9. Apr.
Satz mit x
Rating:1.5

Satz mit x

Ich fange mal mit einem dicken EIGENTLICH an. Denn eigentlich bin ich ein ganz großer Fan von Literatur aus Asien (tatsächlich speziell Japan). Ich lese seit knapp 25 Jahren Manga und fühle mich in japanischen (Alltags-) Szenarien richtig richtig wohl. Und auch in Romanform schlägt mein Herz für Japan. Viele japanische Eigenheiten, wie die „spezielle“ Arbeitsmoral, die ausgeprägte Esskultur oder auch die bekannte Höflichkeit sind mir dadurch wohl vertraut. Trotzdem konnte ich mich so gar nicht mit der Geschichte anfreunden. Die 3 Hauptfiguren sind oder benehmen sich wahlweise kindisch, heuchlerisch oder verbittert; ich konnte niemanden so richtig sympathisch finden :( Besonders Nitani machte auf mich den Eindruck, dass seine Einstellung zum Essen langsam aber sicher zu einer fixen Idee wird, die er aus Trotz und kindischer Rebellion Ashikawas Lebensweise gegenüber kultiviert. Vielleicht lag es auch ein bisschen an der Hörbuchsprecherin, die die Figuren (für meinen Geschmack zu oft) besonders ätzend hat klingen lassen.

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
8. Apr.
Rating:4.5

Nitani arbeitet sowohl mit der sanftmütigen Ashikawa, die gern kocht und backt, als auch der unkonventionellen Oshio zusammen. Während er mit Ashikawa eine Beziehung anfängt, wird Oshio seine Trinkpartnerin nach der Arbeit. Als Ashikawa anfängt, stets früher als alle anderen zu gehen, so dass Oshio und auch Nitani ihre Arbeit teilweise mit übernehmen müssen, sie aber gleichzeitig regelmäßig Selbstgebackenes für die Kollegen zur Arbeit mitbringt, brechen Konflikte auf. Mir hat dieses Buch an sich gut gefallen, auch weil es einen interessanten Einblick in die japanische Arbeitswelt und Essenskultur jenseits der üblichen Klischees gibt (zumindest soweit ich es beurteilen kann). Auch die Charaktere fand ich auf begrenztem Raum gut dargestellt, denn das Buch ist recht kurz.

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
2. Apr.
Rating:3.5

🍜 Inhalt In „Richtig gutes Essen" begleiten wir drei Büroangestellte, die versuchen, sich zwischen den strengen Regeln der japanischen Gesellschaft zu behaupten. Ashikawa wirkt auf den ersten Blick wie eine Traumfrau: Sie backt leidenschaftlich gern, ist beliebt und wunderschön – doch ihre mangelnde Bereitschaft für Überstunden stößt ihrer Kollegin Oshio sauer auf. Oshio hingegen nimmt jede Überstunde mit und verfolgt ehrgeizig ihren Weg an die Karrierespitze. Und mittendrin: Nitani. Obwohl er irgendwie mit Ashikawa zusammen ist, hat er mit dem „richtigen" Weg wenig am Hut und verbringt seine Zeit am liebsten bei einem Bier mit Oshio. 🍜 Rezension Der Einstieg ist mir etwas schwergefallen, weil mir einige japanische (Ess-)Gewohnheiten nicht vertraut waren. Der Erzählstil der Autorin ist aber wirklich einzigartig! Obwohl es scheinbar um den banalen Büroalltag geht, gelingt es ihr – vor allem durch Essens-Metaphern – viel mehr zu erzählen, als zunächst sichtbar ist. Zwischen Neid, Selbstzweifeln und gesellschaftlichen Erwartungen versuchen alle drei einfach nur, mitzukommen. Das Buch hat mich beim Lesen richtig mitgerissen, obwohl inhaltlich eigentlich gar nicht so viel passiert. Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive geschildert, weshalb ich mich nicht besonders tief in eine einzelne Figur hineinfühlen konnte – aber darum geht es auch gar nicht. Das Buch ist keine Liebesgeschichte, sondern erzählt von ganz alltäglichen, menschlichen Problemen, verpackt in japanisches Essen. (Achtung: Nicht hungrig lesen! 🍱) 🍜Bewertung & Empfehlung 160 Seiten - aber zwischen jeder Zeile steckt mehr als man auf den ersten Blick sieht. ⭐️⭐️⭐️✨/ 3,5 Sterne

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
16. März
Was Essen über Menschen erzählt
Rating:4

