2. Apr.
Rating:2

Ich habe das Buch abgebrochen…

Nach ca mehr als 100 Seiten habe ich es abgebrochen. Es ist ein unfassbar wichtiges Thema und ich kann mir vorstellen, dass es für viele sehr toll ist, nur leider für mich nicht. Ich konnte mich mit dem Schreibstil nicht wirklich anfreunden, noch mit den Protagonisten eine emotionale Bindung aufbauen. Es war einfach all in all zu langatmig. Teilweise war es auch sehr gesellschaftskritisch bezüglich Corona, Politik uvm. und das war an einigen Stellen unnötig und zu häufig. Normalerweise kriege ich ein Buch welches nicht mal 400 Seiten hat innerhalb weniger Tage durch. Hier konnte ich es weglegen ohne daran zu denken. Ich musste mich fast schon quälen. Und bevor ich eine Leseflaute durch das Buch bekomme, habe ich mich dazu entschlossen es abzubrechen.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
15. Feb.
Rating:5

Ein wichtiges Buch, das jeder lesen sollte

Ich habe dieses Buch schon seit einem Jahr auf der Leseliste stehen, doch aufgrund der Thematiken habe ich es immer wieder vertagt. Das Thema ist ein wichtiges, aber auch ein Belastendes und ich habe mich noch nicht dafür bereit gefühlt. Diese Woche habe ich dann allen Mut zusammen genommen und zu dem Buch gegriffen und ich habe es nicht bereut. Die Geschichte war für mich nicht so erdrückend wie befürchtet, da der Erzählstil der Autorin zwar eindringlich, aber nicht zu düster ist. Für mich war es eher ein sanftes, gefühlvolles und etwas poetisches Heranführen an eine schwierige Situation. Dieses Buch richtet den Blick auf wichtige Themen, wie zum Beispiel Mobbing, Straffreiheit im Internet, Überforderung von Behörden, fehlende Gesetze für die Strafverfolgung, aber auch die Tatsache, dass Erwachsene die Probleme von Kindern nicht bemerken oder runterspielen, wenn sich jemand traut, sich zu öffnen und sich Hilfe zu suchen. Selbst die maroden Schulen und die fehlenden Investitionen in unser Schulsystem wurden als wichtige Neben themen mit in die Geschichte eingewebt. Die wechselnden Kapitel geben dem Lesenden die Möglichkeit, die Situation sowohl in der Gegenwart aus Jenny's Sicht (Adas Mutter) als auch in der Vergangenheit aus Adas Sicht zu erleben, so dass sich nach und nach ein immer verständlicheres Gesamtbild ergibt. Interessant fand ich aber auch die anonymen Kapitel aus Sicht der Mobber. Ich finde, die Autorin hat schlüssige Gründe aufgezeigt, weshalb diese Menschen so menschenverachtend und radikal werden können und man fragt sich beim Lesen, wieso die Gesellschaft es nicht schafft, diese Personen frühzeitig aufzufangen und dadurch zu verhindern, dass sie zu Täter*innen werden. Mir hat die Geschichte auch wieder ein Mal gezeigt, wie unbedarft wir mit dem Internet umgehen und wie viele Daten wir von uns preisgeben und uns damit in Gefahr bringen können. Wer bereit für ein gesellschaftskritisches, beängstigendes, aber auch Mut machendes Buch ist, der sollte diese Geschichte lesen. Katharina Seck hat es außerordentlich gut geschafft, sich dieser Themen anzunehmen und ein realistisches Bild zu gestalten, was einem die Augen öffnet, aber auch nicht voller Ohnmacht zurück lässt. Ich finde die Umsetzung großartig, voller wichtiger Details und ich bin mir sicher, dass Betroffene sich gut repräsentiert und verstanden fühlen.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
12. Feb.
Rating:3

„Was wir nicht kommen sahen“ ist inhaltlich ein starkes und wichtiges Buch! Gerade für Teenager und Eltern. Hass im Netz, das Themen, ist relevant, sensibel und gut erzählt. Die Story selbst berührt und regt zum Nachdenken an. Trotzdem hatte ich persönlich Schwierigkeiten, wirklich in den Schreibfluss hineinzufinden. Der Stil ist sehr blumig, voller Metaphern, Vergleiche und sprachlicher Ausschmückungen. Eigentlich schön – aber für mich wurde es irgendwann zu viel. Ich kann nicht einmal genau benennen, woran es liegt, aber die Sprache stand mir immer wieder im Weg und hat mich eher aus der Geschichte herausgezogen als hineingezogen. Inhaltlich also absolut empfehlenswert und wichtig – sprachlich jedoch nicht ganz mein Zugang.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
24. Jan.
Rating:4.5

Ich weiß noch gar nicht was ich diesen Buch sagen soll, was ich weiß dass es mich in den nächsten Tagen noch länger beschäftigen wird. Es ist definitiv ein wichtiges Thema der heutigen Zeit, mit dem man sich beschäftigen sollte. Beachtet aber unbedingt die Content Note.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
5. Jan.
Rating:3.5

Cybermobbing. Ein wichtiges Thema, das hier angesprochen wird. Der Beginn war gut geschrieben und ich schnell in der Thematik drin. Das Ende hat mich emotional sehr berührt. Der ganze Teil dazwischen, tja. Ich habe öfter überlegt, es abzubrechen, da mir der Schreibstil nicht gefallen hat. Immer wieder hingeworfene englische Begriffe, manchmal sicherlich sinnvoll, da sie irgendwie Fachvokabular in der Szene sind, an anderen Stellen dann wieder unnötig. Der ganze Hass, die Aktionen, das war mir teilweise zu detailliert. Da habe ich immer Sorge, dass es manche Menschen erst recht auf Ideen bringt. Ich bin daher sehr zwiegespalten.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
31. Dez.
Rating:5

Die Geschichte erzählt einen Mix aus Jugendbuch, Krimi und Gesellschaftskritik. Aspekte wie Mobbing, Swatting und Hass werden deutlich mit einbezogen. Lange hallt diese Geschichte nach. Es sollte als Schulleiter dienen. Es fühlt sich real an.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
26. Dez.
Rating:4

Sehr bewegendes und trauriges Buch und sehr wahrscheinlich nicht weit von der Realität entfernt. Zum Glück mit einem kleinem Schimmer Hoffnung am Ende. Absolut lesenswert, besonders, wenn man selbst oder die Kinder viel auf Social Media unterwegs sind. Ich werde nach dem Buch noch aufmerksamer bei meinen Kindern sein!

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
17. Nov.
Rating:5

Was wir nicht kommen sahen von Katharina Seck Puhhhhh, das war ganz schön harter Tobak, das muss ich jetzt erst einmal sacken lassen und verkraften. Aber ein Buch, das unbedingt, von allen die dazu bereit sind, gelesen werden muss!!!

Ich muss gestehen, mit dem Thema Cybermobbing habe ich mich bisher weniger befasst. Umso schockierender waren die Machenschaften, von denen ich hier gelesen habe. Für schwache Nerven ist das nichts. Die Triggerwarnung zu Beginn des Buches, mit Bezug auf die Content-Note ist unabdingbar und muss absolut ernst genommen werden! Ada, eine 18-jährige Gymnasiastin, betreibt einen Livestream-Kanal, bei dem Sie PC-Spiele online zockt. Hass und Hetze im Netz, hauptsächlich gegen Frauen in der Branche, ist leider sehr verbreitet. So wird auch Ada Mobbing-Opfer und sieht als Ausweg nur noch den Suizid. Das Internet ist nahezu ein rechtsfreier Raum, in dem Personen beleidigt, bedroht, beschimpft und diskriminiert werden können, ohne dass es Konsequenzen gibt oder jemand zur Verantwortung gezogen wird. Niemand wird verurteilt, bestraft oder geht ins Gefängnis. Hier versagt die Gesellschaft als Kollektiv. Wie gehen Adas Eltern damit um, wie schaffen sie es daran nicht zu Grunde zu gehen? Welche Schuldgefühle haben ihre Freunde, wie kommen sie mit dem Suizid der Freundin klar? Die Autorin hat einen schockierenden aber sehr wichtigen Roman erschaffen, der mir sämtliche negativen Emotionen abverlangt hat. Sie schreibt die Kapitel abwechselnd aus Sicht von Ava, ihrer Mutter Jenny und Anonymus, welcher immer eine Person in Adas Leben ist. Das Nachwort der Autorin ist auch sehr stark und gewaltig. Ich sehe das Internet nun völlig kritischer und werde Cybermobbing sicherlich nicht belächeln. Was Social Media & Co. der Seele antut ist unsichtbar!!! Hass und Hetze hat im Netz (wie auch offline) nichts zu suchen. Lasst uns alle gemeinsam stärker und lauter sein als die Mobber, lasst uns Zivilcourage zeigen und die vermeintlichen Opfer unterstützen !!!!!

