16. Aug.
Rating:5

Ich habe schon lange mit den Buch geliebäugelt und es mir dann vor ein paar Tagen spontan zugelegt. Hab's nicht bereut...

Ein Tabuthema, worüber man auch am besten nicht spricht, wird hier behandelt. Die Lehrer -Schüler- Beziehung. Was soll ich sagen? Wieder eine Herz-Schmerz-Geschichte und was für eine! Ludo, 17 Jahre, Gymnasiast. Ein aufmüpfiger, fast schon proletenhafter Schüler aus einem strengen, aber wohlsituierten Elternhause. Der Macher in der Schule, dem die Mädchen nachrennen und zu dem die Jungs aufschauen. Er ist einschüchternd, seine Eltern sind die besten Anwälte der Stadt...und er hat ein Geheimnis, was immer derber an und in ihm nagt... Er steht auf Jungs und wird sich dem immer bewusster, doch damit kommt die Angst vor einem Coming-out ... Marius, 26, Referendar für Deutsch und Bio und ab sofort Ludos neuer Lehrer und sein neues Opfer... Bis Ludo auch dessen Geheimnis zufällig belauscht und plötzlich entwickelt sich aus der Abneigung, dem hübschen, aber in Ludos Augen spießigen Lehrer gegenüber, ein nicht geahntes Interesse... Der junge Lehrer ist schwul, geoutet, allerdings nicht in der Schule... Der Schreibstil ist so wunderbar locker und fließend. Jedes Detail, was zum Beispiel Jugendliche so nutzen (z.B. social Media) oder womit sie sich in ihrem Freundeskreis beschäftigen, wird mit einbezogen und macht das Ganze so authentisch. Selbst die Entwicklung der beiden Hauptpersonen war faszinierend zu beobachten. Ich mochte Ludos Stärke, wie auch seine Zerbrechlichkeit und Angst und das Verändern seiner Persönlichkeit durch Marius Worte ... Die innere Zerrissenheit Ludos und das Aufzeigen, wie er sich hinter einer Maske versteckt, da er eine Rolle spielen muss, um Erwartungen zu erfüllen. Die Erwartungen seiner Eltern, seines Trainers, in der Schule und nicht zuletzt seinen Freunden gegenüber. Der einzige, der diese Maske erkennt ist Marius und er schaut dahinter... Marius wirkte immer so sensibel und empathisch auf mich und egal wie Übel man ihm mitspielte, er findet immer noch etwas Gutes in seinen Peinigern. Man spürt, das seine kleinen Versuche, Ludo gegenüber stark und unnahbar, abweisend und rau zu wirken, absolut nicht seinem Wesen entsprachen. Ich habe das Buch wirklich verschlungen. Ein Epilog hätte mich noch gefreut. Aber so "schreibe" ich die Geschichte der beiden im Kopf selbst zu Ende ;-)

Ludo
Ludoby L. Mattistolino media
3. Juli
Verlieb’ dich nicht in einen Schüler.
Rating:4

Verlieb’ dich nicht in einen Schüler.

Ich habe ein wenig gebraucht, bis ich mich mit Ludo anfreunden konnte. Ganz warm bin ich mit ihm nicht geworden. Leider war auch er ein typisches rich kid, womit ich einfach nichts anfangen kann. Ein nerviger Prolet ohne Grenzen und Limits. Auch wenn man nach und nach mehr über ihn erfährt und die Sorgen, die er als 17-jähriger auch einfach hat. Marius hingegen war von Anfang an sympathisch, aber auch leider nicht 'meine' Art von Persönlichkeit. Da ist leider das große Problem, dass ich mit dem Buch hatte: die Geschichte ist toll, der Stil sowieso. Ich mag kein Dual POV aber L. Mattis hat es geschafft, dass ich es bei Ludo wirklich gut finde. Es ist nachvollziehbar, die Gedanken und Erzählweise den Charakteren angepasst und sehr unterschiedlich. Das ist wirklich, wirklich toll. Aber: für mich sind die beiden einfach kein Match. Marius' plötzliches Interesse an Ludo kam aus dem Nichts, nachdem er Single war. Ludo wirkt einfach wie ein 17-jähriger, schwuler junger Mann, der seine quasi first love entdeckt hatte. Und er war mir zu obsessiv. Für mich sind die beiden keine langlebige Liebe, sondern eine nette, schöne Romanze. Ich mochte es, dass es sehr slow burn war und sie lange gebraucht haben. Vor allem Marius. L. Mattis Umgang mit dem Thema Coming Out und Homofeindlichkeit war wirklich gut aufgearbeitet und nicht runtergespielt, auch das Tabu, dass Lehrkräfte eben nichts mit Schüler*innen haben dürfen, wurde sachlich erwähnt und eben als das, was es ist, dargestellt: ein Gesetz. Anders als bei "Nur Milan" hatte ich leider nicht durchgehend das Gefühl, dass <lass sie zusammen kommen> mein großer Wunsch ist und habe beiden letztlich durchaus andere Partner gewünscht. Tatsächlich habe ich selbst am meisten Viktor verstehen können und am Ende bin ich froh, dass dieser sich von Marius gelöst hat. Letztlich kann ich Viktor sehr, sehr gut verstehen als queere Frau, die offen ihre Sexualität auslebt. Ich konnte die beiden verstehen, fand die Sicht von beiden auch nachvollziehbar und ich konnte gut reinfühlen. Es war nur einfach nicht 'meins'. Leider war mir das Buch auch zu lang und es hatte viele Passagen, die ich nicht als notwendig empfunden habe. Das Buch hat keinen Spice.