Was Essen über Menschen erzählt

Ich war noch nie in Japan – und doch hatte ich beim Lesen das Gefühl, für einen Moment in den Alltag eines japanischen Büros einzutauchen. Der Roman begleitet drei Figuren: Nitani, Ashikawa und Oshio. Ein großer Teil ihres Arbeitsalltags dreht sich um etwas scheinbar Banales – Essen. Gemeinsame Mahlzeiten, mitgebrachte Süßigkeiten oder kleine Pausen im Büro. Doch schnell wird klar, dass es dabei um viel mehr geht. In der japanischen Kultur hat Essen eine starke soziale Bedeutung. Genau das greift der Roman auf: Während Ashikawa leidenschaftlich backt und ihre Kolleg:innen versorgt, betrachtet Nitani Essen eher als lästige Notwendigkeit. Oshio steht irgendwo dazwischen und entwickelt zu Nitani eine ganz eigene Verbindung. Je länger ich gelesen habe, desto stärker hatte ich das Gefühl, dass Essen hier auch als Metapher funktioniert – für Erwartungen, Rollenbilder und gesellschaftliche Anpassung. Der Schreibstil ist ruhig und beobachtend. Große Dramen gibt es nicht, stattdessen lebt das Buch von feinen Alltagsbeobachtungen und dem, was zwischen den Zeilen steht. Ein leiser Roman, der über etwas so Alltägliches wie Essen überraschend viel über Menschen erzählt. | unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar |

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
13. März
Rating:2

Büroalltag und Essen

Die Geschichte handelt von zwei wirklich unsympathischen, unleidigen Menschen und einem Pick-Me Girl. Es gibt wenig Handlung, hauptsächlich Büroalltag und eine Person, die Essen eigentlich nicht besonders mag und prinzipiell einen unzufriedenen Eindruck macht. Das Ende war nicht aussagekräftig, der Roman hört einfach auf.

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
3. März
Rating:2

Ein Buch mit dem ich leider so gar nicht warm werden konnte

Nicht mehr lange und meine erste Reise nach Japan steht auf dem Plan. Im Moment versuche ich jegliche Literatur über das Land oder über Autoren aus Japan zu lesen. Ich habe schon die unterschiedlichsten Bücher in den Händen gehalten und freue mich immer wieder über neue Inspirationen. Dies ist die erste Rezession seit langem über ein Buch, dass ich tatsächlich abgebrochen habe. Die Geschichte beginnt sehr abrupt und es gibt unglaublich viele verschiedene japanische Namen im Buch. Sind mir schwer diese einem bestimmten Charakter zuzuordnen. Ich habe circa die Hälfte des Buches gelesen, bin aber leider so gar nicht in die Geschichte hinein gekommen. Immer wieder hat es mich Seitenweise doch ein wenig gepackt. Doch dann war die Geschichte für mich einfach ein wenig zu wir, und es gab keinen roten Faden, der für mich Sinn ergeben hätte. Ich hatte bei dem Titel richtig gutes Essen erwartet, dass es doch mehr um die japanische Essen Kultur geht. Dies hätte mich sehr interessiert. Die Mischung von in Themen essen und Büro finde ich auch einen interessanten Ansatz. Leider hat mich die Geschichte aber einfach nicht überzeugen können.

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
3. März
Rating:5

Richtig gutes Buch. Ich möchte die Charaktere den Schreibstil und auch die Handlung sehr. Unsere 3 Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein und sind in einem sehr überzeugenden Bürosetting dem Alltag überlassen. Essen steht natürlich im Mittelpunkt und die verschiedenen Einstellungen dazu Regen zum Nachdenken an. Das Buch hätte auch gerne 300+ Seiten haben können

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
24. Feb.
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Rating:5

„Richtig gutes Essen“ ist eine kurze Geschichte, die sich mit dem Arbeitsalltag, zwischenmenschlichen Beziehungen und der Rolle von Essen im täglichen Leben beschäftigt. Die Handlung spielt in einem Büro in Japan, wo wir die Angestellten Nitani, Ashikawa und Oshio begleiten. Ein großer Teil ihres Alltags dreht sich um gemeinsame Mahlzeiten, die mehr sind als nur eine Pause vom Arbeiten. Gerade dabei wird deutlich, wie unterschiedlich die drei ticken. Während Ashikawa leidenschaftlich gerne backt und ihre Kolleg*innen regelmäßig mit selbstgemachten Leckereien versorgt, ist Essen für Nitani eher eine Notwendigkeit. Wenn er könnte, würde er sich am liebsten nur von Instant-Ramen ernähren. Auch gemeinsame Essen mit Kolleg*innen, die in Japan eine wichtige soziale Rolle spielen, sind ihm eher unangenehm und lästig. Im Arbeitsalltag könnten Ashikawa und Nitani ebenfalls kaum unterschiedlicher sein. Denn während Ashikawa pünktlich Feierabend macht oder früher geht, wenn es ihr nicht gut geht, bleibt ein Teil ihrer Arbeit oft an Nitani hängen, der dadurch Überstunden machen muss. Auch Oshio nimmt ihre Arbeit sehr ernst und kann Ashikawas Verhalten nicht wirklich nachvollziehen. Trotzdem scheint Ashikawas Verhalten von den anderen Kolleg*innen kaum hinterfragt zu werden, schließlich bringt sie fast täglich Gebäck mit, das von allen sehr geschätzt und gelobt wird. Ich mochte dieses Buch richtig gerne. Besonders der Schreibstil hat mir sehr gefallen, da er ruhig und unaufgeregt ist. Außerdem fand ich es sehr gelungen, dass wir die Geschichte sowohl aus der dritten Person von Nitani als auch aus der Ich-Perspektive von Oshio erleben. Dadurch bekommt man einen sehr guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle. Auch die Gestaltung des Buches hat mir unglaublich gut gefallen. Das Cover ist schlicht und in nur zwei Farben gehalten, wirkt aber gerade dadurch sehr besonders. Und auch unter dem Schutzumschlag ist das Buch wunderschön gestaltet. Insgesamt ist es ein besonderes Buch, das zum Nachdenken anregt und das ich sehr gerne gelesen habe. Ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
23. Feb.
Rating:5

