Die Mottenkönigin ist eine der kreativsten Geschichten die ich in letzter Zeit gelesen habe. Was ist wenn Aberglaube und Mythen real werden? Was ist wenn, das was Wahrsager vorhersagen, tatsächlich passiert? Was ist wenn es Pechsträhnen und daher gesagte Verwünschungen tatsächlich der Realität entsprechen? Und was ist wenn man sich dagegen schützen kann, muss und sollte? Das ist die Welt von Klarabell und ihren Cousinen. Die Autorin verwebt Aberglaube und Mythos in eine sehr schöne Geschichte und hat zu dem sehr spannende und interessante Figuren erschaffen. Die Geschichte lebt von sehr vielen Kleinigkeiten, die manchmal auch nur im Nebensatz fallen. Aber die Geschichte dabei perfekt abrunden. Der Schreibstil ist dabei passend zur Geschichte sehr kreativ. Für mich persönlich war es manchmal etwas zu blumig und ausladend. Weswegen ich manche Sätze und Absätze zweimal lesen musste um deren Inhalt wirklich komplett fassen und verarbeiten zu können. Ich will nicht sagen, dass es kompliziert war aber mitunter versteckt sich so viel Inhalt in einem Absatz, dass es mitunter etwas viel war. Ich habe die Geschichte aber wirklich sehr gerne gelesen und hatte meinen Spaß dabei. Das Ende werde ich jetzt nicht spoilern. Mir hat gefallen, dass es sich aber zum Schluss fast alles zusammengefügt hat. Auch wenn manches für mich noch offen geblieben ist. Einiges hat mich zum Schluss dann auch echt noch überrascht und anderes habe ich mir schon gedacht. Alles in allem ein wirklich schönes und empfehlenswertes Buch. 4 Sterne.
Vielen, vielen Dank, dass ich Teil dieser spannenden Leserunde sein durfte. Mir hat es richtig Spass gemacht. Das Buch hat einen wirklich interessanten Klapptext, weshalb ich hier mein Glück auch versuchen wollte, denn ich wollte gerne in diese Traumwelt einsteigen. Die Geschichte bringt auch ein wirklich interessantes Konzept hervor, dass mir noch ganz gut gefallen hat. Der Anfang war für manche etwas holprig, auch für mich, weil es etwas verwirrend ist, aber dank des angenehmen Schreibstiles findet man sehr schnell in die Geschichte hinein und man kommt danach auch schnell voran. Ich konnte das Buch leider nicht wirklich am Stück lesen, so wie ich es gerne getan hätte, aufgrund des Zeitmangels. So kam ich leider nicht wirklich in das Buch hinein, weil ich immer nur kurze Abschnitte zwischendurch gelesen habe und hatte auch Mühe, die Charaktere besser kennenzulernen oder gewisse Details zu bemerken, was aber auch meine Schuld ist. Die Idee war jedoch nicht schlecht. Klaras Angst vor der Prophezeiung wurde genial dargestellt und ich kann ihre Entscheidung deshalb gut nachvollziehen. Aber auch die Enttäuschung der anderen darüber, als sie davon erfahren wurde wirklich sehr gut dargestellt. Was mir etwas gefehlt hat, sind mehr Traumsequenzen. Ich fand es genial, wie sie im Traum ganz am Anfang der Geschichte in den Körper eines anderen eintaucht und dann dessen Traum erlebt. Das wurde fantastisch beschrieben und davon hätte ich gerne etwas mehr gehabt. Letztendlich war das Buch aber nicht schlecht. Es war einmal etwas Anderes und irgendwann werde ich dem Buch definitiv eine zweite Chance geben, um es diesmal auch richtig lesen zu können, aber ich denke dieses Konzept könnte noch einigen gefallen. Deshalb bekommt das Buch von mir vier von fünf Sternen.