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
12. Okt.
Rating:4

Bewegend und schockierend

Ich habe etwas gebraucht um in die Story reinzukommen aber nach dem ersten Drittel hat es mich doch ziemlich gefesselt. Das Buch wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, hauptsächlich zwei verschiedene Perspektiven. Vorallem die Perspektive von Jenny, Adas Mutter hat mich gefesselt. Auch Adas Seite ist wichtig und interessant aber für mich war Jennys Seite interessanter. Man sieht deutlich, wie sie nach und nach in die Abgründe blickt, denen ihre Tochter ausgesetzt war. Absolut erschreckend. #esmussimmererstwaspassierenbevorsichwasändert

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
28. Sept.
Rating:4.5

"Es muss immer erst etwas passieren, bevor sich was ändert."

Ein wichtiges Buch zu den Themen Mobbing, Hass im Netz, Cybermobbing, Identitätsklau, Suizid.... Ada verabschiedet sich völlig normal von ihrer Familie und beendet ihr Leben durch den Sprung von einer Brücke. Ihre Mutter Jenny versucht daraufhin eine Antwort zu finden, warum das passiert ist und sie es nicht hat kommen sehen. Es wird aus 3 Sichten erzählt. Der verstorbenen Ada, der Mutter Jenny und der Anonymität, die aus verschiedenen Internetpersonen besteht. Es zeigt sehr gut den unterschiedlichen Umgang und die unterschiedlichen Sichtweisen der Generationen bzgl dem Internet und Social Media. Während die eine Generation ganz selbstverständlich damit aufwächst, muss die andere sich in die Themen reinfuchsen. Die Bewertung der Gefahren fällt deswegen auch oft unterschiedlich aus. Es zeigt, wie hilflos das System bei vielen dieser Themen ist. Sei es die Lehrkraft, die noch ihren Wissensstand von 19Hundertirgendwas anwendet oder die Polizei, die wenig bis gar nichts tut, wenn einfach zich Fakeprofile mit fragwürdigen Inhalt von einem erstellt werden. Was jetzt nur ein Beispiel ist, aber der Punkt ist, dass das Gefühl bleibt, man stünde mit den Problemen alleine da. Und es zeigt, wie sicher sich Menschen in der Anonymität fühlen und sich in einer Gruppe immer weiter hochschaukeln können, um dann geschlossen auf eine Person zu gehen. Bzw auf eine Person, die nicht in ihr Denkschema passt. Und wie viele sich blind anschließen, ohne sich richtig mit dem Ganzen auseinander zu setzen. Ein Zitat aus dem Buch dazu: "Die Menschen glauben den Nachrichten nicht mehr, den Regierungen nicht, aber was irgendein gesichtsloser Typ mit seinen Buddys auf TikTok hochlud, das glauben sie sofort und ohne zu hinterfragen." Neben den vielen positiven Aspekten, die das Internet und Social Media mitbringen gibt es eben auch Schattenseiten und die werden hier sehr gut aufgezeigt. Auch wenn es schwere Themen sind sollte wirklich jeder dieses Buch lesen.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
30. Juli
Unfassbar wichtig und aktuell!
Rating:4.5

Unfassbar wichtig und aktuell!

Als Mutter einer fast 18 jährigen Tochter, die auch schon geäußert hat, nicht mehr leben zu wollen, ist das wirklich harte Kost! Niemandem wünscht man dieses Leid, dass Jenny und Dominik in diesem Buch ertragen müssen. Das Buch sollte als Lektüre in der Schule gelesen werden! Es müssen einfach mehr Menschen aufstehen für härtere/andere/gerechtere Gesetze! Es darf nicht weggesehen werden! Prävention schon im Kindesalter! So wichtig, was Katharina dort geschrieben hat! Das Internet braucht, zu allen Vorteilen auch echte Grenzen! Damit eben nicht immer erst etwas passieren muss, bis sich etwas ändert!

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
16. Juli
Post image
Rating:3.5

Ada, 18 Jahre, Lets-Playerin, begeht Suizid. Für ihre Eltern vollkommen unerwartet. Nach und nach finden sie heraus, dass Ada Opfer einer Welle von Hass und organisierter Hetze im Netz geworden ist. Ein sehr aktuelles Thema. Ich finde es sehr gut, dass die Autorin sich diesem in ihrem Roman widmet. Dem Nachwort kann ich mich absolut anschließen. Das Internet ist zu einem rechtsfreien Raum geworden. Alles wird kommentiert und als Meinungsfreiheit deklariert. Insbesondere junge, selbstbewusste, politisch engagierte Frauen werden eine Projektionsfläche für Hass. Was dies bei den Betroffenen auslöst, wird nicht bedacht. Leider konnte mich die Umsetzung des Romans dennoch nicht überzeugen. Am Anfang war ich gefesselt, konnte dann aber zu keinem der Protagonisten eine Bindung aufbauen und trotz des emotionalen Themas blieb mir alles zu distanziert und zu langatmig. Es erinnerte mich eher an ein Sachbuch. Und auch wenn ich viele Einschätzungen der Autorin teile, störte mich doch das generelle Negativbild von Männern und die Manifestation von Klischees, welche das Buch vermittelt, ohne Lösungsideen zu geben.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
27. Mai
Ich hatte Schmerzen vor Wut
Rating:5

Ich hatte Schmerzen vor Wut

Ada nimmt sich das Leben oder sollte man besser sagen, Menschen brachten Ada dazu sich das Leben zu nehmen. Es muss immer etwas passieren bevor was unternommen wird. Ada ist Twitch Streamerin und erlebt starke CyberMobbing Attacken von Menschen die sie auch privat kennen und somit auch ihr privates Umfeld infiltrieren. In dem Buch erleben wir die Story erzählt von Ada, Jennys Mutter, die mit der Frage des Warums zurückgelassen wird und verschiedener Anonymitäten, die alles als (mehr oder weniger) Außenstehende erleben. Ich finde dieses Buch so wichtig und toll geschrieben, aber bei keinem anderen Buch wie diesem wurde ich so überrannt. Noch nie habe ich es bereit mir die Triggerwarnings nicht durchzulesen und nicht anzunehmen. Ich wusste grob worum es geht, aber wurde nochmal so viel krasser umgehauen. Von Wut, zu Trauer, zu dem Gefühl das man angewidert ist, weil sind wir mal ehrlich? Keiner von uns kennt das genaue Ausmaß und es ist traurig, erschreckend und macht wütend. Ich musste viele kleine Pausen einlegen und wusste vorallem bei den Parts der Anonymität nicht ob ich lachen, weinen oder vor Wut und Hilflosigkeit kotzen soll.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
23. Mai
Rating:5

Bewegend, keine Fiktion.

