Mir haben die kurzen Episoden sehr gefallen, ich hätte noch hunderte davon hören können.
„Mein Leben kam ohne Höhen und Tiefen aus. […] Vielleicht träumte ich zu wenig?“
Der Roman gibt Einblicke in eine andere Kultur und den Umgang mit dem Tod und dem, was nach dem Tod passiert. Das Buch beweist, dass man die schönsten Dinge nicht planen kann. Die besten Erlebnisse entstehen aus den spontanen Entscheidungen. Außerdem zeigt sich sehr deutlich, dass man nicht wissen kann, was man will, bevor man es ausprobiert hat. Zudem spiegelt es die großen Fragen einer Mitte Zwanzigjährigen und die Anforderungen der Gesellschaft an eben jene. Zwischen Selbstfindung und dem Vergleichen mit dem Leben anderer. Einige Ereignisse fand ich etwas vorhersehbar aber deshalb nicht weniger spannend.
Kaum jemand fragt sich wohl, wer die Wohnung von Verstorbenen, deren Tod längere Zeit unbemerkt geblieben ist, nach Entdeckung der halb verwesten Leiche, saubermacht. Mit ziemlicher Sicherheit eine äusserst unappetitliche Angelegenheit. Dieses Buch widmet sich diesem Phänomen, welches in Japan «Kodokushi» genannt wird, das allein und unbemerkte Sterben. Mit viel Feingefühl nähert sich Milena Michiko Flasar dem Thema, in dem sie zwar etwas kuriose, aber nicht weniger liebenswerte Protagonisten ins Feld führt, die sich dieser eher unangenehmen Aufgabe mit viel Empathie stellen. Es ist eine Arbeit, die leichter in der Gemeinschaft zu bewältigen ist. Aber was sind das für Menschen, die sich von so einer Aufgabe «berufen» fühlen? Vielleicht nicht gerade gruppentaugliche Menschen, wie sich hier zeigt. Gerade die eigentliche Hauptperson «Suzu» hat eben Schwierigkeiten, Beziehungen herzustellen oder zu halten. Sie sieht sich als Randfigur der Gesellschaft, die in ihrem Leben schon viel Ablehnung erfahren hat. Das langsame und sehr behutsame Lösen dieser Vorsichtigkeit ist eigentlich das Hauptthema und nimmt der Geschichte schliesslich die Schwere, die Beschreibung, was Menschen zusammenführt und diese schliesslich auch verbindet. Dies geschieht mit einer wunderbaren Sanftheit, die das Thema «Tod und Sterben» in Einsamkeit fast schon leicht erscheinen lässt, ohne die Intensivität jedoch zu vergessen. Wie schon in ihren vorherigen Büchern bleibt sich Milena Michiko Flasar auch hier treu durch ihre eher kuriosen Protagonisten, die sie aber ganz nahbar und beinahe zärtlich, ganz sicher aber mit viel Feingefühl in Szene setzt. Mit Verständnis für «Andere» und vielleicht auch das typisch Japanische bringt sie uns dies nahe Ein leicht wirkendes Buch, das sicher noch einige Zeit in meinen Gedanken bleiben wird.
Ich finde es erstaunlich, wie die Autorin so schwere Themen so leicht verpacken kann. Ein leises und liebes Buch, welches aber nichts beschönigt oder überspielt sondern das unumgängliche und schmerzhafte in ein sanftes Licht taucht, so dass es seinen Schrecken verliert.
