26. Mai
Rating:5

Dieses Buch habe ich gelesen, weil mir in Dikussionen um gleichberechtigte Elternschaft beim Thema Stillen oft die Argumente ausgehen. Denn Stillen kann ja nur die Mutter und Stillen muss doch sein, es ist doch halt das Beste für das Kind, oder etwa nicht? Britta Fuchs hat mich genau an dieser Stelle abgeholt. Sie beschäftigt sich im Buch zunächst mit der Tatsache, dass sich werdende Eltern beim ersten Kind über das Stillen häufig nicht viele Gedanken machen. Allgemein ist zu Stillen eine Erwartungshaltung, die wenig hinterfragt wird. Sie gehört zu den vielen Dingen, die eine "gute Mutter" eben tut. Und genau mit diesen Ansprüchen an die "gute Mutter" setzt sich auch Fuchs in Ihrem Buch auseinander. Den Druck, die viele Mütter dadurch ausgesetzt sind, stellt sie sehr empatisch dar. Außerdem räumt sie mit ein paar Mythen rund um das Stillen auf. Auf der anderen Seite thematisiert sie, dass Stillen trotz seiner vermeintlichen Unumgänglichkeit etwas ist, was in der Öffentlichkeit nicht gerne gesehen wird und bei vielen Nicht-Stillenden immer noch Unwohlsein auslöst. Sie verdeutlich im Buch einen darauf folgenden Teufelskreis der entsteht, weil Stillende sich häufig in der Öffentlichkeit unwohl fühlen, dort weniger präsent sind und damit auch weniger gesehen werden. Fuchs Buch ist extrem gut recherchiert, die Literatur, auf die sie sich bezieht, ist wirklich ausführlich (13 Seiten Literturverzeichnis!). Trotzdem können manche Fragen, die sie aufwirft, nicht beantwortet werden. Die Forschung fehlt an vielen Stellen, was wiederum mit den oben genannten Punkten zusammen hängt. Ich bin daher extrem dankbar für dieses Buch, das verdeutlicht, dass wir mehr über Stillen sprechen müssen. Stillenden brauchen mehr Raum im gesellschaftlichen und auch beruflichen Leben. Stillen braucht mehr Aufmerksamkeit, weniger Erwatungen und mehr Entscheidungsfreiheit. Und genau deshalb braucht es solche Bücher und Menschen, die es lesen. Dieses Buch kann noch nicht alle Fragen zum Stillen in gleichberechtigter Elternschaft beantworten. Aber es ist ein wichtiger Denkanstoß um in der Zukunft die Fragen beantworten zu können und für wirkliche Gleichstellung zu sorgen

Unstillbar
Unstillbarby Britta FuchsHaymon Verlag
15. Mai
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Rating:5

Mich hat das Buch schon alleine wegen des Klappentexts neugierig gemacht, da ich als stillende Zweifach-Mama selbst mit dem ein oder anderen bezüglich der Thematik zu tun hatte/habe, wie z. B. dem ständigen Dilemma "soll ich jetzt hier in der Öffentlichkeit stillen oder nicht?". Denn das ist ja gesellschaftlich nach wie vor verpönt und noch ein Thema mehr, mit welchem sich Frau im Patriarchat herumschlagen darf (als "gute Mutter" hast du gefälligst zu stillen, weil das nur natürlich ist, aber sprich nicht darüber und um Himmels Willen mach das bloß nicht in der Öffentlichkeit - pfui!). Nicht nur Stillen alleine spielt im Buch eine Rolle. Auch andere Probleme, mit denen die Frau bzw. Gebärende zu kämpfen hat, werden besprochen, sei es die vielen gesellschaftlichen Ansprüche, der Druck eine "gute Mutter" zu sein, über berufliche Aspekte und finanzielle Einbußen, bis hin zu Ängsten während und nach der Schwangerschaft. Breit gefächerter Einblick, aber dennoch jedes Mal on point. Viele im Buch erläuterte Fakten rund um das Stillen wusste ich selbst tatsächlich noch nicht, obwohl ich bereits Kind Nr 2 stille. Und wie krass ist bitte die Tatsache, dass Stillen einem (unbezahlten!) Vollzeitjob entspricht? Den Irrglauben, Stillen sei kostenlos, hab ich übrigens leider selbst geglaubt, dabei steckt so viel mehr dahinter, als "nur" stillen. Bereits beim Lesen des ersten Kapitels hab ich mich direkt verstanden gefühlt. Ich weiß auch nicht, wie oft ich beim Lesen mit dem Kopf genickt, zu mir selbst "ja ist echt so" gesagt oder den Vogel gezeigt hab. Ich hab das Buch also nicht nur inhaltlich verstanden, ich hab es regelrecht gefühlt. Und wenn ich ein Buch fühlen kann, dann ist das mehr als eine klare Leseempfehlung meinerseits! ----- Werbung, Rezensionsexemplar.

Unstillbar
Unstillbarby Britta FuchsHaymon Verlag
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