Ich habe dieses Buch schon lange auf meinem sub liegen und heute war der Tag der Tage und ich habe es angefangen. Ich wusste nicht mal mehr genau worum es gehen soll, einfach drauf los gelesen und was soll ich sagen, es hat mich gefesselt. Ich bin mit Social Media groß geworden, mit Mobbing im Netz. Man hat es gesehen, man hat es erlebt und ich konnte mich mit diesem Buch identifizieren. Die Sicht von Ada, ihrer Mutter und den Menschen, die irgendwo beteiligt sind. Ich war wütend, ich war traurig, bestürzt, hilflos während ich dieses Buch gelesen habe. Ich selber konnte mit dem Hass im Netz nicht mehr umgehen und habe Social Media schon vor längerem ein wenig den Rücken zugekehrt. Und dieses Buch ist keine Fiktion. Sowas passiert immer wieder, jeden Tag. Wir sollten alle mehr auf unsere Mitmenschen achten und die Dinge im Netz mit mehr Vorsicht behandeln. Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven, aber ich empfehle es definitiv. Es hinterlässt ein tiefes Loch, eine unglaubliche Bestürzung.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
14. Mai
Rating:4.5

Ein Buch mit wichtigen Themen. Vor allem Cybermobbing und Frauenhass stehen im Fokus. Aber auch Klimawandel, Investitionsstau an Schulen, Identitätsklau und Rassismus werden angesprochen. Trotz der Schwere der Themen ist die Geschichte nicht niederschmetternd. Es werden Handlungsmöglichkeiten gegeben und gezeigt, wie stark solidarischen Verhalten sein kann, wie mit Trauer umgegangen wird und wie Menschen sich gegenseitig eine Stütze sein können. Sprachlich hätte ich mir an manch weniger Stelle einen weniger umgangssprachlichen Ton gewünscht. Aber insgesamt ist es ein Buch, das wichtige Aufklärungsarbeit leistet, dem eine fundierte Recherche zugrundeliegt und das eine wichtige Botschaft beinhaltet.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
27. Apr.
Was wenn die Tochter sich aus dem Leben verabschiedet?
Rating:4

Was wenn die Tochter sich aus dem Leben verabschiedet?

Wichtiges Buch zum Thema Cybermobbing und die dunkle Seite des Internets. Es wird deutlich gemacht was es für Ausmaße annehmen kann. Dieses Buch ist emotional, schockierend und in der heutigen Zeit so realistisch.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
26. Apr.
Rating:5

Dieses Buch sollte als Pflichtlektüre in allen oberen Schulklassen und allen pädagogischen Berufen gelesen werden. Und auch alle Eltern sollten dieses Buch lesen.

Die Autorin hat es geschafft eine überaus schwere Thematik in einen abwechslungsreichen Roman zu verpacken. Die Wechsel der POVs splitten die Geschichte auf ohne vom Thema abzulenken. Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
20. Apr.
Sollten ALLE lesen!
Rating:4.5

Sollten ALLE lesen!

Inhalt: Eines Abends beendet die 18-jährige Ada ihr Leben durch den Sprung von einer Brücke. Ihre Eltern bleiben fassungslos zurück. Mutter Jenny sucht nach Antworten auf die Frage nach dem Warum. Im Internet stößt sie auf eine Spur aus digitaler Gewalt, die sich gegen Ada richtete und der auch Jenny bald nicht mehr entrinnen kann. Meine Meinung: Hast du die Serie ‘Adolescence’ gesehen? Darin geht es um einen Jugendlichen, der sich im Internet frauenfeindlich radikalisiert. Die Serie fokussiert sich auf den Täter sowie den Umgang seiner Familie mit der Gewalt des Jungen. Das Opfer kommt nie zu Wort. Bei Frau Seck drehen sich die Kapitel fast ausschließlich um Ada und Jenny. Ada, die mit dem Hass nicht mehr klarkommt. Jenny, die beim Versuch zu verstehen, was geschehen ist, in einen Strudel aus Boshaftigkeit gezogen wird. Ich finde nicht alles am Roman gelungen. Dass die Mutter mit 38 Jahren praktisch keine Medienkompetenz besitzt, halte ich mit meinen 36 Jahren für nicht schlüssig. Selbst wenn man die Ausmaße, die Jugendliche täglich durchleben, nicht aus eigener Erfahrung kennt, sind doch Apps wie Instagram oder Hasskommentare keine Fremdworte. Mein zweiter Kritikpunkt: Ab und an kommen die Beweggründe der Hassverbreitenden zu Wort. Hier habe ich Frau Seck als lenkende Autorin wahrgenommen, hat sie doch jeden Beweggrund sarkastisch kommentiert. Das hat mich aus dem Lesefluss gerissen und die Figuren wie plakative Abziehbilder erscheinen lassen. Positiv: Frau Seck schreibt wortgewandt, vielschichtig und nuanciert. Die Aufarbeitung der Trauer und der schleichende Prozess in die Ausweglosigkeit sind so nahbar dargestellt, dass es mir im Herzen weh getan hat. Frau Seck ist niemals melodramatisch und kommt ohne abgedroschene Klischees aus. Wenn darüber diskutiert wird, ‘Adolescence’ an Schulen zu zeigen, dann gehört dieser Roman ebenfalls auf den Lehrplan. Und auch alle Erwachsenen sollten dieses Buch lesen. Denn: Hass hat immer eine Ursache. Und manchmal fängt er – unbewusst – bei einem selbst an. Aber auch genau da kann man ihn stoppen.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
13. Apr.
Rating:5

CN: Suizid, Mobbing, Stalking Wie leider auch oft genug im Leben, „beginnt" die Geschichte „von hinten". Ada, gerade 18 Jahre alt, hat sich das Leben genommen. Schritt für Schritt nahert man sich bei der Lekture gemeinsam mit Adas Mutter Jenny der Antwort auf die Frage nach dem Warum in den Untiefen des Internets bzw. der sozialen Medien. „Hass im Netz kann tödlich sein. Wir alle sind dafür verantwortlich, dem Einhalt zu gebieten. Behorden, Sicherheitseinrichtungen, Regierungen, vor allem aber auch wir als Gesellschaft. Dazu müssen wir nicht nur die Strukturen aufbrechen, in denen wir einen solchen Hass ermöglichen, sondern auch mehr Anlaufstellen für Betroffene bieten, die Opfer werden." (Zitat aus dem Nachwort der Autorin) Es ist weder leicht noch angenehm dieses Buch zu lesen. Im Gegenteil es wühlt auf, macht betroffen, wütend und unfassbar traurig. Aber das soll und kann bei diesem Thema auch gar nicht anders sein. Ein Buch, das einigen vielleicht noch die Augen öffnen kann und allein deshalb wichtig ist.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
21. März
Rating:5

27. Buch im Jahr 2025 Wenn man mich fragen würde welches Buch jede*r gelesen haben sollte, wäre das hier auf jeden Fall ein Top-Anwärter. Denn dieses Buch ist verdammt wichtig. Es ist schmerzhaft, brutal und absolut frustrierend. Aber wichtig. Manchmal muss man sich der Realität stellen und dieses Buch hier greift diese so gut auf, dass ich mir eigentlich nur gewünscht habe irgendwo in einem Paralleluniversum zu sein. Ich musste immer mal wieder zwischendurch was anderes lesen, weil es so schwer zu ertragen war. Und damit hat die Autorin alles richtig gemacht. Dieses Buch behandelt so aktuelle, relevante Themen und gehört zu den gesellschaftskritischsten, die ich überhaupt jemals gelesen habe. Ich werde dieses Buch auf jeden Fall irgendwann noch mal lesen um dann ein paar essentielle Passagen zu markieren (was ich eigentlich nie mache). Ich würde das Buch am liebsten jeder Person, die ich kenne in die Hand drücken, denn ich habe wirklich die Hoffnung, dass dadurch auch Leute wach gerüttelt werden können. Der Schreibstil hat übrigens auch dazu beigetragen, dass das Buch sehr gut zu lesen war, aber das ist bei so einem wichtigen Thema wohl eher nebensächlich. Das Buch bekommt 5⭐️ und auch die Autorin, die den Mut hatte dieses Buch zu schreiben und sich mit alldem auseinander zu setzen. Unbezahlte Werbung, selbst gekauft