Von der Leichtigkeit im Schweren
Kodokushi ist ein japanischer Begriff für den „einsamen Tod“ oder das „allein sterben“, der das Versterben von sozial isolierten Menschen beschreibt, deren Leichen oft erst nach langer Zeit entdeckt werden und die niemanden vermisst hat. Oft ist die Einsamkeit selbst gewählt. In diesem Buch hat Milena Michiko Flašar diesen Menschen ein Denkmal gesetzt und ist ihn mit großem Respekt begegnet. Suzu hat es nicht leicht. Die alleinstehende Frau hat ihren Job verloren und verliert sich in träger Lethargie. Selbst ihr Hamster scheint sie nicht mehr zu mögen. Am liebsten würde sie nie mehr vor die Tür gehen. Doch das Geld wird knapp und so landet sie als Reinigungskraft bei Herrn Sakai. Dies ist aber nicht kein gewöhnlicher Putzjob! In erster Linie besuchen Sie Wohnungen, in denen Menschen vereinsamt verstarben, un im Anschluss die Wohnung von den physischen und materiellen Resten der Toten zu befreien. Suzu ist oft verhalten und irritiert, über die Umstände, in denen die Menschen gelebt haben. Doch ihr Arbeitgeber hat die Gabe ihr einerseits große Achtung vor dem Leben zu vermitteln und sie andererseits nachdrücklich dazu zu motivieren, aus sich heraus zu gehen. Langsam, aber sicher verändert sich Suzu. Wir erfahren viel über das Leben der verschiedenen Klienten und lernen, wie viele Formen der Einsamkeit es gibt. Begleitet von leisen Tönen, die aber eine unglaubliche Kraft ausstrahlen, reisen wir durch eine Wandlung in der Suzu von einer linkischen und wenig zugänglichen Persönlichkeit zu einem gefestigten Menschen, wird, der in einem ungewöhnlichen Beruf seine Erfüllung findet. Herr Sakai ist mit seiner gradlinigen aber zugewandten Ausstrahlung der Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte. Flašar scheint die Gabe zu besitzen, schweren Themen Leichtigkeit einzuhauchen. Eine feine Prise Humor würzt das Ganze ohne ihm den Ernst zu nehmen. Wenn über den Aggregatzustand der Toten oder deren Überreste gesprochen wird, so wirkt das nie sensationsheischend oder gar lächerlich. Die Würde der Verstorbenen wird jederzeit gewahrt. Ich habe mich sofort in die Sprache der Autorin verliebt. sie ist leicht, verständlich, poetisch und viele Sätze streicheln einen quasi durch das Papier. Ich empfehle das Buch allen, die einen Zugang zur japanischen Kultur über das Leben und den Tod haben möchten, die die feinen, sanften Bücher lieben, die es schaffen, schweren Themen die Bürde des Unaussprechlichen zu nehmen.

„Leben probiert man nicht aus. Man lebt es einfach. Es gibt keine Generalprobe. Keine Wiederholungen.“ Es klingt absurd aber ein schöneres Buch, das sich mit dem Thema Tod/ Sterben beschäftigt habe ich noch nicht gelesen. Es kommt unaufgeregt daher und ist dennoch tiefgreifend. Leseempfehlung!
Eine schöne Geschichte über den Umgang mit dem Tod und über die Einsamkeit
Ein Buch was einen sehr einfachen Zugang zum Thema Tod schafft.
Diese Gesichte berührt (fast) im gesamten Buch, denn es behandelt das Thema Tod gepaart dem Thema Einsamkeit im asiatischen Raum. Sehr berührende und kulturelle Einblicke. Zwischendurch driftet die Story ab die im Einband zu lesen ist, aber am Ende ein wunderschöner Schlusspunkt setzt.
Super Geschichte
Jahreshighlight.
Ein zartes , einfühlsames Buch über Einsamkeit, den Tod und den Umgang der (japanischen) Gesellschaft damit. Ich habe es mit großem Genuss gelesen.
Mit Milena Michiko Flašar reiht sich für mich erneut eine weitere Autorin zu den großartigen österreichischen Schriftstellerinnen. Die Halb-Japanerin, Halb-Österreicherin erzählt von Suzu, die bei einer Reinigungsfirma zu arbeiten beginnt, welche die Wohnungen von sogenannten Kodokushi (japanisch = Tod von Menschen, die in sozialer Isolation leben) reinigt, einem nicht nur japanischen Phänomen. Im Gegensatz zu anderen Kulturen hat die japanische Sprache aber wie für so vieles ein eigenes Wort dafür. Nach mehreren Anläufen mit Literatur zur japanischen Kultur, von der ich unbedingt wollte, dass sie mir gefällt, habe ich mit dieser Mischung aus Österreich und Japan meinen Zugang gefunden. Im Grunde genommen ist Suzu eine Tatortreinigung, nur dass der Täter die Einsamkeit ist. In wunderbarer Sprache spielt die Autorin mit dem Thema Einsamkeit und nicht stereotyper Lebensentwürfe. Ein absolutes Highlight des Jahres und nicht mein letztes Buch der Autorin!