Sternebewertung fiktiv

Was wäre, wenn Essen kein echtes Bedürfnis mehr wäre und eine Tablette reichen würde? Genau das würde sich Nitani wünschen. Sein Alltag besteht aus Instantnudeln schnell, funktional, emotionslos. Und doch steht Essen in diesem Roman ständig im Mittelpunkt. Gemeinsame Mahlzeiten, Gespräche am Arbeitsplatz, kleine Rituale im japanischen Büroalltag. Ich mag diese ruhigen japanischen Geschichten, in denen Essen mehr ist als nur Nahrung, eher ein Spiegel von Beziehungen. Nitani arbeitet mit zwei Kolleginnen zusammen. Ashikawa, die perfekte Ehefrau, die backt, kocht und sich scheinbar um alles kümmert, und Oshio, die zwischen bester Freundin und Femme fatale schwankt. Während Ashikawa Wärme und Verlässlichkeit ausstrahlt, fühlt sich Nitani stärker zu Oshio hingezogen. Ihr vertraut er sogar seine heimliche Leidenschaft für Literatur an. Nitani selbst ist kein einfacher Charakter. Ich fand ihn stellenweise ziemlich miesepetrig, fast distanziert und gerade deshalb hat mir Ashikawa oft leid getan. Ihre Fürsorge wird selbstverständlich genommen, ihre Güte wirkt manchmal wie eine stille Last, die alle bei der Arbeit wahrnehmen nur Nitani nicht. Der Roman beobachtet leise den Alltag, Beziehungen und Erwartungen. Das Ende wirkte auf mich fast vorbestimmt, als wäre es selbstverständlich, dass man sich für die „richtige“ Ehefrau entscheidet und nicht für den freien, trinkfreudigen Freundschaftstyp. Gerade diese unterschwellige Melancholie hat bei mir nachgewirkt. Ein stiller Roman über Essen, Arbeit, Nähe und die kleinen unausgesprochenen Dynamiken zwischen Menschen. Das Glossar zum Ende fand ich sehr hilfreich und ich bin auch großer Fan von Nachworten und Glossaren

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
21. Feb.
Rating:3.5

„Ich mag es nicht, das eigene Leben um gutes Essen herum zu organisieren.“ - dieses Zitat aus "Richtig gutes Essen" beschreibt Nitani, den Protagonisten des Buchs "Richtig gutes Essen" schon ganz gut. Essen ist für ihn ein Mittel zum Zweck, um am Leben zu bleiben, um nicht zu verhungern. Einzig Instantnudeln könnte man als sein Lieblingsessen bezeichnen. Man könnte sogar einen Schritt weiter gehen, etwas zu essen (außer Instantnudeln) ist ihm sogar weitgehend zu wider. Das Gewese, dass die Menschen in seiner Bürogemeinschaft ums Essen und vor allem ums gemeinsame Essen machen, nervt ihn merklich, da es wichtig ist, nicht außen vor zu sein. Mit seiner Kollegin Ashikawa hat er was laufen und eine ihrer Leidenschaften ist das Backen, worüber sich die Kollegen und Kolleginnen freuen und Nitani sich nur mit Müh und Not überwinden kann, ihr dafür zu danken. Insgesamt scheint es Nitani schwer zu fallen, sich mit den sozialen Regeln des menschlichen Zusammenseins zu arrangieren. Mit Ashikawa ist er hauptsächlich zusammen, weil sie in seinen Augen vermutlich die perfekte Ehefrau sein wird, angepasst, ruhig, nett und genauso wie all die Frauen, mit denen er zuvor zusammen war. Sie hat null Ehrgeiz im Job und eigentlich verachtet er solche Menschen, die pünktlich gehen, da er dann für sie mit arbeiten muss. Auch wollte er gar nicht im Büro arbeiten, sondern lieber Literatur studieren, was er dann aber gelassen hat. Sympathisch ist mir Nitani mal so gar nicht, aber das Buch hat mir trotzdem ganz gut gefallen, weil es diese Zerrissenheit zwischen anders sein zu wollen und angepasst zu sein zeigt und auch einen Einblick in eine mir völlig fremde Kultur gibt. Das hat mich wirklich fasziniert. Junko Takase hat dazu auch eine recht zurückhaltende Sprache gewählt, was das noch einmal unterstreicht.

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
15. Feb.
Rating:3.5

Lecker!