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
6. März
Rating:5

Bietet so viel mehr als der Klappentext verspricht

„Manchmal weiß man Sekundenbruchteile zuvor schon, dass dann, wenn man das nächste Mal einatmet, wenn man das nächste Mal blinzelt, wenn man das nächste Mal einen Laut von sich gibt, alles anders sein wird. Man weiß, dass der nächste Augenblick die eigene Welt zerstören wird. Und man hält am Jetzt fest. Man krallt sich an den Moment, in dem man gerade noch steckt, und umklammert ihn mit aller Gewalt, während der nächste wie ein zerstörerischer Asteroid auf einen zurast.“ Dieser brandaktuelle Roman überzeugt thematisch, inhaltlich und sprachlich. Katharina Seck hält so viele Themen bereit und berücksichtigt die verschiedensten Perspektiven. Es geht um mehr als die Trauer, die Jenny als Mutter von Ada, mit sich tragen muss, es geht um die Wut, die die schlimmsten Gesichter von Menschen zu Tage bringt, insbesondere die Misogynie der Incel-Bewegung, über die Seck hier hervorragend aufklärt. Jede*r Socialmedianutzer*in sollte dieses Buch lesen, um zu begreifen, dass jede Form von Hass, die im Netz verbreitet wird, dass jede unbedachte Handlung Konsequenzen haben kann, auch und vor allem in der Summe, auch und vor allem für das (oft) fremde, verdinglichte Gegenüber. Ada kämpft mutig einen Kampf, steht lange immer wieder auf, aber auch die stärksten Menschen können gesellschaftlichem Druck nicht (für) immer standhalten. Lest dieses Buch. Denkt über dieses Buch nach. Passt auf euch und eure Lieben auf.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
3. März
Rating:5

In “Was wir nicht kommen sahen” werden schwierige und belastende Themen angesprochen, bei denen es in der heutigen Zeit umso wichtiger ist, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Beim Lesen habe ich mir deshalb – und weil der Schreibstil manchmal anspruchsvoll erscheint – die nötige Zeit gegeben, um alles stückchenweise auf mich wirken zu lassen und in Ruhe darüber nachdenken zu können. Zeitweise war ich richtig wütend darüber, was Menschen anderen Menschen antun können, wenn sie sich in der Anonymität des Internets sicher wähnen. Aber genau weil die behandelten Themen so wichtig sind, lege ich euch allen ans Herz, dieses Buch auch zu lesen.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
19. Feb.
Rating:5

Hilflosigkeit kann sehr laut und still zugleich sein…

In dem Buch geht es um die 19 jährige Ada, die aufgrund von Mobbing und Hass im Internet, insbesondere von den sogenannten Alpha Männern, in den Suizid getrieben wird. Worte haben Macht. So viel Macht, dass sie den Tod bringen können. Die Autorin erzählt die Geschehnisse rund um Adas Tod aus verschiedenen, im Prinzip allen, Perspektiven. Und so sehr ich mir wünschen würde, dass es zu einem massiven Umdenken führen würde, wenn man dieses Buch zur Pflichtlektüre in Schulen machen würde, so wenig Hoffnung habe ich, dass es hassende Menschen, besonders Männer, zum Umdenken bewegen würde. Und so wichtig es ist, dass es auch weiterhin Menschen gibt, die furchtlos aufklären und auf Folgen von Hass und Mobbing aufmerksam machen, so kann ich aber auch verstehen, dass es Menschen gibt die schweigen, weil das Buch eindrucksvoll wieder gibt, was passieren kann, wenn jemand sich gegen den Hass wehrt. Es wird Zeit, dass die Justiz härter durchgreift und die Gesetze zum Opferschutz anpasst. Insbesondere anpasst im Bezug auf Social Media und den immer weiter steigenden Hass gegen Frauen durch Männer. Ein beeindruckendes und tolles Buch!

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
5. Feb.
Rating:5

"Die Gesellschaft hat als Kollektiv versagt. Sie alle haben Ada im Stich gelassen." (S. 340) Am liebsten will Jenny die Zeit zurückdrehen, um zu reagieren, zu verhindern, alles ungeschehen zu machen. Aber ein Zurück gibt es nicht. Sie war unaufmerksam, blind vor Alltagsroutine: Game over - du hast als Mutter versagt - dein Kind ist tot! Ada ist von einer Brücke gesprungen. Wer oder was sie in diese Verzweiflung getrieben hat, ist ihren Eltern zunächst ein Rätsel. Doch schon bald ist klar: Adas Tod ist nur die Spitze des Eisbergs. Auf den digitalen Spuren ihrer Tochter taucht Jenny ein in die dunkle Seite des Internets - in die Kommentare von Hatern, Videos mit gefakten Inhalten, in die Welt von Schattenmenschen, die sich - getarnt in Anonymität - als feiger Mob über andere hermachen. In zwei parallelen Erzählsträngen rekonstruieren wir Jennys verzweifelte Suche nach Antworten und begleiten Ada rückblickend in ihrem aussichtslosen Kampf gegen den Strudel der Verzweiflung. Beide stehen ihren Gegnern, dem Hass und der Anonymität im Netz, hilflos gegenüber. Als Ada zum Gegenangriff übergeht, bricht ein Sturm über ihr ein, den sie alleine nicht stoppen kann. Was bleibt, ist die erschütternde Wahrheit: "Es muss immer erst etwas passieren, bevor sich was ändert." Katharina Seck hat sich ein echtes Brett vorgenommen: CN ‼️ Mobbing, Stalking, Catfishing, Doxxing, Misogynie, Suizid All diese hochaktuellen Themen hat sie in einem vielschichtigen Roman voller politischer und gesellschaftlicher Brisanz dicht miteinander verwebt. Sie zeigt, wie sich Frustration in Hass entlädt und wie Social Media zu einem Kriegsschauplatz werden kann, für den man sich Tag für Tag von neuem wappnen muss. Einen besonderen Stellenwert haben die Kapitel, in denen die Anonymität selbst eine Stimme erhält. Hier versucht Seck, die Mechanismen digitaler Gewalt zu entlarven und zeigt verschiedene Erklärungsansätze. Dabei stehen im Fokus die Verzweiflung und der dauerhafte Krisenmodus (im Kleinen wie im Großen). Die Autorin zeigt, wie komplex unsere Welt geworden ist und welche Spaltung der Gesellschaft damit einhergeht. Es ist ein aufwühlender Roman, für den man tief Luft holen muss. Wer sich die heftigen Themen nicht zutraut, sollte vorsichtig sein. Es lohnt sich aber in jedem Fall, einen Blick zu riskieren, denn diese Themen gehen uns alle an. Der alte Satz bleibt aktueller denn je: "Schau hin, was deine Kinder machen!" Wir können nicht wachsam genug sein.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
19. Jan.
Rating:5

Unvergessen, was man euch angetan hat. Unvergessen, was sich nicht wiederholen darf.

Was tun, wenn die Tochter sich aus dem Leben verabschiedet? An einem ganz normalen Abend verabschiedet sich die 18-jährige Ada von ihrer Familie und beendet ihr Leben durch den Sprung von einer Brücke. Ihre Eltern Jenny und Dominik bleiben fassungslos zurück. Während Dominik sich vor seiner Trauer in Arbeit flüchtet, beginnt Jenny verzweifelt nach Antworten auf die Frage nach dem Warum zu suchen. Im Internet stößt sie auf eine Spur aus digitaler Gewalt, die sich gegen Ada richtete und der auch Jenny bald nicht mehr entrinnen kann. Mein Fazit: Ich weiß nicht was ich sagen soll. Ich weiß nicht wie ich auch nur ansatzweise das ausdrücken könnte, was ich bei diesem Buch gefühlt habe. Es beschreibt knallhart die blanke Realität der heutigen und vorallem der aktuellen politischen Lage. Not all men but always men… Allein der Gedanke, dass das alles nicht „nur“ irgendeine ausgedachte Geschichte ist, sondern das diese Dinge jeden Tag, in diesem Moment passieren ist unfassbar für mich. Die letzten Kapitel habe ich unter Tränen gelesen und habe so wahnsinnig mitgefühlt mit Jenny. Der Verlust eines geliebten Menschen und dann auch noch auf so eine grausame Weise hinterlässt riesige Narben, die für immer bleiben. Das Buch sollte viel mehr Aufsehen erregen, viel mehr Gehör bekommen und gezeigt werden. „Es muss immer erst etwas passieren, bevor sich was ändert“ 💔