Flasărs jüngster Roman ist wie schon »Ich nannte ihn Krawatte« ein wilder Ritt in leisen Tönen. Das zentrale Thema ist hier wie da eine versehrende Einsamkeit, die auch in der japanischen Gesellschaft immer weiter um sich greift. Manchmal befremdet, manchmal beschämt und immer berührt begleitete ich Suzus Quest nach Verbundenheit und Selbstfindung. Die Tatsache, dass laut Einsamkeitsbarometer auch in Deutschland mehr und mehr Menschen – insbesonders jüngere und ältere – unter Einsamkeit und kollektiver Entfremdung leiden, macht das Buch auch hierzulande zu einer hochaktuellen Pflichtlektüre.
Eines meiner Lesehighlights im bisherigen Jahr! Eine Geschichte die einfach mal anders ist, so fein erzählt und einfach wunderschön. Die Art wie die Protagonisten beschrieben sind ist so ehrlich und lebensnah, dass man sich richtig in sie hineinversetzen kann. Ich wollte das Buch nicht mehr weglegen und es hat mich absolut in den Bann gezogen!
Wunderschön!
Aus einsamen Menschen wird etwas ganz besonderes. Eine Entwicklung, die berührt. Wenn der Himmel unten wäre und die Erde oben, dann würden wir auf Wolken gehen.
Es war für mich durchaus interessant, zur Abwechslung einmal eine Geschichte zu lesen, die in Japan spielt, und mit der Geschichte und ihren Protagonisten Typisches dieser Kultur kennenzulernen. Mit Fortdauer der Lektüre empfand ich die Handlung jedoch zunehmend schwerfällig und eintönig.
Milena Michiko Flašar wurde mir von einer Brieffreundin empfohlen und ehrlich gesagt war ich mir nicht sicher, ob sie überhaupt etwas für mich ist. Aber es dauerte nicht lange und schon versank ich ganz und gar in der Geschichte. Das Buch gewinnt mit jeder Seite an Tiefe und schlussendlich ergeben sich hier sehr viele Themen, über die es sich nachzudenken lohnt. Natürlich geht es um das Sterben und unseren Umgang damit, aber auch darum, wie wir unser Leben leben wollen. Vor allem die Stellung der jungen Frau kommt immer wieder zur Sprache. Unterschiedliche Beziehungskonstellationen, Einsamkeit oder auch das Bedürfnis nach Rückzugsmöglichkeiten. Einige Stellen waren etwas fettistisch oder auch geprägt von Altersfeindlichkeit, aber zum Glück nahm dies nicht überhand und kann auch dem Alter Suzus zugeschrieben werden. Sie lernt viel im Verlauf dieser Geschichte und wächst mehr und mehr in sich hinein. Mehr als einmal konnte ich Suzu sehr gut verstehen und ihre Handlungen und Gedanken nachvollziehen. Ich fand einiges von mir in ihr. Auch deswegen ist mir dieses Buch so nahe gegangen. Im Erzählstil ist es ein ganz und gar ruhiges, japanisches Buch. In sich versunken, ruhig, nachdenklich. Sanft erzählt, ohne zu übertreiben oder sich aufzwingen zu wollen. Es ist eine Geschichte, die Zeit braucht, und diese sollten wir ihr auch geben. Für mich auf jeden Fall hat es sich mehr als gelohnt.

Ich werde es mit Freude nochmal lesen...zuviel ist da zwischen den Zeilen versteckt. Über Einsamkeit, Scham und die letzte Wünsche.
Ein wunderbares Buch. Klare Empfehlung. Ein Buch ein bisschen wie eine Umarmung 😌
Ein ruhiger, eindringlicher Roman, der ein wichtiges gesellschaftliches Thema behandelt, aber nicht nur über Einsamkeit, sondern auch Mitgefühl, Freundschaft und Menschlichkeit spricht. Die Sprache ist leicht und jung, zum Teil humorig, aber eben auch nachdenklich und tiefschürfend. Hat mich sehr berührt und mir sehr gefallen!
Ein ruhiges Buch über Einsicht und Nachsicht
Das Buch handelt von einer jungen Frau, die alleine mit ihrer Katze lebt. Die Familie ist weit weg und sie schlägt sich durch. Sie ist eine Eigenbrötlerin ohne soziale Kontakte. Erst als sie einen Job als Leichenfundortreinigerin annimmt, ändert sich ihr Leben. Ein sehr schönes Buch, dass mich „mitgenommen“ hat.
