30. Sept.

Eindrückliches Zeugnis.

In diesem Buch werden anhand eines persönlichen Berichts über eigenes Erleben eindrücklich die Gräueltaten der Nazis in den KZs und die eigentlich unmenschlichen Abgründe geschildert, die sich damals auftaten. Es ist unfassbar, was einzelne Menschen für eine leid ertragen mussten und kaum zu glauben, dass sie es überlebten. Es macht wahnsinnig betroffen. Umso erschreckender, wenn man diesen Bericht liest und sich vor Augen führt, wie die derzeitige Weltpolitik aussieht. Unglaublich, dass es Menschen gibt, die die damaligen Geschehnisse klein reden, relativieren oder gar leugnen. Unfassbar und beängstigend, dass Rechtsextremismus und Rassismus wieder derart salonfähig werden. Menschen müssen aus der Geschichte lernen. Wehret den Anfängen. Heute mehr denn je. Ich kann dieses Buch nicht mit Sternen bewerten. Es ist wahnsinnig wichtig, dass es solche Zeitzeugnisse gibt. Vor allem auch als Übersetzung in die deutsche Sprache.

Ich war eine Ärztin in Auschwitz
Ich war eine Ärztin in Auschwitzby Gisella Perlmarix Verlag ein Imprint von Verlagshaus Römerweg
22. Jan.

Ich möchte hier keine Sternebewertung für diese Buch abgeben, denn Wer bin ich, dass ich mir das anmaßen kann? "Die Toten sprechen hier zu euch. Die Toten, die euch nicht um Rache für sie bitten, sondern nur darum, an sie zu erinnern und darüber zu wachen, daß keine weiteren unschuldigen Opfer deutscher Unmenschlichkeit ihre Reihen füllen. " Frau Perl schrieb diese essayhaften Erinnerungen im Jahr 1946. Sie berichtet über ihr Leben und Wirken in der Zeit von 1944 bis 1945 in den Lagern Auschwitz-Birkenau und Bergen Belsen, bis über dessen Befreiung am 15 April 1945 und darüber hinaus. Und sie schreibt über unfassbare Gräueltaten. Dinge, die ich mir nicht ausmalen kann und die nicht auszuhalten sind. So konnte ich immer nur maximal 3 Kapitel hintereinander lesen bevor ich eine Pause brauchte. Grenzenloser Hunger, Folter, psychische Qualen, Menschen die lebendig auf Scheiterhaufen geworfen wurden, Gaskammern. Es ist an Unmenschlichkeit nicht zu überbieten. Und dann ist da noch die Ärztin Perl, die mir, trotz ihrer sicherlich überragenden, über die Grenzen gehenden Hilfsbereitschaft hinaus, unnahbar bleibt. "Irritierend und befremdlich" kommt sie mir häufig vor in ihrer Selbstdarstellung und der "Überschätzung ihres Einflusses auf das Lagergeschehen" (S. 32, Vorwort). Sie schreibt in einigen Kapiteln über Frauen die so schön und begabt sind und was für ein Verlust der Tod dieser Frauen bedeutet. Auf der anderen Seite beschreibt sie hässliche Menschen eher abfällig. Dies hat mich in manchen Teilen tatsächlich sehr gestört. Aber ist nicht auch dies menschlich in einer solch unmenschlichen und lebensbedrohlichen Situation in der sie unter wiedrigsten Bedingungen um das Leben von, hauptsächlich schwangeren, Frauen kämpft und sei es, deren Kinder abzutreiben, auch wenn diese lebensfähig sind? Ich fand das Vorwort von Andrea Rudorff unglaublich hilfreich und wichtig. Macht euch selbst ein Bild.

Ich war eine Ärztin in Auschwitz
Ich war eine Ärztin in Auschwitzby Gisella Perlmarix Verlag ein Imprint von Verlagshaus Römerweg