Mir ist aufgefallen, dass japanische Romane sich sehr intensiv mit dem Genuss von guten Mahlzeiten beschäftigen Dabei scheint es außergewöhnlich zu sein, wenn diese wirklich von Hand zubereitet. In diesem Buch haben wir beides - individuelle Gerichte und Fertignudeln. Nitani würde sich am liebsten nur von Instantramen ernähren. Mehr braucht er nicht zum glücklich sein. Ab und an eine Tablette, die ihm alle wichtigen Nährstoffe liefert und das war’s. Ashikawa arbeitet auf seiner Büroetage. Sie hat sich angewöhnt ihren Kolleg*innen selbst gemachte Köstlichkeiten mitzubringen. Viele sind sehr aufwändig und liebevoll angerichtet. Meist handelt es sich um Süßspeisen oder Kuchen doch auch herzhafte Speisen scheint sie mühelos zubereiten zu können. Im Büro ist man sehr erfreut darüber. Auch Nitani, genießt zuerst was Ashikawa mitbringt. Die beiden nähern sich an und es eird deutlich, dass sie irgendwann mehr als nur gute Kollegen sind. Doch irgendwas scheint ihn an ihr zu stören. Mit Oshio kommt er besser klar. Sie arbeitet im gleichen Unternehmen und ab und an gehen die beiden aus. Sie teilen die Liebe zur Literatur, aber Nitani glaubt dass Ashikawa doch mehr dazu geeignet ist, geheiratet zu werden. Trotzdem beginnt Nitani Ashikawas Speisen auf perfide Weise zu boykottieren. Wie kann ein Buch gleichzeitig so lecker und so unsympathisch sein? Da haben wir eine junge Frau, die darin aufgeht, Köstlichkeiten zu backen und zu kochen. Sie werden detailverliebt bis ins kleinste Detail beschrieben. Sogar die Konsistenz beim Verzehr wird so anschaulich geschildert, dass man am liebsten sofort auch ein Stückchen davon schnabulieren würde. Es gibt viel Obst und Sahne und knusprigen Teig. Meinem Empfinden nach soll hier ein traditionelles Frauenbild transportiert werden, welches in einer patriarchalen Gesellschaft wie der Japans für häusliches und eher konservatives Denken steht. Im Gegensatz dazu haben wir aber die Haltung von Ashikawa, aus der hervorgeht, dass sie dies zu ihrem eigenen Wohlbefinden tut, auch um eine gesünderen Ernährung für sich und ihr Umfeld zu fördern. Sie achtet sehr darauf, was sie isst und wie viel sie arbeitet. Eine für Japan, sehr unübliche Einstellung. Und dann haben wir da einen Mann, der scheinbar sein Verantwortungsbewusstsein, dass sich auf seinen Job bezieht, ganz hoch hält, so hoch, dass er das Kochen als Zeitverschwendung sieht und auch nicht zu schätzen weiß was Ashikawa für ihn tut. Anstatt sich über die Köstlichkeiten, die ihm schmecken, zu freuen, entwickelt er ein Gefühl, von abfälligem Unverständnis welches er auf niederträchtige Weise ausdrückt und zwar, indem er ihre Mahlzeiten sabotiert und damit einen Eklat provoziert. Hat es vielleicht mit den Konventionen im Umgang miteinander zu tun? Ist es vielleicht wirklich so, dass man lieber etwas zerstört, obwohl es viel ehrlicher wäre eine Gabe abzulehnen? Ist es, die gesellschaftliche Unzulänglichkeit etwas zu wagen oder eine achtsamere Beziehung einzugehen? Würde Nitani dann sein Gesicht verlieren? Auch die Rolle von Oshio ist mir nicht so ganz klar. Sie opponiert gegen Ashikawa ohne wirklich ein Nutzen davon zu haben. Viele Fragen haben sich für mich aufgetan und Anrworten blieb das Buch mir schuldig. Was deutlich rüberkommt, ist der Arbeitsalltag und das soziale Leben in Japan, das von eingeübten Höflichkeiten geprägt ist. Es wirkt alles sehr unauthentisch und so, als ob man jeden Moment in einem Fettnapf treten könnte. Stilistisch ist das Buch sehr eingängig geschrieben, auch wenn die Autorin es mir nicht immer einfach gemacht. Die Erzählperspektiven wechseln und es ist nicht immer sofort klar, wer gerade in der Ich Perspektive ist. Insgesamt war dies ein kurzweiliges Büchlein, bei dem ich großen Appetit auf Kuchen bekommen habe, dass mir aber überhaupt keine Lust auf ein Leben in Japan gemacht hat. Mir scheinen die Umgangsformen doch sehr komplex zu sein und da ich ein sehr direkter Mensch bin, passe ich in so eine Gesellschaft wahrscheinlich überhaupt gar nicht. Eine Empfehlung für alle, die in asiatische Literatur einsteigen möchten und kulinarische Inhalte gerne mögen

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
14. Feb.
Lesenswert und ein interessanter Einblick in die japanische Kultur zwischen Berufsleben und dem Miteinander von Kolleg:innen.
Rating:3.5

Lesenswert und ein interessanter Einblick in die japanische Kultur zwischen Berufsleben und dem Miteinander von Kolleg:innen.