Meine Überraschung des Jahres 🥰
Oben Erde, unten Himmel wirkte auf mich erst unscheinbar, was das Cover betrifft. Aber die Geschichte ist einfach zauberhaft. Außerdem erfährt man viel über die Gepflogenheiten Japans. Wir befinden uns also in Japan und das Thema ist Einsamkeit. Die Protagonistin ist Ledig, mit Hamster 🐹 🙂 Eines Tages verliert sie ihren Job und fängt in einem zunächst mysteriösen Unternehmen an. Dort bereinigt sie die Wohnung von (den) Verstorbenen und ist auch eine Art Nachlassverwalter. Nach und nach darf sie lernen wieder in Verbindung zu sich selbst und anderen Menschen zu gehen...an ihrer Seite ihr Chef und auch sowas wie ein älterer Mentor. Ob sie sich wieder anderen Menschen etwas öffnen kann 🙃?
Super. Zum weinen und zum Lachen.
Ein wunderbares Buch. Ein Buch über Nachsicht, Umsicht und gegenseitige Achtung. Aber auch über die Einsamkeit.
Lakonisch elegant
Ein wirklich schönes Buch. Mit ihrer lakonischen und selbstironischen Schreibweise lässt MMF dem Leser die Freiheit, sich seine/ihre eigenen Gedanken und Gefühle über das Gelesene zu machen. Das Buch ist unaufdringlich. Es besteht aus Sätzen, die eine ganze Geschichte beinhalten. Als Beispiel: "Und umgedreht hatte ich mich nur, um zu sehen, ob ich auch weit genug gelaufen war." Sagt Sakai in Bezug auf die Beziehung zu seinem Vater. Für meinen Geschmack hätte das Buch gerne auch länger sein können.
Anfangs zog es mich in einem Sog. Dann war es sehr langweilig und irgendwann vorm Ende fand ich es doch nice! Vor allem das Ende ufff richtig nice
Alleinstehend. Mit Hamster.
Asiatische Literatur mit einem überraschend lockeren und humorvollen Schreibstil. Das Cover spiegelt dies meiner Meinung nach nicht wider. Es geht um Einsamkeit, das Leben und den Tod. Eine skurrile Geschichte. Besonders der erste Teil hat mir sehr gut gefallen. Am Ende hätte ich mir etwas mehr erwartet.
ein leises, ein „schönes“ Buch über den Tod und über das Leben, über Einsamkeit und das Miteinander
Suzu Takada lebt allein, sozial isoliert in einer japanischen Großstadt. Kontakte zu anderen Menschen sind ihr unangenehm. Als sie ihre Arbeit als Kellnerin verliert, bewirbt sie sich bei einer Reinigungsfirma. Die Firma des Herrn Sakai ist allerdings eine besondere Reinigungsfirma. Sie putzen Wohnungen nach einem Todesfall, der lange Zeit nicht entdeckt wurde, einem sogenannten Kodokushi. Gerade in diesem Umfeld lernt Suzu wieder Nähe zuzulassen und Freundschaften zu knüpfen. Milena Michiko Flašar zeichnet ihre Figuren sehr einfühlsam und nimmt sich in einem fast heiteren Tonfall dem ernsten Thema Einsamkeit an.
Ein Buch mit Tiefgang
Ein Buch über das Leben. Wie es sich verändert, wie wir uns verändern und wie es endet. "Es gibt keine Generalprobe. Keine Wiederholung." Unglaublich sanft geschrieben, trotz des Tabuthemas. Bewegend. Interessante Charaktere einschließlich ihrer Entwicklung im Laufe des Buches. Absolut lesenswert.

Schweres Thema, leichter Stil
Am Anfang war ich mir gar nicht so klar: auf was will das Buch eigentlich hinaus? Doch schnell fand ich in die Welt von Suku und den anderen hinein. Wie gehen wir eigentlich mit dem Tod um? Und was heißt es einsam zu sein? Wer kümmert sich eigentlich darum, wenn jemand einsam stirbt? Milena Michiko Flašar erzählt die Geschichte dabei in einem ganz tollen Stil. Nicht flapsig, aber humorvoll. Manchmal fast schon trocken. Hat mir wirklich sehr gut gefallen. Halben Stern Abzug gibt es nur aufgrund des Wunsches nach noch mehr Tiefe in manchen Momenten.
Einmal Bentobox 🍱 bitte😉 -oder zu welchem Buch vom SUB greift man?!
