Die Grundprämisse steht eigentlich fast nur implizit drinne, aber sie ist: das Lesen ist in einer eklatanten Krise. Auch nach dem allerneusten Medienwandel ist eigentlich eine überbordende Textlichkeit allerorten, aber sie wird nicht mehr gelesen, sondern durch Audio, Video und KI sekundär vermittelt. Der medien(technische) Zuschnitt des Essays ist sehr gut. Aber leider kommt mir der kultursoziologische und rezeptionsästethische Aspekt viel zu kurz. Aber es ist schlicht nicht der Anspruch der Buches und lässt sich ihm nur schwer vorwerfen. Besonders interessant gewesen wäre die neue Lust am Buch, die sich durch Tiktok ergab, in Hinblick auf ihre Beschaffenheit zu untersuchen, die ja viel stärker durch Digitalität geprägt ist, als durch Literalität. Aber ja, Hätte hätte.
21. Dez.Dec 21, 2025
Die Zukunft des Lesensby Christoph EngemannMatthes & Seitz Berlin