Das wirklich schick aufgemachte Buch erreichte mich als Rezensionsexemplar in einer passend zusammen gestellten Buchbox. Natürlich musste ich davon viele Fotos machen. Ich habe auf jeden Fall Lust bekommen, wieder mehr asiatische Lebensmittel zu essen. In die Geschichte kam ich erst etwas langsam rein. Anfangs hatte ich Probleme mit der Erzählperspektive, da sie willkürlich zwischen der Sicht von Nitani und dann sogar aus der Ich-erzählten Sicht von Oshio wechselte. Vieles war aus meiner westlichen Sicht auch etwas befremdlich. Einiges konnte ich gut nachvollziehen. Am Ende des Buches gibt es ein Glossar, in dem einige japanische Begriffe erläutert werden. Die Geschichte erzählt vom Büroalltag und den unterschiedlichen Herangehensweisen, mit denen die Protagonist:innen mit Stress, Überstunden und dem Miteinander untereinander umgehen. Man liest zwischen den Zeilen einige Gesellschaftskritik. Die Protas selbst werden nicht sehr nahbar, faszinierten mich dennoch. Ein Buch, das auf jeden Fall noch ein paar Tage nachwirkt.

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
12. Feb.
Büroalltag, Instantnudeln und die Suche nach echtem Leben
Rating:4

Büroalltag, Instantnudeln und die Suche nach echtem Leben

Zwischen Kantinenkaffee, Bürofloskeln und der stillen Sehnsucht nach irgendwas Echtem entfaltet sich hier eine Geschichte, die erst leise grinst und dann ziemlich gezielt trifft. Nitani ist keiner von den Helden, die man sofort bewundert – eher einer, den man aus dem Großraumbüro kennt. Instantnudeln statt Lebensplan, höfliche Beziehung statt echter Gefühle. Und genau darin liegt dieser fiese Wiedererkennungs-Moment, bei dem man kurz innehält und denkt: Mist, das kommt mir bekannt vor. Takase schreibt trocken, pointiert und mit einem Humor, der nicht laut lacht, sondern langsam unter die Haut kriecht. Besonders spannend ist dieses seltsame Dreieck aus Erwartung, Bequemlichkeit und heimlicher Sehnsucht nach etwas Größerem. Während Ashikawa versucht, Ordnung und Süßgebäck ins Leben zu bringen, öffnet Oshio eine ganz andere Tür – eine, hinter der plötzlich Literatur, Freiheit und ein bisschen Chaos warten. Klingt unspektakulär, fühlt sich aber überraschend intensiv an. Was hängen bleibt, ist weniger die Handlung als dieses leise Unbehagen über falsche Abzweigungen im Leben. Dieses Gefühl, dass man funktionieren kann und trotzdem nicht richtig lebt. Und genau deshalb funktioniert das Buch so gut: kein Drama, kein Pathos, sondern kluge Beobachtungen über Alltag, Erwartungen und die Frage, wann man eigentlich angefangen hat, sich selbst auszubremsen. Perfekt für einen ruhigen Abend mit dem Gedanken, dass gutes Essen vielleicht doch mehr bedeutet als nur satt zu werden.

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
12. Feb.
Post image
Rating:4

„Auch wenn gesagt wird, eine richtige Mahlzeit zu essen sei Selbstfürsorge, und nichts als Instantnudeln und Fertigbeilagen zu essen sei Selbstmisshandlung, ist arbeiten, Überstunden schieben, kurz vor Ladenschluss um 22 Uhr in den Supermarkt gehen und dann noch kochen und essen wirklich Fürsorge für mich selbst?“ Nitanis Leben besteht aus Instantnudeln, seinem nervigen Bürojob und dem Daten seiner Kolleginnen. Eine davon ist Ashikawa, die mit ihren Koch- und Backkünsten die perfekte Frau für ihn zu sein scheint. Doch es gibt auch noch Oshio, mit der er sich nach der Arbeit regelmäßig betrinkt. Die beiden Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Und Nitani hat deren Schicksale mehr in der Hand, als er denkt. „Richtig gutes Essen“ deckt auf knapp 160 Seiten Japans gesellschaftliche Strukturen auf: Es geht um die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen, die mit tradwife ähnlichen Zügen als die perfekte Ehefrau wahrgenommen werden, sowie um die ungesunde Arbeitsmoral einer Leistungsgesellschaft und um maskulin oder feminin konnotitierte Interessen — in diesem Fall Literatur —, bei denen andere Gender gesellschaftlich beinahe ausgegrenzt werden. Nitani ist ein durchschnittlicher bis langweiliger Typ, umso strahlender erscheinen dadurch Ashikawa und Oshio, die er datet und die mit ihm arbeiten. Es ist bezeichnend, dass er im Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit steht, obwohl beide Frauen so viel spannender sind als er. Sie repräsentieren die Frau, die im Hintergrund bleibt, häuslich ist und sich zurückhält. Anhand von Nitani werden der Erwartungsdruck gegenüber Männern sowie die kapitalistische Ausbeutung von Arbeitnehmenden aufgezeigt, was den gesellschaftlichen Rundumschlag des Buchs abrundet. Wenn ihr auf der Suche nach einem gesellschaftskritischem Buch seid, das sich leicht lesen lässt oder das euch aus einem reading slump holt, seid ihr hier richtig! 🥢

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
11. Feb.
Interessanter Roman...
Rating:3.5

Interessanter Roman...