Ludo
Ludoby L. Mattistolino media
2. Mai
Rating:4.5

Lehrer & Schüler

Ich liebe L. Mattis dafür, dass sie sich immer an kontroverse Themen herantraut und tolle Geschichten dabei entstehen! Hier gibt es nicht nur eine verbotene Beziehung zwischen Lehrer und Schülern, sondern auch einen Age Gap von 9 Jahren! Ludo ist auf den ersten Blick wie viele 17-jährige: unausstehlich! Konsequenzen kennt er eher nicht, dank seiner Eltern und deren gehobenen Status in der Gesellschaft. Als dann noch der neue Referendar Marius auftaucht und als sehr spießige Deutschlehrer bei Ludo und seinen Freunden aneckt ist Chaos vorprogrammiert. Aber Ludo und auch Marius haben Geheimnisse und zeigen ihren Mitmenschen eine Maske, solange bis Ludo zufällig mitbekommt das Marius schwul ist, und diese Info sein eigenes Leben auf den Kopf stellt. Den Ludo ist sich fast sicher auch auf Männer zu stehen, als seine Freundinnen haben ihm nie was bedeutet und so versucht er sich dem einzigen schwulen Mann den er kennt zu nähern. Marius, der von seinem Freund verlassen wurde, merkt das er Ludo in einem verbotenen Licht sieht und er sträubt sich immer und immer wieder gegen Ludos zum teil kindischen Versuchen ihm näher zu kommen und schamloser flirterei. Aber er erkennt Ludos wahres Wesen, das er doch ganz anders und gefühlvoller ist wie man zunächst denkt, er weiss aber auch das ihm das mit Ludo seine ganze Zukunft und sogar Freiheit kosten kann. Bleibt Marius stark oder gibt er seinen eigenen aufkommenden Gefühlen für Ludo doch nach? Und kann es für die beiden ein Happy End geben? Das alles erfährt in diesem tollen Buch! Ich liebe die Schreibweise, es war nie langweilig und es war interessant zu sehen, wie sich beide Figuren weiterentwickeln und man immer mehr erfährt, vorallem über Ludos Leben. Das Verhalten von Ludo passt zu seinem Alter und ist nicht zu kindisch, was man gerne mal bei so Geschichten hat und vorallem gegen Ende zeigt er wie erwachsen er eigentlich ist. Marius tut einem zwischendurch echt leid, besonders in Bezug auf seinen Ex (der echt doof ist). Die Nebenfiguren sind auch passend geschrieben, und so gibt es die besten Freunde, die heranwachsenden Schülern, die selbst mehr Toleranz lernen müssen und die homophoben Kollegen (bzw Kollegin) mit denen sich Marius herumschlagen muss und das toll meistert. Ich bin fast rundum glücklich, das einzige was ich mir noch gewünscht hätte wäre das Gespräch zwischen Ludo und seinem Freund Tobi und eine kleinen Epilog um zu sehen wie es nach dem Abi weiterging :). Aber da kann man dann seine eigene Fantasie freien laus lassen :). 💕

Ludo
Ludoby L. Mattistolino media