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
8. Jan.
Rating:4.5

Ein wahnsinnig wichtiges & gewaltiges Buch

Uff, das war schwere Kost. Aber wichtige, denn die Geschichte ist zwar fiktiv, gleichzeitig ist sie es aber auch nicht. Der Schreibstil von Katharina Seck hat mich von Seite 1 an gepackt und förmlich ins Buch hineingezogen – auch, wenn ich es öfter mal kurz weglegen und durchatmen musste. Die Geschichte von Ada schmerzt, sie geht tief. Und sie vereint unglaublich viele zeitlich relevante Themen, weshalb genau solche Bücher Pflichtlektüre in der Schule sein sollten. Wenn mir etwas gefehlt hat, dann noch mehr Einblick in die Gedanken von Ada, um wirklich nachvollziehen zu können, warum sie diesen und eben genau diesen Weg gewählt hat. Ein bisschen hat mir die Connection zu ihr gefehlt. Und auch die Perspektive von Dominik als Vater hätte mich noch interessiert. Abgesehen davon ist es ein wichtiges, richtiges und gewaltiges Buch. Absolut lesenswert!

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
8. Jan.
Ich habe mir etwas mehr erhofft
Rating:3.5

Ich habe mir etwas mehr erhofft

Als ich den Klappentext gelesen habe, musste ich das Buch lesen. Ich habe einen eindringlichen und heftigen Roman erwartet. Bekommen habe ich das aber nur bedingt. Die ersten Seiten haben mich in ihren Bann gezogen. Adas Entschlossenheit, sich das Leben zu nehmen, Jennys Verzweiflung, als ein ganz normaler Tag über ihr zusammenbricht, als sie vom Selbstmord ihrer Tochter erfährt. Das wurde eindringlich und beklemmend geschrieben. Doch dann flacht es leider etwas ab. Wir erleben, was Ada erlebt hat in ihren letzten Wochen und wie Jenny versucht, zu erfahren, was ihre Tochter zu diesem Schritt bewegt hat. Dabei wurde ich mit beiden Protagonistinnen nicht so richtig warm, auch wenn es immer mal wieder emotionale wie beklemmende Momente gab. Auch wenn ich öfters das Gefühl hatte, dass die ein oder andere Szene wenig Mehrwert bietet, so fand ich die Themen spannend gewählt. Misogynie und Cybermobbing, aktuelle wie brisante Themen, deren Wichtigkeit immer mehr zunimmt. Auch wenn ich ein paar Stellen etwas überzogen dargestellt fand, so wurden besonders diese Themen gut und authentisch dargestellt. Auch die digitale Welt mit all ihren Details im Streaming und Social Media wurde authentisch genutzt. Der wirklich tolle Schreibstil von Seck tut da sein übriges und so fand ich diesen Roman insgesamt zwar lesenswert und wichtig, hätte mir aber erhofft, dass er mich emotional mehr mitreißen würde. Schade.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
7. Jan.
Rating:3

Eine Thematik, die mir unter die Haut geht. Der schlimmste Verlust, den ich mir vorstellen kann. Leider hat mich aber an dem Buch doch einiges gestört…

Das eigene Kind nimmt sich das Leben. Es gibt ein davor und ein danach. An das davor, sei es noch so ein unbedeutendes Tun, klammert man sich. Die Erinnerung ist manifestiert. Genau dieser Erzählstrang am Anfang ging mir unter die Haut. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man nach solch einem Verlust weiterleben kann. Daher hat mich die Geschichte insgesamt unheimlich berührt. Ich mochte den Schreibstil leider nicht so gerne, waren doch wirklich auch sehr viele Wiederholungen vorhanden. Ich habe noch einen großen Kritikpunkt, der jetzt aber die Geschichte Spoilern würde.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
7. Jan.
Rating:5

Gefahren der sozialen Medien. Pflichtlektüre für jeden

Katharina Seck kenne ich bisher nur als Fantasy-Autorin. War deshalb mehr als interessiert auf ihren Roman abseits jeglicher Fantasy. Denn das Buch beschreibt sehr schreckliche aber leider sehr wahre Tatsachen, denen wir fast überall über dem Weg laufen. Denn die 18 Jährige Ada ist Schülerin, wohnt noch bei ihren Eltern und wird eine erfolgreiche Streamerin. Doch leider bringt das Internett und der Erfolg auch seine Schattenseiten mit. Denn eine Hassnachricht folgt der nächsten, sodass sie keinen Ausweg sieht, außer den Sprung von einer Brücke. Das Buch hat mich von Seite eins an gefesselt. Es beinhaltet jedes noch so aktuelle und wichtige Thema der aktuellen Medien. Mobbing, sexuelle Gewalt an Frauen, Misogynie, Feminismus, Gefahren der sozialen Medien... Die Liste ist Lang. Ich habe den Unmut und die Trauer gespürt, nicht nur von Ada, sondern auch von ihren Eltern, die das alles nicht haben kommen sehen. Gut und aber ziemlich erschreckend fand ich auch die Tätersicht. Das Buch regt zum Nachdenken an und ist ziemlich emotional. Eine Pflichtlektüre für jeden.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
1. Jan.
Rating:4

Darum geht es: Die 18-jährige Ada begeht Suizid. Was tun, wenn die Tochter aus dem Leben schwindet? Ada verabschiedet sich an einem normalen Abend von ihren Eltern. Mit einem Sprung von der Brücke beendet das junge Mädchen ihr Leben. Jenny und Dominik, ihre Eltern, sind bestürzt, verstört und fassungslos. Das Ehepaar geht sehr unterschiedlich mit der Trauer um. Dominik stürzt sich in seine Arbeit, und Jenny sucht verzweifelt nach Antworten. Ada hat sich durch Online-Zocken eine unreale Welt aufgebaut. Ihre zahlreichen Follower haben ihr beim Gamen zugeschaut. Jenny stößt nach intensiver Recherche im Internet auf digitale Gewalt. Cyberkriminalität, die sich gegen Ada richtet. Mein Leseeindruck: Ich bin selbst Mama einer Tochter und bin immer noch tief getroffen, wie digitale Gewalt das wahre, reale Leben zerstören kann. Die Geschichte ist schwer und erdrückend, manchmal konnte ich das Gelesene kaum aushalten, und gerade deshalb ist es so wichtig, auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Cyberkriminalität ist aktueller denn je. Der Schreibstil von Katharina Seck ist sehr einfühlsam und gefühlvoll. Ich konnte die Trauer und Verzweiflung von Jenny und Dominik auf jeder Seite fühlen und nachempfinden. Die Gefühle wirken authentisch. Im Prinzip habe ich ebenfalls getrauert, so hat mich die Geschichte in den Bann gezogen und mitgenommen. Der Autorin ist es gelungen, einen aktuellen und bildgewaltigen Roman zu schreiben, der mich fassungslos zurücklässt. Fazit: 4/5 ⭐️ Eine Geschichte über digitale Gewalt, sehr einfühlsam erzählt und dennoch macht sie fassungslos und schockiert. Leseempfehlung! Jeder sollte diesen Roman lesen! ♥️

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
28. Dez.
Ein Appell, ein Mahnmal. 💔
Rating:4.5