Bei diesem Roman muss ich einfach die Gestaltung hervorheben, weil die wirklich absolut stimmig ist. Interessant finde ich, dass das Buch auf dem Umschlag als "lustig und lebendig" beschrieben wird. Ich hatte dadurch einen Roman erwartet, der mich immer wieder laut auflachen lässt. So ist es nicht gekommen. Unterhaltsam, schräg und ein bisschen absurd fand ich ihn allerdings. Auf jeden Fall ein spannender Einblick in die japanische Ess-, Büro- und Beziehungskultur. Größe und Dicke des Buches sind ideal für die Handtasche. Ich empfehle es daher als idealen Mittagspausenroman. Eine gute Begleitung zu einem leichten Essen.

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
11. Feb.
Mehr Studie als Roman
Rating:3

Mehr Studie als Roman

Richtig gutes Essen von Juno Takes greift ein hochaktuelles Thema auf: das schwierige Verhältnis zu Essen, Körperbild und Selbstkontrolle. Im Mittelpunkt steht Nitani, dessen Gedanken und Routinen den Alltag stark bestimmen. Die psychologischen Beobachtungen sind präzise und wirken stellenweise sehr realistisch. Trotz des interessanten Ansatzes bin ich jedoch nur schwer in das Buch hineingekommen. Die Handlung bleibt sehr ruhig und besteht größtenteils aus inneren Monologen und wiederkehrenden Alltagsabläufen. Dadurch wirkt der Text stellenweise repetitiv und emotional eher distanziert, sodass mir die Hauptfigur nicht wirklich vertraut geworden ist. Auch die Nebenfiguren Ashikawa und Oshio bringen zwar zusätzliche Perspektiven auf Essen, Körper und Lebensstil ein, bleiben aber eher skizzenhaft und schaffen nur begrenzt emotionale Nähe. Ihre Beziehungen zu Nitani setzen interessante Impulse, entwickeln jedoch wenig eigene Dynamik. Insgesamt ein thematisch relevantes und gut beobachtetes Buch – für mich aber mehr eine leise Studie als ein Roman, der wirklich fesselt.

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
10. Feb.
Rating:4

Für Nitani ist Essen nichts Genussvolles, sondern dient nur zur Aufnahme von Nährstoffen – am liebsten wäre es ihm, er könnte diese lästige Angelegenheit durch eine Tablette erledigen. Seine Kollegin Ashikawa sieht das ganz anders. Sie liebt es, das ganze Büro mit selbst gemachten Leckereien zu verwöhnen. Eine solche Frau sollte er vermutlich heiraten, dabei fühlt sich Nitani zunehmend von Ashikawa genervt. Oshio, die im selben Büro arbeitet, ist anders: unkonventionell, direkt. Mit ihr betrinkt Nitani sich gerne nach der Arbeit und empfindet zum ersten Mal etwas Freude beim Essen. „Richtig gutes Essen“ ist der erste, auf Deutsch erschienene Roman der Autorin Junko Takase. Die Übersetzung aus dem Japanischen verfasste Yoko Hamann. Dreh-und Angelpunkt des Romans ist das Büroleben des Protagonisten Nitani und seine Gespräche und Erlebnisse mit den beiden sehr unterschiedlichen Frauen Ashikawa und Oshio. Ashikawa verkörpert dabei ein eher traditionelles Rollenbild, nämlich das der umsorgenden Frau. Beruflich gesehen zeigt sie weniger Ehrgeiz. Dem entgegengesetzt ist Oshio, die sich deutlich moderner gibt und beruflich etwas erreichen möchte. Doch obwohl Ashikawa ihr im Beruf klar unterlegen ist, verschafft ihre sorgende, nette Art ihr immer wieder Vorteile. Nitani steht zwischen beiden Frauen und zeichnet sich dadurch aus, dass er sich oft eher mitreißen lässt, als Eigeninitiative zu entwickeln. Ashikawas Verhalten geht ihm eigentlich gegen den Strich, doch sie verkörpert auch stark, was ihm als höchstes Ziel präsentiert wird: eine gute Ehefrau, die sich kümmert und ansonsten keine Ambitionen hat. Oshio könnte er wirklich mögen, ihr kann er sich öffnen und über Literatur sprechen, aber sie passt leider nicht in diese perfekte Vorstellung. Neben einer Beziehungsgeschichte ist „Richtig gutes Essen“ aber auch ein Roman über japanische Arbeitskultur und die Tücken des Bürolebens. Ashikawa wird beruflich als Verliererin angesehen, weil sie nicht allzu begabt ist und ihre Arbeitszeiten streng einhält. Für alle anderen sind Überstunden an der Tagesordnung und die Konkurrenz untereinander führt zu Streit und Intrigen.