‚Die Mottenkönigin‘ von Beatrice Jacoby ist ein besonderes Buch. Sehr fantasievoll und mitunter sehr düster hat die Autorin eine Geschichte erschaffen, mit der ich anfangs nicht so warm wurde, die mich aber mit der Zeit doch fesseln konnte. Vor allem, als sich mir das große Ganze endlich erschlossen hat. Und trotzdem ist das Buch anders als das was man sonst liest und mit Sicherheit auch nicht für jeden etwas. Beatrice Jacobys Schreibstil macht es einem zwar leicht, er ist sehr flüssig und locker, doch es ändert nichts daran, dass der schwierigste Teil für mich der Beginn des Buches war. Ich mag es eigentlich schon, wenn man in eine unbekannte Situation geworfen wird und diese sich dann nach und nach aufklärt. Doch hier dauerte es mir zu lang, es war nur verwirrend und ich bekam überhaupt keinen Zugang zur Welt und zur Geschichte. Es ist unsere Welt, doch ein zukünftige. Glaube ich. Ab und an waren bestimmte Verweise, bei denen ich mir dachte, sie beziehen sich auf Vergangenes, das unserem Jetzt entspricht. Doch beschwören möchte ich es nicht. Wie so vieles im Laufe der Geschichte. Sie ist gespickt mit Details und ein winzig kleines Abschweifen der Gedanken lässt mich Dinge überlesen, die vielleicht nicht plotrelevant sind, aber mich ein paar Seiten später verwundert lesen lassen, was ich denn jetzt schon wieder verpasst habe. Aber das liegt an mir und daran, dass ich anfangs einfach nicht so reinkam. Klarabell ist eine Protagonistin, die ich schon irgendwie mochte, aber die mir weitestgehend fremd blieb. Sie ist eine Empathisch Hochbegabte, eine von Geburt an mit einer bestimmten Gabe gesegneten junge Frau, ein Wunderkind. Sie ist zusammen mit ihren beiden Cousinen Cassandra und Morgana auf einem Mädcheninternat, auf dem ihrer aller Begabung gefördert, geformt und trainiert wird. Doch für alle, die bei einem Akademiesetting jubeln: wir befinden uns dort kaum, die Geschichte spielt sich außerhalb ab. Es ist sehr interessant, die Welt der Hochbegabten kennenzulernen, die Ausprägung der jeweiligen Gaben, die Regeln, nach denen sie leben, gegenüber wem sie sich verpflichtet fühlen. Doch die Details kommen nur häppchenweise und es ist schwer, sich ein Gesamtbild zusammenzusetzen. Selbst jetzt, nachdem ich fertig gelesen habe. Manche Dinge sind in Erinnerung geblieben, da sie öfters thematisiert worden sind, manche nicht. Doch diese Welt bietet noch viel mehr als Wunderkinder, denn Pechsträhnen, Albträume, Flüche, eigentlich alles an vorstellbarem Unheil, ist real. Und man kann sich dagegen mit diversen Talismanen, Steinen oder auch mit Tätowierungen schützen. Du merkst, eine unglaublich interessante Welt, die es zu erkunden gibt. Und trotzdem kam es mir anfangs ein bißchen zu viel vor, zu viele Details, zu viele Dinge, die es zu beachten gibt. Doch als ich dann mal drin war, hat mich die Geschichte ziemlich gefesselt. Als ich die Welt für mich ein bißchen zusammengesetzt habe, als ich wusste, wer welche Rolle spielt. Dann endlich konnte ich mich richtig fallen lassen, die Magie der Geschichte wirken lassen und mit Klara mitfiebern, die versucht, ihrem Schicksal zu entkommen. Das Buch sorgt für viele Überraschungen, für viel Gefühl und Mitgefühl, aber sie lässt sich auch auf unser Leben übertragen und regt dadurch zum Nachdenken an. Warum verweigert man bestimmte Dinge, die Leben retten können? Warum sind manche Menschen so wie sie sind? Ein Wermutstropfen bleibt, auch wenn mir die Geschichte mit der Zeit gut gefiel: Es bleiben am Ende – trotz der vielen Details – unzählige Dinge unbeantwortet. Diese mögen nicht unbedingt relevant für die Handlung sein, hätten aber die ganze Sache greifbarer und runder gemacht. 4 Sterne.
Klarabell und ihre Cousinen sind empathisch Hochbegabte. Das heißt sie sind Traumwandlerin, Medium und Gedankenleserin. Sie leben abgeschottet und unter strengen Regeln in einem Internat, dürfen dieses nur in Begleitung von Bodyguards verlassen, müssen spezielle Ernährungsweisen einhalten und dürfen nicht mit "normalen" Menschen sprechen, weil dies sonst ihre Fähigkeiten negativ beeinflussen könnte. Doch dann erhält Klarabell eine schlechte Prophezeiung. Sie wird ihren 18. Geburtstag nicht mehr erleben. In ihrer Panik flüchtet sie aus ihrer behüteten Welt und versucht verzweifelt eine Lösung zu finden. Diese wird ihr durch den Unsterblichen Pares geboten. Gegen eine kleine Gefälligkeit könnte auch Klarabell Unsterblichkeit erlangen. Es stellen sich allerdings die Fragen: Was ist ein Menschenleben wert und was bist du bereit für dein eigenes Leben zu opfern beziehungsweise zu tun? Die Cousinen sind wirklich bemitleidenswert: Klarabell ist des Todes geweiht, Cassandra droht durch