Traurig und kraftvoll zugleich!
»Wie man im Fotoalbum vergangener Tage blättert, wo Schnappschüsse oft ohne erkennbare Logik oder Chronologie nebeneinanderstehen, suchte ich in meinen Erinnerungen gemeinsame frühe Erlebnisse, fand wenige Bilder, eigentlich Kürzestfilme, die plötzlich abrissen.« (R.W.) Bei der Buch Wien durfte ich die 88-jährige Autorin hören und ich war beeindruckt, mit wie viel Liebe und Verständnis auch für die eigenen Tiefen sie auf ein ereignisreiches Leben blickt. Und wie wertvoll für sie selbst und vermutlich auch für viele LeserInnen dieser Text ist, war spürbar. Ein Mädchen, das sich selbst den Namen Dieda gibt, weil sie nirgends dazugehört und sich nicht angenommen fühlt. Eine teils erschütternde Aneinanderreihung von Herzlosigkeiten der sie umgebenden Erwachsenen macht die Lektüre wirklich bedrückend, aber gleichzeitig spürt man die Kraft, die dieses Mädchen schon damals hatte und die erwachsene Frau in den weiteren Jahren noch bekommt und sich erkämpft. Ein sehr trauriges, gleichzeitig aber schönes Buch von einer starken Frau, deren Stimme aus der heimischen Literaturszene nicht wegzudenken ist. Klare Empfehlung von mir!