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
10. Feb.
Rating:4

Hier hat mich das Buchcover gleich angesprochen: klar, schlicht und geradlinig. Ohne den Namen der Autorin oder des Titels zu lesen, stellte ich gleich eine Verbindung zu Japan her. Nitani wünscht sich, er könnte dreimal am Tag Instantnudeln essen und alle Voraussetzungen für ein gesundes Leben wären erfüllt. Oder dass es eine Tablette gäbe, die man einnimmt und die alle Nährstoffe und Kalorien enthält. Aber er arbeitet in einem Büro, in dem das Essen ein wichtiges Bindeglied zwischen den Mitarbeitern ist. In den Pausen wird zusammen gegessen - Essen verbindet, Essen genießt man und zusammen schmeckt alles besser. Vor kurzem ist er in die Zweigstelle nach Saitama versetzt worden und lernt nach und nach alle Kolleg*innen kennen. Ashikawa scheint die perfekte Frau zum Heiraten zu sein - sie kann gut kochen, backen und ist nett zu allen. Seine Kollegin Oshio, die irgendwie unangepasster, direkter und ehrlicher ist, wird seine Trinkpartnerin. Abends, wenn sie länger im Büro arbeiten, gehen sie in ein Izakaya und trinken ein Bier zusammen. Dabei gesteht Oshio Nitani, dass sie Ashikawa nicht leiden kann, da diese nicht mit vollem Einsatz arbeitet wie sie selbst. Ashikawa kommt nicht zu Schulungen, ist schnell überfordert, geht auf Grund von Kopfschmerzen früher nach Hause, und alle nehmen Rücksicht auf sie. Es ist schwer, hier eine einfache Zusammenfassung zu geben, denn in den knapp 160 Seiten wird zwar nüchtern und sachlich ein Büroleben beschrieben, viel über Arbeitsmoral und Essen erzählt und doch liegt auch einiges zwischen den Zeilen verborgen. So fällt mir erst nach und nach auf, dass es mich erstaunt, dass Nitani das Essen, welches Ashikawa ihm liebevoll zu Hause zubereitet, verabscheut, jedoch nach Feierabend mit Oshio gerne trinken und essen geht. Oshio und Natani teilen offenbar viel: die Liebe zu Büchern, das angepasste Arbeiten und auch falsche Lebensentscheidungen. Trotzdem wirkt Oshio nur wie eine Kollegin, während Ashikawa die Frau zu sein scheint, die man heiraten möchte. Erzählt wird diese Geschichte aus Nitanis und Oshios Sicht. Dabei ist Oshios Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben. Ich habe bereits mehrere japanische Bücher gelesen und bin dennoch stets aufs Neue erstaunt darüber, wie distanziert zwischenmenschliche Themen behandelt werden. Und auch in diesem Roman fällt mir wieder auf, dass in der japanischen Literatur Essen eine große Rolle spielt. Es scheint mir, als wäre das gemeinsame Essen in der Gesellschaft hoch angesehen und die einzige „freie Zeit“, in der soziales Leben stattfinden kann. Essen wird gefeiert und scheint eine größere Bedeutung zu haben als die reine Nahrungsaufnahme. Als Leserin frage ich mich natürlich, welche tiefere Bedeutung Nitanis Abscheu gegenüber dem gemeinsamen Essen und den frischen Zutaten hat. Für mich war es unterhaltsam und ich hab bemerkt, dass ich allmählich Zugang zur japanischen Literatur gefunden habe. Sachlich und distanziert heißt nicht gleich emotionslos. Für mich empfehlenswert, aber Vorsicht: Der Hunger schleicht sich beim Lesen ein. S.30 „Er mochte unzuverlässige, schwach wirkende, liebe Frauen, aber von all den schmalen, kleinen Frauen ohne jede Schärfe im Gesicht fühlte er sich komischerweise zu denen hingezogen, die die Schamlosigkeit besaßen, aus ihrer Schwäche heraus wie selbstverständlich einzufordern, dass man sie beschützte.“ S.69 „Wenn sich jeder im Leben nur die Dinge aussuchte, die er tun wollte, die ihm leichtfielen, die angenehm waren, würde das nicht funktionieren. Wenn niemand Dinge tat, die er nicht tun wollte, niemand etwas tat, obwohl es ihn anstrengte, konnte die Arbeit nicht erledigt werden.“ S.128 „Zwischen Nachhausekommen und Schlafengehen hab ich nur zwei Stunden, wenn ich eine Stunde fürs Essen verwende und in der restlichen Stunde noch Baden und Zähneputzen muss, bleiben mir gerade mal 30 Minuten Zeit zum Leben. Und trotzdem soll ich essen? Für den Körper.“