die ständigen Stimmen der Toten um sie herum verrückt zu werden und Morgana hat das Lachen verlernt. Die drei sind etwas ganz besondere Charaktere, ich mochte sie alle. Grade auch nachdem man im Verlauf erfährt, wie es zu bestimmten Situationen gekommen ist. Klarabell will sich den beiden anderen jedoch nicht anvertrauen, da sie nicht mehr so eine enge Bindung verbindet wie es früher der Fall war. Sie will sich selber und auch anderen gegenüber nicht eingestehen, was es über sie aussagen könnte, dass sie bereit ist bestimmte Dinge im Tausch gegen die Unsterblichkeit zu tun. Sie glaubt selber, dass sie sich immer weiter in ein Monster verwandelt. Unerwartete Hilfe erfährt sie durch Noah, Morganas Stiefbruder, mit dem Klarabell eigentlich noch nicht mal reden dürfte, den sie aber schon immer faszinierend fand. Zum Ende hin gibt es eine krasse Wendung und es kommt zu einem Finale, welches die gesamte Handlung des Buches in Frage stellt. Ich persönlich hätte mit dieser Entwicklung nie gerechnet, bin mir aber auch nicht sicher, wie gut ich sie finden soll. Man muss auch sagen, dass das Buch spannungsmäßig eher dahin plätschert. Es gibt zwar einige Spannungsspitzen, diese sind aber nicht so zahlreich gesät. Es werden immer wieder die oben genannten moralischen Fragen aufgeworfen. Gerne hätte ich mehr über die empathisch Hochbegabten generell erfahren, welche Regeln es gibt, welche Konsequenzen bei Verstößen eintreten. Man lernte lediglich die drei Cousinen kennen, keine Autorität oder dergleichen. Es wirkte fast so, als könnten sie trotz der angeblichen strengen Regeln dennoch machen was sie wollten. Die Frage ist auch, ob tatsächlich alles so ist, wie man es ihnen jahrelang beigebracht hat oder ob dies nur Vorwände waren. Meiner Meinung könnte in Folgebänden gerne noch einiges an Erklärungen kommen. Die Idee der Traumwandler, Medien, Gedankenleser und Unsterblichen ist aber definitiv spannend. Toll fand ich auch den Bezug zum Aberglauben. .... Edelsteine, Talismane und Tattoos, welche mit spezieller Impfstoff-Tinte gestochen werden bieten Schutz gegen schlechte Gedanken, Flüche oder den Einfluss von beispielsweise Freitag dem dreizehnten, einer schwarzen Katze, die den Weg von der falschen Seite kreuzt oder ähnlichen schlechten Omen. Auf der anderen Seite kann eine Pusteblume tatsächlich Wünsche wahr werden lassen. Besonders ist dabei auch, dass die Geschichte in der heutigen Zeit in Köln spielt. Die Fantasy-Elemente könnten aber auch eine eigene Welt oder Parallel-Welt vermuten lassen. Dieser Mix ist echt genial.
Klarabell ist beschützt von Reichtum und gesellschaftlichem Ansehen aufgewachsen, von festen Regeln umgeben, die ihre Sicherheit bewahren sollen. Leider wurde das Schicksal bei dieser Kalkulation außer Acht gelassen. Von einer erschreckenden Neuigkeit ergriffen beschließt Klarabell somit, die geplanten Wege zu verlassen um mit dem wahren Leben zu beginnen. Natürlich nicht ohne ein Ziel vor Augen zu haben: Die Pläne des Schicksals zu durchkreuzen. Das Cover gefällt mir wirklich gut. Ich bin entgegen dem aktuellen Trend ohnehin kein Freund von Personen in der Gestaltung, weil sie oft genug nichts mit dem Inhalt des Buchs zu tun haben und die eigene Fantasie stoppen. Dieses Cover hingegen schränkt nicht ein sondern fordert auf – treibt die Neugierde an. Darin ist das Buch ohnehin sehr gut. Es werden Brotkrumen gestreut, sodass man mit seiner Nase gar nicht weit genug zwischen den Zeilen verschwinden kann. Bea Jacoby hat unsere reale Welt um Aspekte erweitert, die schlichtweg interessant sind. Da sie weit mehr als die oberflächlichen Möglichkeiten ihrer Idee ausgeschöpft hat, war ich schnell begeistert. Ich liebe es, wenn eine Geschichte sich nicht nur auf das Kernproblem fixiert, sondern das Drumherum in ein ebenso passendes Licht hüllt. Was mir zusätzlich gefällt ist der Realismus, den die Geschichte trotz ihres Genres in sich trägt. Endlich begegnen wir mal einer Hauptfigur mit Wohlstandsbauch, ehrlichen Familienproblemen, die so besonders sind, weil sie zumindest nicht in Gänze erforderlich für das Buch gewesen wären. Der Schreibstil hat mir ebenfalls gefallen. Bea Jacoby drückt sich locker und leicht aus, weshalb ich beim Lesen nicht gemerkt habe, wie die Zeit vergeht. Warum es „nur“ 4 Sterne gibt: Zwischendurch fehlte mir der gewisse Schwung. Das Buch hat mich nie gelangweilt, aber es setzte eben auch nicht das geliebte Kribbeln ein, welches einem gar keine andere Wahl mehr lässt, als weiterzulesen. So ist das Buch meinerseits eine klare Empfehlung für Menschen, die keine permanente Action brauchen und außerdem bereit sind, hinter den angeblich perfekten Vorhang zu schauen.