Ein Appell, ein Mahnmal. 💔

Für diesen Beitrag möchte ich eine #triggerwarnung aussprechen - er und das Buch enthalten u. a. Themen wie Mobbing oder Sui*zid. Wenn es euch damit nicht gut geht, überspringt ihn bitte. 🫧 Um wen geht’s? Um die 18-jährige Ada, die eines Abends ihr Leben durch einen Sprung von einer Brücke beendet. Zurück bleiben trauernde Freund:innen, fassungslose Eltern und die große Frage nach einem Warum. Von diesem „Warum?“ handelt das Buch ganz zentral - und nimmt die Leser:innen nicht nur mit in die Lebenswelt von Ada, sondern auch tief in die Abgründe digitaler Gewalt. 🫧 Meine Meinung Das Buch wird aus 3 Perspektiven erzählt - aus Adas Sicht in der Vergangenheit, aus der ihrer Mutter Jenny in der Gegenwart und aus dem Blickwinkel der „Anonymität.“ Diese „Anonymität“ besteht aus vielen, sie sind wir alle. Der Roman von @katharinaseckauthor zeigt so auf eine eindringliche, auf eine dringliche Weise auf, dass es nicht nur die eine Antwort auf die Frage nach dem Warum gibt, sondern sie aus vielen kleinen Bausteinen besteht. Ich bin die Freundin eines Gamers und ehemalige Schulsozialarbeiterin, die Thematik war für mich also nicht neu - doch wie tief die Abgründe digitaler Gewalt reichen, das ist immer wieder aufs Neue erschreckend. Als besonders widerlich empfand ich die Incel-Bewegung und die mit ihr einhergehende Misogynie, die ich kaum in Worte fassen kann; deswegen gibt’s hier eine Account-Empfehlung, denn Tara kann das viel besser: @wastarasagt 🫧 Fazit „Was wir nicht kommen sahen“ war ein so schweres wie wichtiges Buch über die Lebenswelt junger Menschen und die (digitale) Gewalt, mit der sie heute aufwachsen. Aufwachsen müssen. Es war ein Appell und ein Mahnmal, zu handeln - für eine Welt, in der das Internet kein rechtsfreier Raum bleiben darf, und in der Hass - auch und vor allem der Hass gegen Frauen - keinen Platz verdient.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
22. Dez.
Rating:4.5

Spannend, schockierend, emotional

In diesem schonungslosen Roman und wichtigen Beitrag zu verschiedenen tabuisierten Themen, geht es um: (Cyber-)Mobbing, Hass im Internet - explizit Misogynie und Suizid. Die Kapitel sind im Wechsel aus der Sicht des toten Mädchens sowie der ihrer Mutter verfasst; das macht den Roman kurzweilig und spannend - man möchte wissen, wie es soweit kommen konnte. Auch „Die Anonymität“ hat eigene Kapitel und besteht aus verschiedenen Sichtweisen, die interessant sind, ihren Beitrag leisten. Wir alle haben Verbindung zu sozialen Medien und nicht wenige haben sicher schon schlimme persönliche Angriffe darüber erlebt. Dennoch war mir zuvor nicht in dem Maße bewusst, wie weit das Ganze reichen und getrieben werden kann, Stichwort Frauenhass bzw. „Incels“. Das Buch ist emotional berührend & aufwühlend und aus meiner Sicht sehr lesenswert - allein um der Tabuisierung wieder etwas entgegenzusetzen, über all diese Themen sollte offen(er) gesprochen werden! #esmussimmererstetwaspassierenbevorsichwssändert

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
19. Dez.
Pflichtlektüre für alle Social Media NutzerInnen🫂
Rating:5

Pflichtlektüre für alle Social Media NutzerInnen🫂

TW: Suizid, Cyber Mobbing Jeder der mit Social Media zu tun hat MUSS dieses Buch lesen, ohne scheiß! Ich denke an dieses Buch und will einfach nur schreien und heulen. Harter Tobak, pure Realität und wichtige Themen unserer Zeit machen dieses Buch aus! Ich find es so so gut aus welchen Perspektiven das Buch geschrieben ist. Einmal aus Adas Sicht, aus der Sicht ihrer Mutter und aus der Sicht der Anonymität. In diesem Fall ist die Anonymität die Perspektive verschiedener Täter. So viel Hass und Leid steckt in diesem Buch. So viel Verzweiflung und Hilferufe, ich hab’s wirklich sehr schwer ertragen (das is echt ned übertrieben). Dieses Buch zeigt heftig auf, was Cyber Mobbing und unüberlegtes Handeln anrichten kann. Wie es Leben zerstören und nehmen kann. Es ist so schlimm zu wissen, dass die Dinge die angesprochen werden im realen Leben so existieren und jeden Tag passieren. Für mich gehört das Buch definitiv als Pflichtlektüre in jeden Deutschunterricht. Katharina hat hier ein unfassbares Werk geschaffen, der Schreibstil ist wahnsinnig gut und geht direkt ins Herz.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
16. Dez.
Rating:4

Schockierend, eine wichtige Stimme!

**** Worum geht es? **** Alles scheint perfekt. Eine kleine glückliche Familie, eine nahezu erwachsene Tochter, die immer zufrieden und ausgeglichen scheint. Bis nichts mehr heile ist und sie als Mutter verstehen lernen muss was eigentlich passiert ist. Warum hat sich Ada das Leben genommen? **** Mein Eindruck **** Der Inhalt des Buches hat mich absolut nicht kalt gelassen. Mobbing im Internet und deren Reichweite ist ein Thema, das uns alle angeht und uns fast alle schon betroffen hat oder betrifft. Die Details dieses Falles hier sind erschütternd zu verfolgen gewesen. Wer war Ada und warum hat sie diesen Hate abbekommen. Ein Mädchen, wie du und ich. Ada bekam über die Kapitel Persönlichkeitsmerkmale zugesprochen, die weitestgehend auf eine große Personengruppe zutreffen. Ada war mutig und ich neigte dazu zu sagen, weiter so, aber jeder Mensch hat seine Grenzen und auch diese darf man in diesem Buch verfolgen. Die Geschichte ist keine leichte Kost und mehr ein Mahnmal als Unterhaltung, aber, und genau deswegen, so wichtig, denn aus Unterhaltung kann so schnell ernst werden. Literarisch gesehen hatte das Werk für mich ein paar Schwächen, die drei Perspektiven waren teils etwas viel, der Fokus verrutschte in der Mitte, wurde am Ende aber mehr als eingeholt, und so erlebte ich manche Längen. Die Mutter und auch die Anonymitäten hätten fokussierter sein können, am Ende ist das eine Geschmacksfrage, denn die eigentliche Botschaft und damit der Grund für dieses Buch, war laut und deutlich, damit also absolut gelungen! **** Empfehlung? **** Wer mit triggernden Themen gut umgehen kann, sollte unbedingt einen Blick in dieses zeitgemäße und tiefgründige Buch über die Folgen von Cybermobbing werfen. Wortbilder die bewegen.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
15. Dez.
Rating:5

Wichtig, heftig, absolut lesenswert!

