
War gemischt 🍇🍷
✨Rezensionsexemplar✨ Ich bin zur Zeit sehr experimentierfreudig, was meine Leseliste angeht, daher stelle ich Euch heute mein erstes Buch dieser mir bis dato unbekannten Autorin vor. Das Genre lässt sich wohl am besten als Wohlfühlroman / Heimatroman beschreiben und ich bin hier ganz neu unterwegs. ✨Zitate „Es war ein Ostersonntag wie aus dem Bilderbuch, sonnig, warm, mit blühenden Obstbäumen und einem blauen Himmel, der nur von einzelnen Schäfchenwolken getüpfelt wurde. An solchen Tagen entstanden Frühlingsgedichte, wie sie große Poeten wie Eduard Mörike oder Heinrich Heine geschrieben hatten.“ „»In Goldberg gibt es leider ziemlich viel Leerstand – Fleur und ich haben deshalb im letzten Jahr ein Seminar in Maierhofen im Allgäu besucht, der Gemeinderat hat uns die Seminarkosten sogar bezahlt. Es ging darum, wie man Städte und Dörfer vor dem Aussterben bewahren kann. Wir haben viele Tipps bekommen, aber mit der Umsetzung klappt es noch nicht so richtig. Viele junge Leute ziehen wegen des Jobs nach Stuttgart oder sonst wohin.«“ ✨Inhalt Als die Zukunft des Weinorts Goldberg in Gefahr ist, fällt Fleur eine Entscheidung. Obwohl sie gerade ihre Mutter betrauert, will sie zusammen mit anderen Goldbergern um ihre Heimat kämpfen… Gerade zu dem Zeitpunkt kehrt auch Koch und Weltenbummler Jean-Claude nach Hause zurück…. ✨Meinung Es macht mich glücklich, dass ich ein neues Genre ausprobiert habe, dieses spricht mich auch weiterhin durchaus an. Petra Durst-Benning hat einen super Schreibstil, das Buch ließ sich sehr gut lesen und ich kam zügig vorwärts, obwohl es echt viele Seiten waren. Es war schön, über die Besonderheiten eines Weinortes zu lesen und ich habe überhaupt viel über den Weinanbau und über die Details darüber, worauf man so achten muss, erfahren. Es gab einige süße Situationen und zwischendurch musste ich auch mal lachen. Für mich unverständlich ist, dass ich den Klappentext vorher komplett falsch verstanden habe. Irgendwie dachte ich, dass ich einen historisch angehauchten Roman bekommen würde, dabei spielt hier alles in der heutigen Zeit mit einigen Rückblicken in die 1980er Jahre. Das sei aber nur nebenbei erwähnt. Womit ich nicht so gut zurechtgekommen bin, waren leider die Charaktere. Ich konnte mit niemandem richtig mitfiebern. Am süßesten fand ich noch die älteren Damen Agnes (Mutter von Jean-Claude und Stadträtin Eleonore) und Helene (verstorbene Mutter von Fleur). Ansonsten waren die Menschen recht eindimensional und unsympathisch gezeichnet sowie für mich zu sehr in „gut“ und „schlecht“ eingeteilt. Zum Beispiel wurde die örtliche Floristin Vicky regelrecht als „Schlampe“ dargestellt, da wurde gelästert und angeblich hatte sie mit allen schon was etc. Gleichzeitig waren gerade die Winzerfamilien natürlich richtig toll und beinah unfehlbar und jeder sollte sich glücklich schätzen, wenn sie sich einem zuwenden. Wenn man z.B. gerade alles verloren hat, dann hilft doch natürlich ein Weinanbaukurs, oder?? Social Media, Influencer, Popkultur im Allgemeinen haben eine recht wichtige Rolle gespielt, ich persönlich versuche in Büchern immer eher davon Abstand zu gewinnen, aber es war dennoch nicht schlecht umgesetzt. Schlussendlich habe ich mit meiner Bewertung wirklich ganz bis zum Schluss gewartet (oft weiß ich schon früher zumindest die grobe Richtung) und das Ende hat mich dann bei 3⭐️ ankommen lassen. Wow, das sind schon alles perfekte Leute dort mit den besten Ideen und plötzlich ist auch alles ganz einfach 😅, Stichwort Rebenbeben. Das ist definitiv meine neue „Schildkröte“, if you know, you know. ✨Fazit Das war insgesamt ein gutes und detailliertes Buch, ich musste diesmal abwägen zwischen einem super Setting und Schreibstil einerseits und für mich schwierigen Figuren andererseits und so ist dann meine Bewertung zustandegekommen. Macht Euch gern ein eigenes Bild! 3/5⭐️⭐️⭐️