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
10. Feb.
Rating:3.5

"Ich wünschte, ich könnte dreimal am Tag Instantnudeln essen und trotzdem alle Voraussetzungen für ein gesundes Leben erfüllen." (S. 7) Für die einen ist Essen eine Religion, in der Auswahl, Zubereitung und Aufnahme der Nahrung zelebriert werden müssen. Frisch gekocht, ausgewogen, gut für den Körper – und bitte mit Hingabe. Für Nitani hingegen ist Essen schlicht Mittel zum Zweck: Instantramen, heißes Wasser drauf, fertig. „Ich mag es nicht, das eigene Leben um gutes Essen herum zu organisieren.“ (S. 74) Nitani ist Teil einer Bürogemeinschaft, deren Klebstoff im faden Arbeitsalltag das Essen ist. Gemeinsame Mittagspausen, Feierabende in nahegelegenen Restaurants, Gespräche, die sich ganz selbstverständlich um Gerichte, Vorlieben und neue Lokale drehen. Auch Oshio gönnt sich gerne "Richtig gutes Essen" – am liebsten zusammen mit ihrem Kollegen Nitani, auch wenn der scheinbar keinen Sinn dafür hat. Genauso wenig wie für die süßen, gebackenen Aufmerksamkeiten der Kollegin Ashikawa, mit denen sie versucht, sich mit der Belegschaft gut zu stellen, weil sie als Teilzeitkraft immer die erste ist, die das Büro verlässt, häufig krank ist und auch sonst wenig beizutragen hat in Sachen Arbeit. Dabei ist Ashikawa mit ihrer fürsorglichen Art doch genau die Frau, die ein Junggeselle wie Nitani heiraten sollte. Junko Takase nutzt das Essen als Prisma, durch das sich Arbeitskultur, soziale Erwartungen und zwischenmenschliche Machtverhältnisse betrachten lassen. Wer isst was, mit wem und aus welchem Grund? Wer sorgt für wen – und wer entscheidet eigentlich, was ein „richtiges“ Leben ist? Mit feinem Witz erzählt Takase von ganz normalen Menschen, ihren Bedürfnissen, ihren Unsicherheiten und ihren Leidenschaften. Das Kulinarische ist dabei nicht bloße Dekoration, sondern Ausdruck von Nähe, Anpassung oder stiller Verweigerung. Die Lust auf eine große Schale Ramen stellt sich übrigens ab der ersten Seite ein. Versprochen!

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
9. Feb.
Rating:4

Essen und Arbeit, Arbeit und Essen

„Richtig gutes Essen“ hat mir wirklich gut gefallen. In dem Buch von Takase geht es vor allem um das japanische Arbeitsleben und um das Verhältnis der Menschen zu, wer hätte es gedacht, Essen. Wir begleiten Nitani, der in einem Bürojob arbeitet und sich hauptsächlich von Instantramen ernährt. Das ändert sich, als er sich (vielleicht?) in eine Kollegin verliebt, die großen Wert auf Ernährung, Nährstoffe und gutes Essen legt, gerne kocht und backt, und das vor allem für andere. Das Buch ist absurd, witzig und zugleich sehr nah an der japanischen Realität. Gemeinsames Essen und Trinken mit Vorgesetzten und Kolleg*innen, wenig Freizeit, zu viel Arbeit und das Vernachlässigen der eigenen Gesundheit spielt dabei eine große Rolle. Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen, da man einen authentischen Einblick in den japanischen Alltag bekommt, de für viele Japaner*innen ganz normal ist. Einige Passagen haben sich für mich etwas gezogen, insgesamt hatte ich aber viel Freude beim lesen.

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag
7. Feb.
Rating:3

Die Welt des Büroalltags

Nitani nervt alles, was mit Essen zu tun hat. Deswegen isst er am liebsten Instantnudeln oder geht essen. Daher wird es gut sein, wenn er irgendwann heiratet und eine Frau hat, die sich um das Essen kümmert. So eine Art von Frau ist eine Kollegin, Ashikawa. Liebenswürdig, entschlossen, aber auch total hilfsbedürftig. Oshio, eine andere Kollegin, ist da viel unkonventioneller und seine Trinkpartnerin, mit der er sich viel besser austauschen kann und sich verstanden fühlt. In dem Büro wird die starre Welt des Büroalltags gezeigt und was so aus Kollegen entstehen kann. „Unfähige Menschen gibt es überall, aber wenn niemand die Arbeit macht, läuft die Firma nicht.“ Joa - irgendwie kann ich auch paar Tage später das Buch nicht wirklich greifen. Es geht permanent ums Essen, da das auch ein rießen Thema bei Nitani ist. Und es geht um Frauen und welche Art von Frauen wohl die geeignete für das Leben ist. Und darum, dass es im Büro immer zwei Arten von Menschen gibt. Die, die pünktlich heimgehen und schnell krank sind und die, die dann die andere vertreten und daher eigentlich die Firma am Laufenden halten, weil die anderen den Stress und Druck nicht standhalten. Viel Wahrheit, aber irgendwie auch etwas wirr. Dann endet das Buch auch einfach - irgendwie für mich nicht „fertig“. Ich weiß nicht, ob ich es empfehlen würde, aber irgendwie ist es auch unterhaltsam. Entscheidet selbst, ob ihr es lesen wollt 😌

Richtig gutes Essen
Richtig gutes Essenby Junko TakaseDuMont Buchverlag