Nein gar nicht- die Box wird zwar auch gegessen, aber darum geht es gar nicht. Mein erstes Buch, welches in Japan spielt. Es geht darum, wie die Einsamkeit in den Städten immer mehr zu nimmt und wie man es besser machen kann, um nicht so zu enden, wie einige der Charaktere. Die sind nämlich verstorben, ohne das sie „erstmal“ vermisst wurden. Die Putzkolonne, die dich um die Wohnungen danach „kümmert“ ist so so nett. Wie sie sich kennenlernen, von einander und übereinander lernen. Auf die Shortlist der unabhängigen Buchhandlungen ist echt Verlass 👍. Das Buch hätte es so verdient gehabt, früher gelesen zu werden! Mal wieder eine Reiseempfehlung (Siehe rezi Schmales Land) - diesmal aus der Buchkantine in Berlin.
“Ich war mir selbst nicht im Klaren darüber, und auf die Frage »Warum gerade Leichenfundortreinigerin?« hatte ich keine stichhaltige Antwort auf Lager.” Die Autorin vermittelt auf sensible Art die japanische Kultur und spinnt eine herzerwärmende Geschichte um eine Freundschaft mit ungewöhnlichem Hintergrund.
Sehr tolles Buch. 💗
Eine skurrile Geschichte über eine einsame Person, die durch einen außergewöhnlichen Job und noch außergewöhnliche Menschen es schafft ihren Platz im Leben zu finden. Das Buch regt zum nachdenken an und wird mir noch etwas länger im Kopf bleiben
Ein Buchschatz!
Susu ist 25 und Einzelgängerin. Sie mag keine Interaktion mit anderen Menschen, möchte nur ihrer Arbeit in einem Restaurant nachgehen und danach in Ruhe zuhause mit ihrem Hamster sein. Nachdem ihr wegen "Unherzlichkeit" den Kund*innen gegenüber gekündigt wird, findet sie zufällig und eher mit großen Vorbehalten einen Job als Leichenfundortreinigerin in Wohnungen, in denen die Verstorbenen wochenlang unentdeckt lagen, bevor der Geruch zu stark und die Nachbarn aufmerksam wurden. Dieser Job und die Menschen, denen sie begegnet (Lebendige wie Tote) wird Susus ganzes Leben verändern. Davon erzählt die Geschichte. Und sie ist wunderschön erzählt, sie geht einem ans Herz ohne kitschig zu sein.
Japan Einsamkeit und Tod und Hamster Mit eleganter Leichtigkeit erzählt Absolute Leseempfehlung!
Unaufdringlich bedächtig und gleichzeitig mit einer angenehmen Leichtigkeit. Ein wenig spleenig und doch herzlich
Fräulein Suzu ist Anfang dreißig als ihr Freund sie verlässt, sie ihren Job verliert und sogar ihr Hamster sich von ihr abwendet. Ihre Welt steht Kopf. Nur mit dem Mob scheint sie umgehen zu können. Gut, dass sie schnell einen Job in einem Reinigungsunternehmen findet. Bis sie entdeckt, dass diese Firma Wohnungen von Verstorbenen säubert, die längere Zeit unbemerkt dort lagen. Über den Tod findet Fräulein Suzu zurück ins Leben, zu sich selbst und ihrer Familie. Mehr zum Buch und meinen Kritikpunkten: https://youtu.be/cu9xkFczKLs

Oben Erde , unten Himmel
Auch wenn ich anfänglich fast abgebrochen hätte, weil ich das erste Kennenlernen der anfangs introvertierten Suzu fast schon nervig empfand, kann ich trotzdem eine absolute Leseempfehlung für diesen wunderbaren Roman aussprechen! Es lohnt sich wirklich, diesem Buch 60-70 Seiten „Zeit“ zu geben und ab da in eine ganz wundervolle Geschichte einzutauchen - für mich eine Mischung aus „der Markisenmann“ und „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster.“ Ein Buch übers Leben, über den Tod, über Einsamkeit und Freundschaft und den kleinen Tönen im Zwischenmenschlichen. Und was passiert, wenn man das Leben geschehen lässt. Lernt Herrn Sakai, Mrs. Langfinger und manch andere tolle Charaktere kennen und lieben, wie ich.