Katharina Seck hat diesen Roman lange angekündigt als ihr bisher wichtigstes und eindringlichstes Buch, und ich muss sagen: zu Recht. Ada ist 18 Jahre alt, Schülerin, Teenager, Freundin, Tochter und Streamerin. Sie hat die gleichen Probleme wie andere in ihrem Alter, und das ist in all seiner Banalität der vielleicht wichtigste Aspekt des Romans: Mobbing trifft alle, nicht nur die ach so seltsamen Nerds, die halt komisch sind und „das schon irgendwie verdient haben“, wie es zumindest in meiner Schulzeit noch propagiert wurde. Eines Tages wird Ada in der Disco von einem fremden Typen angesprochen und bedrängt, und erst das Eingreifen eines ihrer Freunde sorgt dafür, dass der andere vorerst von ihr ablässt. Doch dann beginnt das Cybermobbing. Erst noch so, dass es nervt, aber Adas Leben nicht nachhaltig beeinflusst, und der erste Angriff auf ihren Chat durch eine Handvoll Menschen und einen Haufen Bots steigert eher noch ihre Beliebtheit. Doch es geht weiter, und irgendwann kommt das Cybermobbing in ihrer realen Welt an. Ada findet Nachrichten im Briefkasten und bekommt Morddrohungen. Fakeprofile mit manipulierten Bildern tauchen im Netz auf, und plötzlich wird Ada argwöhnisch betrachtet: Sind das wirklich Fakeprofile, oder sucht sie auf perfide Weise nach mehr Fame? Den Punkt, sich an ihre Eltern zu wenden, hat sie irgendwie verpasst, zumal die ihre Internetaktivitäten eh kritisch sehen. Und dann kann sie sich nicht mehr sicher sein, ob wirklich alle ihre Freunde auf ihrer Seite sind. Eines Tages geht sie aus dem Haus und kehrt nicht mehr zurück. Jenny, Adas Mutter, versucht, den Tod ihrer Tochter zu verstehen und mit ihrer Trauer zurechtzukommen. Nach und nach findet sie heraus, was passiert ist, sie redet mit Adas bester Freundin und dringt nach und nach in die digitale Welt ihrer Tochter vor, findet Verbindungen und jede Menge traumatisches Material. Adas Vater Dominik ist lange wie gelähmt, doch irgendwann wacht er aus seiner Tatenlosigkeit auf und zieht mit seiner Frau in den Kampf um Gerechtigkeit. Der Roman ist aus Adas und Jennys Perspektive abwechselnd erzählt, hin und wieder werden Gedanken unterschiedlicher anonymer Figuren in einzelnen, kurzen Episoden dazwischengeschoben, die zeigen, wie das Mobbing in den Köpfen der Täter und Mitläufer entsteht. Katharina Seck hat viele Themen in diesem Roman untergebracht. Das Hauptthema ist Mobbing, aber auch Misogynie, Sexismus und Rassismus werden zur Sprache gebracht, so dass ein komplexes Bild der modernen Gesellschaft entsteht. Obwohl die Geschichte mit einer angenehmen, flüssig zu lesenden Sprache erzählt ist (an manchen Stellen fand ich die Dialoge für Teenager etwas unpassend, aber das tut dem Roman und seiner Message keinen Abbruch), steckt so unfassbar viel Wichtiges drin, dass ich tatsächlich eine Woche Verarbeitung gebraucht habe, um mich an diese Rezension zu setzen. Mein Fazit: Eines der wichtigsten Bücher des Jahres, möglicherweise des ganzen Jahrzehnts. Denn Mobbing entsteht aus Ängsten, aus Unzulänglichkeiten, aus dem Gefühl, abgehängt zu werden. Damit will ich keinen einzigen Täter in Schutz nehmen, sondern vielmehr, so wie der ganze Roman, die Gesellschaft als solche in die Verantwortung nehmen. In einer Zeit, in der rassistische Parolen wieder salonfähig sind, verliert die Menschlichkeit. Und hier sind wir alle in der Verantwortung: Wir müssen und wieder auf die Grundpfeiler einer sozialen Gesellschaft berufen und uns den Artikel 1 des GG ins Gedächtnis rufen: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und dazu gehört, dass wir miteinander und nicht gegeneinander leben. Dass wir andere akzeptieren, egal, welche Hautfarbe, Religion oder Herkunft sie haben, ob sie abled oder disabled sind, egal welchem Geschlecht sie sie zugehörig fühlen und wen sie lieben. Wir müssen dringend wieder mehr Toleranz erlernen, und dieser Roman ist ein sehr eindringöicher Aufruf dafür. Unbedingte Leseempfehlung!

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
9. Dez.
Rating:4

Eine gelungene Aufarbeitung rund um Hass im Netz

Mit diesem Buch arbeitet Katharina Seck ein aktuelles Thema auf und zeigt wie schnell sich Hass im Netz verbreiten kann. Wer sich mit diesem Thema auseinandersetzen möchte ist genau richtig. Bitte achtet jedoch auf die Triggerwarnung, wenn ich bei bestimmten Themen empfindlich seid. In „was wir nicht kommen sagen“ geht es um die junge Streamerin Ada, die in durch ihre Reichweite immer Bekannter wird und leider auch die Schattenseiten vom Internet kennen lernt. Ihre Streams werden mit Hatenachrichten geflutet und es tauchen Videos auf, die schlicht weg Unwahrheiten über Ada verbreiten. Sie versucht sich Hilfe zu holen, aber bringt es etwas ? Die Geschichte wird im Wechsel von Ada und ihrer Mutter Jenny erzählt. Zwischenzeitlich gibt es kurze Kapitel über die Anonymität. Man findet gut in die Geschichte rein und kann die Gefühle der Protagonisten gut nachvollziehen. Der einzige kleine Minuspunkt ist, dass sich die Geschichte aus Jennys Sicht manchmal ein bisschen in die Länge zieht.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
4. Dez.
Rating:3.5

Wichtig! Traurig! Kaum auszuhalten…

Dieses Buch hat mein Mutterherz so oft gebrochen… Es ist kaum auszuhalten, was Ada durchmachen musste und was ihre Eltern ertragen haben, mit all den Fragen und Lücken, die es zu füllen galt. Das Versagen einer ganzen Gesellschaft und eine unglaubliche Brutalität versteckt hinter Worten und vermeintlicher Meinungsfreiheit. Ein wichtiges Buch über digitale Gewalt, über Frauenhass und über eine Gesellschaft, die diese Dinge immer noch schönredet und nicht ernst nimmt. #esmussimmererstetwaspassierenbevorsichetwasändert

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
3. Dez.
Rating:5

Ich möchte bitte jeder Person mit diesem Buch auf den Kopf hauen, damit sie endlich checken, dass digitale Gewalt REALE Gewalt ist - bitte lest dieses fucking Buch, es ist 10/10 mein Jahreshighlight.

Seck behandelt die wichtigsten Probleme der gegenwärtigen Gesellschaft: digitale Gewalt, Frauenfeindlichkeit, übergriffige Männer, Incels, patriarchale Strukturen und rechte Narrative. Viel wichtiger noch: Sie zeigt, wie dieser Hass derart miteinander vernetzt und verwoben auftritt, wie Gruppendynamiken wirken und welches Ausmaß diese annehmen können. Jede einzelne Person, die sich in irgendeiner Art und Weise an online Hass-/Hetz-/Mobbingkampagnen beteiligt IST MITSCHULDIG. Reichweitenstarke Influencer* haben VERANTWORTUNG zu tragen und nicht solche „games“ weiter zu befeuern. Das Buch macht wütend und traurig und fassungslos. Mir gefällt, wie gesellschaftskritische Themen eingearbeitet werden und so eine Sichtbarkeit für feministische Themen gegeben wird. Danke.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
1. Dez.
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Rating:4.5

