
Poetisch und leicht - Empfehlenswert für zwischendurch, auf Reisen, im Urlaub.
Es sind Sätze wie: „Sie muss sich ihren Mut wieder vollpumpen, der fühlt sich etwas schlapp an.“ (S. 87), bei denen mir das Herz aufgeht. Allein die Kapitelüberschriften wie „Den Reißverschluss des Körpers aufgezogen“ teasern diese Wortspiele an. Als Leserin begleite ich Luisa, die der Nachbarin beim Umzug in ein Heim hilft und die das Aufräumen inspiriert - nicht das Aufräumen, sondern explizit das ihres Ehemannes. Sie will ihn töten. Was zunächst wie ein Krimi anmutet, entfaltet sich zu einer Art Tragikomödie. Ich reiste im Zug mit Luisa durch Italien, lernte Flack kennen und auch Alfred, bekannt als Arschfred. Gemeinsam mit Luisa machte ich Umwege, tauchte ein in ihre Familie und emanzipierte mich mit ihr davon. Wunderbar leicht und sprachlich schön - ich liebte den Stil, in dem die Schweizer Autorin Angelika Wadis schreibt. Den halben Stern Abzug gibt es für die Seiten 161-164. Die dort beschriebene Szene wäre auch ganz wunderbar ohne Reproduktion diskriminierender Sprache und Bilder ganz wunderbar ausgekommen. Das hat mich kurz enttäuscht durch die Zeilen seufzen lassen. Ansonsten war das Buch aber für mich sprachlicher Genuss. Und wer mag, lässt sich sogar anstiften und denkt darüber nach, was, wen und wie er*sie im Leben vielleicht aufräumen könnte.