Von Menschen und anderen Einsamkeiten Milena Michiko Flasar war mir bisher nur dem Namen nach bekannt, obwohl "Ich nannte ihn Krawatte" seit einiger Zeit auf meinem Tsunny liegt. Nun, da wird er sich wohl nicht mehr lange aufhalten, denn der neue Roman "Oben Erde, unten Himmel" (erschienen 2023 im Wagenbach Verlag) hat mich stark beeindruckt und tief berührt, so dass ich unbedingt schnell etwas weiteres der Autorin lesen will. Nun, die Leserinnen und Leser treffen hier auf Suzu, die mit ihrem Hamster in einem 1 Zimmer-Appartement in einer japanischen Großstadt lebt und arbeitet. Zunächst als Aushilfskellnerin und dann als Leichenfundortreinigerin. Ja, ihr habt richtig gelesen. Es geht aber weniger um die Arbeit an sich. Milena Michiko Flasar erzählt uns eher von einem nicht nur in Japan vorkommenden "Phänomen", nämlich dem einsamen Tod von Menschen, die mitunter lange Zeit tot in der Wohnung liegen (auf japanisch "Kodokushi"). Um solche "Fälle" kümmert sich Herr Sakai (die heimliche "Hauptfigur" in diesem Roman) und sein Team. Hier liegt eine große Stärke des Romans: es steht immer der Mensch und sein Schicksal im Vordergrund. Effekthascherei sucht man während der knapp 300 Seiten des Romans, der übrigens vom Verlag mit einem wunderschönen Schutzumschlag versehen wurde, vergeblich. Hier wird den Toten eine Würde verliehen, die mich tief berührt und beeindruckt hat. Ebenso wie sich hinter der scheinbar oberflächlichen Art und Weise, wie und was die Autorin schreibt, eine tiefgründige Geschichte verbirgt. Die Weisheit und Tiefsinnigkeit vieler Sätze lassen mein persönliches Notizbuch dicker und dicker werden *g*. Abgerundet wird dieser großartige Roman von einem umfangreichen Glossar japanischer Begriffe und vielen Hinweisen auf die japanische (Lebens-)Kultur. Ich vergebe glasklare 5* für diesen beeindruckend tiefsinnigen Roman und spreche eine absolute Leseempfehlung aus! © kingofmusic
So ein schönes Buch, ich hab es von Anfang an genossen, die Geschichte ist wirklich schön erzählt und fängt so exakt den Charme von original japanischen Romanen auf, dass ich überrascht war, keine Übersetzung in der Hand zu halten. Einfach ein Genuss.
Ein leises Buch
Alles an diesem Buch ist leise. Der Erzählstil, die Protagonisten, die Handlung. Und trotzdem hat die Geschichte eine Wucht, die sehr beeindruckt. Tolles Buch!
Mit Milena Michiko Flašar reiht sich für mich erneut eine weitere Autorin zu den großartigen österreichischen Schriftstellerinnen. Die Halb-Japanerin, Halb-Österreicherin erzählt von Suzu, die bei einer Reinigungsfirma zu arbeiten beginnt, welche die Wohnungen von sogenannten Kodokushi (japanisch = Tod von Menschen, die in sozialer Isolation leben) reinigt, einem nicht nur japanischen Phänomen. Im Gegensatz zu anderen Kulturen hat die japanische Sprache aber wie für so vieles ein eigenes Wort dafür. Nach mehreren Anläufen mit Literatur zur japanischen Kultur, von der ich unbedingt wollte, dass sie mir gefällt, habe ich mit dieser Mischung aus Österreich und Japan meinen Zugang gefunden. Im Grunde genommen ist Suzu eine Tatortreinigung, nur dass der Täter die Einsamkeit ist. In wunderbarer Sprache spielt die Autorin mit dem Thema Einsamkeit und nicht stereotyper Lebensentwürfe. Ein absolutes Highlight des Jahres und nicht mein letztes Buch der Autorin!
Lesenswert!
Dieses wunderbare Buch kann ich euch ans Herz legen. Sowohl sprachlich als auch inhaltlich ein echter Gewinn. Ich hatte es als Print aus der Bücherei ausgeliehenen, dann aber doch bei BookBeat als ungekürzte Lesung gehört, weil ich viel im Auto saß. Das Hörbuch ist toll gelesen und sehr stimmig.
"Man muss nicht alt sein, um zu sterben, und um einsam zu sein, braucht es keinen Buckel " Ein Buch über die Einsamkeit, den respektvollen Umgang mit dem Tod und dem Leben. Ruhig erzählt mit liebenswert seltsamen Figuren in einer wunderschönen, bildlichen Sprache. Eindeutig eine Leseempfehlung
Ein so schönes, tiefgründiges und berührendes Buch. Das Buch findet Einzug in meine Liste der Lieblingsbücher.
Eine ruhige, angenehme Geschichte. Ohne großes Drama. Was braucht es, um glücklich oder eigentlich zufrieden zu sein?