Die Autorin Katharina Seck hat mit „Was wir nicht kommen sahen“ einen eigenständigen Roman geschrieben, welcher ein sehr brisantes Thema in den Mittelpunkt stellt. Bei sensiblen Lesern empfehle ich, dass man im Vorfeld den Content- Note liest. Themen wie Cybermobbing oder Suizid nehmen in diesem Roman einen wesentlichen Raum ein – doch dies macht dieses Buch zu einem sehr bewegenden Werk. Klappentext: An einem ganz normalen Abend verabschiedet sich die 18-jährige Ada von ihrer Familie und beendet ihr Leben durch den Sprung von einer Brücke. Ihre Eltern Jenny und Dominik bleiben fassungslos zurück. Während Dominik sich vor seiner Trauer in Arbeit flüchtet, beginnt Jenny verzweifelt nach Antworten auf die Frage nach dem Warum zu suchen. Im Internet stößt sie auf eine Spur aus digitaler Gewalt, die sich gegen Ada richtete und der auch Jenny bald nicht mehr entrinnen kann. Bisher habe ich von der Autorin Katharina Seck nur Bücher aus dem Fantasy- Bereich gelesen, welche mich gut unterhalten haben. Aber bei diesem Roman konnte mich der Klappentext sofort überzeugen – er hat sofort mein Interesse geweckt, sodass für mich feststand, dass ich dieses Werk ebenfalls lesen muss. Der Schreibstil von Seck ist sehr bildhaft und ausdrucksstark. Meiner Meinung nach schafft es die Autorin gekonnt, die richtigen Worte zu finden und passt ihren Stil der jeweiligen Szene an. Teilweise ist dieser sehr Stil schon recht poetisch und dann wieder gewaltig, aufrüttelnd und direkt. Gekonnt wird hier eine dichte Atmosphäre erschaffen, der flüssige Stil schafft es, dass eine Art Sogwirkung entsteht und man einfach nur weiterlesen möchte. Als Leser möchte man genauso die Zusammenhänge verstehen, wie die Mutter Jenny. Aber auf der anderen Seite nimmt einen der Inhalt des Buches so mit, bewegt einen, dass man immer mal eine kleine Lesepause einlegen muss, damit man das Gelesene verarbeiten kann. Das Buch wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Ein Strang ist aus der Sicht von Ada. Zu Beginn wird der Leser bei den letzten Stunden aus Adas Leben mitgenommen. Der Leser erfährt, wie es ihr geht, wie sie sich fühlt und was in ihrem Kopf vorgeht – kurz bevor sie von der Brücke springt, um sich das Leben zu nehmen. Auch werden Rückblenden aus der Perspektive von Ada eingebunden. Dadurch bekommt man als Leser einen guten Einblick in ihr damaliges Leben, was sie beschäftigt hat und was ihr wichtig war. Auch wer ihr den Rücken gestärkt hat und was ihr Halt gegeben hat. Eine weitere Perspektive ist aus der Sicht von Jenny. Sie ist die Mutter von Ada und durch sie erfährt der Leser, dass Ada sich das Leben genommen hat und wie sich das auf das weitere Leben der beiden Eltern, im Besonderen der Mutter auswirkt. Durch diese Perspektive bekommt man einen gelungenen Einblick in die Gefühlswelt der Mutter und auch in ihre Gedankengänge, wie sie die Welt wahrnimmt. Auch möchte Jenny mehr über die Umstände erfahren, die zu diesem Suizid geführt haben, sodass der Leser sie bei ihren privaten Ermittlungen begleitet. Der dritte Strang wird mit Anonymität betitelt. Hier kommen mehrere Personen zu Wort, welche dazu beigetragen haben, dass Ada sich von der Brücke gestürzt hat. Es werden quasi die Täter näher beleuchtet. Jeder hat hier seinen eigenen kleinen Beitrag zu dieser schlimmen Tat gehabt. Zum Teil sind diese Personen durch Hass und Frustrationen geprägt, mit einer Wut auf die Welt, welche sie gerne an Frauen durch die Macht des Internets auslassen. Es ist wirklich erschütternd, welche Gedankengänge hier angesprochen werden. Und noch erschütternder finde ich eins der letzten Kapitel aus der Sicht der Anonymität, wo resümiert wird – aber hier möchte ich nicht spoilern. Zu Beginn wird man sofort mitten in das Geschehen hineingeworfen. Als Leser begreift man schnell, dass man die letzten Stunden von Ada miterlebt. Nur um dann aus der Sicht von der Mutter Jenny zu erfahren, was in der Nacht geschehen ist. Jenny nimmt in diesem Roman eine wesentliche Rolle ein. Sie leidet sehr und kann mit dem nicht wirklich abschließen. Sie möchte wissen, wie es so weit kommen konnte und begibt sich immer tiefer in die Welt ihrer Tochter. Dabei erfährt sie einige Abgründe und bekommt neue Blickwinkel, lernt auch die Freunde ihrer Tochter besser kennen. Seite für Seite werden hier weitere Abgründe aufgedeckt. Es gibt leider sehr viele Leute, welche die Anonymität des Internets für ihre eigenen Machtspiele und Zwecke ausnutzen. Sie verstecken sich hinter dem Tarnmantel und hoffen, dass sie damit durchkommen. Immer mehr erkennen Jenny und damit auch der Leser, was Ada zu dem Suizid getrieben hat. Was hier alles im Vorfeld abgelaufen ist und wie gefährlich das Internet sein kann. Es ist wirklich ein bewegender Roman, der einen emotional berührt. Wichtig finde ich hier auch den gesellschaftskritischen Unterton. Wichtige Themen wie Hass gegen Frauen oder auch Cybermobbing werden hier behandelt. Dies ist ein wirklich wichtiges Buch und die Autorin findet meiner Meinung nach hier immer den richtigen Ton, um diese wichtige Botschaft zu vermitteln. Lediglich die letzten Seiten konnten mich nicht vollständig begeistern. Aber dies ist wirklich Geschmackssache. Insgesamt konnte mich die Autorin Katharina Seck mit ihrem Roman „Was wir nicht kommen sahen“ berühren. Ein gesellschaftskritisches und wichtiges Buch, welches noch nachklingt. Von mir gibt es 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe
30. Nov.
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Rating:5

Inhaltswarnung belastender Themen auf S.364 in "Was wir nicht kommen sahen". Dieses Buch wird dein Herz schwer machen und dann vielleicht sogar noch ein zusätzliches Gewicht dran hängen. Es wird dir im Magen liegen, dich traurig und unendlich wütend machen. Eigentlich wird es dich durch die ganze Palette an Emotionen schicken. Es wird dich fragen lassen, was hätte sein können, wenn man nur...und hätte man nicht... Es wird dir dein Herz brechen und es erst einmal liegen lassen. Denn so ist das Leben eben manchmal, so ist das, wenn die Welt aus den Fugen gerät. Wenn ein kleiner Auslöser einen ganzen Sturm losbricht. Es wird dich sogar Hoffnung empfinden lassen, manchmal nur, ganz kurz, nur ein bisschen. Aber darf man das überhaupt in dieser Situation? Doch vielleicht darf man das sogar. Dieses Buch wird vielleicht eines der wichtigen Bücher sein, die du lesen wirst. Nein, warte...ohne das vielleicht. "Was wir nicht kommen sahen" ist da. Es kommt zur richtigen Zeit, es ist wichtig, es ist so wichtig. Es tut weh, es wird dich fertig machen, aber du kannst es nicht mehr ignorieren. Noch vor ein paar Tagen, zum internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen, habe ich ein Bücherstapel in die Kamera gehalten, der Bücher abbildet, die genau diese Gewalt in verschiedenen Bereichen thematisiert. "Was wir nicht kommen sahen" gehört auf diesen Stapel. Katharina Seck hat ein Buch geschrieben, das vielleicht 'Roman' auf dem Cover stehen hat, aber uns in die Realität hineinschleudert. Sie zeigt, was passiert, wenn digitale Gewalt eskaliert und was für katastrophale Folgen das haben kann. Und das macht sie gleichzeitig knallhart ohne irgendetwas zu beschönigen, aber auch mit so einer unglaublichen Empathie, dass man gar nicht mehr weiß, wohin mir all seinen Emotionen. Denn vor allem die Art des Erzählens sticht heraus. "Was wir nicht kommen sahen" wird im großen Teil jeweils abwechselnd aus Vergangenheitskapiteln von Ada und Gegenwartskapiteln von ihrer Mutter Jenny erzählt. Dabei treffen Verzweiflung, Hilflosigkeit, Ohnmacht, Trauer und Wut jeweils aus zwei Zeitformen aufeinander und das ist manchmal schwer zu ertragen, aber genauso weiß man, dass man diesen Weg bis zum Ende gehen muss. Weil "Was wir nicht kommen sahen" zu wichtig ist, es schmeißt dir dein Herz vor die Füße, aber es macht dich auch klarer, sehender, empfänglicher für deine Umgebung, weil man nie weiß, was in einem Menschen vorgeht und genau das im Alltag nicht vergessen soll. Und, wie bereits erwähnt, zeigt es dir die brutale Realität digitaler Gewalt, denn das, was in dieser Geschichte passiert, passiert da draußen. Es passiert jeden Tag in deinem Handy, während du durch deinen Feed scrollst. Es zeigt, was digitale Gewalt in einen Menschen anrichten kann, was ein unwissender, hingeklatschter Kommentar im Netz, der nur so voller Hass trieft, in denjenigen, der ihn liest, gegen den er gerichtet ist, auslösen kann. Ich weiß, die, die es betrifft, werden dieses Buch wahrscheinlich nicht lesen. Aber trotzdem ist "Was wir nicht kommen sahen" da- und ihr könnt es nicht mehr ignorieren.

Was wir nicht kommen sahen
Was wir nicht kommen sahenby Katharina SeckLübbe